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Gabel kaputt?

Beispiel eines untersuchten Gabelbruchs

Hallo zusammen,

ich zeige Euch hier das Beispiel einer gebrochenen Gabel, so wie es manchmal vorkommt. Wenn so etwas passiert, gnade Euch Gott, dass Ihr nicht schnell unterwegs seid oder einen Schutzengel habt. Die meisten dieser Unfälle enden schwer, ohne hier ins Detail gehen zu wollen. Wenn ihr mich fragt, dann gehören Gabeln mit Garbonschaft (mit Einschränkungen ebenso Sattelstützen und Lenker) verboten. Sch.... was auf die paar Gramm. CFK Werkstoff ist nicht für biegebeanspruchte Bauteile geeinet. Wenn das Material nicht sauber verarbeitet ist - und das passiert leider sehr oft - und der Materialfehler an einer mechanisch hoch belasteten Stelle liegt, dann knack das Bauteil ohne Vorwarnung weg. Die Schadenvorhersage nach einer Prüfung ist jedoch sehr schwer, denn nicht jedes Bauteil mit Fehler geht auch zwangsläufig kaputt. Das zeigt die Praxis auf dem dynamischen Prüfstand oder dem Überlastprüfstand. Aber man kann die schlechten von den ganz schlechten trennen, so wie bei diesem Beispiel hier. Diese Gabel hätte ich auf jeden Fall aussortiert, da sie eine Menge Fehler im Bauteil hat. Beispielsweise nimmt die Wanddicke sprunghaft ab. In diesem Fall spricht man von Kerbwirkung, die früher oder später zum Bruch führt - auch bei Metallen übrigens. Ausserdem sind Lunker (Lufteinschlüsse ) zu sehen, die den gleichen Effekt haben. Im Bruchbereich kann man auch Fehler enddecken. Ob die durch den Bruch entstanden sind, oder schon vorher da waren, kann man nicht sagen. Mein Fazit nach Untersuchung von hunderten von Gabeln ist: Kauft keinen billigen Schrott aus Asien! Oder noch besser: verzichtet bei biegebeanspruchten Teilen ganz auf Carbon, der Gesundheit zu liebe.
 

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AW: Beispiel eines untersuchten Gabelbruchs

Hallo zusammen,

ich zeige Euch hier das Beispiel einer gebrochenen Gabel, so wie es manchmal vorkommt. Wenn so etwas passiert, gnade Euch Gott, dass Ihr nicht schnell unterwegs seid oder einen Schutzengel habt. Die meisten dieser Unfälle enden schwer, ohne hier ins Detail gehen zu wollen. Wenn ihr mich fragt, dann gehören Gabeln mit Garbonschaft (mit Einschränkungen ebenso Sattelstützen und Lenker) verboten. Sch.... was auf die paar Gramm. CFK Werkstoff ist nicht für biegebeanspruchte Bauteile geeinet. Wenn das Material nicht sauber verarbeitet ist - und das passiert leider sehr oft - und der Materialfehler an einer mechanisch hoch belasteten Stelle liegt, dann knack das Bauteil ohne Vorwarnung weg. Die Schadenvorhersage nach einer Prüfung ist jedoch sehr schwer, denn nicht jedes Bauteil mit Fehler geht auch zwangsläufig kaputt. Das zeigt die Praxis auf dem dynamischen Prüfstand oder dem Überlastprüfstand. Aber man kann die schlechten von den ganz schlechten trennen, so wie bei diesem Beispiel hier. Diese Gabel hätte ich auf jeden Fall aussortiert, da sie eine Menge Fehler im Bauteil hat. Beispielsweise nimmt die Wanddicke sprunghaft ab. In diesem Fall spricht man von Kerbwirkung, die früher oder später zum Bruch führt - auch bei Metallen übrigens. Ausserdem sind Lunker (Lufteinschlüsse ) zu sehen, die den gleichen Effekt haben. Im Bruchbereich kann man auch Fehler enddecken. Ob die durch den Bruch entstanden sind, oder schon vorher da waren, kann man nicht sagen. Mein Fazit nach Untersuchung von hunderten von Gabeln ist: Kauft keinen billigen Schrott aus Asien! Oder noch besser: verzichtet bei biegebeanspruchten Teilen ganz auf Carbon, der Gesundheit zu liebe.

kann man durchaus nachvollziehen. aber was machen jetzt zigtausende besitzer von vollcarbongabeln?:confused:
 
AW: Gabel kaputt?

So ganz unterschreiben mag ich das nicht. Carbon wird ja nun erfolgreich in vielen Disziplinen auf Biegung beansprucht und viele Hersteller schaffen mit Stützen etc. locker alle Belastungstests. Ist immer eine Frage wie sorgfältig konstruiert und produziert wird.

