AW: Rennrad-Verbesserung, nach und nach...LAUFRÄDER?
Hallo
Das Gewicht am Rad ist eigentlich ziemlich egal außer du bist dauernd in Bergen unterwegs.
Am meisten lohnen sich
Reifen und
Schläuche zu wechseln. So etwas merkt man und schlägt sich auch in den gefahrenen Geschwindigkeiten nieder.
Hier empfehle ich einen Conti GP 4000 S und etwa 75 gramm Butyl
Schläuche egal von welchem Hersteller (ich fahre Vittoria weil es die oft günstig im 5er Pack für 10 € gibt). Das sind Komponenten die das Optimium aus Leichtlauf und Alltagstauglichkeit bieten. Wichtig ist auch eine gute
Standpumpe, damit du immer mit optimalen Druck unterwegs bist. Das schont die
Reifen und sorgt für guten Leichtlauf.
Bei den Laufrädern ist eigentlich nur wichtig, dass sie vernünftig gespannt (Speichen) sind ansonsten geht viel Kraft verloren.
Völlig andere und leichte Laufräder machen eigentlich nur Sinn, wenn du viel in Bergen fährts und/oder viel abbremsen und neu beschleunigen musst (Kriteriumsrennen). Schwere Laufräder sind nun mal träger, verlangen aber auf keinen Fall mehr Energie wenn man sie erstmal in Schwung hat. Ganz im Gegenteil, wenn sie erstmal in Fahrt sind, dann machen sie sogar eine Menge Spaß.
Thema Aerodynamik bei Laufrädern macht erst Sinn wenn man über längere Strecken auch mal mindesten 35 bis 40 kmh fährt.
Also ist es für die meisten irrelevant.
Mit einem neuen Rahmen kannst du sicherlich einiges an Gewicht sparen und es FÜHLT sich so an als ob man schneller fährt weil die Stöße bei moderen Rahmen mehr durchgereicht werden zum Fahrer. Ein Stahlrahmen dagegen bügelt vieles weg und gibt dadurch nicht so viel Rückmeldung über die Geschwindigkeit. Am Ende einer Trainingsrunde stellt man aber fest, dass man gleich schnell unterwegs war (Vergleich Stahlrahmen - Alu/Carbonrahmen). Der einzige wirkliche Grund auf einen neuen Rahmen zu wechseln, wäre wenn du gern und viel sprintest und dafür auch die körperliche Substanz hast. Denn hier reagieren neue Rahmen wegen steiferen Tretlagerbereichen direkter.
Wenn die Gruppe und Anbauteile gut funktionieren, dann gibt es keinen Grund zum Wechsel. Die 500 gramm machen dich nicht schneller. Oder fährst du mit 2 Trinkflaschen die ohne Probleme 1,5 kg wiegen langsamer?
Unter dem Strich bleibt nur
Reifen und
Schläuche wechseln. Das spart 10-20 Watt, was bei einer Ausdauerleistung von 200 Watt doch eine Hausnummer ist.
Alles andere ist nur für ein besseren Gefühl beim Fahren. Ob das Gefühl wirklich besser ist, ist eine andere Frage. Ich fahre mit Stahl entspannter und länger Rad.
Ich wechsel übrigens ständig zwischen 2 Stahlrahmen (Stadtrenner (10-11kg), Crosser (12 kg) im Straßeneinsatz) und einem Alurenner (8,4kg).
Die Verhältnisse zwischen Stahl und Alu sind etwas 50:50, bei 10.000 km im Jahr gefahrenen Kilometern. Ich führe eine Art Fahrtenbuch, wo ich oft zusätzlich meinen Durchschnittspuls notiere. Ich wechsele hierbei zwischen Laufrädern WH-R 500 und Aksium bis Dura Ace mit Open Pro und CXP 33 munter durch (also schwere Systemlaufradsätze und mittelschwere Systemlaufradsätze). In meinem Stadtrenner (teils Trainingsrenner) drehen sich sogar MTB Naben mit dicken 2 mm Speichen und schweren Trekkingfelgen. Meine Rennreifen hatte ich auf allen diesen Laufradsätzen drauf. So dass ich fast alle Paarungen sowohl im Renner als auch im Crosser gefahren.
Ich bin jahrelang Conti GP 3000
Reifen und Conti Gator Skin
Reifen. Inzwischen fahre ich
Michelin Pro2Race und
Michelin Krylion Carbon (den Gator Skin aber noch immer).
Die beiden Michelins sind vom Leichtlauf ein spürbare Unterschied zu diesen alten Conti
Reifen. Leider ist der P2R etwas schwach bei Nässe, deswegen empfehle ich den GP 4000 S weil er mindestens genauso gut rollt und besser bei feuchter Straße sein soll.
Noch eine Sache. Ich war neulich mit meinem Stahlcrosser, der nun sogar mit Gepäckträger und breiten Schutzblechen noch mehr wiegt und mehr Angriffsfläche für den Wind bietet in meiner Trainingsgruppe unterwegs. Es war kaum ein Nachteil für mich.
Wichtig ist eigentlich, dass man sich auf seinem Rad wohl fühlt. Das bedeutet, dass die Sitzposition passt (so dass man auch mal länger Unterlenker fahren kann und dem Wind trotzen kann) und dass der
Sattel einem passt. Das stellt man nicht auf den ersten 100 km fest sondern erst binnen der ersten 1000 km (Voraussetzung ist natürlich, dass die Sattelbreite passt).
Zudem sollte man sich in seinen Schuhen und dem gewählten Pedalssystem gut fühlen und dabei die Schuhplatten vernünftigts eingestellt haben, so dass es nicht in den Knien schmerzt.
Für das dauerhafte Wohlbefinden sind die regelmäßigen Dehnungseinheiten nach dem Sport ebenso immens wichtig. Nicht wenige haben mit den Sport schon fast aufgehört, weil verkürzte Sehnen zu Problemen mit den Knien geführt haben (einseitiger Lauf der Kniesscheibe über das Gelenk und Reizung bishin zum abfräsen des Knorpels). Weiterhin schützt ein Pulsmesser vor dauerhafter Überlastung des Kreislaufes und Bewegungsapperates aber auch Fehlbelastungen des Bewegungsaparates.
In diesem Sinne, viel Spaß bei diesem schönen Hobby.
Beste Grüße
Nordisch