Das erinnert mich an den Versuch zur
gewonnenen Lebenszeit durch ein besseres Rad auf dem Arbeitsweg:
Ein relativ normaler Typ, der regelmäßig mit einem Durchschnittsrennrad ca. 23 weitgehend flache Kilometer zur Arbeit fährt, wird probehalber auf ein modernes, teures "Profigerät" gesetzt und bekommt dazu noch enganliegende Klamotten statt der lässigen Tourenjacke.
Das spart ihm 6:20 Minuten pro Strecke, also
48,5 Stunden im Jahr, so er denn wirklich an jedem Werktag fährt. Erstaunlich.
Da kann sich also auch der jeweils zu ermittelnde, schnellste persönliche Umgang mit Hindernissen lohnen, wenn man das auf ein komplettes Arbeitsleben hochrechnet.
Ein paar Sekunden reichen da bereits!
Gern verschwiegener Nachteil der Sache:
Die eingesparte Zeit sammelt sich leider nicht auf einem Konto, wo sie dann in beliebigen Kontingenten zu passenden Zeitpunkten abgerufen werden kann.
Man muss also überlegen, was man mit den gesparten Minuten am jeweiligen Morgen oder Abend direkt im Anschluss anfangen kann.
Mal drüber nachgedacht:
Ich fahre zwischen ca. Mitte März und Anfang Oktober an jeweils ca. 1-2, selten 3 Tagen wöchentlich mit dem Rad zur Arbeit und nutze dafür abwechselnd verschiedene Räder, je nach Lust und Wetter.
Die einfache Strecke ist 42 Kilometer lang, weitgehend flach und kann auf dem Rückweg auf 37 deutlich anspruchsvollere Kilometer verkürzt werden.
Mit Winterklamotten und Trainingsmangel bin ich am Saisonbeginn deutlich langsamer, als im Herbst und bin bei gutem Wetter so ca. Ende August deutlich schneller, als sonst.
Die kürzere Hügelstrecke (steil!) ist dabei eher langsamer, als die längere flache - das lassen wir jetzt mal weg.
"Rennen" fahre ich auf dem Arbeitsweg nie, weil ich ja meine normalen Klamotten und meistens ein schweres Riesenlaptop mitschleppe, manchmal auch was zu Essen. Also zwangsweise Packtaschen oder mittelgroßer Rucksack. Und arbeiten muss ich halt nach der Ankunft auch noch; halbtot zusammenbrechen ist da zwar lustig, aber wenig hilfreich (mehrfach ausprobiert).
Im Durchschnitt der letzten 3 Jahre auf dieser Strecke, bzw. der letzten 17 Jahre auf etwas längeren Strecken (andere Wohnungen), kann ich sagen, das zwischen einer schlechten Winterzeit und einer guten Sommerzeit 15-20 Minuten Unterschied liegen.
Dazu kommt, dass ich im Sommer schneller gewaschen und umgezogen bin, weil weniger Klamotten abgepellt und aufgehängt werden müssen. Macht bestimmt auch nochmal 2 Minuten aus.
20 Minuten an der Arbeit ergeben: Ein wenig Gequassel hier und da, ein Kaffee in relativer Ruhe, vielleicht auch schon eine erste, angefangene Aufgabe.
Den Kaffee können mich allerdings schon ein paar verkehrsbedingte Pausen unterwegs kosten, die ich nicht beeinflussen und kaum umgehen kann (Ampeln, Überqueren vielbefahrener Straßen).
20 Minuten abends daheim ergeben: Nichts.
Das ist vollkommen egal, das fällt überhaupt nicht auf.
Wenn ich mit dem Auto fahre, sind vergleichbare Schwankungen +/- 10 Minuten möglich, aber der obendrein kürzere Weg dauert dank guter Autobahnverbindung oft keine 30 Minuten.
Das Radfahren kostet mich also bis zu drei Stunden Lebenszeit am jeweiligen Tag.
Schlimmste Variante wären die öffentlichen Verkehrsmittel: Der Weg durch die Innenstadt zum Bahnhof würde morgens schon länger dauern, als der Weg mit dem Auto bis zum Firmenparkplatz, und ich müsste mindestens einmal umsteigen, was durchaus schiefgehen kann. Der Zielbahnhof liegt wiederum soweit außerhalb des Orts, dass 2 Kilometer Fußweg nötig werden oder ein Fahrrad mitgenommen werden muss, was in diesen Zügen nicht wirklich funktioniert. Zwei durchgepfiffene Bahnhofsräder will ich mir dafür auch nicht anschaffen, die kommen bei anderen Leuten auch zu oft abhanden.
Für den Arbeitsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln haben Kollegen aus der selben Stadt auch schonmal volle 3 Stunden gebraucht - einfache Fahrt. Unter einer Stunde klappt das aber auch nicht, wenn es funktioniert.
Im Grunde genommen ist das also alles ziemlich egal, jedenfalls aber relativ.