Gabelbrüche gab es auch schon bei Stahl, Magnesium und Alugabeln zuhauf und in Anbetracht dessen wie viele Carbongabeln hier so rumfahren, ist die Anzahl an kritischen Unfällen schon recht klein.

Das man nicht bei ebay eine Noname-China-Carbongabel für 70 €*kaufen sollte, das sehe ich auch so und das sorgt wohl schon für erheblich mehr Sicherheit wenn man auf bewährte Gabelhersteller setzt (Easton, Mizuno, Columbus, Ritchey, Reynolds, Deda etc.) und da nicht das leichteste nimmt. Deutlich unter 400 g wäre ich auch skeptisch bei voller Schaftlänge.
 
AW: Gabel kaputt?

So ganz unterschreiben mag ich das nicht. Carbon wird ja nun erfolgreich in vielen Disziplinen auf Biegung beansprucht

Stimmt, nur in welcher Sportart noch, wird so ein kurzes Rohr benutzt, wie am der Gabelschaft? Nenn´ doch mal ein Beispiel, mir fällt keines ein:confused:
Selbst bei meinem anderen Hobby, dem Segeln, wird Carbon bebutzt,
Wie beim Baum, Mast, Ruderpinne, ganze Rümpfe. Nur dort wo die größten Kräfte auftreten, wie beim Lümmellager, Mastfuß, Beschlägen usw., wir kein Carbon verbaut
 
AW: Gabel kaputt?

So ganz unterschreiben mag ich das nicht. Carbon wird ja nun erfolgreich in vielen Disziplinen auf Biegung beansprucht und viele Hersteller schaffen mit Stützen etc. locker alle Belastungstests. Ist immer eine Frage wie sorgfältig konstruiert und produziert wird.

.....

Du hast recht, es kommt natürlich auch darauf an: wie schwer ist der Fahrer, wie und wo fährt er. Die Problematik ist natürlich bei einem MTB aktueller.
 
AW: Gabel kaputt?

Ich hab noch nie eine Gabel gesehen, die da oben kaputt gegangen ist. Sieht eher aus, wie ein Lackschaden. Letztlich kann nur eine Prüfung darüber Aufschluss geben.

Gruss vom Checker
 
AW: Gabel kaputt?

Selbst komplett neu lackiert?

Könnte sein das sich der Lack nicht mit dem Untergrund verträgt.
 
AW: Gabel kaputt?

Nein der Hersteller hat das lackiert. Meine Skills sind da sicher nicht so weit gediegen dass ich da Airbrushelemente hinbekommen würde. Ich kenne auch keinen Fall einer Gabel die dort kaputt gegangen wäre, aber die beiden Risse sind schon seltsam plastisch.
 
AW: Gabel kaputt?

Wenn ich das in den Bildkommentaren richtig gelesen habe ist doch noch Gewährleistung/Garantie auf der Gabel.
Dann wende dich doch an den Hersteller.
Selbst wenn es nur der Lack ist, ist das ein Mangel an der Gabel der innerhalb von 2 Jahren nicht auftreten sollte.
 
AW: Gabel kaputt?

So werde ich es wohl auch machen. Das Rad fahre ich im Winter eh nicht, das ist eh bis März im Winterschlaf.
 
AW: Gabel kaputt?

@ Speichennippel: Hast Du die Gabel von Bikechecker untersuchen lassen, was ist das Ergebnis?

@Pedalierer: Hat der Hersteller schon geantwortet, was?
 
AW: Gabel kaputt?

Ich habe die Gabel erst vorgestern beim Importeur abgeliefert und der schickt diese zusammen mit einer anderen Gabel diese Woche nach Italien. Die prüfen dann was unter dem Lack ist und senden dann die Gabel wohl an den Hersteller.

Laut Importeur wird die Gabel ohne Murren getauscht. Mir ist zudem aufgefallen das die Unterseite der Krone deutlich schief ist. Das ganze wird sicher in paar Wochen dauern, der Versand dauert ja schon je eine Woche und die Gabel muss ja wieder so lackiert werden wie die Alte, aber ich habe ja ein zweites Rad.
 
AW: Gabel kaputt?

Nachdem zahlreiche Experten die Gabel begutachtet haben, ist folgendes herausgekommen:

Es war nur Klarlack, kein Strukturschaden im Carbon. Mit feinem Schmirgel habe ich alles glatt gemacht. Der Vorbau passte danach satt auf den Schaft.

Seit 500km funktioniert alles tadellos.
 
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