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Bikerouter - Eure Erfahrungen

Frankenheiner

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Hallo in die Runde,
ich bin auf der Suche nach einem besseren Routenplaner auf Bikerouter gestossen. Bisher hat mich immer gestört, dass ich Abschnitte mit Feld- bzw. Wiesenwegen in meiner Router wiederfand, obwohl "Rennrad" als Kriterium angegeben war (Garmin, Maps oder Komoot).

Speziell würde ich eure Erfahrungen zu folgenden Punkten gerne wissen:
-Stimmen die prozentualen Angaben zu den verschiedenen Untergründen?
-Was ist die beste Vorauswahl um so wenig wie möglich unbefestigte Wege zu haben (damit meine ich Rennrad wenig, weniger oder sehr wenig Verkehr)

Vielen Dank und noch einen schönen Tag!
 

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Re: Bikerouter - Eure Erfahrungen
Hilfreichster Beitrag geschrieben von Marcus

Hilfreich
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Bikerouter - ich kenne nichts besseres! Viel anpassbarer als Komoot. Und nutzt die gleiche Datengrundlage.

Qualität der Aussagen zu Wegbeschaffenheit hängen von den einzelnen OSM-Beitragenden ab - passt aber in meinen Gegenden immer.

Die Rennrad Routing-Profile meiden unbefestigte Wege bereits wie der Teufel das Weihwasser. Je mehr Verkehrstoleranz Du angibst, desto kürzer wird die Strecke, bei tendenziell mehr Bundesstraßen.

Ausprobieren und zu den eigenen Vorlieben nachschärfen.
 
Menschen die (unentgeltlich) am Open Street Map (OSM) Projekt mitarbeiten und helfen eine frei verfügbare Karte zu generieren? OSM ist für viele Navigationssysteme die Datengrundlage, unter anderem eben auch brouter und komoot.

Ich nutze nur brouter, aber was dabei rauskommt hängt halt auch stark vom verwendeten Profil ab - und wenn die Datengrundlage nicht passt kommt unter Umständen auch Murks raus. Rennrad low traffic ist immer mein erster Entwurf für Strecken wenn ich mich nicht auskenne. Vollkommen ohne gesunden Menschenverstand kann man trotzdem nicht drauflos planen.
 
und wenn die Datengrundlage nicht passt kommt unter Umständen auch Murks raus
Jup kann ich bestätigen. Erst die Tage wieder Bikerouter neben Komoot angeschmissen. Bei Bikerouter, egal welches Rennrad-Profil ich genutzt habe, das Ding schickt einen durchgehend die viel befahrenen Land- und Bundestraßen lang. Komoot hatte fast auf Anhieb die idyllische Route vorgeschlagen. Ging um ne Route durch Brandenburg, hier hat Komoot vielleicht „Heimvorteil“.
 
Jup kann ich bestätigen. Erst die Tage wieder Bikerouter neben Komoot angeschmissen. Bei Bikerouter, egal welches Rennrad-Profil ich genutzt habe, das Ding schickt einen durchgehend die viel befahrenen Land- und Bundestraßen lang. Komoot hatte fast auf Anhieb die idyllische Route vorgeschlagen. Ging um ne Route durch Brandenburg, hier hat Komoot vielleicht „Heimvorteil“.
Mach mal ein Beispiel, in meiner Gegend ist das anders.
Also gleicher Start und Zielort etc.
 
Ich bin sehr zufrieden mit Bikerouter/Brouter. Für Rennrad nehme ich das Profil Rennrad/wenig Verkehr (brouter.de).

Man muss das Konzept bei Bikerouter verstehen. Es Router nich „nur“ auf verkehrsarmen Nebenstraßen, sondern gewichtet den Umweg ggü. der direkteren verkehrsreichen Route. Wenn der Umweg zu groß wird, Router er über die Hautptstrasse.

Ich schau mir den Track kritisch an und setzte ggf. weitere Zwischenpunkte, wenn ich eine mir zu große Hauptstraße sehe.

Das schöne ist ja, dass man das Routingprofil anpassen kann, also größere Umwege akzeptieren kann (also die Kosten für die Hauptstraße hochsetzt).

Und dazu noch kostenlos
 
Konfigurierbarkeit und Bedienbarkeit Top. Und kein account nötig wie bei Komoot und zeugs.

