Ich bin zwar Leicarianer seit bald fuffzig Jahr, aber die bedingungslose Treue, so wie andere fast schon einen Kadavergehorsam, halte ich ihnen nicht. Nicht mehr.
Vor vielleicht zwanzig jahren wäre mir wahrscheinlich der Schauer der Ergriffenheit über den Rücken gelaufen, heute aber sage ich, wozu?
Sie zeigen was sie können und machen keinen Prototypen draus, sondern verkaufen das Produkt dann.
Das ist in Ordnung solange das gut geht.
Aber ich kene etliche Leicarianer die ähnlich wie ich denken und sagen, wieso soll ich so viel Geld ausgeben wenn ich diese Leistung nicht rationell sichtbar machen kann.
Mit rationell sichtbar ist gemeint, dass man das Ergebnis jederzeit mit vernünftigen Aufwand herzeigen kann.
Und das ist num mal ein Profi-Print mit ca. 50x70cm.
Kein .dng, .tiff oder .jpg, nix am Bildschirm und auch kein Fotobuch. Wobei ich aber die Existenz von Fotobüchern durchaus sinnvoll finde.
Mein letzter Wahnsinnskauf war das 28er Summilux, das ist nur schwer anfechtbar gut.
Mittlerweile bin ich bei Voigtländer, wo ich die drei Apo-Lanthare 28, 50 und 90 habe und die drei, das muss man ehrlich sagen, machen Leica das Leben sehr, sehr schwer.
Ich behaupte heute, dass Leica weder ein 28er noch ein 90er im Portfolio hat, das diese beiden schlagen könnte.
Leica kommt dann immer mit der "klassischen Anmutung" daher.
Das ist das Leica-Vokabel für unscharf, kontrastarm und verzeichnend.
Da scharren sie dann wie die Rennpferde, die Leica-hörigen.
