• Hallo Gast, wir suchen den Renner der Woche 🚴 - vielleicht hast du ein passendes Rennrad in deiner Garage? Alle Infos

Made in China

Genau so seh ich das ganze auch!
Jeder von uns ist doch froh, wenn man gerade bei Markenprodukten irgendwie ein Schnäppchen machen kann. In diesem Moment ist doch dann ziemlich egal, wo das Teil hergestellt wurde. Also sind wir, wie ein Vorredner auch schon erwähnte, irgendwo selber mit Schuld!
Bei den Fahrrädern ist es doch ganz krass, Hauptsache Carbon (!) der größte Teil von dem Zeug kommt doch aus Fernost, daß weiß auch jeder, aber keiner will es sehen.
Ich kann natürlich auch das Gewissen beruhigen und sagen, ich kauf mir ein Rad, daß aus meiner Region stammt. Das bringt mir aber auch nicht´s, wenn ich weiß, daß das Bike in China zusammengeschweißt wird.
Und die Einzelkomponenten sind an allen Rädern auch wieder gleich, die "nur" an den Rahmen geschraubt werden.
Tatsache ist einfach, daß man sich bei unseren Löhnen Produkte "Made in Germany" nicht mehr leisten kann. Es sei denn, es gibt ein paar wenige die darauf Wert legen, und einfach die Kohle locker sitzen haben.

Das stimmt so allerdings auch nicht ganz. Durch die neoliberale Politik der letzten zehn Jahre sind die Lohnkosten doch enorm gesunken. Viele Unternehmen haben ihre Stammbelegschaft extrem ausgedünnt und beschäftigen zum großen Teil Leiharbeiter. Die darf man ungestraft bis zum Sankt - Nimmerleinstag ausbeuten. Weil selbst die - durch Tarifverträge - schon teurer werden, wird auf Werkverträge zurück gegriffen.

Das Beispiel Amazon zeigt die ganzen wiederlichen Auswüchse. Irgend jemand muss eben den Preis für " billig " bezahlen. Was mich dabei richtig ankotzt sind die alten Agenda Politiker die dieses System erst gefördert haben und jetzt Krokodilstränen über Hungerlöhne weinen und sich als die Interessenvertreter der arbeitenden Klasse hinstellen. Die Mindestlöhne die da gefordert werden sind immer weit unter den tariflichen Löhnen in der Industrie, wenn man denn ne Anstellung im Unternehmen bekommt und nicht als Leihsklave buckeln muss.
 
Danke für die Willkommensgrüße :)

Die Mehrheit ist aus vordergründigem Geiz nicht in der Lage eine andere Alternative zu haben. Gleichwertige Qualität zum kleineren Preis ist doch die Ausnahme. Realität ist oft "Scheißqualität zum kleinen Preis" (mit dem Beigeschmack ökologischer und sozialer Ungerechtigkeit). Von Scheißqualität habe ich echt die Schnauze voll.

Und ich behaupte, dass in vielen Fällen "billig gekauft = teuer gekauft" ist. Man muss nur ein wenig weiter als bis morgen denken. Kritische Leute sind dazu in der Lage, die Masse nicht (siehe oben).
Die Katze beist sich selber in den Schwanz. Wenn immer mehr Menschen mit immer weniger Geld auskommen müssen,werden immer mehr Billigwaren gekauft. Logisch,oder?
 
Die Lohnkosten alleine sind doch nicht mehr als ein Vorwand. Tatsache ist, dass in bestimmten Branchen die Produktionskapazitäten schon früh bis zur Nicht-Existenz abgebaut wurden. Namentlich in der Textilbranche. Sicher wegen Unrentabilität, aber auch wegen der nicht existierenden Notwendigkeit in neue Produktionsanlagen zu investieren.

Produktion ist weitgehend eine Dienstleistung. Kein Produzent muß seine eigene Produktion aufbauen. Die kann er sich auf dem Markt fast aussuchen ( na ja, stimmt nicht ganz.......).

