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Eure peinlichsten Schrauberfehler?

Im Notfall bei Kettenriss oder so wär ein zweites Schloss für mich kein Thema. Aber im normalen Dauerbetrieb würd ich mich nicht wohl fühlen. Ist Kopfsache schätze ich mal.
 
Die Chance ist 1:110
Das würde heißen, das statistisch gesehen mir mindestens einmal im Jahr die Kette reisst. :D Ich weiß ja net... Also, nee, lass mal. Das macht mein Kopfgefühl net mit.

Ich mach da ne frische Kette drauf, mess diesmal zweimal, Ruhe is. Hat man halt 55€ in den Bach versenkt... 🤬 Lehrgeld.
 
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Das würde heißen, das statistisch gesehen mir mindestens einmal im Jahr die Kette reisst. Ich weiß ja net...
Entweder sie reißt oder nicht. Das ist ne 50:50 Chance. Bei 111 Kettengliedern ist es das Gleiche pro Glied, jeweils wieder 50:50. Daß es dem Kettenschloss passiert ist auch 50:50 Chance, aber ne andere Wahrscheinlichkeit daß es genau dort passiert... ;-)
 
Oh, Vorsicht :) Dem ausgebildeten Statistiker sträuben sich die Haare bei diesen Argumentationen... Wahrscheinlichkeit ist im Prinzip das Verhältnis von erwartbaren "günstigen" Fällen zu möglichen Fällen . Also wenn ich mit dem Würfel 1x würfele, dann ist die Chance auf eine Sechs "1 Ausgang = 6 gewürfelt" zu "6 Möglichen Ausgängen = 1, 2, 3, 4, 5, oder 6 gewürfelt", somit 1/6. Wenn ich 2x würfele, dann habe ich 36 Möglichkeiten (erst die 2, dann die 1 ist etwas anders als erst die 1, dann die 2) und 11 "günstige Fälle", nämlich erst die 6 und dann mit dem zweiten Würfel eine andere Zahl (5 Möglichkeiten), Zahl 1-5 im ersten Wurf und dann die 6 (5 Möglichkeiten) und dann die 2x6 hintereinander (1 Möglichkeit) , somit eine Wahrscheinlichkeit von ca. 30,5%, Für Matheschüler: einfacher wäre es hier, über die Gegenwahrscheinlichkeit zu gehen, d.h. die Wkt KEINE 6 zu werfen ist 5/6 * 5/6 =0,694, dann rechnet man 1 - 0,694 , denn Wkt. Ereignis + Wkt. Gegenereignis gibt immer 1.

D.h. als Radfahrer muss ich die Chance auf einen Defekt dann ins Verhältnis setzen, wie lange ich fahre bzw. auf welche Nutzung ich die ausrechnen möchte. Ich kann also überlegen, mit welcher Wahrscheinlichkeit habe ich je Fahrt einen Defekt oder irgendwann übers Jahr verteilt. Das wird dann komplexer, weil man davon ausgehen muss, dass die Anfälligkeit für einen Kettenriss mit der Abnutzung steigt. Daher kann man diese Wkt. keinesfalls ohne weitere Einordnung mit 1:110 angeben und auch nicht sagen, dass die 1x im Jahr reißt.

Was man aber sagen kann: wenn man davon ausgehen kann, dass das Kettenschloss genauso stabil ist wie alle anderen Glieder, dann ist die Chance bei einer 110-gliedrigen Kette wenn ich ein Kettenschloss habe, dass bei einem Defekt das Schloss betroffen ist eben 1:110, bei zwei Kettenschlössern aber 2:110 und damit in der Tat doppelt so hoch. D.h. man könnte nun sagen "dann sind 2 Kettenschlösser gefährlich, weil die Chance dass eines kaputt geht doppelt so hoch ist" - das ist aber ein wunderschönes Beispiel, wie eine korrekte statistische Aussage (Wkt ist doppelt so hoch) praktisch nicht relevant ist und sogar irreführend, wenn man sie nicht im Kontext betrachtet bzw. richtig interpretiert. Denn relevant ist ja, dass die Kette überhaupt kaputt geht und nicht ob es das Kettenschloss ist das reißt wenn irgendwas kaputt geht. Deswegen muss man bei solchen Aussagen immer sehr vorsichtig sein und in der öffentlichen Diskussion werden statistische Aussagen gerne auch falsch eingesetzt bzw. interpretiert.

So, das war jetzt zugegebenermaßen komplett OT - neudeutsch würde man sagen "ich fühlte mich getriggert" :) Und ja, liebe Schüler und Studenten, Statistik ist toll und kann auch begeistern und man wundert sich immer wieder über Ergebnisse, die man so erhält!
 
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@Schotterfreund

Oha! Danke! Das nenn ich mal ausführlich und profund. 👍

Ich hatte nur Methoden und Statistik 1 und 2 im Politikwissenschaftsstudium und das ist ne Weile her.

Auch wenn's statistisch extrem unwahrscheinlich ist, ich fahr trotzdem kein zweites Schloss an der Kette, da sagt mein Kopf Nein.🤷🏻‍♂️😅

Mir persönlich ist übrigens noch nie ne Kette oder Schloss gerissen oder aufgegangen, egal welche Bauart oder Hersteller.
 
