AW: Campa Umstieg
Bezogen auf welche Komponenten? Ergos, Umwerfer oder Schaltwerk?
Aus meiner (zugegebenerweise durchaus eingeschränkten Sicht) bleiben da eigentlich nur die Ergos?
Der
Veloce-Umwerfer gilt ja mithin (soweit ich das las und mir berichten ließ) als einer der problemlosesten / gutmütigsten überhaupt. Mein
Veloce-Schaltwerk benimmt sich bislang ebenfalls sehr nett; es lässt sich sauber justieren und schaltet ebenso (getrieben von Chorus-Ergos allerdings). Geschliffen hat da noch nix. Ich kann mir jetzt nicht so recht vorstellen, was da "noch besser" funktionieren soll?
-Andreas
Hi Andreas,
Du hast natürlich recht hier genauer nachzufragen welchen
Veloce Jahrgang ich gefahren habe.
Es handelt sich um
Veloce 8-fach von 1997.
Ab 2000 bin ich mit
Shimano-Rotor und multikompatiblen Marchisio-Ritzeln gefahren. Die ersten 3 Jahre ging es schlecht (unsauberes Schaltverhalten, Schleifgeräusche) weil der Mechaniker damals die falschen Distanzringe für die Marchisios eingebaut hatte. Von 2003 bis Ende 2008 hatte ich Marchisio mit den richtigen Distanzringen. Trotzdem lies die Schaltpräzision nach Monaten nach, das Nachjustieren war oft schwierig. Aber ich gewöhnte mich dran, nie mit einer ganz sauber eingestellten Schaltung zu fahren.
2005 verabschiedeten sich die Ergos, da ich noch 8-fach fuhr und nicht komplett umrüsten wollte, kaufte ich neue 9-fach
Veloce Ergos und lies sie auf 8-fach reduzieren. Das ging bis Ende 2008.
Da baute ich einen neuen Rahmen mit den alten Teilen auf und sah kein Land mehr. Da kurzfristig keine Ersatz-Marchisio Kasette verfügbar war (Lieferzeiten) kramte ich mein altes Camp-Hinterrad raus, und baute auf den Rotor ein neues Record 8-fach Ritzel. Mein Händler hatte mir vorne ein 9-fach Kettenblatt draufgebaut und zog trotz meiner Bedenken eine 9-fach Record Kette drauf. Ab da hielt kaum noch ein Gang. Ich ging zu 2 weiteren Händlern, alle sagten mir, daß 9-fach Kette auf 8-fach kein Problem sei. (Hier habe ich was anderes gelesen). Nachdem mir das 3 Händler unabhängig voneinander überzeugt gesagt haben, habe ich es eben geglaubt. Einer meinte mein altes
Veloce Schaltwerk habe zuviel Spiel, deswegen sei das Schaltverhalten so schlecht.
Jedenfalls konnte ich diese Schaltung nicht mehr einstellen. Die ersten 2-3 Gänge rutschten raus. D.H. es klickte in den Ergos und es schaltete dann automatisch in einen größeren Gang, manchmal auch gleich 2-3 Gänge.
Ich dachte es sei zuviel Zug drauf, verzichtete auf den 1. Gang, aber das funktionierte auch nicht.
Zur Ehrenrettung muß ich sagen, daß ich die
Veloce aber 50 - 60 000 Km gefahren bin, ganzjährig auch bei Salz, Regen und schmierigem Dreck.
Die neue Centaur ist für mich jetzt ein ganz neues Erlebnis: Lautloses Radfahren + faszinierende Schaltpräzision, ich bin sowas halt noch nie gefahren.
Ich gebe gerne zu, daß meine
Veloce nicht "repräsentativ" war.
Allerdings steht in der aktuellen Tour auf S. 36 folgende Kritik am Mittelklassenrenner "Basso Laguna" (2599.-€):
Zitat:
"Um im Preisrahmen zu bleiben baute Basso den relativ teuren Rahmen mit Campagnolos jüngst renovierter Einsteiger-Gruppe "Veloce" auf. Die neuen Schaltbremshebel liegen klasse in den Händen, ihre sehr geringen Bedienkräfte lassen allerdings das definierte Schaltverhalten teurerer Campa-Gruppen vermissen. Zudem erwies sich die Schaltung bei der Einstellung als überaus sensibel. Schon kleinste Änderungen der Zugspannung beeinrächtigen die Schaltpräzision"
Kritikpunkt der Tour an diesem Rad:
"undefiniertes Schaltverhalten".
Cu Mark