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Mittelgebirgsclassique

Für mich war es die erste Mittelgebirgsclassique. Von der Distanz und von den Höhenmeter her bin ich vergleichbare Veranstaltungen aber schon gefahren. Der Rahmen war mir demnach bekannt und bot keine Überraschung.

Meine Eindrücke im Überblick:

Fahrer
Ich bin 64 Jahre alt. Da es bei der MC keine Altersklassen gibt, war bei meinem Alter ein vorderer Platz in der Gesamtwertung außer Reichweite und somit bin ich mental nicht wirklich in einen Race-Modus gekommen.

Rad
Ich bin mit meinem bewährten Mawis-Titanrad gefahren. Schaltung war eine mechanische 11-fach Ultegra mit einem 34er Kettenblatt und einem 32er Ritzel als kleinstem Gang. Das ist zwar nicht die optimale Berg-Ausrüstung, ist aber akzeptabel. Meiner Meinung nach muss das Rad nicht für jeden Einsatzzweck optimal ausgerüstet werden, man muss auch lernen, mit Kompromissen zu fahren.
Die schicken 50er DT Swiss Laufräder hatte ich für die Veranstaltung gegen viel weniger schicke 28er Laufräder getauscht. Die sind dafür aber weniger steif und waren somit verträglicher für den Hintern.
Auch die 28er Conti 5000 vorne und 30er hinten waren ein Kompromiss. Etwas breitere Reifen wären besser gewesen. Trotz Verzicht auf Tubeless hatte ich aber keinen Platten.

Strecke
Die Strecke war weitestgehend wunderschön und von den Organisatoren hervorragend zusammengestellt. Nur im nördlichen Schwarzwald hat es mir wegen dem starken Ausflugsverkehr nicht gefallen. Es ist frustrierend, wie stark in Deutschland die Freizeitgestaltung vom Auto (oder Motorrad) abhängt. Danach war die Strecke aber super-schön gewählt. Ich fand auch den Abstecher in den Jura sehr lohnend. Grundsätzlich wurde fast jeder mögliche Anstieg mitgenommen, aber das weiß man ja, wenn man sich für das Event anmeldet und ich hatte mit diesem Streckenverlauf gerechnet.

Soziales
Die Kontakte mit den anderen Fahrerinnen und Fahrern während und nach des Rennens sind einer der Highlights der Veranstaltung. Es gab schon so viele anregende Gespräche während der Fahrt. Die Checkpoints waren von einer sehr motivierten Crew besetzt, man fühlte sich immer perfekt bedient.
Bei vielen Veranstaltungen fährt man die Strecke, redet dann noch kurz mit anderen Teilnehmern und das war es dann und jeder fährt nach Hause. Bei der MC hat man wirklich noch Zeit für einen intensiven Austausch (zumindest wenn man nach ca. 90 Stunden ins Ziel kommt). Auch am Mittwoch um Mitternacht wurden den Finishern noch Nudeln und Tomatensoße angeboten und man konnte mit einem Bier bis spät in die Nacht zusammensitzen - ein echtes Argument nicht zu spät zu Finishen! Danach hatte man noch einen ganzen Tag zum Austausch bis zum Ende der Finisher-Party.

Wetter
Mittelmäßig. Am zweiten Tag gab es schon immer wieder Regen, gerne auch stärker bis sehr stark bis massiven Hagel. Dazu war es in der zweiten Nacht auch recht kalt. Grundsätzlich war das Wetter aber ok. Wer bei der Veranstaltung aufgrund des Wetters gescratched hat, macht sich meiner Ansicht nach falsche Vorstellungen über die Bedingungen bei Ultra-Cycling-Events.

Highlights
Die Streckenführung, die Landschaft und die Kontakte und Gespräche mit den anderen Fahrerinnen und Fahrern.
Dann individuelle Erlebnisse wie die winzige einsame Hütte zum Übernachten an der französischen Grenze oder das Umfahren eines gesperrten französischen Dorfes aufgrund des Einsatzes eines Polizei-Sondereinsatzkommandos (im Nachhinein erscheinen hier manche Lösungen als zweifelhaft).

Ergebnis
Ohne den allerletzten Einsatz (aufgrund fehlendem Race-Modus) war ich nach knapp 90 h und auf Platz 42 im Ziel. Damit war ich komplett zufrieden

Alles in allem ein beeindruckendes Event. Vielen Dank an die Veranstalter für die Organisation dieser herausragenden Veranstaltung

Thomas
 
Nur im nördlichen Schwarzwald hat es mir wegen dem starken Ausflugsverkehr nicht gefallen.
Schöner Bericht Thomas, das macht Lust die MC 2027 auch zu fahren.

Welche Region meinst du genau? Ich kenne den Norden vom Schwarzwald ehr als rühig. Es hängt natürlich auch viel von der Tageszeit und dem Tag ab.
 
Welche Region meinst du genau?
Nach meiner Erinnerung ca. der blau markierte Streckenabschnitt auf der Schwarzwald-Hochstraße, vor allem im Gebiet um den Mummelsee. Es war halt auch Sonntag und Ausflugswetter.

Vielleicht ist dafür meine Bezeichnung "nördlicher Schwarzwald" auch nicht korrekt. Ich kenne mich in der Gegend nicht aus.

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Ist stimme Thomas zu, dieser Abschnitt war geprägt von viel Verkehr.

Da Frage ich mich immer, wie Naturschutz und so viel Verkehrt vereinbar sein kann. Aber komplett verbieten kann man es ja auch nicht. Das Problem betrifft aber viele Regionen und Pässe. Schön, dass man sich hier und da mal zu autofreien Tagen durchgerungen hat.

Dort und auf der Landstraße nach Biche waren die einzigen Passagen, an denen man mit der Blechlawine schwimmen musste. Ansonsten war die Strecke ein Hochgenuss.

Tipp: Richie und Tobi haben auf YouTube vor ein paar Tagen das Video Belchen3 rausgebracht, auf der sie einen Teil der MHC Strecke fahren - allerdings ohne Gepäck 😉.
 
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