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Der tote Winkel - eine Demonstration

Crash_Kid

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Da ich insbesondere 'Nichtsportler' auf dem Rad sehe, die für meinen Geschmack extrem waghalsig an abbiegenden LKW vorbeirauschen, fand ich dieses Video äußerst teilenswert. Denn auch RR'ler unterschätzen ihn oft genug.


Verrückter Weise machen mir trotzdem an Kreuzungen fast ausschließlich PKW-Fahrer Probleme.. :(
(Bitte seht von Kritik an der 'künstlichen' Situation ab - es ist eine Demonstration zur Sensibilisierung)
 

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Re: Der tote Winkel - eine Demonstration
Da ich insbesondere 'Nichtsportler' auf dem Rad sehe, die für meinen Geschmack extrem waghalsig an abbiegenden LKW vorbeirauschen, fand ich dieses Video äußerst teilenswert. Denn auch RR'ler unterschätzen ihn oft genug.
Eben, in erster Linie sind es die weniger routinierten Radfahrer.
Und was die künstliche Situation betrifft: Die zeigt das Problem nun mal extrem gut. Und wer nur einmal in einen LKW oder auch nur in einen Transporter gesessen hat, weiss das auch.
 
finde ich auch extrem anschaulich, wenn auch -wie schon gesagt- künstlich! Man sieht ganz gut, dass man bei solchen Dingen nicht immer dem LKW-Fahrer die volle Schuld geben kann.

Da ich mittlerweile (aus diversen Selbsterfahrungen) wirklich keinem motorisierten Fahrzeug auf der Straße traue, lasse ich mich auf ein solche potenzielle Tote-Winkel-Geschichte gar nicht erst ein. Entweder ich überhole das Fahrzeug noch bevor es an der "Abbiegemarke" ankommt und mache mich im Beifahrerfenster bemerkbar oder ich verzichte auf meinen Vorteil und bleibe hinter dem Abbieger. Da aber selbstverständlich nicht jeder auch den Blinker setzt, verfahre ich so bei Blinkern und Nicht-Blinkern.
 
Was heißt hier anschaulich? Haltet mal bei 0:05 das Video an und schätzt ab, wie viel Prozent der Spiegel-Sichtfläche durch das eigene Fahrzeug eingenommen werden !!! Wenn ein LKW-Fahrer seine Spiegel so einstellt wie in diesem Video, dann gehört er aus dem Führerhaus gezerrt. Klar kann ich meine Spiegel absichtlich in dieser Weise verstellen, um ein "didaktisches Video" zu drehen, aber der Sache wird das nicht gerecht.

Ich will nicht behaupten, dass LKW-Fahrer immer einen perfekten Überblick über ihr Gefährt haben können, aber das Video übertreibt sehr heftig. Als Radfahrer weiß man, dass immer dann ein hohe Risiko besteht, wenn man die Fahrer in seinem Rückspiegel nicht sieht oder ihn zwar sieht, er aber wegblickt. Nur wechselseitiger Augenkontakt und ein bemerkbar auf die Situation reagierendes Fahrverhalten des LKW-Führers ergeben eine relative Sicherheit.

Riskant wird es auch bei "Schnell-Lieferwagen", die oft auf der Beifahrerseite mit weniger Zusatz-Spiegeln ausgestattet sind und gerade dann nicht die Bohne sehen, wenn sie schon in einem gewissen Abbiegewinkel vor der Radweg-Einmündung fahren oder stehen.
 
Wenn man bedenkt, dass der Sattelauflieger nicht gerade steht, dann ist der Spiegel gar nicht sooo falsch eingestellt. Dazu kommt noch, dass die Kamera nicht perfekt die Sicht des Fahrers widergeben kann. Außerdem wird, wenn ich mich recht erinnere, der untere Spiegel so eingestellt, dass man die Bordsteinkante gut sehen kann. So habe ich es jedenfalls mal vor langer Zeit gelernt.
 
