AW: Senioren-Fräd
@Jedrik: 300 km, wie hält man das aus? Und wie viel Zeit braucht man dafür?
Ich muss das schon einigermaßen entspannt angehen, von Geschwindigkeiten, wie ich sie bei Euch lese, kann da nicht die Rede sein. Aber ansonsten? Man setzt sich aufs Rad und fährt, bis man fertig ist. Zwischendurch Pausen und Essen fassen, wie man sich gerade fühlt oder sich die Gelegenheit bietet.
Tja, wie lange braucht man? Man darf 20 Stunden brauchen, um die Bewältigung der Strecke noch offiziell anerkannt zu bekommen. Das ist Bruttozeit, also alles dabei, was neben dem Fahren sonst noch so anfällt, wie Orientierung, Verfahren, Pannen beheben, Essen kaufen und fassen, Wasser nachfüllen, Sitzflächenpflege, Kontrollstempel besorgen, Kleidung dem Wetter und der Beleuchtung anpassen, eventuell Batterien tauschen und vielleicht auch mal eine Runde dösen (bei 300 km eigentlich noch nicht). Dieses mal haben wir Spaß in Houffalize gehabt, weil dort die Stadt komplett für ein MTB-Rennen gesperrt war, es aber im Prinzip für Radfahrer keine sinnvolle Möglichkeit gab, diese Stadt zu umfahren. Frustrierende Diskussionen, Versuch, über die Umleitung weiter zu kommen, mehr Diskussionen, dann irgendwie durch die Stadt geschoben / langsam gerollt. (In Extremfällen würde man Zeit, die bei solchen Sachen oder auch wegen Unfallhilfe o.ä. verbracht wird, gut geschrieben bekommen.) Alles in allem waren es in diesem Fall für mich für gefahrene 306 km mit ca 3250 hm 16 Stunden und 15 Minuten. Damit bin ich bei meinem derzeitigen Trainingsstand doch recht zufrieden. Unter anderem, weil es auch noch mildernde Umstände wegen der furchtbar rauen belgischen Strassen gibt.
Leute hat einer Ahnung wie man eine Radgepäcktour anpackt, welches Rad Sinn macht? Möchte mein Leben lang schon mal so für eine Woche komplett eine Tour mit dem Rad machen, wurde leider nie was draus, aber jetzt möchte ich es unbedingt noch realisieren. Dachte z. B. an Passau-Wien das muss wunderbar sein. Besitze 3 RR die höchstens mit Rucksack zu bewegen sind und ein MTB als Fully da geht auch nur Rucksack.
Auch an Rennräder kann man eine Lenkertasche montieren und es gibt einen Gepäckträger, den Tubus Fly, der am Bremssteg und auf dem Schnellspanner befestigt wird. Wenn man also mit dem auskommen kann, was man in die Lenkertasche, zwei Frontroller (die sind schmaler, d.h. es reicht mit denen auch bei den kurzen Kettenstreben eines Rennrads noch für hinreichend Fersenfreiheit) und eventuell noch einer schmalen Tasche oberhalb des Gepäckträgers hinein bekommt, dann ist man schon fein raus.
Ich fahre die Brevets übrigens mit Lenkertasche und ab 400 km mit einer am
Sattel angebrachten Tasche von IN-SY (
www.in-sy.de) und komme damit prima auch für ein langes Wochenende unterwegs zurecht. Dazu sollte ich dann aber sagen, dass ich dann in Hotels oder Jugendherbergen schlafe und nur sehr grundlegene Zivilklamotten dabei habe. Ich denke, für eine erträumte und halb geplante Zehn-Tage-Tour durch Elsaß und Vogesen würde mir das wahrscheintlich auch noch reichen.