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Himmelfahrtskommando: Wochenendtrip Interlaken/Berner Oberland

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Re: Himmelfahrtskommando: Wochenendtrip Interlaken/Berner Oberland
Zweites Frühstück: Jamón Cúbico, gut abgehangen.

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Es ist vollbracht. Wer auch immer den Nufenen konstruiert hat, gehört mit 50 kg Gepäck auf einem Rad von 1920 da hochgeschickt.

Da ich demnächst selbst den Nufenen fahren will, frag ich einfach mal: Was hat dich gestört und war unangenehm? Wind, Steigung, Straßenbelag, PS-Touristen ... ?
 
Da ich demnächst selbst den Nufenen fahren will, frag ich einfach mal: Was hat dich gestört und war unangenehm? Wind, Steigung, Straßenbelag, PS-Touristen ... ?
Hi, ich berichte noch in Ruhe, wenn mein Kopf klarer ist. Die Heimfahrt hat sich leider verzögert, inzwischen habe ich aber 2x Abendessen drin 😁
Verkehr war dort wirklich okay, besser als auf dem Rest der Runde. Wind gab es heute nirgendwo nennenswert, ist am Nufenen aber wohl gerne mal vorhanden. Es war eine Mischung aus 1 - 2 % zu viel für mich - bei ca. 9 % Durchschnitt und ordentlich warmen Temperaturen musste ich beißen - und der schwächsten Phase, die ich auf der heutigen Tour hatte. In einer kürzeren Runde oder mit entsprechender Fitness aber kein Problem und es gibt schöne Ausblicke.
 
Kleiner Hinweis noch: Bei der Abfahrt von der großen Scheidegg nach Grindelwald etwas Vorsicht hinsichtlich möglicher Querrinnen und dieser Viehsperren (falls die zu dieser Jahreszeit dort überhaupt schon vorhanden sind: Stäbe die aufgehen, einem jedoch bei hoher Geschwindigkeit weh tun können) walten lassen.
 
Kleiner Hinweis noch: Bei der Abfahrt von der großen Scheidegg nach Grindelwald etwas Vorsicht hinsichtlich möglicher Querrinnen und dieser Viehsperren (falls die zu dieser Jahreszeit dort überhaupt schon vorhanden sind: Stäbe die aufgehen, einem jedoch bei hoher Geschwindigkeit weh tun können) walten lassen.
Vielen Dank, ich werde drauf achten. Diese Sperren habe ich vorgestern oberhalb vom See (bergauf bei 8 km/h 😆) kennengelernt. Sollte kein Problem sein - gestern war ich eher übervorsichtig unterwegs, weil ich keine der Abfahrten kenne und manche dann doch stellenweise holprig waren. Mehr als 7 % Gefälle und viele enge Kurven sind auch recht neu für mich.
So, jetzt schreibe ich mal meinen Bericht.
 
Ich kann vorwegnehmen, dass quasi alle Vorhersagen und Einschätzungen von @Joule Brenner hier im Forum und beim Treffen richtig waren 😅

Soooo, Teil 1:
6:45 kleines Frühstück, etwas früher als offiziell war kein Problem. 7:30 Zug Interlaken Ost - 8:00 Meiringen mit Traumstrecke, siehe oben. In Meiringen schnell zum Laden für meine vordere Bremse 😬 extra abends noch neue Beläge eingebaut, Quietschen und schlechte Bremsleistung blieb. Der sehr nette Mitarbeiter hat die Scheibe gereinigt und abgeschliffen (die Beläge waren verglast, soweit normal, aber die Scheibe selbst kann wohl auch eine nicht gerade förderliche Beschichtung bekommen. Tag gerettet, Bremse stark und fast stumm. Die Aareschlucht fand ich gut zum einrollen. Kleiner Anstieg, ein paar schöne Kurven runter, Vertrauen in die Bremse zurückgewinnen. In Innertkirchen alles ruhig. Dann geht es hoch, Grimselpass, 25 km. Es müsste etwa 8:50 gewesen sein und direkt ging es los mit den Motorrädern und Autos. Immer wieder Ruhepausen, aber dann wieder viele auf einmal. Der Pass fuhr sich aber sehr gut, ein super Start aus dem Wald bis zu den ersten Schneewänden des Tages. Zu gut vielleicht, ein bisschen langsamer hätte ich sicher machen können. Die Tunnel habe ich immer über die alte Grimselstraße umfahren, wenn möglich (2x oder 3x).
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Teil 2 - eine Leidensgeschichte:

