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Meine Ambition: Langstrecke

ja ja red es dir nur ein - du hättest dich "mental" weiterentwickelt - Mr "ich-geb-es-mir-jede-Einheit" 🤣

Die Kunst dabei ist aber, sich so wenig "nerviges" Zeugs drumherum anzusammeln, dass man immer eine gewisse Spannung, einen richtigen Bock auf Ballern hat. Wenn ich 3 Stunden langweilige Grundlage mache, nur weil Grundlage auf dem Plan steht, dann geht das auch auf die Regeneration und auch aufs Mentale. Da geb ich's mir lieber richtig, und mache am nächsten Tag so ne Art Ruhetag, indem ich vielleicht mit der gemischten Anfängergruppe mit 100 Watt und sub 100er Puls unterwegs bin. Nur zum quatschen und für die frische Luft. Am nächsten Tag dann wieder Action, wie ein Schlittenhund/Kampfstier, den man rauslässt, oder noch krasser, wie ein Rentner, wenn eine neue Kasse im Supermarkt öffnet.
 

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Re: Meine Ambition: Langstrecke
Es gibt manche Phasen, die sind einfach hart oder härter. Da muss man durch, macht aber nichts an der Liebe zum Sport.

Bin gerade in einem HEAT Block, gibt schöneres. Aber teilweise kann ich da draußen fahren. Wenn nur GA kann ich das richtig genießen, wenn zum Beispiel SST davor auf dem Plan steht wird schon zäh im Moment von den Beinen her und auch bisschen vom Kopf.

Aber ich weiß halt auch: lieber jetzt "leiden" dann kann ich im Sommer mehr genießen ;)
 
Ich glaube der beste Ratschlag den ich jemals gehört habe, war: Fahr das Ding doch mal so, dass du Spass hast.
Das haben viele verlernt und reden sich den Spaß nur ein. Meine subjektive Meinung.
Das Hobby soll das Leben bereichern und in erster Linie Spass machen 🥰
Auszug aus dem Buch 4000 Wochen - Das Leben ist zu kurz für Zeitmanagement :
"Eine etwas versteckte Form der gleichen Haltung hat vielleicht Ihre Freundin befallen, die zwar ständig für einen Zehnkilometerlauf trainiert, aber ganz offensichtlich nicht in der Lage ist, einfach eine Runde joggen zu gehen: Sie hat sich davon überzeugen lassen, dass Laufen nur insofern eine bedeutungsvolle Sache ist, als es in der Zukunft Früchte trägt......
....Seine Freizeit bezüglich ihrer Nützlichkeit für anderes zu beurteilen führt bedauerlicherweise dazu, dass sie sich plötzlich vage nach Pflicht anfühlt, mit anderen Worten wie Arbeit - im schlimmstem Sinne des Wortes."

Telisch vs. atelisch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin,
also ich lese dein Thread fleißig mit und macht mir dazu so meine Gedanken. Ein bisschen geht es bestimmt allen so wie dir, aber ich habe immer mehr das Gefühl, dass du dich zu sehr unter Druck setzt.
Irgendwie wirkst du gedanklich nicht "frei". Weißt du was ich meine?

Ich stelle mir gerade vor, wenn dir wirklich im Frühjahr/Sommer mal Rückschläge passieren (Drücke dir fest die Daumen, dass diese nicht passieren!!!), ob du da wieder rauskommst bzw. es dich zu sehr runterziehst und sofort alles in Frage stellst... Oder, wenn es mal bei deinen Vorhaben/Rennen nicht so wie gewünscht läuft!?

Bei deinen Vorhaben ist der Kopf ein großer Schlüssel zum Erfolg. Da kann Material/Körper noch so gut in Schuss sein... Was aber passiert, wenn du an Tag A mal einen Platten hast, der nicht so möchte und du 30/40min verlierst, steigst du denn wieder aufs Rad und fährst weiter? Irgendwie sehe ich das gerade nicht so bei dir... Ist wirklich nicht böse gemeint, aber mein Eindruck im Moment.

