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Meine Ambition: Langstrecke

Diese mathematischen Modelle die hier gerne diskutiert werden, haben wenig mit der Praxis zu tun; bei einem Bergzeitfahren oder einem kurzen Rennen kommen solche Ideen vielleicht noch hin - bei langen Sachen weniger.

Bei Marathons fahre ich regelmäßig mit Fahrern die locker 0,5w/kg an der Schwelle mehr haben als ich 🤷‍♀️

…und bei ganz langen Sachen kommt es noch viel mehr auf Pausendisziplin an.

Schwelle und w/kg ist wirklich nicht alles….
 

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Re: Meine Ambition: Langstrecke
Diese mathematischen Modelle die hier gerne diskutiert werden, haben wenig mit der Praxis zu tun; bei einem Bergzeitfahren oder einem kurzen Rennen kommen solche Ideen vielleicht noch hin - bei langen Sachen weniger.

Bei Marathons fahre ich regelmäßig mit Fahrern die locker 0,5w/kg an der Schwelle mehr haben als ich 🤷‍♀️

…und bei ganz langen Sachen kommt es noch viel mehr auf Pausendisziplin an.

Schwelle und w/kg ist wirklich nicht alles….

Danke für diesen Einwurf in der sehr technischen Diskussion.

Darf ich dich da mal nach deinen persönlichen Essentials fragen? Was sind für dich die absoluten Schlüsselfaktoren – sowohl in der Vorbereitung als auch beim Event selbst – auf die du achtest, um so gut und effizient durchzukommen? Gerade das Thema Pausendisziplin, Konstanz und die mentalen Strategien würden mich sehr interessieren.

Jana Kesenheimer gab mir vor einiger Zeit mal folgende Antwort, als ich sie nach ihren Top 3 fragte:
  1. Essen, essen, essen und nie Hunger bekommen.
  2. Experimentieren und das Equipment so gut kennen und beherrschen, dass man mit einem Minimum auskommt (falls es um Speed geht).
  3. Körper an Umfänge gewöhnen – und dabei Krafttraining und Stretching nicht vergessen.
Jana bezog sich dabei natürlich auf echte Ultra-Distanzen. Wobei ich mir wegen der Vätternrundan per se auch gar nicht den riesigen Kopf mache – aber ich habe ja langfristig noch ganz andere, wirklich weite Flausen im Kopf.
2026 soll ja erst der Einstieg in die Welt der echten Langstrecke sein, die 24H werden ja, denke ich, eine echt Prüfung.
Bei der Runde spielen HM auch keine Rolle, da wird es dann eher das Mindset, nicht rechts abzubiegen und das eigene Bett aufzusuchen ;)
 
Phew schwer zu sagen.

  1. Ich glaube der beste Ratschlag den ich jemals gehört habe, war: Fahr das Ding doch mal so, dass du Spass hast. Wenn man sich auf seine erste "Ultra" Fahrt vorbereitet, informiert man sich in der Regel bei der Weltspitze: bei Podcasts, YT, Insta usw folgen wir einem Strasser, Kesenheimer usw.....und was die sagen kann man bestimmt auch zu großen Teilen auf die breite Masse übertragen.....aber der entscheidende Unterschied: die breite Masse fährt nicht um den Sieg oder um eine gute Zeit sondern ums finishen. Wenn du dir Abbruchquoten anschaust - sind das oft 30-50% - die liegt nicht an der Fitness. Ich stelle mit meine Motivation wie ein großes Fass vor aus dem man schöpft kann - sie begrenzt ist; daher macht es Sinn damit zu haushalten. Stress, wenig Schlaf, Ängste, Ungewissheiten, Wetter all das zieht Motivation...manche Faktoren kann man beeinflussen - andere muss man hinnehmen. Der Satz:
    Fahr das Ding doch mal so, dass du Spass hast. Hat dazu geführt, dass ich bei den Mittelgebirge Classiques, von vorne herein geplant habe: es gibt ein warmes Abendessen im sitzen jeden Abend - und als das Wetter dann über Tage so katastrophal war: es ist okay jeden Morgen sich in einen Bäcker zu setzen und heiße Schokolade zu trinken. Ich glaube 60% der Starter haben nicht gefinisht.
  2. Auf ankommen Fahren - oder auf eine vorher (realistisch) gesetztes Zeitziel. Damit du für dich Tagesetappen, Erfolgsmomente definieren kannst - und auch Entscheidungen treffen kannst: dieses Nickerchen ist voll ok - du bist im Plan - oder der Bäckerbesuche oder oder oder....
  3. Don't skip at night. Nachts verschiebst du die ich gebe auf Entscheidung auf den nächsten Morgen, und auch Tagsüber gilt die Regel: aufgegeben wird nicht im Moment der Mentalen tiefe - der vergeht wieder -sondern wenn der Kopf fit ist. Sowas kann man gut auch im Training üben, wenn auf der Rolle die Zeit so zäh wird und man gedanklich die Minuten bis zum Ende des Workouts rückwärts zählt - gibt es bei mir manchmal den Satz: Du hast keine Haltung gezeigt, jetzt fährst du noch 30Minuten. Strecken auch so planen, dass am Ende Gegenwind ist, oder ein Berg - Trainings draußen auch (mal) bei schlechtem Wetter fahren usw
  4. Ganz praktisch: öfter mal Bikepacken gehen, damit man Routine beim packen entwickelt...in der Arschrakete habe ich eine genaue Reihenfolge was wo ist.

