Das kann passieren, ist mir aber noch nie passiert und soweit ich weiß auch keinem, den ich persönlich kenne.
Das reine Alter des Lenkers spielt dabei weniger eine Rolle, die Ausführung der Verstärkung und die Art des Vorbaus auch nicht, aber die Bruchstelle direkt neben dem Vorbau ist typisch: Dort trifft der längste Hebelarm an einer relativ scharfkantigen Stelle auf den stärksten Querschnittssprung (Materialstärke Lenker plus Vorbau).
Ursachen können auch sein: Kerben im Klemmbereich (gern werksseitig in den Lenker gestanzt zum cool Aussehen, oder als Riffelung gegen Verdrehen), falscher Klemmdurchmesser = Lenker verdrückt und dadurch ungleichmäßig belastet, tiefe Kratzer im Klemmbereich z.B. vom Verdrehen im Vorbau plus Dreck und/oder grobe Hilfsmittel zum Spreizen des Vorbaus wie Schraubenzieher, mit denen man gern mal abrutscht und Macken in den Lenker macht.
Auch schon präsentiert wurden uns hier Lenker, die unterm
Lenkerband vom argen Handschweiß unbekannter Vorbesitzer einfach durchgegammelt waren.
Ein berüchtigter Fehler aus den 80ern einer bestimmten Rennlenker-Baureihe (aber fragt mich nicht, von wem, denn das habe ich längst vergessen) waren verrutschte Innenverstärkungen im Klemmbereich, die einseitig neben dem Vorbau endeten, statt mittig darin. Diese Lenker brachen dann direkt neben dem Vorbau auf der Seite mit der Verstärkung, nicht etwa auf der unverstärkten.
Schau doch mal in die Bruchstelle, ob einige Millimeter weiter im abgebrochenen Teil innen ein Röhrchen oder eine deutliche Wandstärkenvergrößerung zu erkennen ist.