Strava mit Claude KI analysiert eure Trainingsdaten

Strava startet eine neue KI-Schnittstelle für Abonnenten: Über einen MCP-Connector lässt sich der eigene Strava-Account mit Claude verbinden. Danach können Trainingsdaten per Texteingabe ausgewertet werden – von Leistungsdaten über GPS-Spuren bis hin zu Fragen zur Trainingssteuerung.
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Strava öffnet die eigenen Trainingsdaten für KI-Auswertungen. Genauer: Der Dienst startet einen sogenannten MCP-Connector, über den Strava-Abonnenten ihren Account mit Claude verbinden können. Danach lassen sich die eigenen Aktivitäten per natürlicher Sprache abfragen – ohne vorher Daten exportieren, Tabellen bauen oder Drittanbieter-Skripte nutzen zu müssen.

Für Biker oder Sportler im Allgemeinen ist das vor allem dann interessant, wenn über Jahre viele Daten gesammelt wurden: Touren, Trainings, Pulsverläufe, Leistungswerte, GPS-Tracks, Rennen, Pendelstrecken oder Krafttraining. Statt sich durch Aktivitätslisten zu klicken, kann man Claude künftig direkt fragen, was in den eigenen Daten auffällt.

Was ist MCP überhaupt?

MCP steht für Model Context Protocol. Vereinfacht gesagt ist es eine Schnittstelle, über die ein KI-Assistent auf bestimmte externe Daten zugreifen kann – in diesem Fall auf die eigenen Strava-Daten. Wichtig: Der Zugriff ist laut Strava auf den eigenen Account begrenzt, nur lesend und kann jederzeit in den Strava-Einstellungen widerrufen werden.

Das ist der entscheidende Unterschied zu den bisherigen Bastellösungen. Wer seine Strava-Historie bisher mit KI auswerten wollte, musste Daten exportieren und manuell in ein KI-Tool kopieren oder auf inoffizielle Drittanbieter setzen. Mit dem neuen Connector wird dieser Schritt direkter und sauberer gelöst.

Welche Daten kann Claude auswerten?

Strava nennt mehrere Datenbereiche, auf die der Connector zugreifen kann. Dazu gehören unter anderem Aktivitätsdaten, GPS-Informationen und Leistungswerte. Für Radfahrer besonders relevant: Auch Power-Daten können einbezogen werden, sofern sie in Strava vorhanden sind.

  • Aktivitätsdaten und Trainingshistorie
  • Stream-Daten wie Herzfrequenz, Pace oder Verlauf während der Aktivität
  • GPS-Daten zur geografischen Analyse
  • Leistungsdaten beim Radfahren
  • Club- und Event-Daten

Damit lassen sich deutlich komplexere Fragen stellen als in einer normalen Aktivitätsübersicht. Etwa: Welche Trainingseinheiten haben meine Form am stärksten verbessert? Waren meine lockeren Tage wirklich locker? Wie wirkt sich zusätzliches Laufen, Krafttraining oder Pendeln auf meine Bike-Performance aus?

Was bringt das Rennradfahrern?

Für den typischen Wochenend-Loop braucht niemand eine KI-Auswertung. Spannend wird es aber, wenn viele Daten zusammenkommen. Wer regelmäßig trainiert, Rennen fährt, Wattwerte sammelt oder verschiedene Sportarten kombiniert, kann die eigene Historie deutlich schneller durchsuchen lassen.

Mögliche Fragen wären zum Beispiel:

  • Welche Strecken fahre ich schneller als vor einem Jahr?
  • Wie haben sich meine Leistungswerte auf langen Anstiegen entwickelt?
  • Fahre ich meine lockeren Einheiten zu hart?
  • Welche Wochen vor meinen besten Rennen sahen im Training ähnlich aus?
  • Wie verändert sich meine Belastung, wenn ich zusätzlich Laufeinheiten einbaue?

Das ersetzt keinen Trainer und keine saubere Leistungsdiagnostik. Es kann aber helfen, Muster zu erkennen, die in der normalen Strava-Ansicht leicht untergehen.

Nur für Abonnenten, zunächst mit Claude

Zum Start ist der Strava-MCP-Connector eine Funktion für Strava-Abonnenten. Der Rollout beginnt weltweit und läuft schrittweise. Wer noch keinen Zugriff sieht, soll laut Strava später freigeschaltet werden.

Aktuell startet Strava mit Claude von Anthropic. Ob und wann andere KI-Assistenten unterstützt werden, ist noch offen. Strava schreibt im Help Center, dass man künftig auch andere AI-Clients unterstützen möchte.

Datenschutz: praktisch, aber sensibel

So sinnvoll die Funktion für Datenanalyse ist: Trainingsdaten sind sensibel. GPS-Tracks, Wohnortnähe, Pendelrouten, Herzfrequenz, Leistungswerte und Trainingsgewohnheiten sagen viel über eine Person aus. Deshalb ist wichtig, dass Strava den Zugriff als read-only beschreibt und die Verbindung jederzeit widerrufen werden kann.

