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Meine Ambition: Langstrecke

Da kommt sicherlich einiges zusammen, auch was du aufgezählt hast. Ob die App "Müll" ist... also tendenziell hat sie einen ziemlich guten Ruf und nutzt ja ähnliche Algorithmen wie teure Systeme. Ich probiere das einfach mal aus, die 28 Euro bringen mich nicht um.

Was natürlich fakt ist: Das Rad ist komplett neu. Dazu kommt, du hast recht, eine neue Kurbel, allerdings etwas kürzer als vorher (170mm statt 172,5mm). Rein physikalisch müsste der Sattel dadurch ja sogar eher höher, um die gleiche Beinstreckung zu erreichen (da das Pedal unten höher steht). Dass die App mir trotzdem sagt "deutlich runter", wiegt also umso schwerer. Das jetzige Rad ist maximal auf Komfort ausgesucht – im Grunde ist es nahezu die exakte Geometrie eines Canyon Endurace CF SLX. Die Grundkonfiguration passt auf jeden Fall, da bin ich sehr happy.

Aber jetzt kommt der entscheidende Punkt, der mir gerade erst klar wird: Ich habe wirkliche Dysbalancen, das ist einfach so. Und das merke ich speziell links. Da habe ich Themen in der Hüfte, das sehen wir bei speziellen Übungen (Hip Hinges, Step-Downs) ganz deutlich. Daran arbeiten wir ja auch. Das ist im Alltag nichts Wildes, aber bei stundenlanger Belastung eben doch relevant.

Das professionelle Fitting damals wurde aber nur rechts als Referenz genommen. Im Rückblick wurden meine Dysbalancen links gar nicht beachtet oder abgefragt. Für den Test gestern habe ich aber bewusst die linke Seite filmen lassen.

Es ist also nur logisch, dass die App hier zu einem anderen Ergebnis kommt. Wenn ich links instabiler bin oder "kürzer" trete, war die Einstellung für rechts vermutlich Gift für die linke Seite. Spannend, so langsam scheint sich alles aufzulösen bzw. die Indizienkette schließt sich, wo meine Probleme herkommen könnten. Wieder ein Schritt nach vorne. ;)
 

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Re: Meine Ambition: Langstrecke
Wenn ich links instabiler bin oder "kürzer" trete, war die Einstellung für rechts vermutlich Gift für die linke Seite.
Dann wirst Du um Spacer am Cleat oder Einlegesohlen nach Maß ggf. nicht herumkommen. Ich habe dasselbe Problem, komme aber noch klar, habe aber einen Termin beim Elsenbach in Köln im Hinterkopf.
 
Dann wirst Du um Spacer am Cleat oder Einlegesohlen nach Maß ggf. nicht herumkommen. Ich habe dasselbe Problem, komme aber noch klar, habe aber einen Termin beim Elsenbach in Köln im Hinterkopf.

Dann ist das so. Wenn es mich weiterbringt, perfekt.
 
Mein neues Endurance-Rad ist jetzt auch auf der Rolle eingespannt. Ich habe eine passende Steckachse gefunden, weshalb das App-Fitting überhaupt erst möglich war. Vorher stand dort nur mein älteres Müsing-Rennrad auf einer simplen Rolle.

Zwei positive Dinge: Meine Schulter hat sich von dem harten Reiz erholt. Ich habe vorgestern und gestern in Summe 3,5 Stunden auf dem Rad gesessen, komplett ohne Nachwirkungen. Das heißt für mich, dass das Rad tendenziell passt und es sich gut fährt. Ich gehe weiter vor wie geplant mit zwei bis drei Radeinheiten sowie zweimal Krafttraining pro Woche. Ab Mitte Februar ziehe ich das Volumen langsam hoch und beginne mit der Intervallarbeit.

Zur Volumensteigerung kommt endlich wieder das Pendeln dazu. Die Fahrt zur Arbeit ist für mich geschenkte Zeit draußen und das Wetter ist mir dabei egal. Die Strecke beträgt 15 Kilometer pro Weg. Nahezu der ganze Teil kann komplett durchgefahren werden, da ich nur eine Ampel auf der Strecke habe und ansonsten durch Wald, Wiesen und wenig bewohntes Gebiet fahre.

Die Rückfahrten werde ich zur Volumensteigerung nutzen. Nach Feierabend hänge ich nach und nach eine Schleife dran, um auf ca. 2 Stunden zu kommen, und bin trotzdem pünktlich zum Abendbrot zu Hause. Das Schöne ist: Ich kann exakt die Strecke des 24h-Rennens abfahren. Da dort auch ein paar Hügel sind, die der Vätternrundan nicht ganz unähnlich sind, gewöhne ich mich direkt an diesen Reiz.