Also die Sekretärin meines letzten Brötchengebers war vorher in der Textilbranche tätig. Sie sagte immer, daß die Produktion in China (oder sonst wo) kein Problem war. Produktionskapazität gibt es genug. Aber das große Problem war wohl der Transport. Da mußten schon vor Erteilung des Produktionsauftrags die Kapazitäten auf den Containerschiffen und in den Flugzeugen gebucht werden, um das Zeug zum richtigen Termin hier in Europa zu haben. Bei der Textilindustrie kommen halt alle Hersteller ziemlich zeitglich mit der neuen Kollektion auf den Markt und dann wurde es wohl regelmäßig bei den Transportkapazitäten mehr als eng, wenn man gerade in der Zeit selber auch seine Kollektion hier haben wollte.
 
Und während wir uns darüber aufregen, lenken andere für uns die Geschicke. Trend ist längst "Nearshoring" in der Leiharbeit (falls die Tausende von Wirtschaftsflüchtlingen innerhalb der EU nicht schon reichen sollten, die uns spätestens für 2014 ins Haus stehen) für "onshore" gelagerte Produktion. Amazon ist nicht das einzige Unternehmen mit solchen Bedürfnissen
Als Angehöriger der deutschen Staatsbürgerschaft werde ich dann "zu teuer" sein, um an den inländischen Produktionsstätten arbeiten zu können.
Aus China kommen in 10 Jahren nur noch Rohstoffe, um die explodierenden Logistikkosten eindämmen zu können. Und wenn auch das zu teuer wird, dann wird China militärisch um sich greifen wie weiland Deutschland es tat. Ich bin gespannt, wie aus diesen Auseinandersetzungen noch sowas wie Akkumulation entstehen kann, weil dann so ziemlich alles vergiftet sein müsste.

Es bleibt noch spannend! Und während wir begreifen, planen andere auch schon für diese Zeit.
 
Ach wartet doch mal ein paar Jahre,, wenn von der Leyen und Konsorten noch ein wenig arbeiten dürfen, dann kommen die Firmen bald von selber zurück nach Deutschland.
Friseurinnen arbeiten in Ost Deutschland schon teilweise für 3,60€ die Std. das sollte doch bei solchen Näherinnen auch noch drinne sein.
Die Schmerzgrenze ist noch lange nicht erreicht und die Zahlen vom Arbeitsamt müssen auch noch runter.Schliesslich gehts uns allen so gut und der Armutsreport zeigt ja eindeutig wie reich wir doch alle sind.
Dann können wir alle bald wieder "Made in Germany" kaufen!

Schön, oder?
 
@ Ron: Mit China sehe ich es ähnlich. Da steigen die Löhne schon gewaltig. Entsprechend ist das Thema eigentlich schon durch. Die chinesischen Firmen lagern ja ihre Produktion aufgrund der Lohnkosten schon nach Indien aus. Auch in Indien werden die Lohnkosten drastisch steigen, so daß sich das alles irgendwo ausnivelieren wird. Deren Löhen steigen, unsere Löhne sinken und am Ende paßt es dann so grob.
Das China nur noch Rohstoffe exportiert, glaube ich hingegen nicht. Wenn wir mal von den seltenen Erden absehen, haben sie selber nicht viele Rohstoffe. China importiert den überwiegenden Teil an Kohle und Eisenerz aus Australien. Dort wird Steinkohle im Tagebau abgebaut. Also einmal mit dem Frontlader vorfahren und schon hat man 130 Tonnen davon zusammen. Gegen so eine "Produktion" kommt auch China nicht an.
Langfristig wird es aber auch in indien bei den niedrigen Löhnen nicht bleiben. Die werden ansteigen. Nur wo will die Industrie dann die Produktionskapazität dann hin verlagern? Afrika sehe ich langfristig in Kriegen und HIV untergehen, so traurig das auch ist. Aber dann wird sich die Welt, auch was die Einkommen angeht, so langsam ausnivelieren.
 
Die Katze beist sich selber in den Schwanz. Wenn immer mehr Menschen mit immer weniger Geld auskommen müssen,werden immer mehr Billigwaren gekauft. Logisch,oder?

Ja, das klingt erstmal logisch.

