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Ara Schönbuch

Mal eine Frage an die Experten hier, da ich erst wenige Brevets gefahren bin.

Warum ein Abendstart beim 400er und 1K (Aix-en-Provence)?
Dunkelfahrten erhöhen das Unfallrisiko. Der Schlafrythmus wird dann zum Problem und beim 400er fährt man zudem im Dunkeln am schönsten Teil der Strecke vorbei (Bodensee)
Es simuliert die Bedingungen bei PBP und das ist ja der einzige Grund warum man überhaupt Brevets fährt 😁😂🤭😉
Was glaubst du, wie gefährlich für manche die vierte Nacht in Frankreich wird 😳
 
wenn man nicht sehr schnell ist, dann hat man beim 400er kaum Zeit zum Schlafen, bei Dunkelheit muss man so oder so fahren, um im Zeitlimit anzukommen.
...
Und vom Bodensee würde man auch bei Tag nicht viel sehen, wegen Seegrundstücken, die die Sicht blockieren.
Es macht schon einen gewaltigen Unterschied, ob man um acht oder um 20 Uhr startet.

Beim 20-Uhr-Start bist du zwischen etwa 2 und 5 Uhr im "biologischen Keller" und hast erst ca. 150-180km hinter dir. Der dicke Brocken kommt also erst danach.

Beim 8-Uhr-Start trifft einen diese Phase eher gegen Ende.
Finde ich und einige andere, welche den 400er machen wollen, mental wie körperlich weniger problematisch.

Beim 1000er müssen bei Tagstart viele die letzte Nacht durch fahren, das ist meiner Meinung nach noch kritischer, als die erste.
Ich würde so rechnen:

15 h fahren, 6 h Schlaf, 3 h Standzeit.
Dann wäre bei 8 Uhr Start die Ankunft am letzten Tag mit 22er Schnitt so gegen 23 Uhr.
Mit 21er Schnitt gegen 1 Uhr Nachts und bleibe im 75h Limit

Vorteil: keine Zombie-Aktion am ersten Tag und gleichmäßigeren Schlafrhytmus.
 
Ich bin schon das ein oder andere 400 km Brevet gefahren, sowohl mit Abendstart (20 Uhr) und Morgenstart (8 Uhr). Zuerst war ich auch skeptisch wegen des Abendstarts, aber ich muss sagen, dass ich mit einem Abendstart besser zurecht komme, als mit dem Morgenstart. Ich bin nicht gerade die Schnellste und für mich ist es einfacher am Anfang durch die Nacht als erst nach ca. 250 km. Aber ich denke das ist sehr individuell.
Ich kenne die Strecke von ARA Schönbuch nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass es am Bodensee viel Verkehr hat und man dort lieber am späten Abend/Nacht durchkommen möchte.
 
In Troisdorf gab es mal den Frühstart (04:00 Uhr) und Spätstart (09:00 Uhr). Schnelle Frühstarter haben es geschafft, bis zum Abend anzukommen. Die langsamen Fahrer wären in beiden Fällen durch die Nacht gefahren und da war es gut, ausgeruht zu starten. Auch der Abendstart hat Charme: Das Ruhrgebiet bei Nacht mal ruhig und im Münsterland ging die Sonne auf. Am späten Nachmittag war ich am Ziel. Der Nachteil war das Emsland bei Tag, aber das ist eine andere Geschichte ... :D
 
Ich denke es hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Ich mag auch keine Abendstarts. Da bin ich schon bettreif wenn ich an der Startlinie stehe.
Aber letztendlich kann sich ja jeder die passenden Brevets selbst raussuchen.

Super finde ich die Startzeit in NL, sehr oft 9:00 Uhr. Ausschlafen, Frühstücken und dann zum Start rollen. Dafür ein Lob an @Ivo und die anderen Organisatoren in den Niederlanden.
Bei einem 400er oder 600er wird es sowieso Dunkel. Da könnte der Start auch um 12:00 Mittags sein. Das ermöglicht Ausschlafen und stressfreie Anreise. Habe ich aber in D noch nicht gesehen.

