Ein Trauerspiel sehe ich darin, daß in diesem Land auf eigentümliche Weise die Möglichkeiten verspielt werden, die die Stammzellenforschung der Heilung eröffnen würde und als bezeichnend im Hinblick auf die fachliche Begründung der Bedenken erscheint es mir, daß die meisten Einwände von Klerikern ausgesprochen werden, die damit auf wundersame Weise und ganz ungefragt die Entscheidung über das Werden unserer Gesellschaft auch denen aus den Händen nehmen wollen, die sich von christlich blockierten Denk- und Entscheidungsmustern emanzipiert haben. Ich möchte nicht, daß irgendein kirchlicher Propagandist für mich eine Entscheidung trifft oder auch nur beeinflußt, die sich im Nachhinein als eine Hemmung der Forschung erweisen wird, die, nicht nur für mich, eine Vergrößerung der Auswahl der zur Verfügung stehenden Heilungsmöglichkeiten auf dieser Welt hätte bewirken könnnen.
Moin, Flammberg!
Sorry,aber der Beitrag ist denn doch etwas unreflektiert und undifferenziert. Bei der Kritik an unkontrollierter Stammzellenforschung geht es längst nicht nur um religiöse Dogmen. Es widerspricht eigentlich jeder menschlichen Ethik, ein menschliches Leben für ein anderes zu opfern. Bei Abtreibungen handelt es sich stets um tragische Fälle. Jeder Humanist sieht das so. Abtreibungen müssen grundsätzlich erlaubt sein, die Gesellschaft hat jedoch den Auftrag, diese Notfälle soweit wie möglich zu Verhindern bzw. die Opfer aufzufangen.
Wenn nun die Stammzellenforschung auf Embryonen angewiesen ist, bekommt diese Tragödie einen finanziellen Aspekt. Abtreibungen werden gebraucht, man kann davon ausgehen, dass weniger dafür getan wird, diese zu Verhindern. Menschen mit Einfluss in politisch dementsprechenden Länder werden über kurz oder lang dieses "Menschliche Neben- und Abfallprodukt" "herstellen". In China werden gerne Sträflinge hingerichtet, wenn der Weltmarkt zufälligerweise seine Organe gebrauchen kann... .
Der Hintergrund der Kritik ist also, dass Leid geschaffen / gefördert würde, um einigen Wenigen eventuell "helfen" zu Können.
Das wahre Problem wurde hier ja auch schon thematisiert - die krankheitsauslöser, die uns überall umgeben, bzw. in uns gelangen.
Zu der Problemgruppe gehört aber auch unser Geist und der Zeitgeist in nuserer Gesellschaft. Wo kein Respekt mehr vor Alten, Schwachen, Kindern, ungeborenem Leben, andersdenkenden Menschen... ist, Solidarität, Familiensinn, Verantwortungsgefühl etc. hinderlich sind, da kann ein Mensch nicht gesund sein, und da ist das gefährlichste "Krebsgeschwür" das wuchernde degenerierte Ego der Massen, dass alles durchsetzt, und gegen das keine Stammzellenforschung je helfen wird.
Also : "Kosten" und "Nutzen", um das schön babylonisch auszudrücken, sollten auch in dieser Thematik bedächtig abgewogen werden.
Grüße
Christian