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Grunellis Garage: Rahmenbau und andere Basteleien

2. Dellen ausfeilen und Blech drauflöten

Ich werde 2. mal ausprobieren, wobei ich recht schnell merken dürfte, ob die Strebe dadurch wieder steifer wird und sehe dann auch mal wie das so optisch wirkt.
Warum nicht gleich ein durchgehendes Blech einlöten, das also um den Reifen herumgeht?
Das kann dann gleich für die Schutzblechbefestigung verwendet werden und du sparst dir den Steg hinterm Tretlager.
 

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Re: Grunellis Garage: Rahmenbau und andere Basteleien
Oder nochmal anders, dafür aber einfacher:
In der Mitte jeder Delle ist doch eine deutlich tiefere "Kerbe", oder? Die bringt ja keine zusätzliche Reifenfreiheit mehr.

Warum nicht einfach die kompletten Dellen mit jeweils einem Blech "überlöten", ohne dort was wegzufeilen?
Die Bleche brauchen natürlich Löcher, um das Flusmittel darunter rauszukriegen, aber das Ergebnis sollte beinahe unsichtbar und nicht weniger stabil werden, wie Rickerts untenliegende Bleche.
 
Mein Kuwahra G Pacer, bei dem ich die Kettenstreben ausgetauscht habe, habe ich ebenfalls super tief eingedellt (sogar tiefer als in diesem Projekt) und ich merkte keine Verschlechterung der Steifigkeit hinten.
Das Ding ist nun fast 1 Jahr im Dauereinsatz und macht bisher null Probleme, werde es aber natürlich gründlich beobachten.
Es geht nicht um die erfahrene oder gefühlte Steifigkeit im Fahrbetrieb. Ein üblicher Hinterbau ist so steif, daß man schon hochgelegte Kettenstreben oder gefederte Hinterbauten benötigt, um da fühlbar einen Steifigkeitsmangel zu erzeugen.
Es geht um die Lebensdauer des Rahmens. Materialspannungen durch Lasten entstehen durch elastische Verformungen. Erzeugt man nun eine weniger steife Stelle, entstehen dort schlicht höhere Spannungen im Fahrbetrieb.
Möglicherweise entstehen durch die neue Geometrie auch Steifigkeitssprünge, die zu Spannungsspitzen im Belastungsfall führen.
Hinzu kommen an solche einer gedrückten Stelle noch Eigenspannungen im Material. Die können für die Lebensdauer vorteilhaft oder nachteilhaft sein, in der Regel sind sie nachteilhaft.

Ich würde entweder gar nichts machen oder ala Rickert Bleche drunter löten, das kostet praktisch nichts, verbessert die Situation ohne Reifenfreiheit zu kosten und reduziert durch die moderate Erwärmung eventuell ein paar Eigenspannungen.
 
Warum nicht einfach die kompletten Dellen mit jeweils einem Blech "überlöten", ohne dort was wegzufeilen?
Genau das sollte ja die 2. Variante sein.
Also keine Dellen, sondern Ausschnitte, dann Blech drauf.
Weil aber nun mal schon Dellen in den Streben sind, sollen diese halt erstmal geöffnet (ausgefeilt) werden.
So hab ich das verstanden.
 
Ist das nicht der Clou? ;)
Nein, nicht wirklich. Durch das Ausschneiden der Dellen kommt weniger Spannung ins Rohr und gleichzeitig kann mehr Platz geschafft werden für Reifen und Kettenblatt.
Man muss ja nicht das Rohr direkt mit dem Tretlager verbinden, sondern kann auch ein speziell geformtes Teil einlöten.

Bsp. Cadence:
concours-cadence-cycles-15.jpg


Bsp. Pelletan:
P1070071.JPG
 
Mal ganz anders gedacht:
Seit einigen Jahren ist es bei Gravelbikes ja hip, die Kettenstrebe(n) direkt hinter dem Tretlager erstmal ein Stück nach unten zeigen zu lassen und dann wieder hochzubiegen, um die Stelle mit dem Reifendurchlass etwas weiter nach hinten und auch weiter weg vom Kettenblatt zu bekommen.
Wilde Biegekunstwerke sind solche Streben natürlich trotzdem noch, und meistens sind sie sowieso nicht mehr aus Metall.

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Was würde denn dagegen sprechen, ans Tretlagergehäuse ein verlängertes Stück Unterrohr zu löten, das erst unter/hinter dem Kettenblatt die Kettenstreben abgelötet bekommt?
Je dicker und stabiler Gehäuse und Rohrstück sind, z.B. ein 38er oder 44er Rohrstück am T47-Gehäuse, desto besser sollte das funktionieren und man muss sich zumindest um die Freigängigkeit des Kettenblatts neben dem Hinterrad weniger Gedanken machen. Das Hinterrad selbst landet dadurch auch erst "weiter hinten" zwischen den Streben, wo sie schon weiter auseinander sind.