@h20 manche Weitreisenden fallen auch schon in der ersten Nacht schlafend vom Rad. Der Jetlag ist bei dem ein oder anderen nicht zu übersehen 😉
 
Beim Mittagsstart (nicht abends!) des Schönbuch 1000er spielt vermutlich eine große Rolle, dass man so die landschaftlich reizvollen Strecken am Genfer See, Lac d'Annecy sowie durchs Vercors mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Tag fährt und in der ersten Nacht nur durchs vergleichsweise langweilige Schweizer Mittelland. Solche Überlegungen sind für eine gute Streckenplanung nicht unwichtig.
 
Karl Weimann hat mir mal verraten, warum er seinen 400er mit Abendstart veranstaltet:
  • Zur Vorbereitung auf PBP
  • Für ihn und Heidi als Veranstalter passt es besser: Bei Starrt um 20:00 trudeln die Letzten vor Mitternacht im Ziel ein
 
Mal eine Frage an die Experten hier, da ich erst wenige Brevets gefahren bin.

Warum ein Abendstart beim 400er und 1K (Aix-en-Provence)?
Dunkelfahrten erhöhen das Unfallrisiko. Der Schlafrythmus wird dann zum Problem und beim 400er fährt man zudem im Dunkeln am schönsten Teil der Strecke vorbei (Bodensee)
Generell gibt es bei einem 400er verschiedene, teils auch schon angesprochene Punkte, die für Start morgens und für Start abends sprechen. Und unabhängig von allgemeinen Überlegungen finde ich die 400er Strecke in großem Bogen um den Bodensee eindeutig besser geeignet für Abendstart, die vorherige über Nördlingen dagegen eindeutig besser für Morgenstart (und ich finde sie jetzt verkürzt als 300er noch schöner zu fahren).
Bei hohen Temperaturen wie im letzten Jahr hat man bei Abendstart auch den Vorteil, dass man bei noch angenehmen Temperaturen schon viele Kilometer gefahren ist und den Hauptanstieg der Strecke geschafft hat.
Es gibt auch dieses Jahr wieder die Möglichkeit um 20 Uhr, 21:30 Uhr und 23 Uhr zu starten.
Mit Start um 20 Uhr und konstanter Geschwindigkeit bei voller Ausnutzung des Zeitlimits ist man übriigens dort, wo man vor Bregenz direkt am Ufer des Bodensees entlang fährt, etwa eine Stunde nach Sonnenaufgang.

Für mich beginnt der schönste Teil der Strecke aber erst nach dem Bodensee mit dem Anstieg auf der Alpenpanoramaroute hinauf nach St. Anton, wo man dann auf 1110 m, dem höchsten Punkt des Brevets, diesen Ausblick haben kann.
 
Ich passe mich einfach den Vorgaben der Veranstalter an und mache mir keine Gedanken wegen den Nachtfahrten. Mehr entscheidend sind sowieso immer wieder die Wetterbedingungen die immer Flexibiltät erfordern. Bei sehr hohen Tagestemperaturen oder eiskalten Nächten bewege ich mich vorzugsweise in der Dunkelheit. Sturm und Wolkenbrüche führen zwangsweise zu längeren Standzeiten, können aber auch für Powernaps genutzt werden, wenn ein passender Platz gefunden wird (z.B McD). Generalisieren läßt sich nicht und das macht jedes Brevet einzigartig, unabhängig von Startzeit oder Streckenlänge.
 
Beim Mittagsstart (nicht abends!) des Schönbuch 1000er spielt vermutlich eine große Rolle, dass man so die landschaftlich reizvollen Strecken am Genfer See, Lac d'Annecy sowie durchs Vercors mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Tag fährt und in der ersten Nacht nur durchs vergleichsweise langweilige Schweizer Mittelland. Solche Überlegungen sind für eine gute Streckenplanung nicht unwichtig.
Gerade wenn eine Brevet länger als 300 km ist überlegt man als Veranstalter natürlich wie gut es mit den Streckenabschnitten und der Tageszeit, um die ein Großteil der Teilnehmer dort unterwegs ist, zusammen passt.
Und für die motorisierte Verkehrsbelastung und die Verpflegungsmöglichkeiten kann auch noch der Wochentag wichtig sein.
Vor allem bei langen Brevets ist die Motivation sehr wichtig und da ist es von Vorteil, wenn man unterwegs einige Höhepunkte hat, auf die man sich freut.