Das Ganze ist als kontinuierlicher Aufbau bis in den Mai geplant. Da am 12. Juni die Vätternrundan ansteht, werde ich ab ca. dem 15. Mai noch einen oder zwei Longrides über 200 Kilometer fahren, um dann gezielt das Volumen zu reduzieren und frisch an der Startlinie zu stehen.

In einer späteren Ausbaustufe plane ich, auch morgens früher loszufahren, um die Anfahrt zu verlängern – einmal wieder im Kreis um die Strecke des 24h-Rennens, bevor es zur Arbeit geht. Meine Mobility-Session verlagere ich dann von zu Hause direkt in die Firma vor Arbeitsbeginn. Ich stehe ohnehin morgens um 5 Uhr auf und nutze die Zeit lieber zum Fahren. Das Zielbild sieht so aus, dass ich an den Pendel-Tagen verteilt ca. 3 Stunden im Sattel sitze. Dazu kommt am Wochenende ein Longride mit sich steigernder Länge und unter der Woche einmal Erhaltungskraft. Harte Intervalle lege ich entweder in die Rückfahrt oder fahre direkt nach Hause auf die Rolle, um sie dort sauber abzufahren.

Ostern ist geplant, eine Freundin auf dem Rad von Hannover bis nach Hvide Sande zu begleiten. Falls das zeitlich nicht klappt, ist der Plan B ein dreitägiges Trainingslager im Harz. Angedacht sind dort dreimal 100 Kilometer mit ordentlich Höhenmetern. Die An- und Abfahrt in den Harz erfolgt möglicherweise ebenfalls mit dem Rad, was ab dem Norden von Hannover direkt ein ordentlicher Longride ist.

Das ist die Roadmap. Vorausgesetzt, die Struktur hält und die Fitness zieht mit.

Da ich weiß, dass ich die 200 Kilometer letztes Jahr mit deutlich weniger Struktur geknackt habe und noch gut Puffer hatte, würde es mich schwer wundern, die Vätternrundan nicht flott und mit Genuss abzufahren. Und was die Woche danach mit den 24h passiert... who knows.

Und dann... wäre erst mal Pause. Und das erst Mitte Juni. Mitten in der Saison bzw. wenn die Saison eigentlich erst angefangen hat. Aber wenn alles klappt, dann wird's eine nette Zeit. Die Urlaubsplanung mit der Familie geht für die Sommerferien in Richtung Alpen. Dann wäre eigentlich mein erster Pass fällig – man wird ja träumen dürfen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Ganze ist als kontinuierlicher Aufbau bis in den Mai geplant. Da am 12. Juni die Vätternrundan ansteht, werde ich ab ca. dem 15. Mai noch einen oder zwei Longrides über 200 Kilometer fahren, um dann gezielt das Volumen zu reduzieren und frisch an der Startlinie zu stehen.
Gut gemeinter Hinweis: Das ist (etwas) zu spät. Ich würde vom 04.-17.05. die höchsten Volumen fahren. Aerobe Ausdauerreize benötigen ein wenig bis sie verarbeitet sind, halten sich aber auch relativ lange. Das würde ich in den letzten Wochen vor dem Event nicht erst "anfangen".
 
Gut gemeinter Hinweis: Das ist (etwas) zu spät. Ich würde vom 04.-17.05. die höchsten Volumen fahren. Aerobe Ausdauerreize benötigen ein wenig bis sie verarbeitet sind, halten sich aber auch relativ lange. Das würde ich in den letzten Wochen vor dem Event nicht erst "anfangen".

Danke für den Tipp, nehme ich gerne an!
 
Ich würde gerne eine Diskussion anstoßen über ein Thema, das mich gerade beschäftigt: Die "Angst" vor der Waage trotz besseren Wissens. "Angst" habe ich bewusst in Anführungszeichen gesetzt.

Ich lese öfters, dass selbst im Winter-Aufbau Kaloriendefizite gefahren werden. Bei mir ist gerade das Gegenteil der Fall: Seit August habe ich 4,3 kg "zugenommen" (von ca. 75 auf 79 kg). Da ich früher übergewichtig war, triggert mich diese Zahl in gewisser Weise, obwohl ich weiß, dass es irrational ist.

