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Der Rennrad Reifen Thread

Ein Vorteil von BRR ist ja, dass immer das gleiche Messprotokoll und verwendet wird -> Vergleichbarkeit der Ergebnisse.
Wenn man die Anlage aendert kann man nicht mehr mit den vorherigen Messungen vergleichen.
Und warum soll eine Riffelblech Walze ungeeignet sein, durch Walkarbeit verursachte Verluste zu messen?
BTW, die Profis messen auch mit Stahlrolle:
https://www.test-industry.de/katalog-prufstande/reifen-rollwiderstand-prufstand/
https://www.inmess.de/en/rolling-resistance-measuring-machine-rrm/


Edit: im Reifen Industrie Test Protokoll steht z.B.
"Surface
The surface of the drum shall be smooth steel."
Schau dir mal die Größe der Rollen an. Ab 180cm Durchmesser wird auch ein Schuh draus. Das benötigt man mindestens, um eine Flache Auflagefläche zu simulieren. Davon ist BRR halt schon ein Stückchen weg.
Du kannst das ja gerne als den Mega Test sehen, ich nehme die Tests eher zur Kenntnis.
 
Schau dir mal die Größe der Rollen an. Ab 180cm Durchmesser wird auch ein Schuh draus. Das benötigt man mindestens, um eine Flache Auflagefläche zu simulieren. Davon ist BRR halt schon ein Stückchen weg.
Du kannst das ja gerne als den Mega Test sehen, ich nehme die Tests eher zur Kenntnis.
Du kannst es ja mit den Protokollen aus Silverstone vergleichen wo sie auf einer Art Laufband mit unterschiedlichen Oberflächen testen.

Aus diversen eigenen Effizienztests (insbesondere auf dem tt Bike, vorm kotl damals aber auch Rennrad) kann ich dir aber sagen, dass die grundsätzliche Richtung von brr gar nicht so schlecht ist.
 
Aus diversen eigenen Effizienztests (insbesondere auf dem tt Bike, vorm kotl damals aber auch Rennrad) kann ich dir aber sagen, dass die grundsätzliche Richtung von brr gar nicht so schlecht ist.
Das bezweifele ich auch nicht im geringsten. Allerdings bezweifle ich, das die Werte auf Asphaltierten Straßen keinen so großen Unterschied machen wie auf der Rolle.
 
Ich habe jetzt mal den Conti Grand Prix 5000 S TR, Pirelli P Zero Race und den Michelin Powercup TLR in die engere Auswahl genommen. Jeweils in 30mm, wie ein paar Seiten vorher geschrieben, sollen sie im Endeffekt auf 32 aufbauen.

Laut BRR liegen die ja recht eng beisammen von den Werten her.
Der Knackpunkt ist hier der Preis, der Pirelli ist knapp 15 - 20€ billiger als die anderen beiden.

Ich würde mich in diesem Fall für den Pirelli entscheiden.

Er würde in Ausnahmefällen mal nen Kiesweg sehen, wenns nicht anders geht.
Er wird zu 99% auf der Straße bewegt werden, die Kieswege sollen aber ihren Schrecken verlieren.

Ist der hier geeignet, oder soll ich doch Richtung Conti AS TR oder dergleichen schielen?
 
Schau dir mal die Größe der Rollen an. Ab 180cm Durchmesser wird auch ein Schuh draus. Das benötigt man mindestens, um eine Flache Auflagefläche zu simulieren.

Sagt wer?

Man nehme:

Ergebnis:
  • Die Länge der Aufstandfläche eines 28er GP5000 bei 5.6bar und 42.5kg Last beträgt auf einer 77cm Rolle 110.42mm
  • Die Länge der Aufstandfläche des gleichen Reifens unter gleichem Druck und gleicher Last auf einer 180cm Rolle beträgt 110.28mm
  • Die größere Rolle ist damit in der Tat näher an der Länge der Aufstandfläche des gleichen Reifens unter gleichem Druck und gleicher Last auf ebenem Untergrund, die 109.77mm beträgt

Zur Einordnung: auf ebenerm Untergrund wäre die Aufstandfläche des obigen Reifens bei 6.2bar (also 3.9mm Eindellung statt 4.5mm bei 5.6bar) um volle 7.3mm kürzer. Das ist ein ziemlich genau 10x größerer Unterschied als der, welcher bei 5.6bar durch die Nutzung einer 77cm Rolle entsteht, und ergibt einen RoWi Vorteil von 0.6W.

Man kann also grob annehmen, dass der Messfehler, den BRR durch die 77er Rolle macht, bei deutlich unter 0.1W (und zwar tendenziell zu hoch) liegen dürfte. Das kann man m.E. guten Gewissens vernachlässigen, zumal wenn man sich schon an der Oberflächenbeschaffenheit der Rolle gegenüber echtem Asphalt stört, auch die Annahme eines perfekt planen Untergrunds ohne jede Wölbung nicht sehr realistisch scheint.

