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Radfahren als Lifestyle / die Industrie – deine Sicht.

Chocopear

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Titel so oder so ähnlich aus der Rubrik "Bike der Woche" geklaut.

Das Wetter ist regnerisch, mir ist etwas langweilig und ich möchte mich ein bisschen aufregen. Daher möchte ich das hier nun tun, vielleicht möchte sich jemand mit aufregen oder dagegenhalten.

Meine Fahrräder schraube ich immer selber zusammen, mir macht der ganze Prozess von Teilesuche, Zusammenstellung und Zusammenbau sehr viel Spaß und ich möchte diesen Prozess nicht missen.
Das bringt natürlich gewisse Hürden mit sich:

- Die Industrie bringt einen Standard nach dem anderen raus. Jeder der schon einmal ein passendes Tretlager gesucht hat, weiß wovon ich spreche. Alleine die Kombination aus Rahmen/Lagertyp, Kurbelwelle (Länge, Durchmesser etc) und Qualität ergibt 1231946 verschiedene Optionen. Aber diese Kombinationsvielfalt ist mittlerweile bei fast jeden Teil angekommen. Es gibt fast kein Teil, welches nicht mindestens 5 verschieden Varianten hat, die dann aber noch Abhängigkeiten zwischen 2 oder mehreren Teilen untereinander besitzt.

- Die Industrie gibt vor was nun der heiße Scheiß ist. Gewicht? War mal, heute ist alles Aero. Geht bei Aero nichts mehr, kommt halt wieder das Gewicht auf den Servierteller. Das neue Crux 5 kommt raus und da fragt man sich, wie konnten eigentlich Leute mit dem alten Crux fahren? Ich meine das neue ist ja so viel schneller. Ich meine es gibt große Fortschritte in der Bikeindustrie. Ich persönlich will (aus Komfortgründen) kein 20+ Jahr altes Rennrad fahren. Da ist es wirklich angebracht zu fragen, wie die damals mit diesen Rädern fahren konnten, aber heutzutage ist die Innovation (vor allem bei Rahmen) ein Witz. Und gleichzeitig weckt es bei den meisten Begierden nach den neuen heißen Scheiß, gleichzeitig wertet es das aktuelle Rad ab. Bei den Kommentaren zu manchen Beiträgen in diesem Forum könnte man meinen, dass 97,6% der User hier entweder selber Rennen fahren oder zumindest in einem Rennteam als xy aktiv sind.

- Fahrräder können mehr als neue Kleinwägen kosten. und nicht nur das, Fahrräder gehen erst bei X Euro los. Du kaufst dir ein Gravel für 1000€? Viel Spaß mit den mechanischen Scheibenbremsen und den qualitativ schlechten Teilen.

- Equipment vs. Fahrer - Realtität: „Es ist der Fahrer, der entscheidet, nicht das Fahrrad“ - Eddy Merkx (so oder so ähnlich), Empfinden bei das Marketingblabla und den taudenden Testberichten: "ohne dieses Fahrrad kommst du keinen Meter weit" - ich. Gleichzeitig ist durch das riesige Angebot (wie viele verschiedene Enduraces gibt es aktuell??) es schwierig ein passendes Rad zu finden und es ermöglicht vielfach die Frage nach dem Kauf: Wäre Fahrrad/Teil XY nicht doch besser gewesen?

und nun der wichtigste Punkt für mich:

- Große Rahmengrößen sehen im Vergleich zu keinen Rahmengrößen einfach kacke aus. Dafür kann (glaube ich) niemand was, regt mich aber dennoch auf. Ich bin nämlich relativ groß.

*Alle genannten Zahlen sind empirisch erhoben worden.
* Kann Spuren von Ironie enthalten
 

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Re: Radfahren als Lifestyle / die Industrie – deine Sicht.
- Große Rahmengrößen sehen im Vergleich zu keinen Rahmengrößen einfach kacke aus. Dafür kann (glaube ich) niemand was, regt mich aber dennoch auf. Ich bin nämlich relativ groß.

Nur überflogen, aber Du bist jünger, oder? Sonst wärst Du hinsichtlich der heutigen optischen Möglichkeiten, per Aerorahmen oder Hochprofil die großen Räder besser aussehen zu lassen, unendlich dankbar. Denn guck Dir mal einen 62/64er Stahlrahmen mit flachen Felgen an.
 