Falls jemanden die Zahlen interessieren: ich bin den Grimsel mit 220 - 230 Watt im Schnitt bei 265 Watt FTP hochgegurkt. Nicht ständig draufgestarrt, aber bei 25 km bergauf hat man auch dafür Zeit. Hat sich gut angefühlt. Abfahrt vorsichtig über ein paar Serpentinen, Blick auf den Furkapass, wo die motorisierte Fraktion unterwegs war. Rechts durch den Wald war nichts los und eine super (neu?) geteerte Straße nach Oberwald. Am Brunnen Wasser aufgefüllt, es wurde langsam warm. Am Rotten (so heißt hier direkt an der Quelle die Rhône) entlang - leicht abschüssig, flach gibt's hier nicht - nach Ulrichen und dann auch schon wieder hoch. Ich habe die Quaeldich-Beschreibung zum Nufenen gelesen, @Joule Brenner hat auch nochmal betont, dass es dort etwas steiler zugeht, aber es hat mich dort richtig schlimm erwischt. Landschaftlich ganz schön, es geht aber auch mal lange in der Sonne (zum Glück gestern ohne Gegenwind) geradeaus. Ambitionierte 240 Watt wichen weiter oben eher 200. Die Höhe sehe ich nicht in der Schuld, ich bin um und oberhalb von 2000 Metern sonst gestern gut klargekommen. Aber es wollte keine Verpflegung mehr rein, der Magen hat richtig dicht gemacht und die Steigung war etwas zu hoch, wenn auch sehr konstant. 7 % Durchschnitt gerne den ganzen Tag, 9 waren hart. Malto in den Flaschen, Gels und Riegel habe ich vorher zugeführt, aber da war es eine Stunde lang schwierig. Ich wollte nur noch etwas Salziges oben auf dem Pass. Man muss aber sagen, dass es fast allen so ging wie mir. Leichtester Gang und immer wieder Trittfrequenz raus, um ein Stück langsam hochzukriechen. Wenn ich mich richtig erinnere, bin ich ohne Pause hochgekommen; Rhythmus konnte man das aber nicht nennen. Zumindest etwas konnte ich die Schneewände, den See und den Ausblick oben genießen. Der Verkehr war weniger als anderswo. Regeneration dann seeeehr langsam. Ich saß eine Stunde dort oben, bis mein Magen wieder einigermaßen klarkam. Mehr als Cola und Chips habe ich nicht gefunden, was in dem Moment überhaupt reinging. Ein Sandwich mit Käse spukte im Kopf herum, doch das sollte es erst in Airolo geben. Aufbauend wirkten die anderen pumpenden Gestalten, die ich teilweise vor oder hinter mir gesehen hatte. So haben wir uns zu einer Dreiergruppe für die Tremola zusammengefunden, aus der in Airolo vier wurden. Passend zu unseren Klischeevorstellungen war die Seite rüber ins Ticino erst rumpelig (Platten), dann sogar ganz aufgerissen, später aber gut zu fahren. Hitze, große Straßenbögen um Airolo herum, ein paar Läden. Käsebrötchen und Getränke gefunden, zu viert im Schatten entspannt. In der Abfahrt hatte ich wieder Energie gefunden und hatte Bock auf die Tremola. Von 11 bis 15 Uhr habe ich wohl kein einziges Foto geknipst, da war ich einfach zu platt. Der Anstieg lief dann super, wir sind gemütlich gestartet und das Pflaster fand ich sehr angenehm zu fahren. Steigungsprozente harmlos. Oben am See haben wir gratis Kuchen bekommen, weil der schon etwas länger rumstand.
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Teil 3 - kurz vor Feierabend