Trotzdem sollte man sich vor der Nutzung bewusst machen, welche Daten man einem KI-Dienst zugänglich macht. Gerade wer private Routen, Wohnortnähe oder sensible Gesundheitsdaten in Strava speichert, sollte die eigenen Privatsphäre-Einstellungen prüfen.

Wo gibt es die Anleitung?

Strava stellt die Einrichtung über das Help Center bereit. Dort soll auch sichtbar sein, ob der eigene Account bereits Zugriff auf den MCP-Connector hat. Alternativ kann in Claude geprüft werden, ob der Strava-Connector bereits verfügbar ist.

Würdet ihr eure Strava-Daten von einer KI auswerten lassen – oder ist euch das bei GPS-, Puls- und Leistungsdaten zu sensibel?

Infos: Strava

9 Kommentare

» Alle Kommentare im Forum
  1. #MeinPulsGehörtMir

  2. Sry aber MCP ist doch schon wieder Schnee von gestern!

  3. k0p3
    Dabei seit 08/2022

    Meine Stammtisch Meinung dazu:

    Wären/sind unsere Daten bei Garmin, Wahoo, Alphabet, Samsung, Apple, oder wo sonst auch immer, denn tatsächlich besser aufgehoben?
    Ich denke, dass es mittelfristig egal sein wird und nur die allerstandhaftesten unter uns sich weitestgehend abschotten (können).

    Die zahlreichen bewussten oder auch unbewussten Social Media Entblößungen vieler, finde ich im Vergleich dazu wesentlich bedenklicher.

  4. Verständlich, aber anderseits:
    mit der 'Schlimmer geht immer'-Haltung lässt sich wirklich jede Schandtat verharmlosen.
    Und ja:
    für die Rettung eines Restes von Privatsphäre lohnt sich jede einzelne Abschirmungsmaßnahme und jede einzelne Zurückhaltung von Daten.
    Es betrifft ja nicht nur jeweils uns selbst nach dem berüchtigten Motto
    "ICH hab doch nichts zu verbergen",
    sondern stärkt automatisch auch die Strukturen von systematischer Massenüberwachung der Bevölkerungen durch einige wenige Oligarchen, Geheimdienste und staatliche/teilstaatliche Institutionen.
    Informationelle Zurückhaltung wendet also tendenziell auch Schaden von Anderen ab.
    'Snowden' war nicht einfach 'gestern', sondern ist heute aktueller und brisanter denn je.

  5. k0p3
    Dabei seit 08/2022
    Verständlich, aber anderseits:
    mit der 'Schlimmer geht immer'-Haltung lässt sich wirklich jede Schandtat verharmlosen.
    Und ja:
    für die Rettung eines Restes von Privatsphäre lohnt sich jede einzelne Abschirmungsmaßnahme und jede einzelne Zurückhaltung von Daten.
    Es betrifft ja nicht nur jeweils uns selbst nach dem berüchtigten Motto
    "ICH hab doch nichts zu verbergen",
    sondern stärkt automatisch auch die Strukturen von systematischer Massenüberwachung der Bevölkerungen durch einige wenige Oligarchen, Geheimdienste und staatliche/teilstaatliche Institutionen.
    Informationelle Zurückhaltung wendet also tendenziell auch Schaden von Anderen ab.
    'Snowden' war nicht einfach 'gestern', sondern ist heute aktueller und brisanter denn je.

    Mit Ausnahme von Snowden stimme ich Dir zu 100% zu. Außer die durch ihn stark in den Vordergrund gerückte Datenverschlüsselung und dem grundsätzlichen stärkeren Bewusstsein eines notwendigen Datenschutzes hat sich in meinen Augen weniger wie angenommen durch seine Leaks geändert. Der Überwachungsapparat und die Strukturen funktionieren weiter und sind durch das Überwinden der damaligen Krise wohl eher noch gefestigter als zuvor geworden. Wiki Leaks ist ja auch noch da, aber kaum wer spricht noch darüber...

    Die Technik, allen voran die Datenkrake KI wird die komplette Welt, nicht nur die erste und zweite, auf den Kopf stellen. Der einzelne mag es vielleicht etwas verzögern oder sich dem kurzfristig entziehen, aber es keinesfalls kaum verhindern können. Für unsere Daten, sobald sie digital erhoben und gespeichert sind, sehe ich schwarz. Nichts ist da wirklich sicher...

    Bildlich ausgedrückt sehe ich mich seit geraumer Zeit als virtuelle noch etwas verschwommene, auf der Couch sitzende Person vor, die mit jedem Click, Umschalten, Film, Suchvorgang, Auto, Navi, usw. ein Stückchen klarer und eindeutiger zu sehen ist. Wir sind den Dystopien vieler Bücher und Filmen näher als wir uns das wünschen.

    Allerdings hoffe ich inständig, dass ich falsch liege und mein Geist lediglich durch zu viel Science Fiction vernebelt ist. 🙂
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