Beim Mittagsstart (nicht abends!) des Schönbuch 1000er spielt vermutlich eine große Rolle, dass man so die landschaftlich reizvollen Strecken am Genfer See, Lac d'Annecy sowie durchs Vercors mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Tag fährt und in der ersten Nacht nur durchs vergleichsweise langweilige Schweizer Mittelland. Solche Überlegungen sind für eine gute Streckenplanung nicht unwichtig.
Gerade wenn eine Brevet länger als 300 km ist überlegt man als Veranstalter natürlich wie gut es mit den Streckenabschnitten und der Tageszeit, um die ein Großteil der Teilnehmer dort unterwegs ist, zusammen passt.
Und für die motorisierte Verkehrsbelastung und die Verpflegungsmöglichkeiten kann auch noch der Wochentag wichtig sein.
Vor allem bei langen Brevets ist die Motivation sehr wichtig und da ist es von Vorteil, wenn man unterwegs einige Höhepunkte hat, auf die man sich freut.
Landschaftlich war die Hauptüberlegung, dass man das Vercors bei Tag fahren kann und auch niemand die Gorges de la Nesque als letztem großen Höhepunkt wegen dem Zeitlimit nachts fahren muss., sondern es bei Befahrung morgens noch gut ins Ziel reicht.
Von der Verkehrsbelastung war es, dass man im Schweizer Mittelland und am Genfer See nicht in den Berufsverkehr gerät (mal etwas mehr Verkehr kann es trotzdem geben) und von der Versorgung, dass man dort wo es bis Grenoble noch reichlich Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten hat nicht zu früh ankommt.
Das Schweizer Mittelland ist gut nachts zu fahren und nebein ein paar großen Wellen kommt dann der einzige Anstieg mit deutlich über 100 Hm ab Moudon erst kurz vor dem Genfer See. Der wurde übrigens letzte Woche bei der Tour de Romandie fleißig geübt, bei der Abschlussetappe, bei der dann auch durch Montreux gefahren wurde, und auf der zweiten Etappe wurde der erste Teil des Anstiegs sogar dreimal gefahren.
Auf der Strecke durchs Mittelland liegen auch mehrere schöne Städtchen (z.B. Murten), aber dafür sollte man sich dann mehr Zeit als beim Brevet nehmen, dabei die Hauptstraße vermeiden und auf den Velorouten auch den ein oder anderen Gravelabschnitt in Kauf nehmen.