Mir persönlich ist an jedem von mir gekauften Komplettrad in den letzten 25 Jahren, und an 75% der von mir gekauften Kompletträder in den letzten 40 Jahren die Kette gerissen.

Für den Statistiker: es waren nur 4 Räder und einmal wg Verschleiß.😀
Interessant, dass es die letzen zwei Male bei wirklich neuen Rädern auf den ersten 1000km passiert ist, jedoch nie beim Selbstaufbau. Es waren immer gemnietete Ketten.
 
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Mir persönlich ist an jedem von mir gekauften Komplettrad in den letzten 25 Jahren, und an 75% der von mir gekauften Kompletträder in den letzten 40 Jahren die Kette gerissen.

...
Wie sagte seinerzeit der User Rüganer im tour Forum so schön:

"Und wenn du ein richtiges Tier bist, dann reisst auch schon mal eine Kette!"


Sollte dir zu denken geben, wenn das bei dir immer wieder passiert...! 😎
 
Wie sagte seinerzeit der User Rüganer im tour Forum so schön:

"Und wenn du ein richtiges Tier bist, dann reisst auch schon mal eine Kette!"


Sollte dir zu denken geben, wenn das bei dir immer wieder passiert...! 😎
Danke für die Blumen 😍
Dachte bislang eher an schlechte Vernietung ab Werk....
 
Wer bedenkenlos mit einem Kettenschloss fährt, kann ebenso bedenkenlos mit zweien fahren. Aber ich stimme zu, dass sich das nicht ganz richtig anfühlt. Der Kette dürfte es jedoch egal sein wie sich der Fahrer fühlt.

Ich wollte mal ein neues Lenkerband wickeln Ende März, da hab ich nen Werkstatttermin auch für die Stellung der STI-Hebel. Ich komme echt schwer an die Bremse im Untergriff, obwohl die Bremshebel schon so nah wie es geht Richtung Lenker eingestellt sind.
Die anderen waren zu höflich, um hierauf einzugehen, aber ich kann kaum anders: Du hast einen Termin in der Werkstatt, um die Stellung der STI anzupassen? Nicht etwas beim Bikefitter? In der Werkstatt, wo dann jemand maximal Lenkerband abwickelt, je STI eine Schraube löst, sie nach deiner Vorgabe verschiebt, wieder an derselben Schraube befestigt und dann wieder das (oder neues) Lenkerband wickelt?

In diesem Fall hätte ich den starken Impuls dich zum Selbermachen zu motivieren...

Zum Ausgleich für die Klugscheißerei hier meine Dummheit der letzten Wochen:
Gravelbike auf Shimano 1x umgebaut und dafür eine Kassette mit max. 51 Zähnen besorgt. Passt leider nicht auf das Laufrad, da die Kassette einen Freilauf mit "Micro Spline" erfordert. Das ist wohl ein MTB-Ding - als als Rennradler kannte ich das gar nicht.

Kurz geärgert, abgehakt und nach anderer Kassette gesucht: SunRace 11-50 laut Shop "passt auf Shimano HG-Freilaufkörper". Und ja - die Kassette passt aufs Laufrad!

Beim Einstellen des Schaltwerks wars dann aber komisch. Es schaltete nur bei maximal Trimmung in Richtung Rahmen und auch nach einer guten Stunde Fummelei (B Screw) schaltete es auf das zweite und dritte Ritzel nicht sauber. Schaltauge verbogen oder gar der Rahmen oder doch das Schaltwerk? Auf kleine Kassette eines anderen Rads umgebaut: kein Problem. Wieder zurück, nochmal eingestellt.

Es ging, aber eher schlecht als recht. Vielleicht ist das doch eine blöde Idee mit solchen großen Ritzeln - und hässlich noch dazu. Bei den anderen Fahrern scheint es aber zu klappen. Nur blöd, dass für weiteres keine Zeit mehr war und am nächsten Tag ein kleines Trainingsrennen angesetzt war. Das ging dann schon, aber das Schalten war keine Freude.

Am nächsten Tag habe ich dann gelernt: es gibt Kassetten für Shimano-Freilauf und SRAM-Schaltwerk. das hätte man im Shop vielleicht angeben können. Hat man aber nicht. Und so zahle ich mal wieder einen teuren Preis für ein kleines Stückchen Wissen.
 
Die anderen waren zu höflich, um hierauf einzugehen, aber ich kann kaum anders: Du hast einen Termin in der Werkstatt, um die Stellung der STI anzupassen? Nicht etwas beim Bikefitter? In der Werkstatt, wo dann jemand maximal Lenkerband abwickelt, je STI eine Schraube löst, sie nach deiner Vorgabe verschiebt, wieder an derselben Schraube befestigt und dann wieder das (oder neues) Lenkerband wickelt?

