So mein lieber Stammtisch- ich möchte mit euch meine Erfahrungen meiner ersten Langdistanz-Fahrt teilen ❤
In der Nacht auf Donnerstag sollte ich mich um 3:30 mit meinen Lieblings-Vereinsmenschen Treffen, um gemeinsam mit dem Vereinsbus nach Nürnberg zu dem Start der Schweinshaxentour zu fahren. Die Schweinshaxentour ist eine Veranstaltung der Schleudergang; 100 Leute aufgeteilt in 3 Gruppen fahren gemeinsam in den Englischen Garten - machen eine Stunde Mittagspause und zurück => 380 km; 3000hm.
Typischerweise bin ich um 22Uhr im Bett und schlafe Problemlos ein - in dieser Nacht liege ich noch um 23:30 im Bett wach vor Aufregung und lese- irgendwann schlafe wohl doch ein, bin allerdings schon wieder um 2Uhr wach -nüzt nix, dann kann ich auch aufstehen -Frühstücken -Kaffetrinken etc....
Pünktlich um 3:30 sind wir alle im Bus und auf den nach Nürnberg. Dort treffen wir uns um 5 unseren Mitstreitern Ein bunter -leicht nervöser Haufen unterschiedlicher Radfahrer-Typen: der Klassische Stah-Renner-Typ, der Expeditions-Taschen-Typ, der Rapha-Typ etc.. mit 3 Frauen ist das Geschlechter Verhältnis unterirdisch.
Die Gruppen finden sich spontan zusammen und in 10 Minuten Abständen wird gestartet.
Es ist kalt irgendwas zwischen 0 und 3 Grad - die ersten 2Stunden- Stille oder Kommentare über eiskalte Finger und Füße; einige beschäftigen sich ernsthaft mit dem Gedanken Aufzugeben. Ich versuche Aufzumuntern: "Der kälteste Teil der Nacht zwischen 5 und 7 ist nun vorbei; es wird jetzt mit jeder Stunde wärmer werden. (Da kam mir meine Winter/Pendel Erfahrung zu Gute )- auch ich habe vor kälte geschwollene Hände. Aber niemand bricht ab
Das Fahren in der Gruppe ist easy 30km/h mit 100Watt die kurzen Hügel, die es gibt fahre ich in der Gruppe gut an der Schwelle mit- Fritz hat mir eingebläut: lass die Kerle im Wind fahren und bleib im Windschatten -sein Wort mein Befehl - allerdings kämpfe ich ein bisschen mit Langeweile.
Erste Pinkel Pause bei km 40- nach der sich alle gesehnt haben - ich stelle fest in einem Wald mit 35 Männern kann ich nicht - das nennt sich wohl: schüchterne Blase - egal ich weiß bei km ~80 gibt es eine Tankstellenpause.....
Die Stimmung wird immer Besser und wir fliegen dahin - bis 30 Kilometer vor München an einem Hügel meine Kette nach innen abfällt (
SRAM 
) und sich so verkeilt, dass ich sie nicht mehr rausbekomme. Meine 3 Lieblingsmenschen bleiben bei mir - die Gruppe fährt weiter zum Englischen Garten. Nach hin und her beschließen wir die Kurbel auszubauen (am Multiool ist ein passender Imbus dran) und der Herr R. hat genügend Power

die Kurbel aufzuschrauben (positiv:
Sram Kurbeln benötigen keinen Abzieher

). Die Kette ist frei und die Kurbel schnell wieder montiert. Also geht es auch für mich weiter und wir fahren zügig nach München - das Stop und Go des Stadtverkehrs hat für mich Kriteriums Charakter - dieses Anfahren muss ich Üben...). Im Englischen Garten treffen wir wieder den Rest der Gruppe -ich bin im 7 Himmel.
Der Rückweg ist auffallend Unaufällig - wir fliegen weiterhin in der Gruppe dahin - allerdings scheinen einige Mitfahrer zu leiden - einem gebe ich mein Gel mit Koffein - in der Hoffnung das es Hilft Ich wurde gewarnt, dass die man die letzten 80 Kilometer traditionell leidet - und ich warte ein bisschen darauf aber leiden stellt sich nicht ein - bei Kilometer 250 eher so etwas wie ein Runner's High; sodass ich nicht direkt im Wind fahre aber dann doch in der zweiten Reihe. Irgendwann sind wir dann in zurück Nürnberg - unaufgeregt, zufrieden - glücklich.
Eine tolle Veranstaltung, für alle die gerne Fahrrad fahren und gerne auch gemütlich zu cruisen. Ich bin noch nie so entspannt in einer Gruppe gefahren. Es gab ein Begleitauto, dass uns auf dem Hin- und Rückweg und zweimal versorgt zu den Pausenpunkten versorgt hat - für mich das "Schatz-Auto" gefüllt mit lauter Junkfood (und Obst): Säfte/Wasser/Erdnüsse/Snicker/Bounties/Tucs/Brezeln/Saure Gurken.... . Durch die Gruppe und Versorgen war es wirklich eine easy Runde - ohne jemals ein Brevet gefahren zu sein -stelle ich mir solch eine Veranstaltung über dieselbe Distanz deutlich schwieriger vor.
Das einzige was mir ein bisschen Gedanken bereitet: die letzte Stunde hat mein linkes Knie an der Außenseite zu schmerzen (nicht schlimm, aber eben da). Heute morgen war es beim Treppensteigen dumpf noch da, ich denke morgen ist der Schmerz weg. Meine Sitzposition ist also noch nicht optimal - ich möchte aber vor Bimbach auch nicht nicht mehr experimentieren.
Liebe Grüße und schönes Wochenende