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unterwegs mit dem klassiker

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Re: unterwegs mit dem klassiker
na ich glaub Fausto Coppi mit seinen doch sehr speziellen Körpermaßen ist nicht so unbedingt ein gutes Beispiel. Auf Bilder läßt sich das aufgrund der verschiedenen Perspektiven auch nicht immer gut vergleichen, aber ich habe mich im Studium sehr intensiv mit Sitzpositionen und deren Entwicklung in den letzten Jahrzehnten beschäftigt. Es ist ja auch nicht nur die Länge, sondern die ganze Position auf dem Rad, die sich geändert hat, also auch die Überhöhungen und der Sattelversatz. Generell kann man aber auch sagen, dass es da früher größere individuelle Unterschiede gab, weil nicht für jeden die neuesten Forschungsergebnisse greifbar waren.
Nichtsdestotrotz kann ja jeder fahren, wie er will und Ausnahmen gibts immer. allerdings wird zumindest bei den Profis doch heute sehr drauf geachtet, dass die nicht so aus der Norm fallen.

zu den besonderne coppischen körpermaßen kann ich nichts sagen.
jeder der "ernsthaft" rad fährt kommt über kurz oder lange nicht umhin sich mit seiner position auf dem rad zu befassen und damit auch mit der geometrie seines rades. da bist du nicht alleine. mir ist aber aufgefallen, daß die rahmen vielleicht bis die 60er jahre, die franzosen noch länger, längere oberrohre hatten. und meist auch relativ kürzere vorbauten verbaut waren.
an dem was profis fahren sich als hobbyfahrer zu orientieren, wird zwar gerne gemacht, ist aber vermessen. es macht einfach einen unterschied ob ich im jahr 20.000 km auf dem rad bin oder vielleicht 5.000. im grunde müßten wir dann über jeden vorbau unter 130 mm mitleidig grinsen ;-)
 
...
Meine Stütze ist auch etwas weiter raus als sie "sollte", aber ich find es in Kombination mit OR und Vorbau jetzt ziemlich gut so...

Das soll jetzt nicht eine Diskussion anzetteln, wollte aber nicht unerwähnt lassen, dass der maximale Sattelstützenauszug durch mechanische Grenzen des Rahmens und der Stütze festgelegt ist. Ästhetik ist da nur von sekundärer Relevanz.
 
Das soll jetzt nicht eine Diskussion anzetteln, wollte aber nicht unerwähnt lassen, dass der maximale Sattelstützenauszug durch mechanische Grenzen des Rahmens und der Stütze festgelegt ist. Ästhetik ist da nur von sekundärer Relevanz.
Ich meine auch das "sollte" aus optischen, nicht aus technischen Gründen. Ich könnt noch ein klitzekleines Bisschen weiter raus ;)
 
zu den besonderne coppischen körpermaßen kann ich nichts sagen.
jeder der "ernsthaft" rad fährt kommt über kurz oder lange nicht umhin sich mit seiner position auf dem rad zu befassen und damit auch mit der geometrie seines rades. da bist du nicht alleine. mir ist aber aufgefallen, daß die rahmen vielleicht bis die 60er jahre, die franzosen noch länger, längere oberrohre hatten. und meist auch relativ kürzere vorbauten verbaut waren.
an dem was profis fahren sich als hobbyfahrer zu orientieren, wird zwar gerne gemacht, ist aber vermessen. es macht einfach einen unterschied ob ich im jahr 20.000 km auf dem rad bin oder vielleicht 5.000. im grunde müßten wir dann über jeden vorbau unter 130 mm mitleidig grinsen ;-)

Das stimmt, 1. werden die Jungs halt fürs schnell fahren bezahlt und nichts fürs bequem fahren und 2. machen die auch einiges dafür um in dieser Position schnell zu fahren. Die Oberrohre waren häufig auch länger als heute, weil die Sitzrohrwinkel flacher waren. Man saß einfach weiter hinten auf dem Rad, was für Bergfahrten gar nicht so schlecht ist, für das sehr schnelle fahren in der Ebene aber nicht so unbedingt, vor allem mit den hohen Umdrehungszahlen, die man braucht um die heute notwendigen Wattleistungen abzurufen. Im Endeffekt muss halt jeder gut auf dem Rad sitzen. Vielleicht muss ich meine Position auch mal überdenken, wenn das mit dem wenigfahren und der Bauchzunahme weiter anhält. :(
 
der fausto wurde auch für's schnell fahren bezahlt ;-) aber natürlich ein unterschied ob ich hinten 4 ritzel hab oder 11, vorne halfstep fahre oder eher cx-blätter.
coppi ist für die meisten von uns nicht das maß der dinge, leistungsmäßig wie so viele andere nicht, aber auch vom material her. die meisten klassiker werden wohl aus den mit-70rn bis end-80er stammen, die italiener damals schon mit der geometrie wie sie auch heute die "carbon-schäferhunde" noch haben. also kommen sie dem "alles-rennradfahrer" (besser vielleicht: dem mehrere epochen-fahrer) entgegen. und wenn man "richtig" fährt eignet man sich halt seine gangart an und die wird halt gerne an heutigen erkenntnissen ausgerichtet. daher vielleicht auch die akzeptanz und das passen eines klassischen rahmens in leichter untergröße.

wobei ...