Die Abfahrt nach Hospental war oben nicht vergnügungssteuerpflichtig, weil wir weiter auf dem Pflaster gefahren sind. Mein Plan war eigentlich Asphalt bergab 😅
Danach aber super Belag und fast kein Verkehr mehr. Der Rest hatte es geschafft und konnte nach Andermatt rollen, ich hatte noch 900 und 400 hm vor mir. Der Furka war schon noch ordentlich anstrengend, dafür war in der Abendsonne größtenteils alles ruhig und der Ausblick ist natürlich fantastisch. Am Anfang war ein kleiner bewirteter Garten, wo ich Quellwasser auffüllen konnte. Langsam gingen auch Gels und Riegel wieder rein - jedenfalls diktierte mir das die Vernunft, irgendwas musste rein. Ich hätte den Blick gerne mehr genossen, aber halbwegs zügig im Hellen durchkommen stand im Vordergrund. Oben nichts los, schöne Abfahrt, ein paar Murmeltiere. Ab jetzt wären Zehenkappen gut gewesen, weil die Ablaufrinnen voll waren und die Straßen nass wurden. Ging aber auch so gut.
Du weißt, dass du in der Schweiz bist, wenn ... du auf 2050 Metern Höhe Plötzlich Bahnschienen die Straße queren siehst 😳.
Die paar kleinen Kehren zum Grimsel zogen sich ganz schön, da musste ich mich noch durchbeißen. Geschafft. Halbwegs hell. In die Abfahrt. Plötzlich am See: die ersten Autos seit längerem, alle stehen. Ich rolle langsam heran. Feuerwehr stoppt mich: Unfall, Straße gesperrt, Feuerwehr, Heli, Polizei kommt. Soweit ich es mitbekommen habe, ist auf fast gerader Strecke ein Auto bergab fahrend von der Straße abgekommen, ist über die Gegenspur, hat einen der Begrenzungssteine mitgenommen und ist Richtung See die Böschung runter. Ich hatte oben noch gedacht, dass bisher trotz Rasern alles gut gegangen war. Morgens hatte ich die Stelle zufällig fotografiert:
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Nach ca. 40 Minuten Stillstand ging es weiter, der Rest der Abfahrt war dann natürlich eiskalt. Ein Zug war eh schon weg in Meiringen, den nächsten hab ich so auch noch verpasst, also Essen am Bahnhof und dann heim, hier zweites Abendessen gegen 22:30. Ein langer Tag. Jetzt liege ich noch herum und werde irgendwann vielleicht mal starten.
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Super Bericht von dieser schönen Runde. Gute Erholung und weiterhin viel Spass in der Schweiz und insbesondere in meinem geliebten Berner Oberland.
 
5.200 Höhenmeter, Wahnsinn. Starke Leistung und schöne Bilder. Wie oft fährst du Rad und vor allem Berge, damit deine Beine das mitmachen? 😅
 
Starke Leistung und schöne Bilder. Aber die Satteltasche gefällt mir auch, welches Modell ist das?
Evoc mit BOA-Befestigung. Gute Tasche, nur der Roll-Klettverschluss ist mir viel zu umständlich. Ich habe sie für diese Tour rausgekramt, weil genug reinpasst für lange Bergtouren: dicke Weste, Armlinge, ordentlich Verpflegung, Pannenset und mehr. Optisch eigentlich auch nicht mein Fall, aber die Farbe passt zu den hellen Reifenflanken und vor allem zum Furka-Bagger 😆.
5.200 Höhenmeter, Wahnsinn. Starke Leistung und schöne Bilder. Wie oft fährst du Rad und vor allem Berge, damit deine Beine das mitmachen? 😅
Danke. Seit 2021 regelmäßig, das waren dann ca. 5.000/8.000/10.000/12.000 km jeweils in einem Jahr. Dieses Jahr deutlich weniger, bisher bin ich bei 3.000 km. Den Winter über bin ich fast nur gelaufen, die Radform war aber nach wenigen Tagen im März schon wieder mindestens so gut wie letztes Jahr. Die Tour war aber nur mit argem Rumgekrebse auf einigen Abschnitten und langen Pausen möglich, ging insgesamt sehr lang und die Konzentration aufrecht zu halten in unbekannten Abfahrten war auch nicht einfach. Da ist sicher noch Potenzial nach oben, aber jedes Jahr muss sowas auch nicht sein. 😄 Ich habe gestern oft gedacht, dass mir diese langen Anstiege und Abfahrten vielleicht doch nicht so liegen oder einfach nicht vertraut genug sind. Zumindest konnte ich fast alle Anstiege (bis auf wenige Foto- und Wasserstops) am Stück durchfahren.
 
