AW: Zentrierlehre anwenden
Hallo kolbi,
in mir findest du einen vehementen Fürsprecher für die Anwendung einer Zentrierlehre. Ihre Anwendung ist total einfach:
- Schnellspanner raus
- Aufsatzstück der Zentrierlehre auf einer beliebigen Seite die Nabe aufsetzen (normalerweise auf der äußeren Kontermutter, manchmal auch auf der Hohlachse)
- Am verstellbaren oberen Ende des Aufsatzstücks das Aufsatzstück so weit heraus- oder hineindrehen, daß die Aufleger der Lehre auf den Felgenflangen so leicht aufliegen, daß die Lehre über die gesamte Rundung der Felge drehbar bleibt.
- Zentrierlehre abnehmen und auf der anderen Seite der Nabe aufsetzen. Im Idealfall liegen die Aufleger der Lehre in exakt der gleichen Weise auf, wie das bei der ersten Seite der Fall war. Gibt's einen Unterschied, dann muß die Mittigkeit des Laufrads im Zentrierständer nachgebessert werden.
Ob man auf eine Zentrierlehre verzichten kann, wenn man einen wirklich guten Zentrierständer hat, kann nicht wirklich sagen, denn ich habe nur einen Workman Pro, bei welchem eine Zentrierlehre meiner Meinung nach absolut erforderlich ist. Ich bin aber eigentlich sowieso davon überzeugt, daß man, wenn's um perfekte Laufräder geht, auf die Kontrolle mit einer Zentrierlehre nicht verzichten sollte.
Übrigens halte ich es für sehr wichtig, mit einer Zentrierlehre zu arbeiten, deren Aufsatzstück nicht am Ende der Hohlachse ansetzt, sondern an der auf jeder Nabenseite befindlichen End- bzw. Kontermutter. Setzt das Aufsatzstück an der Achse an, wie das beim
Park Tool WAG-3 der Fall ist, muß die Nabenachse tatsächlich mittig verbaut sein, was aber spätestens dann zweifelhaft ist, wenn die betreffende Nabe bereits einmal zerlegt wurde und sämtlich Muttern und Konen von der Achse abgeschraubt wurden. Bei Achsen, die nicht hohl sind, kann man eine solche Zentrierlehre überhaupt nicht ordentlich ansetzten.
Viele Grüße
Franz