Seven macht das mit der Kettenstrebe so, aber es spricht wohl auch nichts dagegen, mit einem entsprechend dickeren Rohrstück beide Seiten so zu bauen. Oder?

chopped-chainstay-horizontal.jpg


chopped-chainstays-long.jpg
 
Seven macht das mit der Kettenstrebe so, aber es spricht wohl auch nichts dagegen, mit einem entsprechend dickeren Rohrstück beide Seiten so zu bauen. Oder?
Dicker = schwerer.
Die gewellte Kettenstrebe wird die Belastungen vom Fahrer und den Unebenheiten gut wegstecken, aber nicht so sehr die Zug- und Druckbelastungen vom Bremsen und Beschleunigen ( letzteres wird nicht so sehr ins Gewicht fallen). Ein Teil dieser Kräfte wird dann erst mal von der Verformung der Unterstreben aufgefressen.
Die gerade Unterstrebe steckt Zug- und Druck viel besser weg.
 
Warum willst Du beide Seiten so bauen?
Der Kniff wird ja nur gemacht, weil man dicke Reifen UND eine schmale Kettenlienie haben will. Dieses Problem existiert primär rechts, weil da das Kettenblatt noch zusätzlich genau an der Engstelle herläuft.

Mein erster Schritt wäre über ein T47 TL nachzudenken. Da ist das Lager innen, also die Hülse breiter und die Kettenstreben dürfen schonmal weiter auseinander. Ich meine @basik bastelt an sowas auch gerade rum. Bis 40/42mm käme man dann m.E. schon ohne Tricks.

Bombtrack hat an der Stelle mehr oder minder ein Stück Flachstahl und geht dann mit normalen Rohren weiter.
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Sicher nicht die leichteste Lösung, aber recht einfach zu machen und rel. unauffällig. Da gehen bei mir 2.1" rein und auch 48mm mit Honjo H80 Blechen.
 
Und wenn man die Wellen weglässt?
Die angestückelten Streben dürften doch auch gerade sein, ich kenne nur kein anderes Beispiel, als das gezeigte.
Man muss nur darauf achten, dass die Kette auf jedem Ritzel und Kettenblatt noch an der Strebe vorbeipasst.
Geschätzte 70 g Mehrgewicht sollten bei einem Stahlrahmen für ein Reiserad nicht so wirklich stören.
 
Die Scheibenbremse hat auch viel verändert bei der Belastung des Hinterbaus und der Gabel.
War es bei der Felgenbremse die Kettenstrebe die verstärkt wurde um direkteren Vortrieb zu geben, so wird es mit der Scheibenbremse die andere Unterstrebe sein die kräftiger ausgeführt werden sollte.
 
Und einen Tod muß man sterben. Mit dünnen Reifen kann man den Spannungsverlauf der Unterstreben homogen gestalten mit wenigen Spannungsspitzen und das ganze leicht & haltbar bauen.
So eine Verformung oder eingesetzte Vollmaterialien und die Fügestellen stören den Spannungsverlauf.
Große Hersteller können das natürlich per Test auch entsprechend gleichmäßig aufeinander abstimmen...
Aber die konische Form der Unterstreben von klassischen Stahlrahmen zielt schon darauf ab den Spannungsverlauf möglichst homogen zu gestalten trotz der sich veränderenden Belastungen durch die Änderung der Hebelverhältnisse.
Hartlöten belastet das Material auch nicht unerheblich, denn von der Biegebelastung her müßten die Rohre mitten- statt endenverstärkt sein.
Damit will ich die kreativen Lösungen nicht abwürgen und mich dafür aussprechen alles so wie immer zu machen.
Viel mehr geht es mir darum die Punkte nicht aus den Augen zu verlieren und daran gemessen erscheinen mir manche ungewöhnliche Rahmenformen mehr dem Marketing denn der Praxis geschuldet.
 
Mal ganz anders gedacht:
Seit einigen Jahren ist es bei Gravelbikes ja hip, die Kettenstrebe(n) direkt hinter dem Tretlager erstmal ein Stück nach unten zeigen zu lassen und dann wieder hochzubiegen, um die Stelle mit dem Reifendurchlass etwas weiter nach hinten und auch weiter weg vom Kettenblatt zu bekommen.
Das ist keine neue Idee. In den 90ern hat man das schon bei Schwinn und Univega gesehen.
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Was würde denn dagegen sprechen, ans Tretlagergehäuse ein verlängertes Stück Unterrohr zu löten, das erst unter/hinter dem Kettenblatt die Kettenstreben abgelötet bekommt?
Je dicker und stabiler Gehäuse und Rohrstück sind, z.B. ein 38er oder 44er Rohrstück am T47-Gehäuse, desto besser sollte das funktionieren und man muss sich zumindest um die Freigängigkeit des Kettenblatts neben dem Hinterrad weniger Gedanken machen. Das Hinterrad selbst landet dadurch auch erst "weiter hinten" zwischen den Streben, wo sie schon weiter auseinander sind.
Das habe ich zufällig auf der Bildersuche nach dem Einlötblech gefunden: bei Cyfac (CdM 2019).
1767781878506.png


Hier war wahrscheinlich das Ziel, den Radstand zu verlängern, mit handelsüblichen Kettenstreben, die sonst zu kurz wären. Hier wurde auch noch ein kleiner Gepäckraum im Zwischenraum untergebracht.
Eine Verlängerung des Unterrohres nach unten gäbe den Effekt wie weiter oben, mit gebogenen Streben, was nicht nur mehr Reifenfreiheit bei geringem Q-Faktor verspricht, sondern auch mehr Kettenfreiheit.
 
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