gemeinhin fahre ich +/- 53/39 auf 12-26 mit 10-/9-/7-/6-/5-fach, damit kann ich bei hier im mittelgebirge alles bequem fahren. nun habe ich neulich ein rad mit einem schönen DA-genabten HR und einem schön sirrenden DA schraubkranz bestückt. 52/39 auf 14-19, 5-fach. gut, denke ich, fährste halt nur schöne flache flußrunden damit. jedoch spätestens meine häusliche bergankunft wäre da noch ...
unterwegs, das rad läuf traumhaft, die gänge schnappen wie butter, kann ich einem kleinen umweg mit welle nicht widerstehen. ehrfurchtsvoll löse ich für den fall des steckenbleibens einen pedalriemen um im falle des falles nicht komplett mit dem rad in die rabatte zu stürzen. dann lege ich bei vollem bewußtsein das "bergritzel" auf. 39/19 wo ich sonst 39/23 oder gar 26 fahre. intuitiv gehe ich in den wiegetritt noch ehe die fuhre vollends an schwung verliert und gehe mit ganzkörperlichem einsatz die welle hoch. nach dem ärgsten setze ich mich, rutsche nach hinten und drücke den rest bis zur kuppe durch. natürlich schnaufe ich gscheit, sicher mehr als mit 39/26 dafür bin ich aber so schnell oben wie sonst nie. den riemen hätte ich fest lassen können. hintenan kann ich 's gemütlicher angehen lassen, mich etwas länger ausruhen, "ich hab ja vorsprung". selbiges am hausberg, ich pumpe im ziel ordentlich, kann mich aber nicht erinnern wann ich mal so schnell oben war.
es kommt letztlich aus dem kopf. die zu verrichtende arbeit ist die selbe. die art und weise und temporäre intensität eine andere. ich will und kann nicht sagen was besser ist. aber es ist anders. und nicht so schlecht wie es einem der neuzeitliche strampelmaxe manchmal gerne weiß machen möchte.
wenn ich ein 26er hinten drauf habe nutze ich es in aller regel auch. gedankenlos vielleicht. bergrauf - kleiner gang.
wenn hinten bei 19 schluß ist (nur zum bleistift), dann muß ich mir eine andere strategie zurecht legen. kein kleiner gang - in demut drücken.

demut - ein wort das nahezu vollständig aus unserem heutigen sprachgebrauch verschwunden zu sein scheint. der rennradler nimmt 'ne kompaktkurbel und ein 32er hinten, das geht technisch, klickert's durch und karnickelt den berg hoch. mit nem dicken gang geht es demutsvoll tritt für tritt nach oben.
das hat doch was. das rennradfahren ist doch viel mehr als blingbling oder ultimativer leichtbau. das hat seele. und die muß man spüren ...

vielleicht vom eingangsthema etwas abgedrifftet, aber wenn man "unterwegs mit dem klassiker" ist drehen sich die gedanken doch hoffentlich nicht nur um die epochenkorrektheit des fahrzeuges und vielleicht noch der bekleidung, sondern auch um viel essentielleres, abstrakteres ...

sonst könnte man vielleicht ja auch fußball spielen ;-))
klaus

 
Anekdoten?:confused: Für mich sind das bebilderte Fahr- und Erfahrungsberichte:).
mich interessieren die bilder eurer benutzten klassiker, igendwo unterwegs 'en état d'utilisation' oder en détail mit ihrer patina, ihren geschichten von den straßen und wegen. (sulka, 2009)
 
Heute nur eine "kleine" Tour.

Von Amerika nach Rußland;)
medium_IMAG0602.jpg
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ich gebe allerdings zu, dass ich ein Rennrad habe, mit dem ich immer den Kinderanhänger ziehe und an dem ich mir schon das eine oder andere Mal ein kleineres Kettenblatt gewünscht habe, gerade jetzt, wo die Form nachläßt und das Kind immer schwerer wird. Wenn sich dann Rampen mit mehr als 15% in den Weg stellen, wirds auch mit 39x27 nicht mehr soo gemütlich.
Hab schon dran gedacht, am Systemgewicht was zu machen, 10 kg sind sicher drin.
 
Die Abkürzung über die zugefrorene Behringstrasse? War ja auch ein kalter Sommer.
 
So, gestern ging es von Luxemburg wieder zurück nach Dahlem. Diesmal habe ich den "direkten" Weg gewählt (etwa 25km kürzer, aber steiler), habe Bundesstraßen nur als Zubringer genutzt und bin fast gar nicht auf Radwegen gefahren. Geht aber ohne Probleme, die Straßen sind meist ganz okay bis sehr gut. Ab etwa 10km hinter Luxemburg Zentrum, konnte ich die mich überholenden Autos in verbliebenen 5h Fahrt an Händen und Füßen abzählen :p
Alles Niemandsland, sehr angenehm zu befahren. Die Bahntrassen und Radwege sind zwar sehr schön, braucht man aber in Luxemburg und Eifel nicht unbedingt zum stressfreien, vielleicht aber zum Flacheren Radeln.






Die Steigungen waren aber noch fieser als auf dem Hinweg, ist aber auch klar wenn man bei 200m startet und auf 600 endet. Der schwarze Mann auf 700m war auf dem Hinweg auch noch nicht dabei (Bild von mir mit der Schnitzfigur erspare ich euch). Zwischendurch gibts auch ein paar Mal 100hm rasante Abfahrt bis die Felgen glühen :D Die 500hm "Abfahrt" bis nach Köln habe ich, wie auch auf dem Hinweg, der Deutschen Bahn überlassen...

Vor ein paar Wochen war ich in OWL unterwegs, dagegen kann die Kölner Bucht linksrheinisch schon nicht anstinken, aber diese Tour.. :daumen:
Wenn das Wetter passt werde ich die Strecke zumindest in eine Richtung in diesem Jahr noch ein paar Mal fahren können. Ich freu mich schon ohne Gepäck die Hügel hoch und runterzufliegen, so langsam wie gestern bin ich noch nie Rennrad gefahren (auch mit Gepäck nicht).
 
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