Ich hätte eher gesagt, dass der untere Spiegel den toten Winkel abdecken soll. Der Bordstein sollte doch im oberen, großen Spiegel sichtbar sein, da man ihn ja an den Rädern des Aufliegers sehen muss. Natürlich, wenn der LKW schon so schräg an der Kreuzung steht, kann er im unteren Spiegel auch nicht mehr den gesamten Bereich des toten Winkels sehen. Da werden in Zukunft hoffentlich mehr Kameras und Bild im Display zum Einsatz kommen.
 
Also erst mal werden Radwege gebaut und macht die zur Pflicht, weil man denkt es würde die Sicherheit Erhöhen. Dann stellt man fest, das Radfahrer dort z.B. durch LKW die Abbiegen in Gefahr sind. Als Reaktion da drauf versucht man Radfahrer mit so Aktionen für die Gefahr zu sensibilisieren, obwohl man gleichzeitig das nicht nutzen der gefährlichen Radwege verbietet. Gerichte entscheiden da drüber, das es nicht rechtens ist, trotzdem überall die blauen Schilder.

Irgendwie sollte man mal lieber die Leute die den Verkehr planen in die LKW setzen.

Wobei es wahrscheinlich wenig nützen würde. Ein gutes Beispiel sieht man an Kreisverkehren außerorts. Dort wurde die Gefahr für Radfahrer übersehen zu werden ganz einfach (sogar fest in der VwV verankert) gelöst. Radfahrer bekommen ein Schild und müssen Vorfahrt gewähren. Es ist wohl klar, womit Leute die sich so etwas ausdenken unterwegs sind.
 
Dabei wäre die Lösung recht einfach. Eine simple Vorschrift, das LKW nur von zwei Personen bewegt werden dürfen. Würde sogar Arbeitsplätze schaffen und der Fahrer müssten nicht mehr alleine durch die Gegend fahren.
 
finde ich auch extrem anschaulich, wenn auch -wie schon gesagt- künstlich! Man sieht ganz gut, dass man bei solchen Dingen nicht immer dem LKW-Fahrer die volle Schuld geben kann.
Diese Argumentation finde ich jetzt etwas seltsam. Der LKW-Fahrer weiß, dass es dort einen toten Winkel gibt und den Bereich nicht einsehen kann und er ist sich bestimmt auch im klaren, dass sich genau in diesem Bereich gerne Radfahrer befinden. Wenn er nicht sicherstellen kann, dass er niemanden umnietet (weil er nichts sehen kann), dann darf er eben gar nicht erst Fahren. Unter Umständen müssen dann eben Kameras an den Spiegeln angebracht werden.

Auf jeden Fall finde ich das Video eine schöne Veranschaulichung, so wissen beide Seiten was alles so verschwinden kann.
 
Wohlgemerkt, es sind die Arbeitgeber der Transportindustrie, die
1. Lobbyarbeit gegen einer bessere Sicherheitsaustattung betreiben und so die Einführung neuer Gesetze verhindern
2. sich auch individuell weigern, nicht gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsausrüstungen anzubringen

Ein neuer Truck kostet durchschnittlich um die 100.000 Euro. Ein Kamerasystem, dass wesentlich besser ist als alle Spiegel zusammen und den toten Winkel komplett beseitigt, kostet um die 1000 Euro also 1% des Neukaufpreises eines Trucks. Das wird bewusst eingespart und Tote in Kauf genommen. So einfach ist das.
 
Diese Argumentation finde ich jetzt etwas seltsam. Der LKW-Fahrer weiß, dass es dort einen toten Winkel gibt und den Bereich nicht einsehen kann und er ist sich bestimmt auch im klaren, dass sich genau in diesem Bereich gerne Radfahrer befinden. Wenn er nicht sicherstellen kann, dass er niemanden umnietet (weil er nichts sehen kann), dann darf er eben gar nicht erst Fahren. Unter Umständen müssen dann eben Kameras an den Spiegeln angebracht werden.

