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E-Rennräder funktionieren nicht...

Waldi61

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...jedenfalls nicht mit der Beschränkung auf 25 km/h.

In der Tour 9 wurde vom Centurion-Gründer im Interview wieder mal als Argument für ein E-Rennrad angeführt, da könne der ältere / unfittere Rennradfahrer im Windschatten mitrollen und am Berg dann dank des E-Motors mit der Gruppe mithalten. Liest man ja häufig und da staune ich immer, ob das aus Ahnungslosigkeit kolportiert wird oder aus verkaufstechnischen Gründen. Ich finde das (zumindest) irreführend:

1. Nicht nur mir dürfte es so gehen, dass gerade die langen flachen Passagen als besonders anstrengend empfunden werden. Spätestens wenn in Einzelreihe hintereinander gefahren wird, gleicht der Windschatten den psychologischen Effekt des "Hinterherfahrens" nicht mehr aus. Oft ist es hinten gefühlt anstrengender als vorne, wo man sein eigenes Tempo fahren kann. Dazu kommt die fehlende Erholung in der Abfahrt. Anders ist es natürlich in großen Gruppen mit mindestens Doppelreihe oder bei Jedermann-Rennen, wo man auf gesperrten Straßen im großen Pulk 40+ km/h mit gefühlten 100 Watt fahren kann.

2. Wer kennt das nicht von schnellen RTF- oder Vereinsgruppen: Nach jeder engen Kurve und nach jedem Kreisverkehr muss man wie bescheuert antreten, um wieder in den Windschatten zu kommen? Das fällt oft schwer, wenn die Vorderen bereits auf 40 km/h sind. Nach einigen solcher Antritte ist man doch ziemlich kaputt. Und das soll ein älterer Fahrer schaffen, der die Berge nicht mehr hochkommt?

3. Bei moderaten Steigungen im Bereich 1-3% fährt eine schnelle Gruppe immer noch über 30 km/h. Das ist auch im Windschatten richtig anstrengend. Wenn die E-Unterstützung dann bei 25 km/h aussetzt, ist es doch vorbei.

Was bleibt dann also noch für ein E-Rennrad? Jedenfalls nicht die normale Vereinsgruppe. Alleine fahren, o.k., dafür ist es wohl ideal (oder man kurbelt Berge einfach langsam und ggf. mit einem 34er Ritzel hoch). Oder vllt. in einer langsameren Senioren-Gruppe fahren, so man eine überhaupt findet und halt noch älter als die anderen ist. Aber irgendwie hören die üblichen Begründungen für ein E-Rennrad sich für mich recht fragwürdig an, denn letztlich sind 25 km/h und Rennradfahren nicht wirklich miteinander vereinbar.
 
Hilfreichster Beitrag geschrieben von Ragnar

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Steelecht

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Yawoll, wieder eine Grundsatzdiskussion. Es gibt für jedes Rad eine Zielgruppe, ob man diese ist, muss frei entschieden werden. Wer im Verein schnelle RTF und Vereinsrennen fährt, gehört imho nicht in die Kategorie "unfitte" Fahrer. Vielleicht ist es für jene Fahrer in der Alpenregion, welche ihre Pässe nicht mehr ohne zu hohen Pulsbereich erklimmen können. Dort ist der Motor sicher ein willkommenes Feature, besser als mit dem Auto dort hochzufahren.

Aber sehe es ähnlich wie du: die 25km/h Marke ist beim Rennrad so schnell erreicht, das der Motor in der Ebene obsolent ist. An langen Anstiegen nützt er dann, aber das Gefühl einen Berg mit Motorunterstützung überwunden zu haben ist irgendwie falsch.
 
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Heshthot

höhenmetersüchtig
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Dort ist der Motor sicher ein willkommenes Feature, besser als mit dem Auto dort hochzufahren.
Zumal man z.b. am Stilfser Joch oder am Mortirolo zumindest als Hobbylette wohl kaum Gefahr läuft in den Geschwindigkeitsbereich zu kommen wo der Motor abriegelt.
 

Ragnar

Lightening Speed
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Aber sehe es ähnlich wie du: die 25km/h Marke ist beim Rennrad so schnell erreicht, das der Motor in der Ebene obsolent ist. An langen Anstiegen nützt er dann, aber das Gefühl einen Berg mit Motorunterstützung überwunden zu haben ist irgendwie falsch.
Das liegt daran, daß man ihn nicht überwunden hat !
 