Moin und danke, dass du dir Gedanken machst. Das ehrt dich, aber ich kann dich beruhigen: Ich bin ganz weit weg davon, mir einen "krankhaften" oder ungesunden Druck zu machen.

Ganz im Gegenteil: Aufgrund meiner medizinischen Vorgeschichte darf ich gar nicht mit kurzfristigem Druck arbeiten. Ich muss zwingend langfristig und vorausschauend agieren. Genau das ist ja oft der Punkt, mit dem ich hier anecke: Dass ich gewisse "Hau-Ruck-Aktionen" nicht machen kann, will oder darf. Das hat aber rationale Gründe, keine psychischen Blockaden.

In meinen Ambitionen (deswegen heißt der Thread so) ist das Scheitern oder ein "Nicht-Antritt" als Option immer fest eingeplant. Ich habe kein Problem damit, etwas NICHT zu tun, wenn es mir gesundheitlich nicht zuträglich ist. Das ist kein Versagen, das ist Management.

Vielleicht kommt es hier im Text manchmal anders rüber, aber wenn ich eines nicht habe, dann ist es blinder, übertriebener Ehrgeiz. Was ich habe, ist Zielstrebigkeit und einen starken Antrieb.

Was den "Platten" angeht: Wer sich – wie ich – durch lange Reha-Phasen, massive Gewichtsabnahme und gesundheitliche Rückschläge zurück ins Leben gekämpft hat, der wirft das Rad sicher nicht wegen eines Schlauchwechsels in den Graben. Da habe ich schon ganz andere Stürme abgewettert. ;)

Was mich allerdings nervt – und da ist irgendwann auch die stärkste Resilienz mal erschöpft – ist, dass mein Weg leider oft durch externe Rückschläge geprägt ist. Ich mache zwei Schritte vorwärts und das Leben zwingt mich wieder einen Schritt zurück. Das zu akzeptieren und immer wieder neu anzulaufen, ist das eigentliche, harte mentale Training. Dagegen ist ein Rennen pillepalle.

Und genau deswegen nervt mich auch mal eine Deload-Woche. Nicht wegen des "Drucks", sondern weil sie meine geliebte Struktur unterbricht. Ich liebe den Rhythmus des Trainings. Wenn der wegfällt, fehlt mir schlicht etwas im Alltag.

Tief in mir ist einfach die Liebe zum Radfahren. Ob kurz oder lang ist mir dabei fast egal, solange ich es überhaupt machen kann. Diese Liebe lasse ich mir von keinem Rückschlag nehmen, denn das Rad bedeutet mir mehr als nur Sport.

Auch beschissenstes Wetter bei Sturm und Regen kann man sich im Kopf drehen, von "Ich arme Sau muss jetzt trainieren" zu "ich harter Hund trainiere jetzt!" (inklusive extra abwarten, dass es anfängt zu schütten). Soviel weiß ich noch aus meinen Allwetter-Zeiten, bevor ich entspannter Rollen-Überwinterer wurde.

Für Außenstehende mag das manchmal wie Selbstgeißelung aussehen, aber für mich ist es der eigene Beleg, dass man eben nicht aus Zucker ist. Ich sehe das durchaus als Metapher und als eine Art Selbstbehauptung für den Alltag.

Ich kenne das aus meiner MdRzA-Zeit nur zu gut: Wenn es mich morgens wettertechnisch so richtig zerlegt hat und ich diesen Sturm besiegt habe... dann kann mir die schlechte Laune der Menschen im Büro nichts mehr anhaben. Ich habe meinen ersten Erfolg des Tages – die Selbstüberwindung – längst im Kasten. Und auf dem Rückweg genieße ich dann den Kopfwind (oder die Sonne), bin mental entspannt und grinse innerlich, während andere sich über den Stau ärgern.

Aktuell hole ich mir dieses Gefühl der Selbstwirksamkeit über meine morgendliche Mobility-Yoga-Session. Damit habe ich mein persönliches Tagwerk für den Körper erledigt, noch bevor der Tag richtig anfängt.