Die objektive Realität ist eine andere: Mein KFA ist stabil, Tendenz eher sinkend. Was die Waage da anzeigt, ist keine Verfettung, sondern eine "Verdichtung". Es ist funktionale Masse, die ich mir durch Krafttraining erarbeitet habe – ein eigentlich gewünschter Effekt, der dennoch im Hinblick auf den Radsport oft negativ bewertet wird. Als Bodybuilder würde ich mich freuen, als Läufer oder Radsportler gilt aber meist das Dogma: Jedes Gramm weniger hilft. Das Leistungsgewicht wird zum heiligen Gral – eine Zahl, die man ja durchaus auch simpel durch eine Diät nach oben drücken kann (oft aber auf Kosten der Substanz).

In meinen Recherchen zum Thema kam heraus, dass ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch mein künftiges Training so oder so an Gewicht verlieren werde. Gleichzeitig behalte ich aber einen gesunden hormonellen Status und meine Regenerationsfähigkeit bei, wenn es demnächst deutlich intensiver wird. Die 74 Kilo vom Sommer – die mir übrigens auch optisch gefallen haben – würde ich nur wieder erreichen, wenn ich jetzt das verliere, von dem ich hoffe, dass es mich künftig schützt (Muskulatur/Substanz).

Wie geht ihr damit um? Traut ihr euch im Winter, bewusst schwerer zu werden? Oder siegt am Ende doch der Wunsch nach der "idealen" Kletterfigur und dem perfekten Leistungsgewicht? Wo zieht ihr die Grenze zwischen "Leistungsoptimierung" und vielleicht auch ungesundem Verhalten? Der Grat, finde ich, kann manchmal für manche sehr schmal sein.
 
Seit August habe ich 4,3 kg "zugenommen" (von ca. 75 auf 79 kg). Da ich früher übergewichtig war, triggert mich diese Zahl in gewisser Weise, obwohl ich weiß, dass es irrational ist.
Was ist denn mehr geworden? Muskulatur? Wassereinlagerungen? Fettgewebe?
 
Kommt auf die Zielsetzung an - und auf den individuellen Athleten an =)

Ich trage zuviele Kilos mit mir herum, um ernsthaft kompetativ unterwegs zu sein (außerdem bin ich zu alt -aber das kann ich nicht ändern) - daher nutze ich den Beginn der Off-Season (Oktober/November) zum abnehmen, danach fahre ich keine bewussten Defizite mehr - meistens verliere ich im Frühling trotzdem nochmal ~2kg.

Die meisten Rennfahrer ohne "Gewichtsprobleme" nehmen im Winter etwas zu. Das jemand gezielt "bulked" habe ich noch nicht gehört - viel mehr, dass man im Winter dem Krafttraining mehr Zeit schenkt und man dadurch im Winter "muskulöser"* ist, als im Sommer - bzw dann von der Muskelmasse "zehrt".

Für sehr lange Sachen, ist das Gewicht sowieso nicht so kritisch - da spielen mentale Faktoren wesentlich stärker rein, als reine w/kg. Ich habe den Eindruck, das Fahrer am unteren Rand des Gewichtslimit anfällig gegenüber Kält/Witterung werden - ist glaube ich für diese Art des Radsports nicht erstrebenswert.

*wobei auch dieser Muskelaufbau bei Radsportlern idR optisch nicht sichtbar ist.
 
Was ist denn mehr geworden? Muskulatur? Wassereinlagerungen? Fettgewebe?

Die kurze Antwort: Funktionale Masse und Wasser. Da mein KFA stabil geblieben ist, ist es tatsächlich fast "alles außer Fett".

Ich weiß natürlich, dass der Wert auf der Waage immer "brutto" zu sehen ist. Magen-/Darminhalt, intrazelluläres Wasser und gefüllte Glykogenspeicher, die ja wiederum Wasser binden, sorgen bei mir gerne mal für Schwankungen von bis zu zwei Kilo. Aber wenn man diese täglichen Schwankungen rausrechnet, bleibt der langfristige Trend der letzten Monate eben eindeutig: Es geht stetig nach oben.

Und genau dieser Konflikt – zu wissen, dass es "gute" Masse ist, aber trotzdem mit der höheren Zahl zu hadern – hat mich zu der Fragestellung hier gebracht.

Kommt auf die Zielsetzung an - und auf den individuellen Athleten an =)

Ich trage zuviele Kilos mit mir herum, um ernsthaft kompetativ unterwegs zu sein (außerdem bin ich zu alt -aber das kann ich nicht ändern) - daher nutze ich den Beginn der Off-Season (Oktober/November) zum abnehmen, danach fahre ich keine bewussten Defizite mehr - meistens verliere ich im Frühling trotzdem nochmal ~2kg.