Bedenklich wird es in der Tat, wenn die Anzahl der Menschen steigt, die man als "arm" bezeichnet (klingt dennoch pervers für eines der reichsten Länder überhaupt). Die sind finanziell nicht in der Lage anders zu handeln. Aber ist es nicht auch so, dass in der riesigen Mittelschicht oft lieber Geld für teure Computer, neueste Handys, dicke Autos ausgegeben wird, als für nachhaltige Produkte und das eben nicht aus finanziellen Gründen, sondern aus intellektuellen Gründen.
 
sehe ich nicht so, ich kaufe z.B. gerne Klamotten einer bestimmten Modemarke, die auch nicht ganz günstig ist, aber auch hier, made in China, Bangladesh, etc. die machen einfach nur noch mehr Gewinn als Billigmarken.
Man kann diesem "Wahnsinn" wirklich kaum ausweichen, sei es bei der Elektronik oder Klamotten...
 
sehe ich nicht so, ich kaufe z.B. gerne Klamotten einer bestimmten Modemarke, die auch nicht ganz günstig ist, aber auch hier, made in China, Bangladesh, etc. die machen einfach nur noch mehr Gewinn als Billigmarken.
Man kann diesem "Wahnsinn" wirklich kaum ausweichen, sei es bei der Elektronik oder Klamotten...

Überkommt dich da nicht das Bedürfnis, denen einen Denkzettel zu verpassen und Produkte einer anderen Marke zu kaufen? Mir würde das echt in den Fingern jucken.

Sehr richtig, wenn du sagst, dass man sich dem nicht total entziehen kann. Schließlich lebt man ja nicht in Kanada in einer Holzhütte, 500 Meilen entfernt jeglicher Zivilisation. Aber so ein kleines bißchen kann man das schon und dann mit Köpfchen.
 
na klar, @oelibaer , ich mache das in anderen Bereichen, da versuche ich bewusst einzukaufen wie es nur geht.
Aber ich sehe bei den Klamotten z.B. keine Alternative, sei es nun Hilfiger, Scotch&Soda und wie sie alle heissen, da ist keiner wirklich besser als der andere.
Ich könnte eventuell in Trigema rumlaufen, dann wird die Auswahl aber doch eng :-)
In Sachen Klamotten hab ich das aufgegeben und in Sachen Handys schon lange.
Soll jeder mal schauen wieviele Flachbildfernseher er zuhause hat, wo die 3er Steckdose dazu gefertigt worden ist und wer die Fernbedienung zusammengesteckt hat...Foxconn lässt grüßen und wenn es auch die irgendwann nicht mehr geben sollte so macht der nächste was auf.
Ich sehe da wirklich keinen Ausweg, ausser den totalen Verzicht und der gelingt mir nicht.
EIn ganz schwieriges Thema mit dem ich mich schon lange auseinander setze und da wirklich resigniert habe.

Ich bin Unicef Pate, damit rette ich nicht die Welt, aber immerhin tu ich etwas, wo ich etwas tun kann.
Das ist mein Weg dem ganzen etwas zurück zu geben.

Wie man auch mittlerweile sieht bringt es auch nur bedingt was, Bio zu kaufen, wenn man von Firmen verarscht wird, wo es nur geht, bei solchen Themen wäre die Politik gefragt und zwar nicht nur in Deutschland sondern weltweit, aber auf die kann man nen feuchten geben...
 
Die Produktion wird früher oder später nach Sub-Sahara-Afrika weiterwandern. Wenn man heute ein Sträußlein Blumen kauft, ist die Wahrscheinlichkeit, dass die in Afrika gezogen wurden, höher als dass sie aus der Gärtnerei vor Ort kommen.

Und bitte: In Deutschland wird so viel konsumiert, dass man kaum auf die Idee kommen könnte, die Deutschen müssten billige Produkte kaufen, weil sie so arm sind. Das ist echt Blödsinn.

Schau mal wie viel Wegwerfartikel dabei sind: Klamotten für eine Saison, eigentlich sündteure Smartphones mit entweder einer eingebauten Halbwertzeit oder mit einer vermeintlich technologischen, sogar teure Güter wie Automobile, die eigentlich 10 Jahre oder länger halten könnten, werden nach nur ein paar Jahren wieder abgestoßen.........

Konsum und Ex-und Hopp.................................. und das immer noch in Größenordnungen....................

