Der Threadersteller ist so seltsam ruhig in letzter Zeit...
Den Arbeitsweg mit dem Rad zu fahren finde ich nicht teuer, obwohl er bei mir etwas länger ausfällt; im Lauf der letzten 15 Jahre waren es zwischen 38 und 51 km einfache Strecke, je nach Wohnort.
Das mache ich natürlich nicht jeden Tag und erst recht nicht das ganze Jahr lang, weil es bei Dauerfrost und Dunkelheit dann doch irgendwie nervtötend wird, ich jedes Mal recht viel Zeug mitschleppen muss und die Wege abseits des Autoverkehrs natürlich nicht geräumt werden, allerdings auch nicht gestreut.
Für den Arbeitsweg bei schlechtem Wetter verwenden kann ich grundsätzlich drei von meinen ca. sechs bis acht einigermaßen einsatzfähigen Rädern. Alle davon sind eher altmodisch, weil ich das so mag und weil es sich halt so ergeben hat. Nach heute üblichen Maßstäben war keins davon auch nur annähernd teuer, und so wird das für mich persönlich zur billigen Sache:
Wenn man zwischen mehreren Rädern durchwechselt und bei ganz beschissenem Wetter einfach nicht fährt, geht ehrlich gesagt kaum überhaupt irgendwas kaputt, außer Ketten und gelegentlich dem unteren Lager der Steuersätze. Auf dem Arbeitsweg muss ich keine Rennen fahren und meine Fuhre auch nicht bei Höllentempo bergab zentimetergenau in Haarnadelkurven reinbremsen oder sowas, deshalb sterben hier auch
Bremsbeläge und
Reifen manchmal eher an Überalterung, als an Abnutzung.
Unfälle auf dem Arbeitsweg hatte ich auch noch nie.
Natürlich können manche Fahrradteile richtig ins Geld gehen, aber ich würde nie auf die Idee kommen, das mit irgendeinem Auto zu vergleichen, denn:
Für den Arbeitsweg kann ich grundsätzlich auch zwei bis drei meiner/unserer Autos verwenden, bzw. noch ein viertes, wenn es denn mal wieder fahrfähig wäre. Alle davon sind eher altmodisch und keins davon war nach heute üblichen Maßstäben jemals auch nur annähernd teuer. Hat sich so ergeben, lief so ähnlich, wie bei den Fahrrädern.

Tatsächlich waren sogar einige meiner Fahrräder teurer, als einige dieser Autos (der komische Opel war sogar geschenkt). Zwei von den Karren sind auch im hohen Alter und bei astronomischen Kilometerständen noch vergleichsweise zuverlässig, ich repariere aber grundsätzlich alles daran selbst.
Und genau da liegt der springende Punkt: Für den Preis eines Scheinwerfersatzes, eines Satzes
Bremsbeläge oder
Reifen, einer Kupplung, einer Tür oder Haube oder eines Tanks für ein ganz normales Auto kann ich schon jahrelang radeln, und Ersatzteile jeder Art braucht man dann halt doch regelmäßig.
Ganz schlimm wird es bei einer neuen Windschutzscheibe, wenn man dann feststellt, einer von nicht mal zwei Handvoll verbliebener Besitzer dieses Fahrzeugtyps in Deutschland zu sein.

Natürlich könnte ich jetzt sagen, ist doch kein Problem, schließlich schraube ich ja selbst - aber die Teile muss ich eben doch kaufen und so eine Werkstatt samt Ausstattung kostet ja nun auch was, plus Anfahrt usw.
In der automobilen Welt habe ich jahrelang behauptet: Ein Auto ohne Sprit, aber inklusive aller anderen Posten verschlingt im Monat irgendwas zwischen 200 und 300 €, egal, ob alt und selbstrepariert, nicht so alt und werkstattrepariert oder neu mit Wertverlust und Inspektionen, aber das ist heute kaum noch haltbar und kann das Doppelte erreichen, je nachdem, was man halt so fährt und was damit passiert.
Im Vergleich würde das bedeuten, dass ich mir dafür jeden Monat beinahe eins meiner typischen Fahrräder kaufen könnte, gebraucht oder in Teilen, und keineswegs nur eine Kette nach dem Winter.
Auf so einen Vergleich würde ich überhaupt nicht kommen.
Im Sinne des Threaderstellers lohnt sich vielleicht eher die Frage:
Kann im Winter bei Salzmatsch einfach ein Auto verwendet werden, weil es sowieso vorhanden ist?
Oder ein Zug?
Oder ist ab und zu Homeoffice möglich?