Das mit dem Essen - logisch musst du viel Essen - halte ich trotzdem für überbewertet: wir werden nun seit Jahren darauf getrimmt, genügend zu essen, das dies jede(r) verinnerlicht hat. Die "Leute" (mich eingeschlossen) haben eher zu viel Essen dabei, als zu wenig und das durch alle Klassen weg. Ein Freund von mir, der bei so 1000km Rennen bis dato supported) durchaus auch um den Sieg fährt, hatte mir vor seinem ersten Ultra Rennen ein Bild von seinem Setup geschickt, und wie er 3kg Malto (!!!) auf seinem Rad unterbringen möchte - ich glaube wir haben 4h telefoniert - bevor er von dieser Idee Abstand genommen hat 🤣

Zum Thema Training: ich fahre mehr oder weniger seit Beginn gecoacht, da mein Leben (anspruchsvolle Arbeit, Kinder im Wechselmodell) so schon "fordernd" ist - und ich mir ums Training keine Gedanken machen möchte. Ich habe schon immer Spass am "Reisen" im Sinn von unterwegs und fahre schon immer gerne Umfänge; also bin ich seit beginn meiner "Radkarriere" schon Radreisen gefahren - ich pendel viel (2* die Woche 45km einfach => 200km) - habe Jahre lang intensiv Yoga praktiziert und mache zweimal die Woche Krafttraining; seit kürzerem gehe ich Bouldern, dadurch dass es dort auch noch einen Krafttraum gibt -wurde mein Krafttraining auf ein anderes Level gehoben, da es in der Gruppe mit spotten viel intensiver ist als allein zuhause. So ab Mai habe ich in den letzten Jahren, aus Motivationsgründen, mit dem Krafttraining aufgehört.

Management Summary:
  • Spaß statt Dauerstress
  • Motivation bewusst einteilen
  • Entscheidungen vertagen, wenn der Kopf müde ist
  • Einfachheit und Routine statt Overengineering

Phew das wurde lang =)

PS:
Ich habe im November angefangen das ganze ein bisschen auf Insta zu dokumentieren ;)
 
@KaGro Sowas kann man gut auch im Training üben, wenn auf der Rolle die Zeit so zäh wird und man gedanklich die Minuten bis zum Ende des Workouts rückwärts zählt - gibt es bei mir manchmal den Satz: Du hast keine Haltung gezeigt, jetzt fährst du noch 30Minuten. Strecken auch so planen, dass am Ende Gegenwind ist, oder ein Berg - Trainings draußen auch (mal) bei schlechtem Wetter fahren usw

