Für ein Museum dürften die allermeisten historischen Rennräder (selbst sehr seltene) vermutlich völlig uninteressant sein, sofern sie nicht hinsichtlich der technischen Entwicklung richtungsweisend waren (Meilensteine) und oder wegen ihrer Geschichte interessant sind; sprich: Teamräder auf denen Siege errungen wurden, besondere prominente (Vor-)Besitzer nachweisbare Historie, usw usf.
Na ja.
Mein Graziosa-Albl ist nun wirklich nichts Besonderes, ein ganz normales
Sicherheitsniederrad eben, wie das seinerzeit genannt wurde.
Das
tmw hätte mir das Radl sofort abgenommen - soferne noch Originallack, resp. das, was davon noch übrig war und die im Aufffindungszustand (auf einer illegalen Kellerentrümpelung mitten in Wien) montiert gewesenen Komponenten im Originalzustand wären genau so mit Handkuss genommen worden.
War mit sehr wahrscheinlich selbst zurecht gebogenem Rennlenker aufgebaut,
keine Vorderradbremse, und Antrieb eine ganz simple F&S Rücktrittnabe mit
einem Ritzel, noch dazu ein 11er. Rennsattel, knallhart und angeschimmelt und der Lack völlig verblichen.
Daß unsere (Ur-) Großväter mit solchen Radln tatsächlich Rennen gefahren sind, und natürlich nicht nur in der Ebene, ringt mir nach wie vor allerhöchsten Respekt ab.
Hab's für mich behalten, Alltagstauglich gemacht und fahre es immer noch, seit nun gut 45 Jahren.
Ach ja - immerhin eine Besonderheit hat es, das Baujahr: 1896
Gruß aus dem Wein/4, André.