In diesem Fall hätte ich den starken Impuls dich zum Selbermachen zu motivieren...
Jein. Ich hab einen normalen Wartungstermin und wollte bei der Gelegenheit mal checken lassen, was die zu meinem Problemchen sagen. Die Jungs bei dem Radladen sind alle selber Vollblutrennradler, der Shop ist auch komplett auf Rennrad spezialisiert plus inzwischen Gravel. Die hatten vorher auch mit einem Bikefitter eng zusammengearbeitet. D.h. die haben durchaus Ahnung, wenn auch nicht alle Mittel, um es perfekt zu machen. Aber mehr Ahnung als ich haben die allemal ;)

Es kann auch sein, dass alles okay ist und es mir lediglich immer noch fremd vorkommt, so tief sitzend zu fahren, da ich ja erst seit einem Jahr ein Rennrad habe. Ich komme halt mit dem Bereich zwischen dem ersten und zweiten Fingerglied von Zeigefinger und Mittelfinger um den Bremshebel herum in der unteren Fahrposition, manchmal komme ich aber erst dran, wenn ich korrigiere - wenn ich "nach Gefühl" runtergehe, tendiere ich vlt. dazu, den Lenker zu weit hinten zu greifen.
 
Oh, Vorsicht :) Dem ausgebildeten Statistiker sträuben sich die Haare bei diesen Argumentationen... Wahrscheinlichkeit ist im Prinzip das Verhältnis von erwartbaren "günstigen" Fällen zu möglichen Fällen . Also wenn ich mit dem Würfel 1x würfele, dann ist die Chance auf eine Sechs "1 Ausgang = 6 gewürfelt" zu "6 Möglichen Ausgängen = 1, 2, 3, 4, 5, oder 6 gewürfelt", somit 1/6. Wenn ich 2x würfele, dann habe ich 36 Möglichkeiten (erst die 2, dann die 1 ist etwas anders als erst die 1, dann die 2) und 11 "günstige Fälle", nämlich erst die 6 und dann mit dem zweiten Würfel eine andere Zahl (5 Möglichkeiten), Zahl 1-5 im ersten Wurf und dann die 6 (5 Möglichkeiten) und dann die 2x6 hintereinander (1 Möglichkeit) , somit eine Wahrscheinlichkeit von ca. 30,5%, Für Matheschüler: einfacher wäre es hier, über die Gegenwahrscheinlichkeit zu gehen, d.h. die Wkt KEINE 6 zu werfen ist 5/6 * 5/6 =0,694, dann rechnet man 1 - 0,694 , denn Wkt. Ereignis + Wkt. Gegenereignis gibt immer 1.

D.h. als Radfahrer muss ich die Chance auf einen Defekt dann ins Verhältnis setzen, wie lange ich fahre bzw. auf welche Nutzung ich die ausrechnen möchte. Ich kann also überlegen, mit welcher Wahrscheinlichkeit habe ich je Fahrt einen Defekt oder irgendwann übers Jahr verteilt. Das wird dann komplexer, weil man davon ausgehen muss, dass die Anfälligkeit für einen Kettenriss mit der Abnutzung steigt. Daher kann man diese Wkt. keinesfalls ohne weitere Einordnung mit 1:110 angeben und auch nicht sagen, dass die 1x im Jahr reißt.

Was man aber sagen kann: wenn man davon ausgehen kann, dass das Kettenschloss genauso stabil ist wie alle anderen Glieder, dann ist die Chance bei einer 110-gliedrigen Kette wenn ich ein Kettenschloss habe, dass bei einem Defekt das Schloss betroffen ist eben 1:110, bei zwei Kettenschlössern aber 2:110 und damit in der Tat doppelt so hoch. D.h. man könnte nun sagen "dann sind 2 Kettenschlösser gefährlich, weil die Chance dass eines kaputt geht doppelt so hoch ist" - das ist aber ein wunderschönes Beispiel, wie eine korrekte statistische Aussage (Wkt ist doppelt so hoch) praktisch nicht relevant ist und sogar irreführend, wenn man sie nicht im Kontext betrachtet bzw. richtig interpretiert. Denn relevant ist ja, dass die Kette überhaupt kaputt geht und nicht ob es das Kettenschloss ist das reißt wenn irgendwas kaputt geht. Deswegen muss man bei solchen Aussagen immer sehr vorsichtig sein und in der öffentlichen Diskussion werden statistische Aussagen gerne auch falsch eingesetzt bzw. interpretiert.

So, das war jetzt zugegebenermaßen komplett OT - neudeutsch würde man sagen "ich fühlte mich getriggert" :) Und ja, liebe Schüler und Studenten, Statistik ist toll und kann auch begeistern und man wundert sich immer wieder über Ergebnisse, die man so erhält!

Endlich denkt mal jemand das, was ich genau so auch gemeint habe.😍😜
 
Ich komme halt mit dem Bereich zwischen dem ersten und zweiten Fingerglied von Zeigefinger und Mittelfinger um den Bremshebel herum in der unteren Fahrposition, manchmal komme ich aber erst dran, wenn ich korrigiere - wenn ich "nach Gefühl" runtergehe, tendiere ich vlt. dazu, den Lenker zu weit hinten zu greifen.
Das ist normal und richtig so!
 
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