Auf jeden Fall finde ich das Video eine schöne Veranschaulichung, so wissen beide Seiten was alles so verschwinden kann.

ich meinte damit nur, dass es für LKW-Fahrer nicht immer einfach ist, trotz des Wissens um einen toten Winkel, 100Pro sicher zu sein, dass da nicht doch jemand rumfährt. Klar, muss der Fahrer dafür Sorge tragen, das der tote Winkel "sauber" ist. Aber soll er vor jedem Abbiegevorgang aussteigen, um den LKW rum und nachschauen, ob die Fahrbahn frei ist?
Wie Mi67 oben schon geschrieben hat, hilft es immer, egal ob Auto oder LKW, Augenkontakt herzustellen und sich bemerkbar zu machen. Sei es nur durch Klopfen an die Tür bei stehendem Verkehr an der Ampel.
 
unter Umständen und je nach Gemütslage des Fahrers schon. Im Ernstfall ist man mit dem Renner ja schnell weg. ;)

Hatte ähnliche Situation erst letzte Woche: Ampel rot, vor mir noch ein Auto. Ampel wird grün, Fahrerin fährt nicht los, weil sie mit ihrem Handy beschäftigt ist. Was macht man als Autofahrer? Hupen! Was als Radfahrer ohne Klingel? Ganz leichtes Klopfen auf die Heckscheibe.
Sie reagiert und fährt erschrocken Vollgas los und gestikuliert wild nach hinten zu mir inkl. Mittelfinger. An der nächsten Ampel muss ich links an ihr vorbei und zeige ihr auch den Finger, sieht sie aber gar nicht, weil sie wieder mit ihrem Handy beschäftigt ist.
 
es würde schon helfen, wenn der Dobli-Spiegel, wie in den Niederlanden, verpfichtend wäre. Der verkleinert den toten Winkel von ca. 38% auf 4%. Seit der Einführung in den NIederlanden gibt es dort weniger Tote (Fußgänger/Radfahrer) durch Abbiegeunfälle.

Die Todesquote hat sich nach Einführung halbiert und ist mittlerweile wieder auf dem Stand vor der Einführung.

POM: Fahrzeugkontrolle! Ihr Fahrrad hat keine Bremsen!
Fixiejoe: Ey, dat Ding hat 1000 Euro gekostet, da warn 10 Euro für Bremsen nich mehr drin.
POM: Ah, ja, verstehe ich, gute Weiterfahrt!
 
ich meinte damit nur, dass es für LKW-Fahrer nicht immer einfach ist, trotz des Wissens um einen toten Winkel, 100Pro sicher zu sein, dass da nicht doch jemand rumfährt. Klar, muss der Fahrer dafür Sorge tragen, das der tote Winkel "sauber" ist. Aber soll er vor jedem Abbiegevorgang aussteigen, um den LKW rum und nachschauen, ob die Fahrbahn frei ist?
Nein, absolut sicher kann man sich nie sein. Vor einen LKW könnte sich eine erwachsene Person unbemerkt "verstecken", vor einem Auto wahrscheinlich noch ein kleines Kind. Absolute Sicherheit gibt es nicht, es werden immer Unfälle passieren. Wenn aber bekannt ist, dass sich auf der einen Seite ein toter Winkel befindet, dann muss der Fahrer eben genauer schauen (und die meisten tun das sicher auch) oder es muss für entsprechende Technik gesorgt werden; sonst sollte ein LKW heute gar nicht mehr fahren dürfen. Mit zwei Kameras könnte man den kompletten toten Winkel einsehen, mit ein paar mehr können die Fahrer sogar ohne Hilfe selbst einparken. Und die Technik dazu ist wirklich billig und sollte meiner Meinung nach Vorschrift werden.
 
