Erster Rollentrainer (vielleicht Turbo Muin Smart B+?)

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von Johannes95, 12 Oktober 2018.

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  1. Johannes95

    Johannes95 Neuer Benutzer

    Registriert seit:
    13 Mai 2016
    Beiträge:
    12
    Hi,
    Ich spiele mit dem Gedanken mir einen Rollentrainer zuzulegen, um auch im Winter oder bei schlechtem Wetter spezifisch trainieren zu können. Die Auswahl ist ja wirklich riesig, deswegen hoffe ich hier auf ein paar Tipps von erfahreneren Radlern.

    Kurz zu mir:
    Ich bin 23 Jahre alt, auch anderweitig sportlich aktiv, fahre nun seit 3 Jahren und komme dabei auf je ~6000km (und ordentlich hm), die ich aber zu 90% nur über 3-4 Monate im Sommer sammle.
    Bei Wind, Regen und Schnee mache ich lieber anderen Sport.

    Einen gewissen Ehrgeiz habe ich aber trotzdem. Ich denke, um mich nachhaltig zu verbessern, ist es wahrscheinlich notwendig, etwas Kontinuität übers Jahr ins Training zu bekommen. Hierzu ist ein Rollentrainer aus meiner Sicht die einzige Möglichkeit.

    Am Rad habe ich keinen PM. Deshalb dachte ich mir, wäre es sinnvoll, einen am Trainer zu haben, um dann dort (zusätzlich zum Draußentraining) kontrolliert Intervalle fahren zu können - ich finde das draußen aufgrund der Umwelteinflüsse nicht so einfach - und auch um ein Gefühl für die richtigen Intensitäten zu entwickeln.

    Im Winter sollen es auch regelmäßig längere Einheiten sein. Problem dabei ist natürlich die Langeweile. Fernsehen sollte deswegen nebenbei möglich sein. Ansonsten spielt die Lautstärke bei mir nicht wirklich eine Rolle. Außerdem könnte es desto interessanter werden, je mehr man seine Trainingsdaten verfolgen kann.

    Die ganz teuren Modelle fallen bei mir raus, mein Budget liegt um 400 Euro.

    Das angenehmste Fahrgefühl sollen ja Trainer mit Fluid-Direktantrieb bieten?
    Hier habe ich (auch übers Forum) in meinem Budget den Turbo Muin Smart B+ gefunden, der meinen Anforderungen entsprechen könnte.

    -Problem Langeweile: er ist kein smarter Trainer. Aus persönlicher Erfahrung, würdet ihr einen smarten Trainer in dieser Preisklasse vorziehen? Wenn ich richtig informiert bin (und meine Infos habe ichvornehmlich aus älteren Beiträgen, 15/16) wäre dies ja nur möglich unter Einbußen in punkto Fahrgefühl? Ein möglichst realistisches Fahrgefühl finde ich aber sehr wichtig. Mit Zwift, Strava, etc habe ich keinerlei Erfahrung und kann den Nutzen deswegen nicht wirklich einschätzen.

    -wie hat sich der Markt mittlerweile (seit 2015/16) entwickelt? Gibt es für meine Zwecke wesentlich interessantere Geräte?

    -zum Ablesen der Trainigsdaten genügt ein aktuelles Smartphone? Fahrradcomputer ist nämlich nicht vorhanden, ich benutze so ein eher minimalistisches 30-Euro-Gerät, das mir draußen auch voll ausreicht.

    -gibt es beim Gebrauchtkauf Besonderheiten zu beachten? Inwiefern unterliegt so ein Gerät Verschleiß? Es gibt durchaus interessante Angebote um 300 Euro.

    -zu guter Letzt: der Widerstand wird ja durch die Flüssigkeit erzeugt und verhält sich in Abhängigkeit zu der erzeugten Geschwindigkeit, dh ich "regle" den Widerstand ausschließlich durch Gangwahl, richtig?
    Ich fahre aktuell 50/34 und 12-30 oder 11-25.
    Auf einigermaßen flacher Strecke (70km, 600hm) schaffe ich bei Windstille 35km/h im Durchschnitt (Alleinfahrt). Werde ich wahrscheinlich mit dieser Übersetzung gut zurecht kommen?


    So, ich denke, das war ganz schön viel.
    Danke für eure Antworten!
     
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  3. Waldi61

    Waldi61 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    969
    Bei diesem Budget hol dir irgendwas, das Wattwerte ausgibt. Fluid-Trainer sind dabei gar nicht schlecht, weil der Widerstand fest an die Umdrehungszahl gekoppelt und somit quasi als Tabelle in der Software hinterlegt werden kann. Das ergibt recht exakte Wattmessungen, die nur bei kurzen Sprints prinzipbedingt etwas träger reagieren als ein richtiger Powermeter am Rad.

    Was die Langeweile angeht hol dir ein Zwift-Abo für die Wintermonate.

    Ich selber habe eine Kinetic Road Machine "smart" (also die Version mit Watt-Ausgabe per Bluetooth). Das Ding läuft für einen Wheel-on Trainer sehr leise und auch das Fahrgefühl ist hervorragend im Vergleich zu magnetisch gebremsten Trainern. Man kann hinten mit einem normalen Reifen fahren, aber der Verschleiß ist dann recht hoch. Besser ist es den grünen Trainingsreifen von Kinetic zu benutzen, dafür braucht man aber entweder ein zweites Hinterrad oder man stellt ein altes Rad nur für den Rollentrainer ab.