Und genau das verstehen viele falsch: Das hat nichts mit Druck zu tun, sondern mit dem Gegenteil: Absolute Entspannung. Gerade weil ich das Pendeln mit dem Rad gerade pausieren muss, merke ich, wie sehr mir das fehlt. Diese knapp 60-90 Minuten am Tag, je nach Fahrweise, waren keine tote Zeit, sondern absolute Me-Time und Quality Time. Das fehlt mir als Ventil massiv.

Und es gibt für mich persönlich einen perfekten Moment: Der erste Sonnenaufgang des Jahres. Morgens, 06:15 Uhr aufs Rad, und wenn dann die Sonne hochkommt... ahhh... dann kann der Tag mit mir machen was er will, ich grinse trotzdem im Kreis ;) Kurz vor der Arbeit beim Lieblingsbäcker anbremsen, ein geiles Lachs-Eibrötchen und einen Kaffee... herrlich.

Im Sommer, also richtig im Sommer, fahre ich auch oft um 05:30 Uhr los und gehe vorher noch im Baggersee schwimmen. Ich habe ja das Glück, dass ich da eine absolut perfekte Pendelroute habe. Und dafür nehme ich eigentlich Sturm und Regen gerne in Kauf. Oder Hitze, die ist mir auch egal.
 
Und genau deswegen nervt mich auch mal eine Deload-Woche. Nicht wegen des "Drucks", sondern weil sie meine geliebte Struktur unterbricht. Ich liebe den Rhythmus des Trainings. Wenn der wegfällt, fehlt mir schlicht etwas im Alltag.

Keine Sorge - sobald du in deinem "richtigen" Training bist - lernst du dich über Deload Wochen zu freuen - ich denke das dein Load aktuell noch sehr niedrig ist; und du wahrscheinlich diesen Deload überhaupt nicht (zumindest nicht in diesem Ausmaß) benötigen würdest.

Ich kann mich noch an keinen (nicht krankheits/verletzungsbedingten) Deload erinnern, bei dem ich nicht sehr selbstzufrieden soziale Kontakte gepflegt hätte oder einfach auf der Coach gechillt hätte 😅
(Im Gegenteil, bei meinem vorherigen Trainer waren die Deload Wochen sehr rythmisch, und in der letzten Wochen habe ich mental regelmäßig auf die Reg Woche geschielt (komm heute noch pushen...bald gibts Ruhe 🤣)

Das wird schon ✌️
 
Meine persönliche Meinung ist auch, dass Deload-Phasen und Ruhetage nur dann wirklich Sinn ergeben und genossen werden können, wenn man intrinsisch und physisch das Gefühl hat, sie sich verdient zu haben. Sofern man natürlich noch nicht in irgendeiner tiefen Sportsucht gefangen ist. Wenn man also das Gefühl hat, die Treppe nicht mehr vernünftig hochzukommen, ohne dass einem oben die Beine brennen, wenn der Ruhepuls erhöht ist.. dann sollte man eine Ruhephase auch wirklich genießen können, um dann umso kraftvoller wieder durchstarten zu können. Aber auch die Länge der Phase sollte man unnötig nach ausdehnen. Wenn wieder frisch, dann wieder frisch.
 
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Gott so einer Meinung sind wir uns ja selten - werde ich dir etwa ähnlich 🫠

Nein, dazu bist Du anderen gegenüber zu nett, nicht sarkastisch genug und man sieht Dich selten (nie?) andere beleidigen. Aber gut, vielleicht würden wir uns auch gut ergänzen, ein Mobber ist nichts ohne einen zu Mobbenden. :rolleyes:
 
Meine persönliche Meinung ist auch, dass Deload-Phasen und Ruhetage nur dann wirklich Sinn ergeben und genossen werden können, wenn man intrinsisch und physisch das Gefühl hat, sie sich verdient zu haben. Sofern man natürlich noch nicht in irgendeiner tiefen Sportsucht gefangen ist. Wenn man also das Gefühl hat, die Treppe nicht mehr vernünftig hochzukommen, ohne dass einem oben die Beine brennen, wenn der Ruhepuls erhöht ist.. dann sollte man eine Ruhephase auch wirklich genießen können, um dann umso kraftvoller wieder durchstarten zu können. Aber auch die Länge der Phase sollte man unnötig nach ausdehnen. Wenn wieder frisch, dann wieder frisch.
Da halte ich es etwas anders – und folge da konsequent meinem professionell ausgearbeiteten Plan:

Ich lege ohne Wenn und Aber alle 3–4 Wochen eine Deload-Woche ein. Unabhängig davon, ob ich sie subjektiv „verdient“ habe oder nicht.
Der Gedanke dahinter ist Prävention. Wenn ich erst warte, bis ich die Treppe nicht mehr hochkomme oder der Ruhepuls durch die Decke geht, bin ich oft schon im roten Bereich. Dann muss ich ein Loch flicken, anstatt einfach kurz durchzuatmen und dem Körper die Chance zu geben, den Reiz zu verarbeiten.
Gerade diese Woche hat sehr deutlich gezeigt, wie wertvoll das ist: Ich habe bewusst gestoppt und damit offenbar gerade noch die Kurve bekommen, bevor ich richtig krank geworden wäre. Die Indizien waren da – abendliche Halsschmerzen, schwere Beine –, obwohl Ruhepuls und HRV völlig unauffällig waren. Der Infekt stand sozusagen schon vor der Tür. Hätte ich da „einfach durchziehen“ sollen? Sicher nicht.

Ich gebe viel auf Daten – aber eben nicht blind.
Ich fahre mit dieser Struktur gut. Intuitiv habe ich das schon immer so gemacht, jetzt eben systematisch. Die Daten der letzten Jahre zeigen eine stetige Progression.
Wäre ich ohne diese Rücksicht vielleicht kurzfristig auf einem höheren Leistungsniveau? Möglich.
Würde ich mich damit mittelfristig so platt trainieren, dass das Training meinen Alltag negativ beeinflusst? Sehr wahrscheinlich.
Und genau da ist meine rote Linie:
Wenn Training so viel Raum einnimmt, dass ich sonntags keine Lust mehr habe, tanzen zu gehen – dann läuft etwas falsch.
Wenn ich auf der Arbeit sitze und das Training vom Vortag mich dauerhaft quält – dann ebenfalls.
Ich bin bereit, Opfer zu bringen. Aber nicht um jeden Preis.
Ich würde meine Lebensqualität nicht opfern, um auf etwas hinzuarbeiten, das nur von kurzer Dauer ist.

Ja, man liest hier oft, eine gewisse „Grundmüdigkeit“ gehöre in bestimmten Phasen dazu. Mag sein. Aber sobald sie mich einschränkt und mir Lebensfreude nimmt, bin ich raus.
Wenn das bedeutet, gewisse Ziele nicht anzugehen, dann ist das so. Gerade in meinem Alter werde ich mich nicht für den Sport aufopfern.
Wenn das RAG als Rennen nichts wird – dann mache ich eben mein eigenes RAG. In meiner Zeit. Für mich.

Vielleicht bin ich damit in den Augen mancher „zu weich“ oder zu wenig ehrgeizig. Damit kann ich gut leben – solange die Leistungskurve stimmt und der Spaß bleibt.
Im Sport. Und im restlichen Leben. Der Sport soll mein Leben wertvoll machen und ergänzen, aber nicht bestimmen.
 
Die Indizien waren da – abendliche Halsschmerzen, schwere Beine –, obwohl Ruhepuls und HRV völlig unauffällig waren. Der Infekt stand sozusagen schon vor der Tür. Hätte ich da „einfach durchziehen“ sollen? Sicher nicht.

Aber das ist doch genau richtig, und nicht zu verwechseln mit schmerzenden Beinen auf der Treppe. Bei leichtesten Symptomen bin ich auch ziemlich rigoros, was Sportpause angeht, da kann man nichts gewinnen und viel verlieren. Aber wenn nach einem oder zwei harten Trainingstragen der Gang die Treppe hoch etwas schwerfällig ist, das ist dann für mich eher ein "wohliges Zeichen", und man kann dann eben seinen Ruhetag auch wirklich genießen, im Sinne von "haste Dir verdient". Und dann hat man eben auch kein kribbeliges Gefühl, dass man eigentlich trainieren müsste, so meinte ich das.