@KaGro Ich musste heute direkt an deine Worte denken. Auf dem Menüplan stand eine Drei-Stunden-Runde bei herrlich ungemütlichem Wetter: 4 Grad, fieser Ostwind. Der morgendliche Sonnenaufgang hatte leider mehr versprochen, als er dann gehalten hat.
Aus Trainingsgründen fahre ich ab jetzt öfter die Route des geplanten 24h-Rennens: Stumpf 17 Kilometer im Kreis. Ein bisschen wellig – und gleichzeitig ein ideales Kopf-Training für Schweden.
In der ersten Runde wollte mein Puls nicht runter. In der zweiten Runde kam meine Radfreundin dazu, aber ich merkte auch bei ihr schnell: It’s not her day today. Natürlich habe ich sie erst mal nach Hause gebracht – ich bin ja Gentleman und bei uns gilt: We start together, we finish together.
Als ich sie abgeliefert hatte, standen 02:20 h auf der Uhr und eigentlich hörte ich schon das leise Säuseln meiner Badewanne: "Hier ist es warm und wohlig, die Couch wartet schon für einen Nap..."
Dann musste ich an deinen "Haltungssatz" denken. Darauf folgte ein kurzer Systemcheck meinerseits mit dem Ergebnis: "Das Mimimi ist groß in Dir." Somit wurden die 3 Stunden dann heroisch noch alleine vollgemacht.
Aber zum Tag meiner Radfreundin: Es gibt halt Tage, da kann und muss man sich quälen ("Haltung zeigen"), aber es gibt auch Tage, da ist es einfach klüger, 30 Minuten früher unter die Dusche zu gehen. Die Kunst ist wohl, den Unterschied zu erkennen.

Ich werde sicher noch öfter an deine Ausführungen denken, danke dafür! Jetzt mal abwarten, was die Schulter zu der Kälte sagt...Körper hat es gut mitgemacht, Leistung konstant, hat aber dennoch ganz schön Körner gezogen.
 
Aber zum Tag meiner Radfreundin: Es gibt halt Tage, da kann und muss man sich quälen ("Haltung zeigen"), aber es gibt auch Tage, da ist es einfach klüger, 30 Minuten früher unter die Dusche zu gehen. Die Kunst ist wohl, den Unterschied zu erkennen.

Besonders wer regelmäßig fährt, sollte es genauso machen. Sonst sind auch die nächsten 1-2 Tage dahin, weil man dann erstmal damit zu kämpfen hat, dass man sich wieder erholen muss.
 
Besonders wer regelmäßig fährt, sollte es genauso machen. Sonst sind auch die nächsten 1-2 Tage dahin, weil man dann erstmal damit zu kämpfen hat, dass man sich wieder erholen muss.

Absolut. Genau das habe ich vorhin meiner PT geschrieben, als sie auf meine Tour reagierte. Ich meinte, ich hätte eigentlich mal wieder richtig Bock zu ballern, habe es mir aber bewusst verkniffen.

Wie sagt so der große Coach so schön:

Ballern heute macht Training morgen kaputt. Training morgen wichtig für große Ballern übermorgen. Hip Hinges, Step Downs und One Arm Rows sind Grundlage für heftiges und langes ballern.
Auftragen, polieren, Degger San.

Mr.Miyagi
 
Diese mathematischen Modelle die hier gerne diskutiert werden, haben wenig mit der Praxis zu tun; bei einem Bergzeitfahren oder einem kurzen Rennen kommen solche Ideen vielleicht noch hin - bei langen Sachen weniger.

Bei Marathons fahre ich regelmäßig mit Fahrern die locker 0,5w/kg an der Schwelle mehr haben als ich 🤷‍♀️

…und bei ganz langen Sachen kommt es noch viel mehr auf Pausendisziplin an.

Schwelle und w/kg ist wirklich nicht alles….
Ich versichere dir, auch bei längeren Strecken ändert sich die Physik nicht. ;)
Ich stimme dir zu das Schwelle und w/kg nicht alles sind. Den Zeitvorteil auf die Strecke kann man sich natürlich auch leicht ausrechnen (lassen) - wenn wir noch zu Ultra und nicht von Bikepacking schreiben. Je weiter nach vorne in der Platzierung desto dünner wird die Luft. Eine quasi Gaussverteilung in den Ergebnissen findest du bei kurzen Strecken genauso wie bei längeren.. Da ist dann der weiter vorne der alle Stellschrauben besser im Griff hat. Sinnvoll ist es nach Aufwand / Nutzen in Anbetracht der mehr oder weniger stark begrenzten Ressourcen zu optimieren (Zeit, Geld,...) oder gezielt die Punkte anzugehen die absehbar zu einem DNF führen.
 