Landschaftlich war die Hauptüberlegung, dass man das Vercors bei Tag fahren kann und auch niemand die Gorges de la Nesque als letztem großen Höhepunkt wegen dem Zeitlimit nachts fahren muss., sondern es bei Befahrung morgens noch gut ins Ziel reicht.
Von der Verkehrsbelastung war es, dass man im Schweizer Mittelland und am Genfer See nicht in den Berufsverkehr gerät (mal etwas mehr Verkehr kann es trotzdem geben) und von der Versorgung, dass man dort wo es bis Grenoble noch reichlich Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten hat nicht zu früh ankommt.

Das Schweizer Mittelland ist gut nachts zu fahren und nebein ein paar großen Wellen kommt dann der einzige Anstieg mit deutlich über 100 Hm ab Moudon erst kurz vor dem Genfer See. Der wurde übrigens letzte Woche bei der Tour de Romandie fleißig geübt, bei der Abschlussetappe, bei der dann auch durch Montreux gefahren wurde, und auf der zweiten Etappe wurde der erste Teil des Anstiegs sogar dreimal gefahren.
Auf der Strecke durchs Mittelland liegen auch mehrere schöne Städtchen (z.B. Murten), aber dafür sollte man sich dann mehr Zeit als beim Brevet nehmen, dabei die Hauptstraße vermeiden und auf den Velorouten auch den ein oder anderen Gravelabschnitt in Kauf nehmen.
 
Es macht schon einen gewaltigen Unterschied, ob man um acht oder um 20 Uhr startet.

Beim 20-Uhr-Start bist du zwischen etwa 2 und 5 Uhr im "biologischen Keller" und hast erst ca. 150-180km hinter dir. Der dicke Brocken kommt also erst danach.

Beim 8-Uhr-Start trifft einen diese Phase eher gegen Ende.
Finde ich und einige andere, welche den 400er machen wollen, mental wie körperlich weniger problematisch.


Ich würde so rechnen:

15 h fahren, 6 h Schlaf, 3 h Standzeit.
Dann wäre bei 8 Uhr Start die Ankunft am letzten Tag mit 22er Schnitt so gegen 23 Uhr.
Mit 21er Schnitt gegen 1 Uhr Nachts und bleibe im 75h Limit

Vorteil: keine Zombie-Aktion am ersten Tag und gleichmäßigeren Schlafrhytmus.
bist du schon mal 400er mit Morgen- und Abendstart gefahren? die Erfahrung zeigt, dass viele -- ich auch -- einen Abendstart als wesentlich einfacher empfinden. Du kannst recht frisch die erste Nacht durchfahren, ohne schon 300km in den Beinen zu haben und dann ggf am Vormittag, wenn es wieder wärmer ist, eine Stunde irgendwo auf der Wiese pennen. Dass man um 20 Uhr schon 12 Studen oder so wach ist, spielt erstaunlicherweise kaum eine Rolle beim Durchfahren der ersten Nacht. 6 Stunden schlafen machen bei einem 400er die allerwenigsten, fast alle fahren durch.
Und ja, Nachtfahrten vor PBP zu trainieren, ist auch ein wichtiges Argument.
Und wenn dir ein Abendstart nicht behagt - gibt ja auch andere mit Morgenstart, Teilnahmezwang gibt es nicht.
Es ist übrigens ein Irrtum, dass man bei der Schönbach-400er-Runde die schönsten Passagen im Dunkeln durchfährt, genau das Gegenteil ist der Fall. Die Runde ist grandios, bin sie 2025 gefahren und kann sie wärmstens empfehlen.
 
bist du schon mal 400er mit Morgen- und Abendstart gefahren?
Bislang nur Frühstart.

die Erfahrung zeigt, dass viele -- ich auch -- einen Abendstart als wesentlich einfacher empfinden. Du kannst recht frisch die erste Nacht durchfahren, ohne schon 300km in den Beinen zu haben und dann ggf am Vormittag, wenn es wieder wärmer ist, eine Stunde irgendwo auf der Wiese pennen. Dass man um 20 Uhr schon 12 Studen oder so wach ist, spielt erstaunlicherweise kaum eine Rolle beim Durchfahren der ersten Nacht. 6 Stunden schlafen machen bei einem 400er die allerwenigsten, fast alle fahren durch.