Die meisten Rennfahrer ohne "Gewichtsprobleme" nehmen im Winter etwas zu. Das jemand gezielt "bulked" habe ich noch nicht gehört - viel mehr, dass man im Winter dem Krafttraining mehr Zeit schenkt und man dadurch im Winter "muskulöser"* ist, als im Sommer - bzw dann von der Muskelmasse "zehrt".

Für sehr lange Sachen, ist das Gewicht sowieso nicht so kritisch - da spielen mentale Faktoren wesentlich stärker rein, als reine w/kg. Ich habe den Eindruck, das Fahrer am unteren Rand des Gewichtslimit anfällig gegenüber Kält/Witterung werden - ist glaube ich für diese Art des Radsports nicht erstrebenswert.

*wobei auch dieser Muskelaufbau bei Radsportlern idR optisch nicht sichtbar ist.


Vielen Dank für diesen sehr differenzierten Beitrag, da kann ich fast jeden Punkt unterschreiben.

Du triffst mit dem Thema "Kälte/Witterung" bei mir gerade voll ins Schwarze. Das ist für meine Saisonziele tatsächlich ein Schlüsselfaktor.
Auch deine Aussage zum "Bulking" finde ich gut. Es war bei mir auch kein geplantes "Mästen" wie im Bodybuilding, sondern eher das, was du beschreibst: Ich habe dem Krafttraining (und der Reha) extrem viel Raum gegeben, und mein Körper hat sich anscheinend die Substanz genommen, die er dafür brauchte. Dass man davon im Sommer zehrt, ist ein sehr schönes Bild.

Dass du dein Gewicht schon im Oktober/November managst und dann stabil bleibst, klingt nach einem sehr gesunden und stressfreien Weg für die eigentliche Trainingsphase. Danke für den Einblick!
 
Du hattest im Oktober mal geschrieben, dass den KFA bei 13% liegt.
Das wäre bei einer Körpergröße von 178cm und 79kg Körpergewicht doch ziemlich beeindruckend. Vor allem in Anbetracht des Alters.

Bin etwas verwundert, wie man sich darüber Gedanken macht. Da kommen 90% in der Altergruppe nicht mal durch regelmäßiges jahrelanges Krafttraining hin. :)
 
Ist es nicht bei den meisten Fahrer/innen so, dass im Winter etwas Gewicht raufgeht. Die Tatsache das einfach weniger gefahren wird als im Frühling/Sommer bzw. ich mich in den "warmen" Monaten anders ernähre, kommt auch noch dazu.

Früher hat mich das mit dem Gewicht auch gestört zur Winterzeit. Mittlerweile zucke ich mit den Schulter, weil ich weiß - dass im spätestens im Mai eh wieder weg.

Mach dir wegen den 4-5kg nicht soviel Kopf. Meiner Meinung sind die im März/April verschwunden, denn du deine Umfänge hochfährst/deine Vorhaben umsetzt, die du dir vornimmst.
 
Du hattest im Oktober mal geschrieben, dass den KFA bei 13% liegt.
Das wäre bei einer Körpergröße von 178cm und 79kg Körpergewicht doch ziemlich beeindruckend. Vor allem in Anbetracht des Alters.

Bin etwas verwundert, wie man sich darüber Gedanken macht. Da kommen 90% in der Altergruppe nicht mal durch regelmäßiges jahrelanges Krafttraining hin. :)

Die Größe muss ich leider revidieren... ich bin tatsächlich etwas 'eingegangen', wie eine ärztliche Messung neulich zeigte: Es sind nur noch 175 cm.

Aber der KFA kommt hin. Er pendelt laut Withings Body Scan und Omron BF511 irgendwo zwischen 13 und 14 %. Ich weiß natürlich, dass diese Bioimpedanz-Waagen nicht das Maß aller Dinge sind und gerne mal abweichen. Aber ich sehe ja den langfristigen Trend, und der Spiegel validiert die Daten.

Und was das 'Gedanken machen' angeht – da triffst du den Nagel auf den Kopf. Objektiv betrachtet müsste ich eine Flasche Sekt aufmachen (würde ich Alkohol trinken), weil ich gerade ein Problem beschreibe, von dem wahrscheinlich 90 % der Männer in meinem Alter träumen.