..ich leg noch nach: Innovationen, die Dein Rad haben "wertloser" werden lassen, gab es schon immer. 6, dann 7, dann 8 Ritzel, auf einmal gab es indexierte Schaltungen, dann Bremshebel, die schalten konnten, dann Wäscheleinen, die versteckt wurden. Und jedesmal einen Aufschrei (teils eben nur ohne Internet), dass das kacke war, und schlechter funktioniert.

Tretlager, Kurbeln.. wir leben in einer gesegneten Zeit, denn lange Zeit waren knarzende Kurbeln mit Spiel - dennoch im (un)passenden Moment unlösbar mit der Achse vereint - Standard.

etc., etc.

Alles gut, wie es ist.
 
das stimmt wohl, wobei ich den optischen Unterschied dennoch stark finde, bzw. kleinere Rahmen einfach besser aussehen wegen dem Größenverhältnis zwischen Rahmen und Laufräder und vor allem der Länge des Steuerrohrs.
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@Chocopear: Gibt nicht viel hinzuzufügen. Es geht beim Thema Rennrad eigentlich nur noch darum möglichst viel Gewinn zu erzielen. Mit was auch immer. Es gibt m.M nach wenig was in den letzten Jahren an sinnvollen Innovationen (Bremsen, Licht) entwickelt wurde. Das Meiste ist unnötig oder der Sucht nach Zahlen ( 8-fach, 10 fach.....15 fach) geschuldet.
 
Tretlager, Kurbeln.. wir leben in einer gesegneten Zeit, denn lange Zeit waren knarzende Kurbeln mit Spiel - dennoch im (un)passenden Moment unlösbar mit der Achse vereint - Standard.
Wie alt bist Du denn ? Wenn ich die Berichte hier im Forum über PF Lager lese, bin ich mir nicht sicher ob wir in einer gesegneten "Lager"zeit leben.
 
Wobei ich meine das @Chocopear bei den "verschiedenen Standarts" schon einen Punkt hat - lerne ich als Schraubanfänger derzeit regelmäßig auf die harte Tour - langsam müsste ich eigentlich mal eine Grußkarte von der DHL bekommen...
 
Wie alt bist Du denn ? Wenn ich die Berichte hier im Forum über PF Lager lese, bin ich mir nicht sicher ob wir in einer gesegneten "Lager"zeit leben.

Na ja, Rennrad so seit 1990, somit vielleicht auch noch Rennradtechnik bis 1985 miterlebt, mit allem was dazugehört. Finde Pressfit eigentlich ziemlich easy, noch nie Probleme mit gehabt. Wenns mal durch war, wars durch, 20 Euro für ein neues? Gern. Aber, wie gesagt, die ganzen früheren Verbindungen zwischen Kurbel und Achse, Keil, Octalink, .. das war m.E. alles Murks, wenn man etwas "Drehmoment in den Beinen" hatte. Bei Shimano wurde es erst mit dem jetzigen Standard richtig gut und einfach schraubbar.
 
das stimmt wohl, wobei ich den optischen Unterschied dennoch stark finde, bzw. kleinere Rahmen einfach besser aussehen wegen dem Größenverhältnis zwischen Rahmen und Laufräder und vor allem der Länge des Steuerrohrs.
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Wobei du da ein Beispiel rausgesucht hast, wo es hinsichtlich Optik egal ist, welche Rahmengrösse man nimmt :D

Ich bin selber knapp ü2m und kenne das „Problem“. Wobei irl die grossen Räder eigentlich gar nicht so kacke aussehen. Auf Fotos wird es halt offensichtlicher.
 