Die Schwellenleistung ist eine integrale Abbildung der aeroben Leistung, sie bestimmt die "Grundschnelligkeit" - auch die auf einer Langstrecke. Wer nicht 25 km einigermaßen zügig fahren kann, wird das auch nicht über 250, 500 oder 750 km können. Die Höhe der FTP bestimmt, wie sehr man auf einer Langstrecke an eigenen Leistungsgrenze kratzt. In Studien zu Ultra-Läufen ist gut belegt, dass langsamere Teilnehmende viel dichter an ihrer physischen Dauerleistungsgrenze operieren müssen, um überhaupt im Zeitlimit ins Ziel zu kommen, als schnellere. Die Langsamen absolvieren ihren Wettbewerb also mit einer höheren relativen Intensität (!!!!) und fügen dabei tendenziell auch der Muskulatur mehr Schaden zu, was sich z.B., in erhöhten Kreatinkinase-Werten zeigt. Wer über lange Zeitdauern näher an seiner Dauerleistungsgrenze operieren muss, um eine Strecke zu bewältigen, wird in der Regel auch größere Schwierigkeiten haben, Disziplin bei der Einhaltung von Pausen zu halten - ganz einfach, weil die angehäufte Ermüdung sehr viel größer ist, als bei denen, die nicht so nah an ihrer Leistungsgrenze fahren. Eine hohe Schwellenleistung und eine damit verbundene höhere Grundschnelligkeit schaffen außerdem zeitliche Reserven, für die bei Langstrecken möglichen Imponderabilien.
Zusammenfassend kann man feststellen, dass die FTP natürlich nicht der Einzige, aber ein wesentlicher Erfolgsfaktor auch auf Langstrecken ist, der andere Faktoren maßgeblich mitbeeinflusst.
 
Vielen Dank für Eure Beiträge @pjotr und @Bretto

Ich denke, man kann Eure beiden Beiträge wunderbar mit den Punkten von @KaGro zusammenfassen. Ohne eine gewisse Grundfitness, die dem angestrebten Event dienlich ist, brauche ich gar nicht erst anzutreten.

Mir bringt aber auf der anderen Seite eine brutal erarbeitete FTP (die ich in relativ überschaubaren – wenn auch sehr anstrengenden und strukturierten Sessions aufs Papier bringe) gar nichts, wenn mir die Softskills fehlen, um überhaupt eine sehr lange Zeit im Sattel zu sitzen. Eine hohe FTP erzeugt keine mentale Resilienz und hilft mir auch nicht, wenn ich ermüdet bin, einfach keinen Bock mehr auf Gels habe, es mich gerade 24h von oben herab "vollgeregnet" hat oder ich mir den Hintern abfriere.

Da haben die Jungs und Mädels vom MdRzA-Thread meinen vollen Respekt, was es dort für harte Knochen gibt. Ich kann das gut nachvollziehen – es ist das erste Jahr, in dem ich MdRzA im Winter pausieren muss. Ich habe selbst so einige Tage gehabt, wo ich mich echt fragte: "Warum tue ich mir das eigentlich an?" ...und bin am nächsten Tag bei Sauwetter dennoch wieder auf den Hobel gestiegen.

Im Endeffekt ist es die ideale Mischung aus beidem. Wobei ich persönlich der mentalen Stabilität und einem extrem guten Mindset mehr Raum geben würde, als dem letzten Quäntchen FTP. Aber das ist meine Einstellung, darüber kann man vortrefflich streiten – oder es als Philosophie betrachten.

Im Grunde ist das Ziel, es langfristig anzugehen. Wenn ich mir Zeit gebe und Struktur an den Tag lege, wächst beides automatisch, wenn ich mich den Bedingungen stelle.