Ich hatte neulich genau dazu ein Gespräch. Mein Gegenüber meinte, es sei ein absolutes Luxusproblem, so viel essen zu 'dürfen', bedingt durch den hohen Umsatz. Dass Essen ab gewissen Umfängen aber auch Stress bedeuten kann, wollte er nicht wahrhaben. Aber ich gebe ehrlich zu: Mich stresst es manchmal. Oft ist mein Hunger nicht so groß wie mein Kalorienbedarf – und wenn ich dann noch sicherstellen will, dass das Protein stimmt... da wird das Essen manchmal schlicht zur Arbeit, auf die ich eigentlich keine Lust habe.

Zurück zum Gewicht: Ich weiß, dass ich eine respektable Körperrekomposition hingelegt habe. Und ich habe das gigantische Glück, dass meine Physiologie das in meinem Alter so mitmacht – ohne harte Diät, ohne Hunger, einfach durch smartes Management, abgesehen von den 1–2 Fehlern die ich ja angesprochen habe.

Aber der psychologische Knackpunkt ist eben: Ich war schon an meinem 'Wunschziel' - 74 kg. Und jetzt geht die Zahl wieder deutlich hoch 79 kg. Obwohl ich weiß, dass es 'gute Masse' ist, flüstert der Kopf: 'Junge, pass auf, du machst gerade eine Rolle rückwärts.' Das ist der irrationale Part, gegen den ich anargumentieren muss – obwohl ich es objektiv jedem anderen hier sofort erklären könnte.

Ich bin im gewissen Rahmen von Natur auch aus ein sehr kritischer Mensch mir gegenüber, und das sorgt dann für solche Gedankengänge.

Das ist möglicherweise der Gegenpol zu einer Zeit, wo man sich hatte gehen lassen. Da lag man auf der Couch, haute sich die Chips rein und die Currywurst beim Sport gucken, nun hat es sich in andere Richtung gedreht.

Und ich bin deswegen da auch sehr offen, weil ich weiss, dass es nicht nur mir so geht. Ich spiele damit hier nicht auf Foristen an, sondern im Allgemeinen.

Ist es nicht bei den meisten Fahrer/innen so, dass im Winter etwas Gewicht raufgeht. Die Tatsache das einfach weniger gefahren wird als im Frühling/Sommer bzw. ich mich in den "warmen" Monaten anders ernähre, kommt auch noch dazu.

Früher hat mich das mit dem Gewicht auch gestört zur Winterzeit. Mittlerweile zucke ich mit den Schulter, weil ich weiß - dass im spätestens im Mai eh wieder weg.

Mach dir wegen den 4-5kg nicht soviel Kopf. Meiner Meinung sind die im März/April verschwunden, denn du deine Umfänge hochfährst/deine Vorhaben umsetzt, die du dir vornimmst.

Da bin ich gespannt auf diese Erfahrung, vielen Dank!
 
Dass du dein Gewicht schon im Oktober/November managst und dann stabil bleibst, klingt nach einem sehr gesunden und stressfreien Weg für die eigentliche Trainingsphase. Danke für den Einblick!
So ist es der Idealfall. Denn: Es ist eine schlechte Idee in der Trainingshochphase noch aktiv (durch Nahrung bzw. fehlende Nahrung) Gewicht verlieren zu wollen.

Zum Thema KT/Wasser/Fett/Gewicht: Drogenfreie Bodybuilder benötigen Monate, wenn nicht Jahre um auch nur wenige kg Muskulatur aufzubauen. Der Effekt an Muskelzunahme durch KT wird häufig massiv überschätzt. Andersrum: Wenn man nicht über 1,90m groß ist, kann man auch mit 70kg ziemlich muskulös aussehen, wenn der KFA passt. (Wir Ausdauersportler haben für Muskelaufbau eher ein hormonelles Problem)
Andererseits: Du musst Dich nicht wegen 3-4kg Körpergewicht verrückt machen. In diesen Dimensionen hat das eigentlich nur im Hochleistungssport und bei langen / steilen Anstiegen einen signifikanten Effekt.
 
Ganz kurz zusammengefasst: KT und Ausdauertraining stehen sich aufgrund von hormonellen Reaktionen eher im Weg. Zwischen KT uns Ausdauertraining sollten daher (eigentlich) 24h liegen. Gleichzeitig sollte KT aber auch nicht direkt nach dem Ausdauertraining erfolgen. Das macht die Planung der ganzen Angelegenheit ziemlich komplex.
Man kann es sich auch aus Beobachtungen der Praxis erschließen: Von den Sprintern mal abgesehen findet man kaum (Ausnahmen bestätigen die Regel) (sehr) erfolgreiche Radsportlern, die einen athletischen Körper vorweisen können. Das hat u.a. damit zu tun (und viel weniger damit, dass die Muskeln eines definierten Körpers so unfassbar schwer wären).
 