Hinzu kommt: letztlich geht es ja gar nicht um den absoluten RoWi in Watt, sondern die Frage, ob Reifen A schneller ist, als Reifen B. Und wenn A auf der BRR Rolle besser abschneidet, sehe ich wenig Anlass zu glauben, dass er das (zumindest bei ähnlicher Temperatur) nicht auch auf der Straße tut. Zumindest der Fehler durch den Rollendurchmesser wirkt ja auf beide Reifen systematisch gleich, sollte die Relationen also nicht nennenswert verfälschen.

Aber alle Angaben ohne Gewähr ;)

EDIT: Wem diese Längen etwas groß vorkommen - den Gedanken hatte ich auch. Allerdings:

https://www.instagram.com/p/CT4cZaesRtf/

Der Maßstab lässt sich ohne Referenz schwer einschätzen und es gibt keine Angabe darüber, wie breit die Felge dort war, aber wenn das ein A4 Papier ist, liege ich mit gut 10cm jetzt nicht um Größenordnungen daneben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe jetzt mal den Conti Grand Prix 5000 S TR, Pirelli P Zero Race und den Michelin Powercup TLR in die engere Auswahl genommen. Jeweils in 30mm, wie ein paar Seiten vorher geschrieben, sollen sie im Endeffekt auf 32 aufbauen.

Laut BRR liegen die ja recht eng beisammen von den Werten her.
Der Knackpunkt ist hier der Preis, der Pirelli ist knapp 15 - 20€ billiger als die anderen beiden.

Ich würde mich in diesem Fall für den Pirelli entscheiden.

Er würde in Ausnahmefällen mal nen Kiesweg sehen, wenns nicht anders geht.
Er wird zu 99% auf der Straße bewegt werden, die Kieswege sollen aber ihren Schrecken verlieren.

Ist der hier geeignet, oder soll ich doch Richtung Conti AS TR oder dergleichen schielen?
Conti GP 5000 Clincher gerade gemessen auf C25 Hakenfelge (Carbon mit 32 mm Aussenmass, Latexschlauch):
  • 30er mit 4,5 Bar --> 31,2 mm
  • 32er mit 4 Bar --> 32,2 mm
Der Tubetype ist nachwievor der "günstigste" und ausdauerndste 5000er, mit Latex- oder dünnem TPU-Schlauch so schnell wie der S TR. In 32 mm geht damit recht komfortabel Champagner-Gravel.

Den 5000 AS fahre ich in 35 mm mit Milch auf dem Allroad; der hat auf der Strasse viel Nasshaftung und verkraftet wegen seinen stabilen Seitenwänden auch richtig groben Schotter, ist dadurch aber schwerer und nicht ganz so schnell.

1769887689398.png
 
Zuletzt bearbeitet:

Interessant, das geht doch sogar weitgehend in die selbe Richtung wie mein eigenes Argument - die konvexe Oberfläche der Rolle verlängert die Aufstandfläche des Reifens und erhöht so (ein wenig) den RoWi. Anders ist lediglich die Behauptung, dass der Rolleneffekt nicht alle Reifen gleich stark betrifft:

Rene Herse schrieb:
There’s another problem with lab tests on drums: The drum is convex, and it digs into the tire more than a flat road surface. This flexes the tire more, and it increases its rolling resistance. That alone wouldn’t be a huge problem, if it affected all tires the same. But it doesn’t: Supple tires deflect more than stiff tires. That means they have a disadvantage on the steel drum that doesn’t exist in the real world. Even if drum tests show supple tires being faster, they won’t show the full advantage you get from running supple tires.

...

A small drum will penalize supple tires and knobbies more than a large drum. From what I’ve heard from tire engineers, you need a drum that’s at least 1.8 m (6 ft) in diameter if you want to reduce this effect to the point where it’s no longer a problem.

Das leuchtet mir nicht ein, warum sollte ein Reifen mit geschmeidiger Karkasse sich nicht auch auf der Straße unter der Last stärker verformen, als ein steifer Reifen? Wenn das nicht der Fall ist, woher rührt dann der höhere Komfort, mit dem Rene Herse so gerne wirbt (oder gibt's den dann auch nur auf dem Rollentrainer)?

Letztlich scheint mir, dass sich ein geschmeidiger Reifen einfach verhält, wie ein steiferer bei etwas abgesenktem Druck - inklusive RoWi Nachteil auf ebenem Untergrund .Jedenfalls bei gutem Belag - im Gelände mag die höhere Dämpfung die Kräfte des Fahrers mehr schonen, als ein niedriger RoWi. Das sind dann aber 2 verschiedene Wirkmechanismen, die man nicht in einen Topf werfen sollte.
 
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