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Dunkelhäutige Rennradfahrer

stormcloud

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Hallo,

wieso sieht man eigentlich bei den Radprofis keine dunkelhäutigen Fahrer?
Diese Frage stellte sich heute im Kollegenkreis.

Wenn ich z.B. an die Äthiopier oder Kenianer beim Langstreckenlauf / Marathon denke, könnte ich mir ähnlich tolle Leistungen auch auf dem Rennrad vorstellen...

Weiß hier jemand mehr zu diesem Thema?



Viele Grüße von Josef
 
AW: Dunkelhäutige Rennradfahrer

Hallo,

wieso sieht man eigentlich bei den Radprofis keine dunkelhäutigen Fahrer?
Diese Frage stellte sich heute im Kollegenkreis.

Wenn ich z.B. an die Äthiopier oder Kenianer beim Langstreckenlauf / Marathon denke, könnte ich mir ähnlich tolle Leistungen auch auf dem Rennrad vorstellen...

Weiß hier jemand mehr zu diesem Thema?



Viele Grüße von Josef


Mal ein paar Ansätze: Radfahren kostet Geld, das merkt hier wahrscheinlich jeder. Man muss die Möglichkeit haben, überhaupt ein Rad zu kaufen. In Kenia würde man wahrscheinlich meine Stadtschlampe als Ferrari bezeichnen.
Man braucht Straßen - obs RR taugliche Trainingsstrecken in Kenia gibt, wage ich zu bezweifeln.
Man braucht Zugang zur Technik, also Material, Kenntnisse. Mich nervts schon hier, wenn ich mal was nicht bekomme, in Kenia wird Scott sicherlich keine Niederlassung eröffnen.

Kurzum. Es käme dort wohl keiner dazu, was einfach mit den ländlichen Bedingungen und der Umgebung zu tun hat.

Außerdem sind die meisten dort mit anderen Dingen beschäftigt, als am Rad zu basteln. Das ganze ist deutlich zeit- und geldintensiver als Laufsport.

Laufen heißt für mich, Klamotten an, Schuhe an und los gehts. RR Fahren ist deutlich (!!) aufwändiger.

Ein ehemaliger Schulkollege, selbst aus Ostafrika kommend meinte, dass die Schüler dort schon 10km in die Schule "laufen", somit ist es naheliegend, den Sport zur Nebensache zu machen. Die laufen teils sogar barfuß.
 
AW: Dunkelhäutige Rennradfahrer

Genau. Und dort, wo die Infrastruktur da ist, gibt es auch dunkelhäutige Radfahrer, hier mal ein Bild aus Guadeloupe:

guad_027.jpg


Profis gibt es übrigens auch aus den französischen Karibik-Departementen, bei Bouygues Telecom fährt einer, Rony Martias.
 
AW: Dunkelhäutige Rennradfahrer

fehlen die strassen technisches geraet und die trainer
fietsen-kenia-masai.jpg
5836c1a368d1bee5f12f5c02d6f50dfa.jpg
 
AW: Dunkelhäutige Rennradfahrer

Mal ein paar Ansätze: Radfahren kostet Geld, das merkt hier wahrscheinlich jeder. Man muss die Möglichkeit haben, überhaupt ein Rad zu kaufen. In Kenia würde man wahrscheinlich meine Stadtschlampe als Ferrari bezeichnen.
Man braucht Straßen - obs RR taugliche Trainingsstrecken in Kenia gibt, wage ich zu bezweifeln.
Man braucht Zugang zur Technik, also Material, Kenntnisse. Mich nervts schon hier, wenn ich mal was nicht bekomme, in Kenia wird Scott sicherlich keine Niederlassung eröffnen.

Selbst in Kenia leben nicht alle in Lehmhütten...Immerhin gibt es in Südafrika ne Scott-Vertretung und auch in einigen anderen Ländern wo man es nicht glauben würde.
 
AW: Dunkelhäutige Rennradfahrer

Selbst in Kenia leben nicht alle in Lehmhütten...Immerhin gibt es in Südafrika ne Scott-Vertretung und auch in einigen anderen Ländern wo man es nicht glauben würde.
Dann wird es irgendwann auch Radprofis aus diesen Ländern geben, sowas muss sich halt nur entwickeln. Und davon sind Länder aus Zentralafrika doch noch etwas weiter entfernt als Südafrika, behaupte ich mal. Aus Südafrika kommt übrigens einer der Sprinter der Tour.
 
AW: Dunkelhäutige Rennradfahrer

Hallo,

danke für eure Antworten!

Wünsche euch einen trockenen Tag mit freier Bahn....



Viele Grüße von Josef
 
AW: Dunkelhäutige Rennradfahrer

Es gib (gab) einen belgischen ex-Cross/Rennradler (Roger De Vlaeminck, viermaliger Paris-Roubaix Sieger) der ein Profi Crossteam aus Afrikanern zusammengebastelt hat, das ganze wurde dann im Fernsehen ausgestrahlt ("Allez Allez Simbabwe"). Hier im holländischen Fernsehen wird das zur Zeit Abends wiederholt. Richtig gut abgeschnitten haben die Jungs aber nie.
 