Aber man muss sich halt auch damit befassen. Der Rennrad filter vermeidet häufig zu aggressiv hübsche Wege. In der Vergangenheit hat er z.b. in Berlin auch mal teile der Krone ignoriert weil die halt nur als 'path' vertaggt sind in OSM Daten.
Am extremsen hier diese 2 Fälle
"Rennrad":
https://brouter.de/brouter-web/#map...0.073119;25.538175,69.458999&profile=fastbike
"Trekking":
https://brouter.de/brouter-web/#map...nlats=24.923397,70.073119;25.538175,69.458999

Schlappe 320km Umweg.
Das Trekking Profil sieht das die Straße als Radweg eingetragen ist und beachtet Sie.
Das Rennrad Profil sieht das die Straße als 'trunk' (Schnellstraße) eingetragen ist und vermeidet Sie. Die OSM-Daten sind für Norwegen völlig korrekt die Straße hat dort diese Level - aber trotzdem nur 1 Auto/Stunde :) (Ok, ich geb zu bins nur 1x gefahren vielleicht gibts auch mal mehr)

Will heißen: Es hängt viel von den OSM-Daten und dem Profil ab.

Je nach Land sind die üblichkeite der OSM-Tags auch bissel anders und es braucht anderes Profil. Vielleicht ist es das was die großen Apps noch bissel schlauer machen. Und Komoot nimmt ja auch die Heatmap mit in ihren Daten rein aka "Schwarmintiligenz" sowas fehlt brouter

Wenn man die Streckenlänge optimieren will lohnt es sich auch mal mit anderen Profile zu schauen ob es nicht sinnvolle kurze "nicht rennrad taugliche" stücken gibt.
 
Ich kann meine Vorredner nur unterstützen.
Wenn man dem kompletten Automatismus eines Profils vertraut wird immer ein Kompromiss herauskommen. auch wenn die BRouter Profile inzwischen schon sehr ausgefeilt sind.
Rein technisch betrachtet ist der Routingalgorithmus eine Aufwandskostenminimierung. Wenn man spezielle Wünsche hat, wie bestimmte Strassentypen komplett vermeiden oder durch bestimmte Gegenden routen oder vermeiden, dann muss man entweder durch Setzen von Zwischenpunkten oder Nogo Zones das BRouter mitteilen und/oder das Profil stark nachschärfen wie das kpl. Verbieten von Strassentypen. Das funktioniert ganz gut.
Z.B. habe ich für die Routenplanung für ein unsupported bike race mit vielen banned roads ein spezielles BRouter Profil erstellt. Und danach hat mir BRouter einen fast schon optimalen Routenvorschlag präsentiert. Das hätte mich ansonsten Stunden über Stunden an Planung gekostet.
Für Gegenden die ich nicht wie meine eigene Westentasche kenne, ist BRouter mein GoTo tool für die initiale Routenplanung, die ich dann nur noch für mich persönlich manuell anpasse in meinem HausUndHof Routenmanagementportal.
 
Klingt alles sehr interessant. Werde mir Bikerouter auf jeden Fall mal anschauen. Schadet ja nichts eine Alternative zu Komoot zu haben. Hab unter Windows viel mit Garmin Basecamp gearbeitet. Aber das funktioniert unter meinem aktuellen nur Linuxsystem nicht. Und Windows möchte ich definitiv nicht mehr.
 
Man muss das Konzept bei Bikerouter verstehen.
Es ist vom Konzept her ziemlich leicht.
Und das dürfte sich auch bei anderen Router nicht unterscheiden.

Du hast einen gerichteten, gewichten Graph. Also ein "Netz" wo an jeder linie zwischen 2 Knoten die Entfernung dran steht. Und dann sucht man die kürzeste Kombination raus. (=> Mehr siehe Graphentheorie)

Im speziellen hat Brouter jetzt einen Satz Regeln (das Profil) mit dem bei bestimmten Attributen für eine Straße deren Strecke virtuell verlängert wird. Also z.b. Strecken mit Kopfsteinpflaster werden immer mit doppelten km gezählt. Was dazu führt das (falls möglich) ein anderer Weg genommen wird.

Im Umkehrschluss: Wenn du dein eigenes Paris-Roubaix machen willst kannst du auch alles außer Kopfsteinpflaster abwerten! Und da liegt die stärke von brouter - eben die Konfigurierbarkeit.

