Machen viele kleine Hügel fit für die Alpen?

BlueberryHH

Aktives Mitglied
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Eine Sache des Kopfes glaube ich auch. Aber bist Du Dir da ganz sicher, das Du die Anforderung einer Landstraße, sagen wir mal irgendwo an der Küste von Brügge bis Hamburg, bei Gegenwind wirklich beurteilen kannst?
da ich in Hamburg wohne und oft am Deich gegen den verdammten Wind aus West zu kämpfen habe - jawoll!



Nach etlichen Jahren Flachlandradeln um HH herum bin ich im Mai 2015 zum ersten Mal zwei Wochen nach Malle zum Rennradeln. Und ich war entsetzt (kannte ich von früher nur die vermeintlich flache Gegend um Port Pollensa vom Segeln), wie wellig das alles ist. Aber nach ein paar Tagen gings eben solala.

Und im September 2015 bekam ich das Angebot für einen preiswerten Lift nach Zell am See. Sofort zugesagt, Mietrad bestellt, ich wollte den Großglockner hoch! Als absoluter Flachlandradler mit 2 Wochen hügeliger Erfahrung auf Malle ein paar Monate zuvor.

Und es hat zwar 3 Anläufe benötigt, aber dann war ich oben. Also alles geht!

Mein persönliches Fazit: Es geht, ich habs geschafft, tolle Erfahrung ... aber nochmal brauche ich das nicht (meine ganz persönliche Meinung bergauf).
klar - es geht alles. Aber ich würde drei Wochen am Deich in den Vierlanden sofort gegen ein paar schöne Dolomiten - Pässe eintauschen.
 

usr

übt bei schönem Wetter radfahren
Wind erzieht zur Demut., vor allem die Böen. Die sieht man nämlich im Gengensatz zu Bergen nicht kommen.
(zwar off topic, aber: )

Stimmt, in den Bergen kann man die Böen bergauf meistens tatsächlich ganz gut sehen, da sie eher räumlich als zeitlich definiert sind. “Noch drei Meter, noch zwei Meter, noch ein“ - BÄM!, Windwand im Gesicht. Bergab sollte man dann bei entsprechendem Wetter trotzdem demütig sein da man nicht so viel Zeit zum gucken hat (und einfahren in den Wind mit ordentlich Kurvenschräglage ist... komisch)
 

usr

übt bei schönem Wetter radfahren
Baumgrenze oder nicht ist glaube ich gar nicht so entscheidend, denn der dominierende Einfluss ist definitiv der Berg. Näher am Kamm hilft natürlich ungemein und das fällt in den Alpen mit der Baumgrenze zusammen. Wenn irgend eine Wirbelkonstellation durch einen Einschnitt zieht oder die Straße einen Grat umrundet der gut im Wind liegt, dann ist man aber auch unterhalb der Baumgrenze gut exponiert, vor allem wenn sie nicht wie in den Alpen mit “näher am Kamm“ zusammenfällt...

Aber das sind dann natürlich eher die fahrerischen Herausforderungen (auf die einen der deich sicherlich besser vorbereitet als das Mittelgebirge). Die zusätzlichen Watt wegen dem Wind sind einem bei ausreichend Prozenten meistens eher egal, obwohl sie natürlich durchaus einen Unterschied machen können. Wirklich entscheidend Watt-relevanten Wind am Berg hatte ich erst ein mal, und das war tatsächlich sehr weit oberhalb der Baumgrenze. Werde nie vergessen wie ich mich im Windschatten einer Wandererin erholt habe. (Sorry für das unkontrollierte abgleiten in Anekdoten, ich werde anscheinend langsam alt)
 

Osso

Aktives Mitglied
Sorry aber wo wir bei Anketoten sind ;)
Den härtetsen Wind hatte ich mal auf Sylt. War wohl so windstärke 9-10. Nicht mal frontal von vorne, aber reichte. Tatsächlich hin ich mit dem MTB, damals 3 fach kurbel mit dem kleinsten Blatt etwas Schrittempo gefahren, Ich hab mich regelrecht von einem Dünenwindschatten zum nächsten gehangelt. Leider damals ohne GPS oder PM. Die Daten hätte ich mal gerne gesehen :)
 

ronde2009

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Hier mal das bekannteste Beispiel für ein Segment, das man nur mehrere Male hintereinander fahren muss. Auch das Klima und der Waldbestand sind schon etwas Alpin.
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ronde2009

Aktives Mitglied
Hallo, ich bin ganz neu hier und habe (noch) nicht so viel Ahnung.