Beim 400er (Start ab 20 Uhr) und beim 1K (Start 12 Uhr) wäre mein Plan jeweils bis ca. 23 Uhr fahren, übernachten und dann vor 6 Uhr weiter. Der Rhytmus passt für mich ganz gut.

Ausgenommen bei Hitzewellen, da kann Nachts durchfahren angenehmer sein.

Und ja, Nachtfahrten vor PBP zu trainieren, ist auch ein wichtiges Argument.
Den Tiefpunkt zwischen etwa 02:00 und 05:00 Uhr wegzutrainieren funktioniert zumindest bei mir nicht.
Was du meinst, ist Material testen und Verhaltensweisen ausprobieren um keinen Unfall zu bauen.
Sowas sollte man jedoch außerhab eines Brevets angehen.
 
Pläne sind leider manchmal unerfüllbar. Was zum Runterziehen führen kann, was meistens passiert, wenn man sich in einem Tief befindet, was dann noch tiefer wird.
Ich fahre bis zur Hälfte der Strecke mit Blick auf Zeitfresser und schaue dann, wo ich bin, wie es geht und was es braucht. Viel an den Dingen schrauben, etwa schneller fahren, geht bei mir eh nicht.
 
Bislang nur Frühstart.



Beim 400er (Start ab 20 Uhr) und beim 1K (Start 12 Uhr) wäre mein Plan jeweils bis ca. 23 Uhr fahren, übernachten und dann vor 6 Uhr weiter. Der Rhytmus passt für mich ganz gut.

Ausgenommen bei Hitzewellen, da kann Nachts durchfahren angenehmer sein.


Den Tiefpunkt zwischen etwa 02:00 und 05:00 Uhr wegzutrainieren funktioniert zumindest bei mir nicht.
Was du meinst, ist Material testen und Verhaltensweisen ausprobieren um keinen Unfall zu bauen.
Sowas sollte man jedoch außerhab eines Brevets angehen.
Es gab vor Jahren mal ein Interview mit dem PBP-Organisator, der beschrieb, wie viele Leute am Nachmittags-Start scheitern, weil sie unvorbereitet mit Blick auf Nachtfahrten sind und schon nach 300-400km aussteigen. Insofern halte ich es für angemessen, in der Vorbereitung Optionen anzubieten, das zu testen. Wie gesagt, es gibt ja auch genug Brevets mit Morgenstart, und statt eines 400era kannst du ja auch einen 2. 600er mit Morgenstart machen.

Wenn du auf einem 400er 5-6 Stunden schlafen kannst, bist du vermutlich sehr flott unterwegs- so viel Zeit fahren sich nicht alle heraus, und für langsamere Fahrer (wie mich) wird die Nacht nach 300-350km sehr zäh. Als Organisator finde ich es aber richtig, sich nicht auf die stärksten Fahrer zu konzentrieren, sondern eher auf die schwächeren.

Und nach 12 Jahren Brevet-Erfahrung habe ich auch keinerlei Hinweise, dass es gefährlicher wäre, die erste Nacht durchzufahren als die zweite. (Wie gesagt: mein persönlicher Einduck ist: Nacht 1 ist einfacher). Es passiert ja ohnehin zum Glück sehr wenig bei Brevets.
 
Zuletzt bearbeitet:
die große Mehrzahl der Starter (90 Stunden-Gruppe, aus dem Kopf: 80% aller Starter, plus die 80-Stundengruppe) sind ab 16 Uhr auf der Strecke, nur die 84 Stunden Gruppe started morgens
Bei den beiden letzen Austragungen von PBP sind etwa 2/3 bei 90 h gestartet, die 80 h waren die zweitgrößte Startgruppe und morgens mit 84 h sind nur 14,0 % und 13,7 % gestartet.
 
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