Ich für meinen Teil denke ja nun mal wirklich langfristig. Auch weil ich es muss. Vielleicht bin ich auch langsamer im Aufbau als ich es sein könnte (auf dem Papier), auf der anderen Seite habe ich auch meine klaren Gründe. Ich habe in der Tat ein RAG – oder ein RAG-ähnliches Ziel – im Auge. Ob das überhaupt realistisch ist, sage ich euch im Jahreswechsel 2026 / 2027.

Erstmal habe ich meine Meilensteine im Blick, die müssen absolviert werden. Daraus lerne ich, und dann gehts weiter.
 
Ich denke, man kann Eure beiden Beiträge wunderbar mit den Punkten von @KaGro zusammenfassen. Ohne eine gewisse Grundfitness, die dem angestrebten Event dienlich ist, brauche ich gar nicht erst anzutreten.

Nur das @KaGro auf was ganz anderes hinauswollte: Ihr ist natürlich auch klar, dass jemand mit 5W/kg immer schneller sein wird, also jemand, der bei 3W/kg liegt. Es ging eher darum, dass sie schon öfter bemerkt hat, dass sie am Ende gegenüber denjenigen stärker war, die um die 0,5W/kg auf dem Papier stärker sind als sie.
 
@
Ich versichere dir, auch bei längeren Strecken ändert sich die Physik nicht. ;)
Selbstverständlich ändert sich die Physik nicht.

Auch offensichtlich: derjenige mit höherer FTP demjenigen mit niedriger FTP im Vorteil - je weniger die Außenumstände mit hineinspielen desto besser trifft dieser Satz zu; Beispiel TTs. Je länger der Wettkampf wird, desto mehr Außenfaktoren spielen mit rein - ich bestreite nicht das offensichtliche das eine höhere Grundgeschwindigkeit ein Vorteil ist.

Hier aber der konkrete Kontext des Thread Erstellers:

Hier schreibt ein Radanfänger mit ~78kg und ~14% KFA (eigene Angaben), der durch eine frühere Übergewichtsphase emotional stark auf dei Waage reaguert. Sollte er die 4kg wie in @Bretto Rechenbeispiel abnehmen, wäre er rechnerisch bei einem KFA ~10%.
In dieser Abnehmphase ist es sehr unwahrscheinlich, dass er parallel Leistungszuwächse erzielt - fraglich ob er seine aktuelle Schwelle überhaupt halten kann. Dazu kommen potenzielle hormonelle, regenerative und psychische Effekte, die man gerade bei Einsteigern nicht unterschätzen sollte.

An diesem Punkt ist eine Modellrechnung, wieviel schneller er leichter wäre nicht weiter - für nicht holfreich - ehrlich gesagt sogar für kontraproduktiv.

Der Themenersteller hat mehrfach erklärt, dass er aktuell in seinem Training limitiert ist, macht es Sinn einen anderen Fokus zu setzen:mentale Resilienz, Kontinuität und Trainingstoleranz; anstatt zusätzlichen Druck über Gewicht und w/kg aufzubauen.
 
Hier schreibt ein Radanfänger mit ~78kg und ~14% KFA (eigene Angaben), der durch eine frühere Übergewichtsphase emotional stark auf dei Waage reaguert. Sollte er die 4kg wie in @Bretto Rechenbeispiel abnehmen, wäre er rechnerisch bei einem KFA ~10%.

Wenn wir mal ganz nüchtern und realistisch draufschauen: Drei Kilo werfe ich locker in 14 Tagen ab. Kreatin absetzen, Krafttraining auf Erhaltung reduzieren, Mageninhalt leeren und gucken, dass das Salz vom Griechen vorgestern nicht noch Wasser bindet... zack, Zahl stimmt. Die Tendenz geht weiter nach oben aber....will ich mir da wirklich eine Rübe drüber machen?

Ich habe die Tage ein wenig nachgedacht – deswegen schreibe ich ja hier, für frische Impulse von außen.