Da ich ... auf dem Rad sehe, die für meinen Geschmack extrem waghalsig an abbiegenden LKW vorbeirauschen, fand ich dieses Video äußerst teilenswert. Denn auch RR'ler unterschätzen ihn oft genug.
Sorry aber IMHO ist Dein Gedankenansatz komplett falsch rum. Durch zögerliches und übervorsichtiges Verhalten werden die Jungs in den Blechkisten nur dazu motiviert sich über Ihre Sorgfaltspflicht hinweg zu setzen. EyDu hat es sehr gut beschrieben, es wäre technisch überhaupt kein Problem mehr Lkws technisch so auszustatten dass kein toter winkel mehr existieren würde.
Aber es wird durch genug Lobbyarbeit die Verantwortung in der Volksmeinung auf die Radfahrer abgewälzt - siehe Pressemeldungen "Radfahrer fährt in toten Winkel" "Radfahrer verletzt SICH tödlich bei Zusammenstoß mit abbiegenden Lkw"
 
Als Rennradfahrer und LKW Fahrer, bin täglich in Städten in der Schweiz unterwegs denke ich, das es für beide Seiten gut wäre mal die andere Perspektive zu sehen. Den ein Radfahrer der sich an einem Lkw vorbei mogelt geht ein Risiko ein nicht gesehen zu werden. Aber auch ich erlebe als Rennradfahrer LKW Fahrer die mit viel zuwenig abstand Überholen weil sie keine 10 Sekunden warten können, ich denke es wäre von Vorteil wenn beide Seiten ein bisschen mehr Toleranz hätten und auch mal kurz warten würden und das wichtigste ist wirklich der Augenkontakt. Den die toten Winkel sind einfach da auch mit 6 Spiegeln am LKW!
 
Sorry aber IMHO ist Dein Gedankenansatz komplett falsch rum. Durch zögerliches und übervorsichtiges Verhalten werden die Jungs in den Blechkisten nur dazu motiviert sich über Ihre Sorgfaltspflicht hinweg zu setzen. EyDu hat es sehr gut beschrieben, es wäre technisch überhaupt kein Problem mehr Lkws technisch so auszustatten dass kein toter winkel mehr existieren würde.
Aber es wird durch genug Lobbyarbeit die Verantwortung in der Volksmeinung auf die Radfahrer abgewälzt - siehe Pressemeldungen "Radfahrer fährt in toten Winkel" "Radfahrer verletzt SICH tödlich bei Zusammenstoß mit abbiegenden Lkw"

Du lässt dich also überfahren, um den Lkw-Fahrer auf seine Sorgfaltspflicht aufmerksam zu machen? Tut mir leid, so heldenhaft bin ich nicht. Man möge mir verzeihen.
 
Nein ich lasse mich genau wie Du auch nicht so gerne überfahren, aber ich bin der vollen Überzeugung dass ich durch "nach außen offensives" und "nach innen defensives" Fahren besser und sicherer klar komme als wenn ich für jeden anderen Verkehrsteilnehmer weithin sichtbar übervorsichtig rumfahre. Es ist Dir doch absolut unbenommen wie Du Dich im Straßenverkehr bewegst - Du sollst doch gerne so fahren wie Du es für richtig betrachtest. Ich habe geschrieben dass ich den Denkansatz des TE falsch rum empfinde - es wird immer versucht den Radfahrer in die Defensive zu drängen - warum kann man nicht den Kfz-Verkehr entsprechend sensibilisieren.
OT @xilo Ich besitze den FS Kl. CE und fahre 1 - 2 mal pro Jahr mit dem Lkw um mich ein bisschen auf dem laufenden zu halten unnd gebe zu dass mein Verständnis für diese Gruppe der Verkehrsteilnehmer wirklich jedes Jahr weniger wird. Bei meiner letzten Fahrt wurde ich von einem anderen Lkw überholt der sage und schreibe 3 Kilometer brauchte um an meinem Lkw vorbei zu kommen. Als ich 40 Kilometer später von der AB runter fuhr habe ich genau diesen Lkw nach der Ausfahrt vor mir gehabt. Sorry für solche Aktionen fehlt mir jegliches Verständnis.
 
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