AW: Grenzfahrer Viersen/Heinsberg/Mönchengladbach
Heute gegen 6:30 uhr ging es endlich los. Der Start zum MG- Radmarathon.
Wo das Starterfeld noch in den vorgangenen Jahren mit Polizei-Motorrad-Begleitung bis außerhalb von MG geführt wurden (alle Kreuzungen waren dann abgesperrt worden) mußten sich die 218 Marathonis zunächst den Weg bahnen.

Dann ab einem gewissen km sind die Kreuzungen mit Streckenposten gesichert gewesen. Kurze Zeit später ging auch das Führungsfahrzeug auf die Strecke. An einem Punkt der frühen Strecke war man sich aber nicht einig welche Richtung das Feld einschlagen sollte. Jedenfalls bog die Spitze nach Links ab und das Begleitfahrzeug fuhr geradeaus weiter. Hierdurch waren auf einmal drei Grenzfahrer sofort an die Spitze katapultiert wurden. Elch, Roadrunner und Meinewenigkeit.

Da ein Teil des Feldes ja falsch abgebogen war, wurde nun Vorne ein sehr moderates Tempo (30 km/h ) gefahren. Dies nutzen dann auch besonders Elch und Road-Runner aus die dann Langezeit hinter dem Führungsfahrzeug verbracht haben. Nach einer längeren Zeit verabschiedete sich auch das Begleitfahrzeug und das Feld nahm Fahrt auf. Hier muß ich nun unbedingt Roadrunner erwähnen, der eine Weile das Tempo direkt an der Spitze bestimmte.

Auch sein "Bremsfallschirm (lange Flatterjacke ) störte in nicht teilweise die 40 km/h Marke zu knacken.

Das diese Zeitfahrstrecke ihm irgendwann in der Eifel wirklich weh tun mußte, konnte ich mir ja dann denken. Nach knapp 70 km Fahrtstrecke kam die erste richtige Steigung. Sofort lichtete sich das Feld, was wohl auch bei dem 25 km/h den Berg hoch liegen mußte. Ich wollte mich wegen dem Höllentempo schon bereits verabschieden, da wurde es doch noch ruhiger im Fahrerfeld. Auch die Steigung zum Kloster Maria Wald blieb ich an der Spitze dran. Dadurch das ich dort Oben keine Getränke mehr zur Verfügung hatte, ließ ich die Spitzengruppe ziehen, um Nachzutanken. So lernte ich eine Kriteriumfahrerin kennen, die zum gleichen Zeitpunkt dort ankam. An dieser Kontrolle gab es wirklich eine reichhaltige Auswahl von Getränken und Essen. So bildete sich eine kleine Gruppe, die bis km 180 zusammen bleiben sollte. Nun nach 115 km Fahrstrecke war ich doch erstaunt, die bisherigen Steigungen so gut verkraftet zu haben. Nach dem weiteren Anstieg nach Schmidt machten sich dann doch erste Anzeichen von Müdigkeit in meinen Beinen bemerkbar. Jedoch durch die kurz folgende lange Abfahrt konnte ich meine Beine wieder auflockern. Nun kam er, der kurze aber mit 10% Steigungsprozenten gespickte Anstieg nach Vossenack. Schnell wanderte meine Kette vorne aufs kleine Blatt und Hinten immer weiter nach Links. Auch sank die Fahrgeschwindigkeit rapide ab und pendelte sich schließlich bei 11 km/h ein. Dadurch viel ich dann auch trotz Wiegetritt kurzzeitig aus der Gruppe raus. Doch diese war dann so nett und wartete Oben auf mich. Am nächsten Kontrollpunkt gab es dann super leckere Nudeln mit Fleischbeilage. Dort haben wir dann auch zusammen eine längere Pause gemacht. Ab km 180 traten dann bei mir richtige Krämpfe in meiner Oberschenkelmuskulatur auf und ich befürchtete schon absteigen zu müssen. Bei der 2-letzten Kontrolle bog dann auch unser gesamter Troß ab. Nur da ich befürchtete bei einem Halt nicht wieder weiterfahren zu können, zog ich es vor alleine weiter zu rollen. Als nach ca. 15 min. immer noch nicht meine Gruppe in Sichtweite zu sehen war, und durch das Pedalieren bei hoher Trittfrequenz, meine Krämpfe sich besserten, beschloß ich nun alleine den Weg fortzusetzen. Hierdurch ist dann auch merklich meine Durchschnittsgeschwindigkeit in den Keller gegangen. Nach 210 km Strecke taten dann auch sonst einfache Brückenpassagen wirklich sehr weh. Nun beflügelte mich aber die Tatsache nur noch 20 km ins Ziel zu haben. So erreichte ich kurz vor 14:00 uhr schließlich kaputt aber zu Frieden das Ziel.
230 km mit einem Schnitt von 32,6 km/h sind bestimmt nicht schlecht.
Nach dem Einladen meines Fahrrades ins Auto habe ich dann noch meine Beine bei einem sehr lockeren Lauf von ca. 5 km aufgelockert.
Nach dem Duschen habe ich auch Ulrich im Ziel getroffen. Nein, Ulrich war bestimmt an diesem Tag genau so gut gefahren wie ich, aber er war auch so nett und hat zusätzlich meine Karte an den Kontrollpunkten stempeln lassen.:love: Nach kurzer Zeit trudelten dann immer mehr weitere Grenzfahrer im Ziel ein. So wurde dann bei Bier und Nichtalkoholischen Getränken, Kuchen und Grillfleisch über den Super- Radmarathon noch eine lange Zeit gefachsimpelt.
