Die Frage geht beinahe ins philosophische:
Egal was Du machst: wenn es viel ist wirste besser wenn’s wenig ist wirste schlechter oder hälst maximal Deine Form. Völlig losgelöst von den eigenen Zielsetzungen.
Das was früher angesagt war ist ja in seiner Wirkung auch heute noch nicht falsch, auch wenn nicht mehr alle Hintergründe inhaltlich korrekt sein mögen. Heutzutage geht es IMHO oft nur darum dass man ein besseres Aufwand / Nutzen-Verhältnis erzielen kann, wenn man spezifischer trainiert.
Ob sich das letztlich für den Hobbysportler wirklich immer auszahlt, stelle ich mal in Frage. Man gibt schliesslich 'n Haufen Geld dafür aus, um das Gefühl zu bekommen, die gleichen Voraussetzungen wie ein Profi zu haben. Aber hat man die wirklich?
Vermutlich ist vieles Placebo. Irgendein Trainingsplan ist immer besser als keiner, schon allein deshalb weil man dadurch regelmässiger und bewusster trainiert. Etwas Hintergrundwissen bzgl. physiologischer Zusammenhänge kann auch nicht schaden, entbindet einen aber keineswegs davon für Leistungszuwachs auch was tun zu müssen.
Die Herzfrequenz ist und bleibt ein Indikator zur Beurteilung der körperlichen Belastung. Nur ob man sich deswegen stoisch an irgendwelche Prozentzahlen halten sollte, ist etwas ganz anderes. Das meine ich sollte man für sich persönlich austesten. Irgendwann bildet sich ein Körpergefühl was mehr Sicherheit gibt.
Kraftleistungsmesser objektivieren dieses Körpergefühl und die Herzfrequenzen, sind aber für Langdistanzgeschichten, die eher gleichmässig absolviert werden, weniger notwendig als für Radrennen mit häufigen Rhytmuswechseln.
Dass es die ANS plötzlich nicht mehr geben soll ist mir neu. Ist halt nur die Frage wie man sie in der Praxis definiert.
Daher mein Vorschlag:
Von allem etwas mitnehmen und für sich austesten womit man am besten zurechtkommt. Und nicht jede Prozentzahl auf die Goldwaage legen. Nur falsch und nur richtig gibbet nicht. Wenn man richtige Profileistungen bringen möchte, kommste an einen Trainer eh' nicht vorbei.