Fazit: Ich pfeif jetzt echt auf die Waage bzw. behalte einfach nur einen gesunden, kontrollierenden Blick darauf. Wenn ich mir anschaue, was ich für ein Glück hatte – aber auch mit welcher Stringenz und Disziplin ich diese Körperrekomposition hingelegt habe... da wäre ich ja schön bescheuert, von einem 'Extrem' ins nächste zu gehen.
Ich scheine genetisch ein guter Responder auf meine Bemühungen zu sein. Dann fahre ich im Endeffekt lieber langsamer den Berg rauf und biete dem Wind mehr Angriffsfläche – bin dafür aber konstitutionell robust aufgestellt.
Dann bin ich halt ein etwas größerer Brocken auf dem Rad. Ich komme vielleicht nicht als Erster ins Ziel, aber dafür vertrage ich meine Sperenzien hoffentlich gut. Und damit meine ich explizit das Training, das jetzt sukzessive nach oben geschraubt wird. Da brauche ich jedes Gramm Substanz und jedes Kohlenhydrat.

Womit ich in der Tat (und das habe ich an anderer Stelle angedeutet) ein echtes Problem habe, ist, wirklich genug zu essen. Da wird der 'Luxus', alles essen zu dürfen - nur keinen Schrott, plötzlich zur Arbeit, weil ich oft schlicht nicht so viel Hunger habe. Aber an intensiven Tagen tue ich mich echt schwer, meinen Kcal-Bedarf sauber zu decken und schaffe das oft nicht. Besonders kämpfe ich mit den Proteinen: ca. 160 Gramm pro Tag sind für mein Empfinden echt eine Ansage und das artet teilweise richtig in Arbeit aus.

Es gibt bestimmt Leute, die tun sich da leichter oder denken nicht so viel darüber nach. Aber das mag ich nicht schleifen lassen, denn meine körperliche Grundkonstitution basiert ja genau auf dieser Disziplin.

mentale Resilienz, Kontinuität und Trainingstoleranz

Absolut wichtige Themen. Wo ich mich da gerade selbst am meisten disziplinieren muss, ist das Thema De-Load.

Damit tue ich mich unheimlich schwer. Ich weiß zwar rational, dass diese Phasen für meinen Fortschritt absolut essenziell sind. Aber emotional ist es echt eine Hürde, am Wochenanfang zu wissen: "Okay, diese Woche wird und darf trainingsmäßig nicht viel passieren.

Das ist für mich gar nicht so einfach, weil mir dann genau die Struktur fehlt, die ich in den Trainingswochen so sehr mag. Da muss ich fast mehr Willenskraft aufbringen als mich stumpf auf die doofe Rolle zu setzen.

Tja, irgendwas ist immer ;) Und das alles, für ein bisschen Radfahren.
 
Absolut wichtige Themen. Wo ich mich da gerade selbst am meisten disziplinieren muss, ist das Thema De-Load.

Damit tue ich mich unheimlich schwer. Ich weiß zwar rational, dass diese Phasen für meinen Fortschritt absolut essenziell sind. Aber emotional ist es echt eine Hürde, am Wochenanfang zu wissen: "Okay, diese Woche wird und darf trainingsmäßig nicht viel passieren.

Das ist für mich gar nicht so einfach, weil mir dann genau die Struktur fehlt, die ich in den Trainingswochen so sehr mag. Da muss ich fast mehr Willenskraft aufbringen als mich stumpf auf die doofe Rolle zu setzen.

Tja, irgendwas ist immer ;) Und das alles, für ein bisschen Radfahren.
Deload heißt ja nicht nix tun, sondern eben nur weniger bzw. mit geringer Intensität.
Weniger Krafttraining kann mehr Yoga bedeuten.
Weniger intensiv Ausdauer, kann spazieren/wandern mit lieben Menschen bedeuten und schon hast Du wieder Struktur und trotzdem einen Deload und als Bonus eine gute Zeit gehabt - was den Kopf stärkt.
 
Deload heißt ja nicht nix tun, sondern eben nur weniger bzw. mit geringer Intensität.
Weniger Krafttraining kann mehr Yoga bedeuten.
Weniger intensiv Ausdauer, kann spazieren/wandern mit lieben Menschen bedeuten und schon hast Du wieder Struktur und trotzdem einen Deload und als Bonus eine gute Zeit gehabt - was den Kopf stärkt.