AW: Dunkelhäutige Rennradfahrer

Selbst in Kenia leben nicht alle in Lehmhütten...Immerhin gibt es in Südafrika ne Scott-Vertretung und auch in einigen anderen Ländern wo man es nicht glauben würde.

Zwischen Südafrika und anderen Ländern Afrikas liegen allerdings Welten, was die Infrastruktur angeht. Allein die massive Armut lässt drauf schließen, dass Leute dort für Luxusartikel - zumindest die Masse - kein Geld hat.

Die Profigeschichten sind ja noch ganz andere. Hier ist es wie mit dem Fußball. Irgend eine Mannschaft aufstellen, reicht da nicht, bei der int. Konkurrenz. Man braucht eine Masse, die Rad fährt, semi/professionell, um aus der Masse die besten zu fischen. So wie im Fußball. Und diese Massen stehen dort nicht zur Verfügung, mag sein, dass es einzelne Radler dort gibt, die sich irgendwie ermöglicht haben, zu trainieren, aber die werden einfach nicht die Möglichkeit haben, an der Spitze der Internationalen zu fahren, oder sie sind nicht gut genug. Gibt sicherlich verschiedene Ansätze, warum man so wenige von denen dort findet.

In anderen Sportarten findet man übrigends auch selten Mitstreiter vom afrikanischen Kontinent - Formel 1, Wintersportarten ;)
 
AW: Dunkelhäutige Rennradfahrer

wer sagts denn[YT="Tour of Eritrea 2008 Cycling Race Begins (Total 1178 km)"]a7ZPJCTcHcI[/YT]


 
AW: Dunkelhäutige Rennradfahrer

Es gib (gab) einen belgischen ex-Cross/Rennradler (Roger De Vlaeminck, viermaliger Paris-Roubaix Sieger) der ein Profi Crossteam aus Afrikanern zusammengebastelt hat, das ganze wurde dann im Fernsehen ausgestrahlt ("Allez Allez Simbabwe"). Hier im holländischen Fernsehen wird das zur Zeit Abends wiederholt. Richtig gut abgeschnitten haben die Jungs aber nie.

Es gibt auch Holländer, die ein asiatisches Profiteam auf die Beine gesbracht haben. Guckst Du hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Marco_Polo_Cycling_Team
 
AW: Dunkelhäutige Rennradfahrer

Also Armut kann doch nicht der Grund sein warum es so wenige farbige Fahrer gibt.Klar ist der Sport teuer aber es gibt doch bespielsweise genug farbige Amerikaner,die jetzt nicht alle arm sind.
Einen richtiger Grund fällt mir da jetzt nicht ein.Es sind schon sehr wenige farbige.Jedenfalls gibt es jetzt keinen großen Radprofi.
Auf der Bahn gibts ein paar.Straßenfahrer kaum.
 
AW: Dunkelhäutige Rennradfahrer

aber es gibt doch bespielsweise genug farbige Amerikaner,die jetzt nicht alle arm sind.
Einen richtiger Grund fällt mir da jetzt nicht ein.

Vielleicht muss man da aber auch einfach sehen, dass Radsport in den USA der absolute Außenseiter ist. Wenn Lance da irgendeine Wirkung bei der Jugend gezeitigt hat, dann dauert es ja noch ein paar Jahre, bis die im Profizirkus mitspielen. Schau Dir mal die TdF an - da sind, glaube ich, nur drei Amerikaner dabei...
 
AW: Dunkelhäutige Rennradfahrer

Vielleicht muss man da aber auch einfach sehen, dass Radsport in den USA der absolute Außenseiter ist. Wenn Lance da irgendeine Wirkung bei der Jugend gezeitigt hat, dann dauert es ja noch ein paar Jahre, bis die im Profizirkus mitspielen. Schau Dir mal die TdF an - da sind, glaube ich, nur drei Amerikaner dabei...

Irgendwann hab ich in der Tour mal nen Bericht über RRler in den USA gelesen. Es scheint dort eher ein Soprt der Besser-Betuchten zu sein, vielleicht wie bei uns Golf und Tennis oder so.

Es gibt in den USA wie auch bei anderen Sportarten prima aufgezogene Universitäten-Teams. Dort sieht man auch entsprechend "Minoritäten" wie Chinesen, Inder, Schwarze.

Ansonsten würd ich schon sagen, dass es eine Frage des Geldes ist. Um in ein Profiteam zu kommen, muss man erstmal gut sein. und gut wird man nur durch Renn-Erfahrung. Jemand der mit dem gespendeten Uralt-Renner Cracks mit Top-Ausrüstung abhängen will, muss schon WIRKLICH gut sein...

Dazu kommt evtl. noch, dass in anderen Ländern/Kontinenten Radsport nicht wirklich verwurzelt ist. Guck nach Kenia, Marokko usw. wenn Du dort Profisportler werden willst, wirst Du Läufer.
 
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