Steelecht

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Das liegt daran, daß man ihn nicht überwunden hat !
Man hat den Berg überwunden, selbstverständlich, aber eben nur mit maximal 75% seiner eigenen Muskelleistung. Das erzählen mir viele Ebike-Fahrer: "der Motor unterstützt mich, aber ich gleiche das mit längeren Fahrstrecken und Touren wieder aus"... lügt euch nur selbst an. 😅
 

Ragnar

Lightening Speed
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Man hat den Berg überwunden, selbstverständlich, aber eben nur mit maximal 75% seiner eigenen Muskelleistung. Das erzählen mir viele Ebike-Fahrer: "der Motor unterstützt mich, aber ich gleiche das mit längeren Fahrstrecken und Touren wieder aus"... lügt euch nur selbst an. 😅
Sag ich doch, nicht überwunden. 75% sind nicht 100%. Alles nur Gelaber. :rolleyes:
 

Waldi61

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Für mich ist das Ganze ja nicht komplett abstrakt. Bin jetzt 58. Vor ein paar Jahren ging alles noch etwas leichter. Trainingsvolumen und -Intensität lassen sich nicht mehr halten, das musste ich dieses Jahr einsehen. Vorbereitung auf Mallorca 312 wurde im Winter / Frühjahr bereits von Problemen überschattet und war letztlich suboptimal. Es wird zunehmend unangenehmer, längere Touren mit nem vernünftigen Schnitt in der Gruppe zu fahren. Ich überleg mir halt, was so in einigen Jahren ist. Vllt. gibts bis dahin ja E-Rennräder mit Versicherung und Kennzeichen? Aber wie sieht das dann aus?
 

Osso

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2. Wer kennt das nicht von schnellen RTF- oder Vereinsgruppen: Nach jeder engen Kurve und nach jedem Kreisverkehr muss man wie bescheuert antreten, um wieder in den Windschatten zu kommen?
ja ich kenne es, aber es liegt vor allem an der schlechten Kurventechnik. Da kann man dran arbeiten und die das Phänomen zumidenst entschärfen. In Kriterien, bzw Rundenrennen, muss ich hinten immer noch deutlich härter antreten. In Vereinsfahrten oder RTF's kann ich aber meist am Hinterrad bleiben oder sogar eher nach Vorne fahren, wenn genug Platz ist.
Lohne sehr an der Technik zu arbeiten, ist aber ne zähe Sache , weil man da immer seinen Komfortbereich verlässt. Dafür bekommt man dann aber auch "Free Speed"
 

Crocodillo

reißt die Klappe weit auf
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Ich bin mir ziemlich sicher, dass es bereits "schnelle" E-Rennräder gibt. Aber auch die "langsamen", bei 25km/h abgeregelten funktionieren. Wer schon mal versucht hat, in der Ebene einen "Lutscher" abzuhängen, weiß, wie schwer das ist. Sobald die erste richtige Steigung kommt, geht das auf einmal ganz einfach.
Dem Senior gelingt es in einer gut harmonierenden Trainingsgruppe wahrscheinlich in der Ebene noch mitzufahren. Sobald es bergauf geht, muss er abreißen lassen. Genau da kommt der Motor ins Spiel. Ich erinnere mich noch an einen Zeitschriftenartikel über einen weit über 70-jährigen, der dank Gruber-Motor trotz überstandenem Herzinfarkt noch gut die 12%-Steigung zu seinem Haus geschafft hat.
Was ist denn ein "vernünftiger Schnitt"?
 

iNeedToTrain

Mit Rad und Tat.
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Unabhängig von der ganzen E-Rennrad-Diskussion:
Wann ist es denn hinten "gefühlt anstrengender" als vorne? Gerade heute zu dritt unterwegs gewesen. An der Spitze war mein Puls fast 20 Schläge höher als an Position 2 (der letzte durfte generell hinten fahren, da etwas langsamer).
Wer vom Windschatten eines Vorihmfahrenden nichts hat, der macht was falsch. Vielleicht zu großer Abstand?
 

Ragnar

Lightening Speed
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Erzähl das mal den ganzen motorradfahrenden Posern am Stelvio ;)
Die sind alle beratungsresistent. ;) Motorrad fahren macht Spaß (... ich bin selber auch gefahren ) , aber diese lauten Stinkekisten können einem die Freude am Passfahren verderben, vor allem, wenn sie immer so nah vorbeifahren und das Gas aufdrehen. Helden des Alltags.
Hier am Kesselberg stehen sie auch immer. Sehen in ihren Lederkombis eher aus wie ne Presswurst.
 

christ32

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soweit ich weis kann man die meisten E- Bikes relativ einfach so manipulieren das sie nicht mehr bei 25 kmh abriegeln, ab dann sollte das Ding schon Sinn machen. Ein Arbeitskollege hat sein E- Mountainbike so gepimpt.

Es soll auch schon E- Rennräder geben die richtig gut funktionieren weil der Motor über 25 kmh komplett entkoppelt ist und man nur den Nachteil des höheren Gewichts hat. Der Tester war jedenfalls begeistert ......
 
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