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Extrem schnell abgenutzte Hinterradbremse

Ich habe mittlerweile bald 30 Jahre Scheibenbremserfahrung (MTB und Rennrad) und bin in meinem Leben duzende Marken/Modelle von Belägen gefahren und allen erdenklichen Bedingungen (Winter/Schnee bis Hitze, unzählige Belag/Scheibe Kombinatonen usw.).
Meine Erfahrung erstreckt sich über 20 Jahre.
Das was du schreibst kann ich auch vorweisen.
Bei mir halten Bremsbeläge bis 10.000 Km
im Mittelgebirge mit hohem Systemgewicht.
Ich hatte noch nie Bremsbeläge die sich schnell abgefahren haben.
Zweimal hatte ich Fremdhersteller, die teurer warn
als die Originalen, beide Male war ich nicht zufrieden. Eine gute und gepflegte Bremse funktioniert 1a. Da braucht man keine Fremdhersteller, 180er Scheibe oder sonstigen Mumpitz.
Keine Aufnahme, kein Bremssattel, und keine Scheibe sind 100% plan, das geht überhaupt nicht, ausser theoretisch.
Na ja, was solls, meine Empfehlung: Gut entlüften und Bremstechnik.
 

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Re: Extrem schnell abgenutzte Hinterradbremse
Meine Erfahrung erstreckt sich über 20 Jahre.
Das was du schreibst kann ich auch vorweisen.
Bei mir halten Bremsbeläge bis 10.000 Km
im Mittelgebirge mit hohem Systemgewicht.
Die Haltbarkeit hängt von dermaßen vielen Faktoren ab, dass es fast müssig ist, diese zu pauschalieren. Mittelgebirge sagt wenig aus. Ich fahre auch topografisch bedingt bei jeder Ausfahrt 700+ Hm und fallweise bis auf etwa 1200m Seehöhe rauf von 400m ausgehend; brauche aber bei Gott nicht in jeder Abfahrt die Bremse. Das hängt sehr stark von der Trassierung der Straßen/Kurven sowie dem Gefälle ab. Auch die Verkehrlage spielt eine Rolle. Es gibt Abfahrten auf Straßen, wo man es faktisch auslaufen lassen kann ohne den Finger an die Bremse zu bewegen. Ausser die Angst fährt mit...
Ich brachte das Bsp. mit dem Stadtverkehr, denn ich fahre etwa 3300km (nur mehr) im Mittel in der Stadt (Besorgungen etc.) pro Jahr. Nach grob 2 Jahren sind meine Beläge dahin ob des Stop-and-Go-Verkehrs. Keine Ahnung, wie oft ich von 30-50km/h auf 0 runterbremsen muss ob der Verkehrlage bei jeder einzelnen "Stadtausfahrt". Da geht einfach viel Belag auf. Solche Bedingungen hat kein Rennradfahrer üblicherweise.
Die kanarischen Inseln (speziell Gran Canaria im Norden/Osten, Teneriffa, La Gomera, La Palma) plus Madeira sind ein krasses Beispiel - sehr viel enge Kurven und Abfahren, wo kaum mehr als 35km/h gefahren werden kann und man fährt laufend rauf/runter bzw. hat kaum flache Passagen. Da stehst permanent auf der Bremse. Der Vulkanstaub tut noch das übrige beim Verschleiß. Ich verfuhr in meinem 2-wöchtigen Aufenthalt dort einen neuen Belag am Hinterrad auf 30.000 Hm mit 1300km und 11 Fahrtagen mit - zugegebenermaßen musste ich ob eines gebrochenen Speichennippels am Vorderrad untyptisch viel am Hinterrad bremsen.
Mein EBC gold Belag lief knapp 17.000+ km, bevor ich ihn wechselte - siehe Post zuvor - am Hinterrad. Da waren noch etwa 0,4mm Belag auf der Trägerplatte.
Dann kommen noch weitere Faktoren dazu wie eben das persönliche Bremsverhalten (z.B. Schleifenlassen vs. Punktbremsung), Verschmutzung durch Fahrbedingungen. Das Schleifenlassen ist aus meiner Erfahrung ein wesentlicher Grund für schnell abgefahrene Beläge - um auf das Threadthema zurück zu kommen. Aus Beobachtung von Radkollegen bei Ausfahrten kann ich sagen, dass gerade die Hinterradbremse hier besonders gerne dafür herhält.
Ich erinnere mich an originale Beläge von Magura in den 2010er Jahren, die zwar immens bissen, aber dafür sehr kurz hielten. Die bist am MTB keine 2000km im XC/Marathon gefahren - oder schlimmstensfalls 1 Rennen im Dreck. Die Belagsmischung ist für den Verschleiß nun mal zentral, wie bekannt sein dürfte.
Ich hatte noch nie Bremsbeläge die sich schnell abgefahren haben.
Was bedeutet schnell für dich? Ein sehr relativer Begriff. Für mich sind am Rennrad < 10.000km schnell.
Zweimal hatte ich Fremdhersteller, die teurer warn
als die Originalen, beide Male war ich nicht zufrieden. Eine gute und gepflegte Bremse funktioniert 1a. Da braucht man keine Fremdhersteller, 180er Scheibe oder sonstigen Mumpitz.
Fremdhersteller sind meist günstiger und ein Grund, warum es sie eben gibt. Jeder entscheidet für sich, was er am liebsten fährt. Natürlich gibt es auch teurere (ohne hier Marken nennen zu wollen) Anbieter, die meist viel versprechen, aber nicht unbedingt eine bessere Gesamtperformance (die nicht nur aus der maximal erzielbaren Bremskraft besteht) abliefern.
180iger Scheibe fahre ich am Rennrad am Vorderrad nur an 2 Rädern, sonst 160mm wie auch am Hinterrad. Bremst einen Tick besser ob des größeren Hebels. Manchmal habe ich fast Sorge, es zieht mir das Vorderrad beim Anbremsen einer Kurve weg, weil sie so beisst. Bin jedoch eher der Leichtgewichtsfraktion zu zu ordnen.
Keine Aufnahme, kein Bremssattel, und keine Scheibe sind 100% plan, das geht überhaupt nicht, ausser theoretisch.
Na ja, was solls, meine Empfehlung: Gut entlüften und Bremstechnik.
Wenn die Scheibenbremsaufnahme mit Werkzeug nachgearbeitet wurde, ist sie schon ziemlich plan bzw. steht 90° zur Steckachse - was das primäre Ziel der Nacharbeitung dieser Aufnahme ist. Hinreichend für die korrekte Montage des Bremssattels. Je nach Aufnahme. Ich habe an meinem Rad vorne den Flatmount, der in der Tat nicht ganz so plan ist, wie die IS 2000 Aufnahme am Hinterrad. Und sich auch stärker verwindet im Bremsvorgang, da aus Carbon gefertigt (vs. Aluminum am Hinterrad). Ganz besonders bei der 180mm Scheibe.
Eine entlüftete Bremse sehe ich als Voraussetzung für den Betrieb an - unabhängig welche Beläge verbaut sind. Umgekehrt gefragt: Wie kann man mit einer nicht entlüfteten Bremse überhaupt fahren?
Bremstechnik ist klarerweise ein heisser Tipp und für Anfänger besonders wichtig zu erlernen, wenn man längere Abfahrten fährt. Wenngleich, dort kommt diese eh von selbst häufig. Im MTB-Bereich klarerweise noch relevanter.
 
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