Die Kurzversion: alle sollten mal auf die Grosse Scheidegg und auf den Männlichen gefahren sein. Wahnsinn.
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///Teil 1
Samstag: gefrühstückt, zurück ins Bett und bis mittags rumgelegen. Die richtige Entscheidung. Daran erinnert, dass die Grosse Scheidegg der ursprüngliche Grund für diesen Ausflug war. Und für den Fall, dass nachmittags noch irgendwo Energie herkommt, war der Männlichen auch in die Route eingebaut. Findet aber auch der orientierungsloseste (ich), komplett über Kreuz guckende Radler: nach Grindelwald runter und dann einfach links wieder hoch. Lange. Und steil.
Zweites Frühstück beim Bäcker eingepackt, ohne drohende Magenrebellion die Gels und Riegel begutachtet, etwas weniger Kram in die Satteltasche, Abfahrt. Am schönen Südufer des Sees entlang, zwei knackige Anstiege bringen schon 300 hm zusammen - auf dem Höhenprofil quasi unsichtbar im Schatten der zwei Riesen.
Ein Stück Schotter, irgendwann steil bergab, also schieben. Der Grund sind die Giesbachfälle und das Grand Hotel. Hat sich gelohnt. Highlight der Typ mit dem 3 Meter langen Selfiestick 😂 taugt sicher auch als Angel.
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Es wird warm, ist aber angenehm im Fahrtwind. Flach (ja, echt 😅) durch die Dörfer nach Meiringen rollen. Sehr schön und ruhig. Dann auf die große Straße, direkt ordentlich Steigung, Schilder zum Grimselpass. Die Sonne steht auf der Straße, 8 Milliarden Motorräder rauschen vorbei. Nach kurzer Leidenszeit der Abzweig nach rechts zur Grossen Scheidegg. Steil, schattig, viel weniger los. Beine könnten sich schlimmer anfühlen. Weiter in Teil 2.
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Zuletzt bearbeitet:
Teil 2:
So, wo waren wir? Ach ja, Einstieg zur Grossen Scheidegg. Direkt viel schöner als zum Grimsel. Kleine Wege mit großem Ausblick. Ein paar andere Radler, ab und zu am Anfang ein Auto, später immer weniger. Gelegentlich ordentlich lärm durch den Postbus, der sich in den engen Kurven ankündigt. Kurz neben den Weg und warten, dann wieder Rhythmus finden. Die geschundenen Beine stören bei dem Ausblick aber kaum, es wird eigentlich immer nur noch schöner. Immer höhere, schroffere, mit mehr Schnee bedeckte Brocken (Eiger - Jungfrau - Mönch) schieben sich ins Bild. Der Mittelteil ist hart mit immer wieder 13-14-15 und auch mal 18 %. Insgesamt ca. 18 km mit 1300 hm, durch ein paar Flachstücke sind es 8 % im Schnitt. Es läuft super. Ein bisschen packt mich doch der Ehrgeiz, keinen überholten wieder ranzulassen, und so drücke ich auch mal etwas mehr, wenn möglich. Insgesamt halbwegs kontrollierte anderthalb Stunden (okay, 1:38) - das hätte ich heute morgen nicht erwartet. Oben mit einem Mitfahrer essen, heute wollte ich unbedingt viel Salz und was richtiges. Spaghetti waren die richtige Entscheidung. Den Ausblick muss ich nicht mit Worten beschreiben. Nach langer Pause war mir klar, dass ich noch auf den Männlichen will. Zeitlich sollte es hinkommen - hell ist es eh, Regen ist oben und unten für 20 Uhr angekündigt, das ist etwas knapp, aber ich war optimistisch. Mit Start vor 18 Uhr in Grindelwald könnte es trocken klappen. Also runter. Auf der Abfahrt nur ein paar Wanderer, aber ein sehr steiler, schmaler Weg mit engen Kurven, also nichts mit laufen lassen. Dazu der Blick, der ein paar Fotostopps einfordert. Der schmelzende Schnee rumpelt teilweise in kleinen Lawinen herunter. Dabei ist es unter 1500 Metern wieder seehr warm. Grindelwald dann ein krasser Kontrast mit hunderten Touristen, die kreuz und quer herumlaufen. Kein Problem, der Ort ist schnell durchquert und der Abzweig zum Männlichen gefunden.
/// Weiter in Teil 3
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