Was Brouter als Bonus gegenüber anderen hat (soweit ich weiß) das er zusätzlich zu den Straßen-Gewichtungen auch Gewichtung für's Abbiegen vergibt. So vermeidet er das man durch Wohngebiete kurvt nur um 50m zu sparen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich nutzte nur Brouter und finde es wunderbar. Klar gibt es immer mal wieder lustige Momente, aber die gibt es auch mit allen anderen Programmen. Ich bin schon viele Sommerurlaube gefahren, indem ich am Morgen auf dem Handy auf das Ziel geklickt habe und nur die Art ausgewählt habe (Rennrad, Rennrad wenig Verkehr, Gravel oder Trecking) und dann ab auf Garmin. War durchgehend gut, sicher nicht immer perfekt, aber was ist das schon.

Mir hat das Video (YouTube) noch mal ein wenig geholfen die Seite besser zu verstehen (hier erklärt der Entwickler seine eigenes Produkt).

Und wenn die Fahrradgemeinde ein so wunderbares, kostenfreies, umkommerzielles und datenschutzfreundliches Tool behalten will: Spenden nicht vergessen https://bikerouter.de/supporters/
 
Hallo in die Runde,
ich bin auf der Suche nach einem besseren Routenplaner auf Bikerouter gestossen. Bisher hat mich immer gestört, dass ich Abschnitte mit Feld- bzw. Wiesenwegen in meiner Router wiederfand, obwohl "Rennrad" als Kriterium angegeben war (Garmin, Maps oder Komoot).

Speziell würde ich eure Erfahrungen zu folgenden Punkten gerne wissen:
-Stimmen die prozentualen Angaben zu den verschiedenen Untergründen?
-Was ist die beste Vorauswahl um so wenig wie möglich unbefestigte Wege zu haben (damit meine ich Rennrad wenig, weniger oder sehr wenig Verkehr)

Vielen Dank und noch einen schönen Tag!
Ich nutzte seit Jahren nur noch brouter für Tourenplanung:
Prozentuale Angaben für Untergrund stimmen ziemlich überein..alles sehr zuverlässig.

Die beste Vorauswahl für unbefestigte Wege ist für mich das Profil „Wandern“ für MTB und „Rennrad Randonneur“ oder „wenig Verkehr“.
 
Danke für die zahlreichen Kommentare!

Kurze Frage hab ich aber noch:
Gibt es eine maximale Streckenlänge bei der Planung bzw Erstellung? Oder bekannte Probleme wenn die Route über Grenzen führt?
Mein Problem ist das sich bikerouter mit meiner Strecke "zu Tote rechnet und kein Ergebnis liefert?!
Strecke ist ca. 550km, von Nordbayern bis Nähe Innsbruck.

Danke!
 
Das liegt an der dahinterliegenden Rechenpower und die ist beschränkt.
Ich teile inzwischen solche Strecken in 3 Teile auf und optimiere dann diese.
Das geht flotter.
 
Danke für die zahlreichen Kommentare!

Kurze Frage hab ich aber noch:
Gibt es eine maximale Streckenlänge bei der Planung bzw Erstellung? Oder bekannte Probleme wenn die Route über Grenzen führt?
Mein Problem ist das sich bikerouter mit meiner Strecke "zu Tote rechnet und kein Ergebnis liefert?!
Strecke ist ca. 550km, von Nordbayern bis Nähe Innsbruck.

Danke!
Ja, bikerouter geht bei langen Strecken in die Knie. Wenn man zwischendrin noch ein paar Punkte setzt geht es oft besser. Die kann man dann ja später nach Bedarf verschieben.
 
Die eigentliche Länge der Gesamtstrecke ist kein Problem.
Teilstrecken über (je nach Straßendichte) 80-100km ohne Zwischenpunkte können schon mal länger dauern.
Sehe ich für meine Art der Nutzung aber nicht problematisch, ich will eh die Kontrolle über die Strecke haben und setze eher mehr als weniger Zwischenpunkte.
 
Danke für euer feedback :daumen:

Hab mir u.a. auch mal das ein oder andere Video angeschaut und bin echt überzeugt davon mein DIY Brevet im Sommer über bikerouter zu basteln
 
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