Ja, man liest hier oft, eine gewisse „Grundmüdigkeit“ gehöre in bestimmten Phasen dazu.
Puh .. auch wieder, nach einem harten Tag auf dem Rad darf man durchaus müde sein, die Couch bei Trash-TV so richtig genießen. Aber wenn das - auch nur phasenweise - ein Dauerzustand ist, ich weiß nicht. Das ist dann m.E. auch eine Müdigkeit, die sich die Leute durch ewig lange Grundlagenfahrten reinziehen, nicht durch tägliches HIT. Und bezüglich ausufernder Grundlagenfahrten habe ich ja eh eine spezielle Meinung. Eben genau das, es ermüdet, man ist nichts Halbes und nichts Ganzes mehr.
 
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Da halte ich es etwas anders – und folge da konsequent meinem professionell ausgearbeiteten Plan:

Ich lege ohne Wenn und Aber alle 3–4 Wochen eine Deload-Woche ein. Unabhängig davon, ob ich sie subjektiv „verdient“ habe oder nicht.
Du weisst ja mittlerweile, denke ich, ich meine es nicht böse. Das ist das Gegenteil einer professionellen Planung. In dieser geht es gerade um eine Individualisierung, also kein starres Trainingsplan Konzept ala alle 4 Wochen machen wir standardisiert Pause. Vielmehr wird dann Pause gemacht wenn sie nötig ist und dann auch nicht unbedingt eine ganze Woche lang. Es kann aufgrund spezifischer Inhalte einen mehr oder minder standartisierten Rhythmus, zumindest phasenweise, geben, aber nicht als dauerhaftes Standardprogramm. Die Pause kann nach 3 Wochen nötig sein, vielleicht aber auch erst nach 5 Wochen, oder doch schon nach 2 Wochen ...
 
Du weisst ja mittlerweile, denke ich, ich meine es nicht böse. Das ist das Gegenteil einer professionellen Planung. In dieser geht es gerade um eine Individualisierung, also kein starres Trainingsplan Konzept ala alle 4 Wochen machen wir standardisiert Pause. Vielmehr wird dann Pause gemacht wenn sie nötig ist und dann auch nicht unbedingt eine ganze Woche lang. Es kann aufgrund spezifischer Inhalte einen mehr oder minder standartisierten Rhythmus, zumindest phasenweise, geben, aber nicht als dauerhaftes Standardprogramm. Die Pause kann nach 3 Wochen nötig sein, vielleicht aber auch erst nach 5 Wochen, oder doch schon nach 2 Wochen ...

Alles gut, ich nehme das überhaupt nicht böse. Aber ich glaube, ein Teil der Diskussion leidet darunter, dass wir die sportliche Kategorie, in der wir uns bewegen, oft nicht sauber einordnen.

Mal ganz nüchtern betrachtet: 6–12 Stunden Sport pro Woche sind statistisch gesehen absolut nicht normal, weder in der Gesamtbevölkerung noch in meiner Altersklasse. Die gängigen Gesundheitsempfehlungen liegen bei ein paar Stunden pro Woche – und selbst das erreichen viele nicht. Alles darüber bewegt sich bereits klar im leistungsorientierten Bereich.

Wenn man dann noch berücksichtigt, dass wir hier von einem Alltag mit 40h+ Job, Familie und Verantwortung sprechen, sind Trainingsumfänge in dieser Größenordnung kein Nebenbei-Sport mehr, sondern strukturiertes Athletik-Verhalten. Und genau deshalb sind Belastungssteuerung, Prävention und Planbarkeit für mich keine Weichzeichner, sondern Teil der Professionalität. Ich bewege mich da ganz klar und bewusst am unteren Rand von dem, was andere hier vielleicht auf sich nehmen, aber ich tue das bewusst und mit klarer Struktur.