    Der Widerstand wird durch den anliegenden Gang gesteuert, das ist korrekt. Deine 11-25 wäre ideal, aber die Kassette ist an sich egal, "Berge" fährt man ja auf dem großen Blatt. Das kleine 34er ist nur was zum Warmfahren mit bis max. 200 Watt Leistung. Bei Kettung 50-11 kannst du hingegen problemlos stundenlang 800 Watt treten :).

    Wenn du mit "smart" allerdings meinst, dass der Trainer von der Software gesteuert wird (zB ERG-Modus), dann kannst du Fluid-Trainer vergessen, das geht prinzipbedingt nicht. Bei deinem Budget müsstest du dann einen von den billigen ERG-fähigen magnetischen Wheel-on Trainern nehmen, die bieten aber kein sonderlich gutes Fahrgefühl.

    Was Gebrauchtkauf angeht, würde ich bei der Road Machine bedenkenlos zuschlagen, beim Turbo Muin kenne ich mich nicht aus. Generell sind Fluid-Trainer aber fast unkaputtbar.

    Direct-drive (DD) Trainer bieten in meinen Augen kein besseres Fahrgefühl ggü. Wheel-on (Fluid!), ich finde Wheel-on sogar motivierender, weil das Geräusch mit der Geschwindigkeit ansteigt. DD ist allerdings in aller Regel halt leiser. Das schlechteste Fahrgefühl haben magnetische Wheel-on Trainer, da würde ich Abstand von nehmen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 Oktober 2018
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  4. KetteRechts.de

    KetteRechts.de Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22 Mai 2008
    Beiträge:
    13.362
    Im Niedrigpreissegment bleibt dir fast gar nichts anderes als der TurboMuin. Alles wo das Hinterrad verbaut bleibt liefert ein miserables Fahrgefühl.
    Einiges dazu habe ich hier festgehalten.
     
  5. Johannes95

    Johannes95 Neuer Benutzer

    Registriert seit:
    13 Mai 2016
    Beiträge:
    12
    Danke für die informativen Beiträge!

    Die Kinetic Road Machine Smart ist ja um Einiges günstiger, 280 neu. Kann man damit dann auch einigermaßen normal fernsehen?
    Und noch eine Frage zu Zwift. Ich dachte, gerade das ist mit so einem Fluid-Trainer nicht möglich, weil der keine Steigungen simuliert. Oder errechnet die App einfach anhand der gemessenen Leistung die Geschwindigkeit am Berg? Dh ich fahre einfach meinen Stiefel weiter (oder wenn ich es realistischer haben will schalte ich zb auf 50/11) und auf dem Bildschirm werde ich langsamer? Anders kanns ja eigentlich nicht gehen.

    So niedrigpreisig finde ich das gar nicht, va in Relation zu meinem Rad :p
    Also mir ist va Preis-Leistung wichtig. Da bin ich doch in diesem Segment gut aufgehoben, oder?

    Bezieht sich die Aussage zum Fahrgefühl auch auf die Kinetic Road Machine oder ähnliche Trainer, die auch fluidgebremst sind? Wie kommt da dieser Unterschied zustande?
     
  6. Waldi61

    Waldi61 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    28 Oktober 2015
    Beiträge:
    969
    Also wenn es um Preis-Leistung geht, dürfte die Road Machine in meinen Augen unschlagbar sein.

    Für einen Wheel-On Trainer ist das Ding sehr leise und das Geräusch steigt mit steigender Geschwindigkeit auch bei weitem nicht so stark an wie bei magnetisch gebremsten Trainern. TV schauen dürfte kein Problem sein, ich benutze die Road Machine allerdings ausschließlich mit Zwift, auch wenn es zB nur um 30/30 Intervalle geht.

    Bei Zwift ergibt sich die Geschwindigkeit am Berg aus der getretenen Wattzahl. Bei einem Group Ride muss man also halt ggf. 1-2 Gänge runterschalten, um mit der Gruppe am Anstieg mithalten zu können.

    Was das Fahrgefühl angeht, ich habe auch ein paar Wochen lang den Taxc Neo gehabt und fand das Fahrgefühl nicht besser (habe ich dann wieder verkauft). Wichtig ist aber, nach Möglichkeit den grünen Trainingsreifen von Kinetic zu nutzen. Normaler Reifen geht auch (so hab ich angefangen), bietet nach einiger Zeit aber nicht genügend Haftung und der Verschleiß ist hoch, ich konnte den neuen Schwalbe One nach ca. 6 Wochen nur noch wegwerfen.

    Ich hab auch Wahoo Kickr Snap probiert, der wird ja auf Wunsch von Zwift gesteuert. Davon war ich nicht begeistert:

    - hektische Schalterei im Stand irgendwie sinnlos,
    - sehr laut und rumpelig bei höheren Wattzahlen / Umdrehungen, leise nur bei niedrigen Umdrehungszahlen, halt typisch Magnettrainer.
     
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