Wobei du da ein Beispiel rausgesucht hast, wo es hinsichtlich Optik egal ist, welche Rahmengrösse man nimmt :D

Ich bin selber knapp ü2m und kenne das „Problem“. Wobei irl die grossen Räder eigentlich gar nicht so kacke aussehen. Auf Fotos wird es halt offensichtlicher.
Stimmt, beide wahnsinnig schöne Räder :D
 
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- Die Industrie bringt einen Standard nach dem anderen raus. Jeder der schon einmal ein passendes Tretlager gesucht hat, weiß wovon ich spreche. Alleine die Kombination aus Rahmen/Lagertyp, Kurbelwelle (Länge, Durchmesser etc) und Qualität ergibt 1231946 verschiedene Optionen. Aber diese Kombinationsvielfalt ist mittlerweile bei fast jeden Teil angekommen. Es gibt fast kein Teil, welches nicht mindestens 5 verschieden Varianten hat, die dann aber noch Abhängigkeiten zwischen 2 oder mehreren Teilen untereinander besitzt.

- Die Industrie gibt vor was nun der heiße Scheiß ist. Gewicht? War mal, heute ist alles Aero. Geht bei Aero nichts mehr, kommt halt wieder das Gewicht auf den Servierteller. ...Ich persönlich will (aus Komfortgründen) kein 20+ Jahr altes Rennrad fahren. Da ist es wirklich angebracht zu fragen, wie die damals mit diesen Rädern fahren konnten, aber heutzutage ist die Innovation (vor allem bei Rahmen) ein Witz. Und gleichzeitig weckt es bei den meisten Begierden nach den neuen heißen Scheiß, gleichzeitig wertet es das aktuelle Rad ab. ...
Meine Erfahrungen dazu:

nach 35 Jahren Rennradbegeisterung stelle ich fest, dass ich nicht mehr so empfänglich für die Werbe-Lobpreisungen bei neuem Material bin, wie das anfangs mal war.
Mag ein Altersphänomen sein. Oder aber genügend Lebenserfahrung mit Werbeaussagen. ;)

Mir persönlich ist diese ganze Komfortdiskussion auch als Ü60 relativ schleierhaft bei Rennrädern.
Ich fahre nach wie vor meine 7-10t Jahreskilometer auf den neueren Rennrädern wie auch den alten Modellen mit 20+ Jahren und stelle keine signifikaten Unterschiede fest.
Wichtig für mich persönlich ist allerdings, dass die Anpassung an meinen individuellen Bedarf optimal umgesetzt wurde, was reach und stack, Kurbellänge, Lenkerform- und Breite, Schalt- und Bremskomponenten, Sattel und Stütze angeht.
Und ich habe es tunlichst vermieden, mir Räder anzuschaffen, die proprietäre Bauteile haben, für die ich keine leichte Ersatzbeschaffung bei Bedarf garantiert bekomme.

Dass mir die aktuellen Räder rein optisch und ästhetisch so ganz & gar nicht gefallen tilgt jegliche Begehrlichkeit nach neuem Material. Lieber hätschele ich meinen Bestand an leichten Rädern weiter als auf so einer überteuerten häßlichen Gurke, die Unsummen gekostet hat, meine Runden zu drehen! 😎


Mein mittlerweile 21 Jahre alter "unfahrbarer" Oldie dient noch als Urlaubsrad und macht mir nach wie vor viel Vergnügen mit rund 7,5 kg:

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Zuletzt bearbeitet:
Alles mimimi. Auf dem Gebrauchtmarkt bekommt man Vollcarbonräder auf WorldTour Niveau, auch mit elektronischer Schaltung, ab 500€. Es gab nie eine so große Vielfalt an Radtypen und Geometrien wie heute. Fernost-Hersteller liefern B2C an die Haustür.
Was ist die bevorzugte Plattform für den Gebrauchtmarkt, @Lé Ben?
 
Na ja, Rennrad so seit 1990, somit vielleicht auch noch Rennradtechnik bis 1985 miterlebt, mit allem was dazugehört. Finde Pressfit eigentlich ziemlich easy, noch nie Probleme mit gehabt. Wenns mal durch war, wars durch, 20 Euro für ein neues? Gern. Aber, wie gesagt, die ganzen früheren Verbindungen zwischen Kurbel und Achse, Keil, Octalink, .. das war m.E. alles Murks, wenn man etwas "Drehmoment in den Beinen" hatte. Bei Shimano wurde es erst mit dem jetzigen Standard richtig gut und einfach schraubbar.
BSA Schraublager hast du in deiner Aufzählung jetzt aber ausgelassen ... ;)
 
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