Ich liebe vor allem das Berg hoch und runter fahren. Bin vorher mit meinem City Bike gefahren, hatte aber immer ein Problem mit den Abfahrten, weil die Bremsen nicht so wirklich vertrauenswürdig waren. Deshalb habe ich mir ein Canyon zugelegt und bin fast immer entweder am Buckel rauf oder runter fahren.
Ich wohne am Mittelrhein und meine üblichen Touren sehen so aus, dass ich über den Hunsrück an die Mosel und wieder zurück fahre oder weiter in die Eifel und dann wieder Mosel und Hunsrück und zurück, oder Taunus-Lahn-Westerwald. Also alles was es an Höhenmetern rund um Koblenz gibt.
Mit diesen Touren bekomme ich zwar auch so 1000-1500 Höhenmeter zusammen, habe aber natürlich immer Abfahrten und wellige und flache Passagen dazwischen.
Meine Frage ist jetzt, ob es einen Unterschied macht 1000 Höhenmeter am Stück zu fahren. Im Sommer ist nämlich ein Alpenurlaub geplant und ich habe mir da schon so Strecken rausgesucht die mich reizen würden. Weiß aber nicht ob ich mir da zu viel zutraue? Von den km und Höhnemetern wäre es ähnlich der Mittelgebirgsetappen die ich so fahre. Auch von der Steilheit her.
Ich beziehe mich hier auf das Thema des Threads. Der Anfragende wohnt in einer Mittelgebirgslandschaft und bekommt bei seinen Trainingseinheiten 1500HM zusammen. Nun fragt er sich ob es ausreicht für Anstiege mit 1000HM.
Weil ich ab und zu am Feldberg oder in der Mosel- Lahnregion trainiere kann ich sagen, das diese Landschaft völlig ausreichen sollte einen Bergfahrer zu machen, es sei denn er ist es einfach nicht. Man kann da methodisch gesehen alles trainieren was man fürs Gebirge benötigt außer dem reduzierten Sauerstoffpartialdruck. Wobei, mit Turbotrainer und Sauerstoffzelt geht das natürlich auch direkt im Marriot in einer Superior Suite ganz oben (Dachterrasse). Schöne Aussicht.
Wenn ihr natürlich eine verkürzte Titeldiskussion mit der Perspektive eines Hanseaten führen wollt, dann sollte man das mehr eingrenzen. Aber selbst da würde ich sagen, das man in Flevoland oder Flandern auch gut für die Alpen trainieren kann. Man muss halt nur die Wattzahlen drücken über die geeignete Dauer :D Ob es dann für Dumoulin reicht oder man ein Kittel wird hat man ja eh nicht in der Hand.
 

JA1

Aktives Mitglied
Ein Schlag ins Gesicht für jeden der in Süddeutschland wohnt :p
überhaupt nicht … bin auch viel im Frankenland , Nurnberg, Würzburg, Lauff usw geradelt … in den Alpen … einfach super.
genauso super wie der Südwesten und der Osten Deutschlands … Bergisches Land nicht vergessen
… viele super trainingsreviere in D.
 

NobbyNic

Aktives Mitglied
überhaupt nicht … bin auch viel im Frankenland , Nurnberg, Würzburg, Lauff usw geradelt … in den Alpen … einfach super.
genauso super wie der Südwesten und der Osten Deutschlands … Bergisches Land nicht vergessen
… viele super trainingsreviere in D.
Deshalb sag ich es ja... aus Sicht eines "Süddeutschen" ist die oben stehende Aussage ein Schlag ins Gesicht ;)
 

usr

übt bei schönem Wetter radfahren
bin auch viel im Frankenland , Nurnberg, Würzburg, Lauff usw geradelt …
Die mittellangen Anstiege, wegen deren Verfügbarkeit beim TE hier nicht mehr über kurze diskutiert werden soll sucht man dort aber vergebens ;)

(fühle mich dort rennradmäßig aber trotzdem pudelwohl, auch weil die Alpen weit genug weg sind um etwas besonderes zu bleiben, aber doch nah genug um sie mit einer Mehrtagestour Haustür/Haustür befahren zu können)

...und wenn einmal der Knoten geplatzt ist bezüglich lange Anstiege, dann kann man sich sowieso überall fit machen dafür.
 

DerBergschreck

Aktives Mitglied
Der nach meiner subjektiven Erfahrung größte Unterschied zwischen den Höhenmetern in den Alpen und den gesammelten Höhenmetern außerhalb der Alpen/höherer Mittelgebirge ist die Länge der Belastung. Es macht halt schon einen Unterschied, ob man 10 Minuten oder 1 Stunde "pausenlos" bergauf tritt.
Ehrlich gesagt war ich nach ein paar Jahren Mittelgebirgserfahrung im Sauerland überrascht wie gut die ersten Alpenpässe zu fahren waren. Im Mittelgebirge ist man nach ner 1/4 Stunde oben - wenn es eigentlich gerade anfängt gut zu laufen. Der nächste Anstieg ist dann vorher durch ne Abfahrt unterbrochen und man ist erst mal "raus". Bei Alpenpässen hatte ich mich nach eben der ersten 1/4 Stunde an den Bergaufrhythmus gewöhnt und dann klappte das für den Rest bis oben immer erstaunlich gut.

(Von Brodenbach/Mosel hoch nach Buchholz fand ich immer ne schöne Alpensimulation...)
 
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