Ganz kurz zusammengefasst: KT und Ausdauertraining stehen sich aufgrund von hormonellen Reaktionen eher im Weg. Zwischen KT uns Ausdauertraining sollten daher (eigentlich) 24h liegen. Gleichzeitig sollte KT aber auch nicht direkt nach dem Ausdauertraining erfolgen. Das macht die Planung der ganzen Angelegenheit ziemlich komplex.
Man kann es sich auch aus Beobachtungen der Praxis erschließen: Von den Sprintern mal abgesehen findet man kaum (Ausnahmen bestätigen die Regel) (sehr) erfolgreiche Radsportlern, die einen athletischen Körper vorweisen können. Das hat u.a. damit zu tun (und viel weniger damit, dass die Muskeln eines definierten Körpers so unfassbar schwer wären).

Okay, du meinst die Interferenz-Effekte. Gut, genau diesem Dilemma bin ich ja diesen Winter durch die bewusste und strikte Periodisierung aus dem Weg gegangen. Das Blatt wendet sich ja jetzt erst.

Ich bin wirklich neugierig, wie sich das subjektiv anfühlen wird, wenn es demnächst wieder richtig nach draußen geht. So eine klare Struktur hatte ich ja noch nie, deswegen ist das alles Neuland für mich – gerade auch im Zusammenspiel mit der (brutto) Gewichtszunahme. Es bleibt also abzuwarten, wie sich das System auf der Straße verhält und wie sich das Gewicht unter Last dann wieder reguliert und wie es sich dann in den Daten und Werten niederschlägt :)
 
Ich lese öfters, dass selbst im Winter-Aufbau Kaloriendefizite gefahren werden. Bei mir ist gerade das Gegenteil der Fall: Seit August habe ich 4,3 kg "zugenommen" (von ca. 75 auf 79 kg). Da ich früher übergewichtig war, triggert mich diese Zahl in gewisser Weise, obwohl ich weiß, dass es irrational ist.
Du kannst dir überlegen wie lange du dafür trainieren musst oder wie lange es dauert das Gewicht wieder los zu werden bzw. währenddessen weniger Fortschritte zu machen aufgrund des kcal-Defizit:

Aus der Hubarbeit ergibt sich die Leistung (W) wenn du 500hm nach oben möchtest so:
W = m * g * h = 1 kg * 9,81 m/s² * 500 m = 4905 J

Die Hubleistung P ist die Hubarbeit pro Zeit. Bedeutet bei 500 hm/h:
P = 4905 J / 3600 s = 1,36 Watt (für jedes kg das 500m pro Stunde (500hm/h) nach oben muss.
Bei 4,3kg entsprechend 5,85 W

Wenn es schneller nach oben geht ist entsprechend mehr zusätzliche Leistung erforderlich.

Hinzu kommt der Rollwiderstand der annähernd linear mit dem Gewicht und Geschwindigkeit zunimmt:

Also z.B. beim Conti GP 5000S 20W (bei 28,8km/h) bei 85kg Belastung. Mit 4,3kg mehr wären es 1 W zusätzlich (bei gleicher Geschwindigkeit). Berg rauf je nach Steigung und reduzierter Geschwindigkeit dann deutlich weniger.
 
Vielen Dank für die Rechnung.
Was ist in diesem Modell aber mit den Variablen Kraftzuwachs, verbesserter Ökonomie, Effizienz und einer höheren muskulären sowie zentralnervösen Belastbarkeit?
Die Rechnung ist – so wie ich sie verstehe – vollkommen korrekt, wenn ich mir 4,3 kg zusätzliche, passive Masse auf das Rad packe. Das ist hier aber nicht der Fall. Es handelt sich um funktionale Anpassungen, nicht um reinen Ballast.
Und nur zur Einordnung: Ich spreche von einem Brutto-Gewichtsunterschied. 4,3 kg Netto-Muskelmasse in diesem Zeitraum wären weder realistisch noch sinnvoll.

Mir ist schon klar, dass der ideale Ausgangspunkt die perfekte Kombination aus Gewicht und Leistung ist. Aber das ist für mich ein Ziel, was ich so ehrgeizig nicht erreichen möchte.
 
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