Ich glaub ich hab in meinem ganzen Radfahrerleben noch nichts zum UVP gekauft, vielleicht in den Achtzigern mein erstes Bianchi Rennrad. Der Preis mit dem ich als Endverbraucher rechne, ist der am Markt genannte.
Bis in die Neunziger hat man auch sehnsüchtig auf den Brügelmann und
Rose Katalog gewartet. Vielmehr Vergleich gab es auch nicht.
In dem Forum bin ich schon oft über diese Aussage gestolpert und jedesmal leicht getriggert.
Es gibt keinen Preis, der am Markt genannt wird, der irgendwie "paritätisch" austariert wird.. Der Markt ist weder ein handelndes Subjekt, noch ein feste Institution.
Der Preis als Wertzumessung ( und nur darum geht es) wird in der Regel vom Hersteller selbst festgelegt. Denn der muß das wissen, bevor er sein Produkt an den Markt bringt. Und der wird auch nicht ausgewürfelt, sondern kalkuliert. Da spielen neben den eigentlichen Produktionskosten auch Vertriebswege und Kalkulationen über voraussichtliche Stückzahlen eine Rolle. Was kann man direkt an Kunden, was an Weiterverarbeiter usw. verkaufen?
Nur "schön" reicht nicht. Ein Produkt wird nur dann attraktiv, wenn sich Weiterverkauf mit oder ohne Weiterverarbeitung auch lohnt.
Man muss schon Quasi-Monopolist sein um sich frei von der Leber Mondpreise zu wünschen. Mit Konkurrenz funktioniert das nicht.
Deine 85,00 Euro Felge wird nicht zu 55,00 Euro Felge, weil ein Anbieter die so verramscht ( abgesehen davon kostet eine andere Lochzahl als 32 genau dort dann auch 68,95). Das bleibt eine Felge im Gehobenen Preisbereich. Und geschweißte Alu-
Felgen mit einer etwas anspruchsvolleren Materialausnutzung liegen derzeit in den Preisbereichen zwischen 80 und 130,00 Euro. Und wenn Du dafür ein paar Euro weniger bezahlen musst, ist das sehr schön für Dich, aber sonst nichts.
Eher schwierig find ich es, keine Lastangaben zu machen. Das sind Bauteile, die berechnet werden müssen und berechnet werden können, erst recht, wenn im folgenden von Dritten daraus weitere Bauteile erstellt werden.
Was sollen das für Lastangaben sein? Eine einzelne Felge trägt so erst einmal.......... nüscht. Aber das sollte jedem hier klar sein. Wenn Du in die Andra ( für das, was sie ist, eine gute Felge nebenbei) 1,5 mm Speichen einbaust, wird nicht viel bei rum kommen.
An der Stelle erwartest Du tatsächlich zu viel. Die ganze Fahrradbrache beruht mehr aus Erfahrung und trial and error als auf Ingenieures Engagement.
Die Angabe bei Ryde ist für die Last übrigens schlicht "hoch". Irgendein Shop meinte 150kg, ein anderer 180 kg. Bei Reiserädern ( u.a. Andra-typischer Einsatz) schwirrt immer so eine Angabe von 150-170 kg herum, was die aushalten sollten. Die Materialien gibt es dafür und halbwegs weiß man, wie so etwas gebaut wird. Aber Riesen-Berechnungen stllt da keiner an.
Dass man das mit entsprechender Bespeichung hinbekommen kann, darf man sich aber an den fünf Fingern selber abklappern. Dank viel Material ( 750 g als Andra 10) und einem höheren Profil ist die in jeder Richtung steifer als deren Leicht-Pendants und man bekommt einen vertikal noch höher belastbaren ( dicker Felgenboden) , vor allem aber verwindungssteiferen Laufradsatz ( was das Ziel ist für "schwere" Lasten).
Bezüglich Lastangaben ist im Zuge der E-Bikeerei tatsächlich viel geschehen. Auch hinsichtlich Modellen mit hohen Traglasten, siehe Ryde Andra in verschiedenen Variationen.
Wirklich? Na ja, es gibt ein paar Stempel mehr.
Die Lastangaben dokumentieren aber auch den Entwicklungsfortschritt, oder anders gesagt, wie gut kann man eine Felge aus 600g Aluminium bauen?
@str808 (
#3.284)
Tatsächlich würde ich ein Verzeichnis nach Felgengewicht und Last anlegen. Langfristige Vergleiche wären so gut möglich. Preise variieren viel zu stark.
Wirklich, ich meine das nicht als persönlichen Angriff, aber einiges ist sehr viel simpler und viel weniger ausgefeilt, als man denkt und am Stammtisch diskutiert.