SQlab SQ-Shorts ONE12 Bibshorts: Infos und Preis
Der Clou an der Hose ist definitiv das Pad – und dieses fällt durch die extrem dünne Form auf. Statt wie andere Hersteller auf viel Volumen zu setzen, gibt es bei SQlab eine stark verdichtete Schaumstruktur, die je nach Hosenvariante nur zwischen 4 und 8 Millimeter dick ist. Dies hat laut SQlab folgende Vorteile: Es bleibt nicht nur – gerade für lange Ausfahrten relevant – formstabil, sondern soll auch der Bewegung des Körpers folgen und die Scherkräfte, also die Bewegung des Polsters gegen die Haut, verringern.
Aber geht dann nicht der Komfort verloren, den man doch von den gemütlichen, dicken Polstern kennt? SQlab sagt nein und ist der Meinung, dass Komfort nicht durch ein dickes Polster entsteht, sondern durch gleichmäßige Druckverteilung. Während dickere Polster die Sitzknochen einsinken ließen und durch den konzentrierten Druck die Reibung steige, soll das PHNTM Pad immer sicher an Ort und Stelle bleiben. Die Träger sind enorm elastisch und zugleich breit, die Beinabschlüsse sind mit einer breiten Silikonschicht versehen. Mesh-Material in der Rückenmitte soll die Bib luftig halten.
- eng geschnittene Bibshort
- PHNTM Pad mit 5 mm Dicke
- High-Density-Foam mit 360 kg/m³
- laut SQlab direktes Fahrgefühl ohne Druckpunkte oder Verrutschen
- körpernaher Schnitt mit leicht komprimierender Wirkung
- breite Träger, elastisches Rückenteil, flache Nähte und breite Beinabschlüsse
- Material 65 % Nylon, 35 % Elasthan
- Schaum zertifiziert nach OEKO-TEX® STANDARD 100, Bezugsstoff bluesign®-geprüft
- Herstellungsland Litauen
- Farbe 900 black
- Größen 46/XS, 48/S, 50/M, 52/L, 54/XL, 56/XXL
- www.sq-lab.com
- Preis 199,95 €
Neben der ONE12 gibt es mit der SQlab ONE12R übrigens noch eine Version mit noch dünnerem Polster – die ONE12R kommt mit PHNTM Pad mit 4 mm Dicke und ist noch mehr auf den Leistungsbereich getrimmt. Dabei ist das Pad für eine nach vorn rotierte Sitzposition optimiert und soll perfekt für Wettkämpfe sein.
Auf dem Kurs
Skeptisch war ich zunächst, zugegeben – vor einigen Jahren bin ich bereits einmal kurz mit einem der dünnen Pads von SQlab gefahren und konnte mich damals, ehrlicherweise, nicht allzu sehr damit anfreunden. Das dürfte allerdings auch dem Umstand geschuldet gewesen sein, dass meine Fahrzeit damals sehr begrenzt war, anders als beim jetzigen ersten Test. Meine Ausfahrten des jetzigen Tests hatten jeweils Umfänge einer verlängerten Feierabendrunde– immer mindestens 70 Kilometer pro Tour, mal sehr flach und zügig, mal eher bergig mit vierstelliger Höhenmeteranzahl bei 30 °C Außentemperatur. Doch bevor ich mich an mehrstündige Ausfahrten wagte, ging es mit der ONE12 mehrmals auf meine knapp einstündige Hausrunde mit 33 Kilometern.
Die Passform beim ersten Anziehen kann überzeugen: Größe XL passt mir mit 1,93 m Körpergröße hervorragend. Zwar eng anliegend, aber komfortabel – während ich die damalige SQlab Bib im Frontbereich als etwas unkomfortabel eng geschnitten empfand, passt bei der neuen ONE12 alles perfekt. Was außerdem direkt auffällt: Das „Windelgefühl“ fehlt. Schon im kalten Zustand schmiegt sich das schmale Polster an den Körper an und bleibt auch immer dort, auch wenn man das Rad mal schiebt oder im Café einkehrt – das kenne ich von Konkurrenzprodukten durchaus anders.
Ab in den Sattel: Das ist definitiv ungewohnt. Ich vermisse die dicken Polster der Konkurrenz-Bibs, die mir in der Vergangenheit immer ein angenehmes Sofa-Feeling geboten haben und die ich eigentlich sehr mag. Die Hausrunde fertig gefahren, bin ich immer noch nicht ganz warm mit der Hose. Zu kurz die Runde, um sich wirklich auf das neue Gefühl einzustellen, zu ungewohnt das Gefühl.
