Vor wenigen Wochen gewann Fabian Cancellara (RadioShack-Nissan) in überragender Manier das Rennen Strade Bianche. Bemerkenswert war damals vor allem sein Rad, welches einem modifizierten Madone glich, quasi einer Version, die auf die widrigen Straßenverhältnisse der Frühjahrsklassiker angepasst ist. Seit heute ist jedoch klar, dass es sich bei diesem Rad um das sogenannte Domane handelt.


Das brandneue Trek Domane.

Das Domane wurde in enger Zusammenarbeit mit Cancellara und anderen Fahrern des Teams RadioShack-Nissan entwickelt. Ziel war es, ein Rad zu bauen, welches die Traktion des Hinterrades auf rauhem Untergrund erhöht. Es sollte Fahrern ermöglicht werden, schlechte Streckenabschnitte effizienter zu fahren. Ergebnis der derartig ausgerichteten Entwicklung ist die IsoSpeed-Technologie. Sie entkoppelt das Sitzrohr und den Ride Tuned Sitzturm vom Oberrohr. Durch die so geschaffene Isolierung des Fahrers von den Vibrationseinflüssen des ruppigen Untergrundes soll es möglich sein, beim Pedalieren Kraft zu sparen. Zudem soll die IsoSpeed-Technologie die vertikale Nachgiebigkeit des Rahmens steigern. Laut Trek, soll das Domane fast doppelt so nachgiebig sein, wie die vergleichbaren Modelle der Konkurrenz. Davon soll wiederum die Traktion des Hinterrades profitieren.

Die Geometrie des Domane unterscheidet sich von der des Madone. Der Lenkwinkel etwas größer, kann aber je nach Wunsch eingestellt werden. Die sogenannte H1-Einstellung bietet den aggressivsten Winkel, während H2 in etwa dem des Madone gleicht und H3 die entspannteste Position darstellt. Mit 17,5 Zentimetern ist das Steuerrohr des Domane zudem einen halben Zentimeter länger als der des Madone. Das Oberrohr ist hingegen etwas lürzer. Auch der Hinterbau des Domane ist anders, als der des Madone. Die Kettenstreben fallen länger aus, wodurch ein größerer Radstand entsteht. Das Rad dürfte daher, im Gegensatz zum Madone, wesentlich ruhiger auf der Straße liegen.

Das Domane kann sowohl mit einer herkömmlichen, wie auch mit einer elektronischen Schaltung fahren. Die Aufnahme für den Akku verwundert allerdings. Vor dem Innenlager am Unterrohr angebracht ist der Akku im Fall des Falles Steinschlägen ausgesetzt. Cancellara jedenfalls verzichtete bei Strade Bianche auf den Einsatz der elktronischen Version der Dura-Ace.

Er scheint aber auch so mit seinem neuen Arbeitsgerät zufrieden zu sein: „Wenn du mit Trek und seinen Ingenieuren arbeitest, wird noch das kleinste Detail intensiv betrachtet und die Details, die über Sieg und Niederlage bei den Rennen entscheiden, für die diese Rennmaschine gebaut wird, sind umfassender als alles andere.“ Einen Sieg hat das Domane schon zu Buche stehen. Es wird sich zeigen, wieviele dem Erfolg bei Strade Bianche noch folgen werden.


Die IsoSpeed Technologie am Trek Domane.


Der Ride Tune Sitzturm am Trek Domane.

Das Domane ist ein Komfortrad, dessen Domäne lange Strecken und ruppige Straßenverhälnisse sind. Es ist daher auch eine leicht verspätete Antwort auf eine Entwicklung, gegen die man sich bei Trek bisher wehrte. In den vergangenen Jahren ließ man bei Trek mehrfach verlauten, dass man kein Komfortrad im Sortiment benötige, da das Madone komfortabel genug sei. Die sahen dies Käufer wohl anders. Modelle wie das Specialized Roubaix, das Cannondale Synapse, oder das Giant Defy Advanced fanden ordentlichen Anklang und bewegten die Ingenieure von Trek wohl dazu, das Domane zu entwickeln. Es wird sich zeigen, auf welche Ressonanz das ab sofort erhältliche Rad stoßen wird. Die Teamversion wird zu einem Preis von 9.219 EUR, die Custom-Version ab einem Preis von 3.999 EUR angeboten. Hier noch ein paar Eindrücke.

Trek Domane Trek Domane Trek Domane
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Apropo Komfortrad: In der kommenden Woche wird ein weiterer namhafter Hersteller seine Interpretation eines komfortabel zu fahrenden Rades präsentieren. BMC stellt dann nämlich das sogenannte GF01 vor. Auch darüber werden wir euch berichten.

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