Ich meine wir hatten das schonmal. Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass man daraus nicht schließen sollte "Zone 2 ist überflüssig", sondern dass sie vielmehr dennoch elementar ist, da höhere Intensitäten zu sehr ermüden. Das Setting der Studie war ja sehr eng gewählt.
Meine Einschätzung:
Man kann dem eher entnehmen, dass anerobes Training nicht viel bringt (keine Überraschung). Ich finde es eher bemekrenswert, dass so wenig Zone 2 so viel gegenüber ganz ordentlich Intensität bringt. Wenn man sich aber das Zone 2 Setting genauer anschaut könnte man zu der Vermutung kommen, dass die Sportler nicht so richtig gut trainiert waren (ich habs jetzt nicht nochmal nachgelesen, aber 65% FTP als 90% LT1, da scheint mir die Ausdauerfähigkeit nicht sehr ausgeprägt, mit dem Zusatz reacretional, active).
Zusätzlich zeigt sich, dass MiT besser ist als sein Ruf im Vergleich zu HiT ist. Gut trainierte packen ja einiges mehr als 40' Z3 oder 30' Z4, aber bei HIT ist das schon viel näher am Limit - dafür ist das mehr an Verbesserung eher klein.
Vielen Dank dir für die Einordnung. Mir ging es gar nicht darum, dass man "nur noch ballert". Ist auch überhaupt nichts Neues, aber was ich einfach spannend fand, dass hier über alle Zonen die Energie normiert wurde und nicht über die Zeit (machen andere Studien sicherlich auch, hab ich als Laie jetzt nur noch nicht so direkt wahrgenommen).
Wenn jetzt ein durchschnittlicher Radsportler eine gewisse Zeit zur Verfügung hat, könnte man daraus auch ableiten, einfach zu versuchen, den maximal möglichen Energieumsatz in der vorgegebenen Zeit zu erzeugen.
Alles vor dem Hintergrund, dass es nachhaltig funktioniert und die Regeneration möglich ist. Mit mehr Trainingszeit wandert die Intensität damit automatisch Richtung Zone 2, weil sonst die Regeneration nicht mehr funktioniert.
Also Beispiel: ein durchschnittlicher Radsportler fährt im Sommer 10h pro Woche, trainiert klassisch pyramidal, schafft eine gute Regeneration und setzt 8.000 KJ pro Woche um. Jetzt geht's in den Winter, die Motivation lässt nach, Zeit ist nicht da und er trainiert nur noch 6h.
Jetzt könnte man den Plan klassisch halbieren (macht vermutlich niemand), oder einfach schauen, dass er in den 6h so nah wie möglich an die 8.000 KJ kommt. Also HIT und MIT stehen lassen, ggf. eine HIT/MIT Einheit mehr und statt klassischem GA1 nur noch knapp unterhalb der LT1, damit der Regenerationsbedarf nicht zu groß wird. Klar, es wird schwer diesen "Sweet Spot" zu treffen, aber sollte er in dem Fall wirklich noch GA1 fahren und damit Load verschenken? Wirkliche Frage, lerne hier ja sehr gerne dazu. Oder sprechen die metabolischen Prozesse in den unterschiedlichen Zonen dagegen?
Machen das die Norweger nicht ähnlich, in dem sie durch die Laktatmessungen versuchen, immer genau den Punkt zu treffen, der noch leistbar ist (unterhalb LT1 / LT2) und einfach maximalen Energieumsatz pro Zeit zu generieren?
Wenn die Gedanken Quatsch und wirr sind, lösch ichs gerne, will den Thread hier nicht vollspammen. Ging mir einfach durch den Kopf. Danke schonmal, falls jemand bei der Einordnung hilft.