Man braucht auch nur mal hier durch die Kaufberatung gehen und gucken was viele sich da so zulegen: Da wird eine tadellos funktionierende Schaltung ausgetauscht, weil es nun eine elektrische gibt, die noch mehr Müll erzeugt............... Und das bitte für lau................................

Selbst wenn man nicht gleich aussteigen will, kann man seinen Konsum durchaus so steuern, dass man sich einerseits nicht komplett zumüllt mit Dingen, die die Welt nicht braucht, dafür besser, langlebiger und nachhaltiger sind und aus fairen ökonomischen und ökologischen Bedingungen. Noch muß man lange suchen und in den reich gefüllten Körben der bunten, billigen Warenwelt gehen die auch ein wenig unter..............
 
Bezüglich der Ökobilanz ist das gar nicht so schlimm. Irgenwo haben die zuletzt Äpfel aus D mit Äpfeln aus Neuseeland verglichen. Wenn mich das richtig behalten habe waren die Äpfel aus Neusseland ab Winter günstiger in Ökobilanz und glaube sogar preislich.
War aber ein wenig OT sorry.
 
mir egal wo mein Zeugs herkommt, ich kann es sowieso nicht beeinflussen, aber wenn es um lebenswichtige Radteile geht verlasse ich mich lieber auf Markenartikel (auch wenn die aus China kommen) als auf Noname Produkte aus dubiosen Quellen in Fernost!
 
Dass Artikel aus Fernost alleine schon wegen ihrer Herkunft ein gewisses "Haut Gout" bekommen ist auch ( inzwischen) ein wenig unfair. In vielen Fällen ist die Qualität sogar höher, als sie seinerzeit in Europa war.

Die viel besungenen italienischen Klassiker und gerade die großen Namen ( die eher unbekannteren kleinen Buden haben in der Regel sauberer gearbeitet), die sich wieder so großer Beliebtheit erfreuen, waren bis in die 90er zuweilen derartig schlampig zusammengelötet, dass man sich wirklich fragt, woher die ihren Mythos haben. Ein damals in Japan gelöteter Koga Rahmen war deutlich sauberer gefertigt........

Und heute findet man durchaus chinesische und taiwanesische (Stahl-) Rahmenbauer, die auch mit exklusiveren kleinen Rahmenbauern hier aufnehmen können. Von dem in den 90ern aufgebauten Vorsprung in technischem KnowHow und in der Art der Produktion in Alu- und Carbonfertigung mal ganz zu schweigen ( es gibt aber durchaus auch europäische Rahmenbauer, die da aufgeholt haben... nur nebenbei...). Das nur als Beispiel.

Natürlich gibt es auch viel billigen Mist, aber den gab es in Europa und namentlich in Deutschland auch!

Ich kann mich nur wiederholen: Es ist nicht unbedingt der niedrigere Preis, der den Ausschlag gibt ( die Unterschiede sind eher gering...). Qualität kostet auch da..........

Wer Billigst-Klamotten kauft, wird eben genmanipulierte Baumwolle, gewoben von Kindern, genäht von unterbezahlten Frauen, gefärbt schwermetallhaltigen Pigmenten, konserviert mit giftiger Appretur bekommen.

Wer mehr ausgibt, darf auch mehr erwarten.

Und beim Fahrrad ist es ähnlich: Wer für 1000 Euro Carbon mit Ultegra will, bekommt zweifelhaft zusammengepapptes, was im Zweifel nicht passt und alsbald zusammenbricht, wer mehr ausgibt, bekommt sauberere Qualität und möglicherweise mehr Größen zur Auswahl.

Woher das kommt, ist dann erstmal zweitrangig.

Das soll jetzt keine Auforderung sein, nur noch chinesisch zu kaufen:D...... Es gibt schließlich immer noch Hersteller, entweder mit eigener Produktion oder mit Fertigung knapp um die Ecke.............
 
sry, aber dieses wer mehr ausgibt bekommt ethisch vertretbare Klamotten stimmt einfach so nicht.
bei dem Rest magst du Recht haben!
 
ICh habe ja auch geschrieben, ".........darf mehr erwarten.................."......... und das war Absicht.
 
Zurück