Noch mehr Yoga? Uff... ich bin doch schon längst ein Gummi-Mensch ;)

Wie beschreibe ich das am besten... es ist aktuell eher so ein Gefühl von innerem Druck, der sich aufbaut, aber kein Ventil findet. Die letzten Monate waren geprägt von starker Disziplin, Selbstkontrolle und Beherrschung. Das war auch nötig. Aber ich merke, dass ich genau davon (diesem ständigen "sich Zusammenreißen") aktuell echt die Nase voll habe. Deswegen fällt mir noch mehr "Ruhe" oder "sanfte Bewegung" gerade so schwer.

Das ist einfach ein mentales Ding. Ich weiß rational zu 100%, dass der Deload wichtig und richtig ist – aber geil finden muss ich ihn deswegen ja noch lange nicht. Vermutlich ist es diese Ambivalenz. Oder es liegt einfach daran, dass ich so langsam die Schnauze gestrichen voll habe vom Winter ;)

Ich denke, ich brauche mittelfristig ein paar neue Reize irgendwie.
 
Hier mal wieder reingelesen, obwohl der Threadtitel eigentlich nicht wirklich mein "Spezialgebiet" ist. Bin allerdings überrascht bis leicht schockiert, wie hoch hier die Dichte mentaler bis (beginnender) psychischer Probleme ist, und zwar gefühlt ziemlich "hausgemacht". Sorry, aber mancher reitet sich hier mental in Sachen rein, für die dieser schöne Sport einfach viel zu Schade ist. Ich glaube, für viele ist es angesagt, mal ein wenig Strava-/Digital-/Waagen-Detox zu machen, und die Freude am Radeln/Sport zurückzugewinnen. Das finden, was einen selbst motiviert, und nicht, was andere beeindruckt. Ich erfreue mich auch selbst an meinen eigenen Watt, aber hatte nie den Antrieb, 5 Watt/Kg zu erreichen, nur um mich dann über die zu ärgern, die 5,5 haben. Auch beschissenstes Wetter bei Sturm und Regen kann man sich im Kopf drehen, von "Ich arme Sau muss jetzt trainieren" zu "ich harter Hund trainiere jetzt!" (inklusive extra abwarten, dass es anfängt zu schütten). Soviel weiß ich noch aus meinen Allwetter-Zeiten, bevor ich entspannter Rollen-Überwinterer wurde.
 
Moin,
also ich lese dein Thread fleißig mit und macht mir dazu so meine Gedanken. Ein bisschen geht es bestimmt allen so wie dir, aber ich habe immer mehr das Gefühl, dass du dich zu sehr unter Druck setzt.
Irgendwie wirkst du gedanklich nicht "frei". Weißt du was ich meine?

Ich stelle mir gerade vor, wenn dir wirklich im Frühjahr/Sommer mal Rückschläge passieren (Drücke dir fest die Daumen, dass diese nicht passieren!!!), ob du da wieder rauskommst bzw. es dich zu sehr runterziehst und sofort alles in Frage stellst... Oder, wenn es mal bei deinen Vorhaben/Rennen nicht so wie gewünscht läuft!?

Bei deinen Vorhaben ist der Kopf ein großer Schlüssel zum Erfolg. Da kann Material/Körper noch so gut in Schuss sein... Was aber passiert, wenn du an Tag A mal einen Platten hast, der nicht so möchte und du 30/40min verlierst, steigst du denn wieder aufs Rad und fährst weiter? Irgendwie sehe ich das gerade nicht so bei dir... Ist wirklich nicht böse gemeint, aber mein Eindruck im Moment.
 
Auch beschissenstes Wetter bei Sturm und Regen kann man sich im Kopf drehen, von "Ich arme Sau muss jetzt trainieren" zu "ich harter Hund trainiere jetzt!" (inklusive extra abwarten, dass es anfängt zu schütten). Soviel weiß ich noch aus meinen Allwetter-Zeiten, bevor ich entspannter Rollen-Überwinterer wurde.

ja ja red es dir nur ein - du hättest dich "mental" weiterentwickelt - Mr "ich-geb-es-mir-jede-Einheit" 🤣

Natürlich hast du vollkommen recht ❤️
Das Hobby soll das Leben bereichern und in erster Linie Spass machen 🥰
 
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