Und genau da liegt der Punkt: Du hast physiologisch sicher recht, flexibel zu reagieren wäre das biochemische Optimum. Aber mein Ansatz ist darauf ausgelegt, diese hohen Belastungen langfristig tragen zu können, nicht sie theoretisch maximal auszureizen. Aufgrund meiner Geschichte ist mir der Sicherheitsabstand zur roten Linie wichtiger als das letzte Prozent Leistungsanpassung. Ich priorisiere bewusst Nachhaltigkeit. Ob dieser Weg am Ende der optimale im sportwissenschaftlichen Idealfall ist, ist für mich zweitrangig. Entscheidend ist, dass er funktioniert.

Und dass er funktioniert, zeigen meine Ziele für 2026: Die Vätternrundan? Die fahre ich dir aus dem Stand. Das weiß ich, weil ich 2025 einen sehr einprägsamen Testlauf über 200km bei üblem Wetter hatte, der mir gezeigt hat, was ich leisten kann. Da mache ich mir überhaupt keinen Kopf. Die 24H? Das ist eine Kür, keine Pflicht. Mein Ziel sind 400km+. Ein Brevet dieses Jahr zu knacken, wäre cool.

Für ein RAG? Da reicht mein aktueller Ansatz nicht aus, das weiß ich. Aber ich habe auch nie gesagt, ein RAG 2026 fahren zu wollen. Das ist ein Thema für 2028 – wenn ich bis dahin meinen Spaß nicht verloren habe und die Erfahrungen, die ich sammle, den Schluss zulassen, diese Herausforderung anzugehen. Dann aber auch mit dem Engagement, das es dafür braucht.

Ich möchte meinen Ansatz auch kurz aus dem psychologischen Kontext erklären: Es ist für mich mental viel gesünder, sich einem großen Ziel niederschwellig zu nähern und es diffus greifbar zu machen – dafür Schritt für Schritt konsequent Erfolge zu feiern und auch Rückschritte und Pausen als Teil des Fortschritts zu begreifen. Und wumms, ist man überrascht, wie weit man mit dem Ansatz plötzlich gekommen ist. Das ist auch Ehrgeiz, nur in einer anderen Form.

Ich weiß, der Ansatz widerspricht fundamental dem klassischen Leistungsgedanken, der oft nur von Härte, Stringenz und Leidensvermögen geprägt ist. Ich kenne das aus der eigenen Familie: Ein enges Familienmitglied ist genau so ein klarer, konsequenter, offensichtlich zielstrebiger Mensch. Wir haben uns schon als Kinder gezofft und ich habe mir oft den Vorwurf angehört, ich wäre nicht zielstrebig genug.

Wenn ich aber heute unsere Leben nebeneinanderlege – zwei Personen, die sich komplett unterscheiden – stelle ich fest: Der soziale Sieger und mittlerweile auch der sportlich Zufriedenere, bin ich. Mit Abstand. Warum? Weil ich andere Werte habe und mir der Weg dorthin wichtiger ist als das Verbissene.

Das ist der feine Unterschied, den ich auch im Sport sehe: Der nackte sportliche Ehrgeiz und das Ziel um jeden Preis sind mir nicht so wichtig wie der Weg und das Drumherum. Mein Ansatz wird nie für das Podium reichen. Aber er reicht für eine absolute Grundzufriedenheit, ohne dass ich Opfer am Wegesrand liegen lasse.

Mein Endorphin ziehe ich aus dem Erreichen einer alltäglichen, klaren Grundzufriedenheit und dem sukzessiven Ausdehnen von Grenzen.
 
Nein, aus meiner Sicht redest du auch komplett am Thema vorbei: Es geht nicht um Härte, Weichheit, Kurz- Oder Langfristigkeit, mehr oder weniger Belastung. Es geht vielmehr darum, dass ein starres Be- und Entlastungssystem etwas für ein 30 Euro Buch für die Allgemeinheit ist, das aber gar nichts für eine professionelle Planung. Das zeigt sich übrigens auch darin, dass berühmte Autoren solcher Bücher selbst ihr eigenes Training so nicht planen.
Die Tatsache, dass du individuell planst, bedeutet nicht, dass du dich mehr oder weniger belastest, oder gar, dass es dann kürzer durchhaltbar wäre - vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Daher komme ich zu dem Eindruck, dass Du versuchst Dir dein eigenes Vorgehen schön zu reden.
 