Aber es wird ja kommuniziert, dass es mit der Zeit immer besser und das Gefühl gerade bei mehrstündigen Ausfahrten angenehmer wird. Und irgendwann auf einer der längeren Touren fange ich dann auch an, die Hose zu verstehen. Denn eine Sache fällt auf: Während ich bei Bibs mit dicken Polstern nach einigen Stunden immer irgendwann auf dem Hintern herumrutsche, um die richtige Sattelposition zu finden, das Polster beim Draufsetzen verrutscht oder es gar schmerzt, sich hinzusetzen, passiert bei der SQlab Bib all dies: nicht. Ja, das Polster ist straff. Aber auch ja: Das stört tatsächlich gar nicht. Denn das Polster bleibt zu 100 % während der Tour an Ort und Stelle, gibt nicht nach und auch nach einem kurzen Wiegetritt setzt man sich einfach wieder hin, ohne groß das Polster zu beachten. Wichtig zu erwähnen: Ich bin die Bib mit einem aktuellen SQlab 612 in der für mich passenden Breite gefahren, denn die besten Polster nutzen nichts, wenn die Sitzknochen nicht gut zum Sattel passen. Wenn das allerdings der Fall ist, ist die Dicke der Polsterung sicher nicht der Knackpunkt, wenn es um Komfort geht.
Auch der Rest der Bib gibt sich keine Blöße: Die Träger sind schön breit, verrutschen nicht und halten das Körperklima dank Mesh-Rücken im Gleichgewicht. Auch die Hosenbeine bleiben dank großzügiger Silikonprints auf der Innenseite immer da, wo sie sein sollen. Kein Hauptpunkt, aber durchaus erwähnenswert: Auch optisch sieht das ehrlicherweise gefälliger aus als mit einem dicken Polster.
Fazit
Die SQlab ONE12 Bibshorts mit PHNTM-Polster kann auf den ersten langen Ausfahrten überzeugen: Skeptische Blicke auf das superdünne Pad straft die ONE12 Lügen, denn es funktioniert – eine Eingewöhnungszeit vorausgesetzt – tatsächlich richtig gut. Das Polster bleibt, egal auf welcher Rundenlänge, dort, wo es sein soll, verrutscht nicht und bietet dauerhaft die gleiche Belastung, ohne sich zu verformen. Dadurch ist der Komfort hoch und bleibt vor allem auch. Wie sich die Hose auf richtig langen Gran Fondos verhält, werden wir weiter testen – bis hierhin macht die ONE12 einen richtig guten Job.
Wäre die SQlab SQ-Shorts ONE12 mit dünnem, festem Polster eine Option für eure nächste Ausfahrt?
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10 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumBei der ONE12 steht 5mm, für die ONE12R wird 4mm genannt.
Wo ist der Fehler?
Ich fahre seit 4 Jahren nur noch die SQLAB Hosen.
Vorher ASSOS.
Ich fahre mittlerweile meist nur noch so um die 50 - 80 km. Ab und an über 100.
Für mich die besten Hosen die ich in den 30 Jahren Rennradfahren getragen habe.
Strasser nimmt z.B. beim Transcontinental immer auch eine kleinere Radhose mit, weil er im Rahmen des Rennens abnimmt und iihm die Starthose dann zu groß wird.
Das Gute ist: Das SQlab-Polster gibt es auch in anderen Hosen, z. B. von Gonso und Triple2. Ich fahre meistens Everve Ezero und Triple2 und komme damit am besten zurecht. Die Hose vom Verein hat natürlich ein normales Sitzpolster und ich verstehe nicht, dass es anscheinend normal ist, eine Windel zu tragen. Die wird beim Hinsetzen sowieso komprimiert – also warum nicht von vornherein flach konstruieren? Das hätte auch den Vorteil, dass sich kein dickes Sitzpolster zwischen die Sitzbeinhöcker in die Weichteile schiebt.
Hat jemand Erfahrungswerte der Rennrad Hose Herren ONE12 im Vergleich zur Gravel Bibshort ONE14? Lt. SQlab - "Der Unterschied der beiden Sitzpolster ist, dass das SQ-Pad ONE14 mit einer TPE-Gel-Schicht (zur Scherkraftminimierung) ausgestattet ist und insgesamt 6 mm dick ist, wohingegen das SQ-Pad ONE12 nur 5 mm dick ist und kein TPE-Gel besitzt. In der Form unterscheiden sie sich nur ein wenig designtechnisch."
Welche Größe würdet ihr empfehlen bei einer Körpergröße von 186 cm, 72 kg, sehr schlank, Hüftumfang 91cm, Oberschenkelumfang 50cm? S oder M?
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