Aber mein Ansatz ist darauf ausgelegt, diese hohen Belastungen langfristig tragen zu können, nicht sie theoretisch maximal auszureizen. Aufgrund meiner Geschichte ist mir der Sicherheitsabstand zur roten Linie wichtiger als das letzte Prozent Leistungsanpassung. Ich priorisiere bewusst Nachhaltigkeit. Ob dieser Weg am Ende der optimale im sportwissenschaftlichen Idealfall ist, ist für mich zweitrangig. Entscheidend ist, dass er funktioniert.

Wie immer, bin ich mit Hubschraubär einer Meinung (;) ), es geht doch gar nicht darum, Dir einreden zu wollen, dass Du Dich mehr schrotten sollst, falls meine Aussage mit "nicht mehr die Treppe hochkommen" in die Richtung verstanden worden sein sollte. Es geht darum, sowohl Pausen als auch Belastungen einfach bedarfsgerechter, bzw. individueller zu steuern, statt "alle 3 Wochen eine Woche Deload". Es gibt doch mittlerweile genug Möglichkeiten, seinen Load im Auge zu behalten, sei es nun "technisch" oder durch Körpergefühl.

Aber wenn Dein Konzept super klappt, auch gut, "Wer siegt, hat Recht!", ich gucke mir interessiert alles Mögliche an, aber in einem Forum läuft man halt immer Gefahr, dass andere ihren (meinen) Senf dazugeben. 🤗
 
"Wer siegt, hat Recht!"
... wobei in diesem Fall ja eher gelten würde "Wer sich gut fühlt, hat Recht!"

Mich lässt dieser Thread immer etwas irritiert und ratlos zurück. So ein bisschen das Autounfall-Phänomen: man kann nicht wegschauen, hinschauen ist aber auch irgendwie unangenehm.

Auf jeden Anflug von Kritik am Vorgehen, folgen ellenlange Passagen zwischen Selbstbeweihräucherung und vordergründiger Selbstkritik, gepaart mit angeblicher tiefer innerer Zufriedenheit – zwei Absätze später folgt dann ein sozialer Schwa**-Vergleich mit einem Familienmitglied. (WTF?)

Ums Radfahren geht es hier ja wirklich nur am Rande, und das liegt offenbar nicht nur an physiologischen Herausforderungen (Stichwort Schulter) ...
 
Wo diese ausufernden (fehlerfreien) Texte hier schon angesprochen wurden.. ich frag jetzt mal etwas, was ich nicht so ganz verstehe, was ich mich aber interessiert: Degger, in Deinen Texten wird immerzu der (lange) "–" Strich verwendet, das ist normalerweise ein Zeichen dafür, dass die Texte aus der KI kommen. Erst Recht wenn, ebenfalls wie bei Dir, die Bindestriche zwischen Wörtern wieder die kurzen "-" sind.

Denn "wir" verwenden normalerweise immer das kurze "-" (vgl., ist kürzer, halt das Minuszeichen auf der Tastatur). Die meisten wissen gar nicht, wie sie den langen (Halbgeviert-)Strich generieren können, dafür brauchts bei Microsoft eine STRG-ALT-Nummern-Kombination, und auch bei Apple kann das fast keiner, bei Word muss man dafür ein Doppel-Minus setzen.. alles sehr speziell. Nur, was macht es für einen Sinn, seine eigenen Erzählungen per KI ausgeben zu lassen? Diktierst Du ihr grundsätzlich etwas, und sie macht es für Dich hübsch, oder macht sie schon komplett ihr eigenes Ding?

Wie gesagt, ist so etwas irritierend; dass KI genutzt wird, um so zu tun, als ob man fachlich Ahnung hat, macht kennt jeder.. aber hier ist es irritierend. Oder liege ich falsch, und es ist alles ganz anders?
 
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