Sehr seltsame Etappe. Dass man Pogacar wegfahren lässt, weil man sich mit Hinblick auf die anderen Etappen sowieso keine Chance ausrechnet und in der Verfolgergruppe auch die falschen Teams mit mehreren Fahrern vertreten waren, ist ja irgendwo verständlich und vermutlich hinsichtlich der eigenen Ziele auch richtig. Aber wieso anschließend nicht Carapaz nachgefahren wurde, ist für mich unerklärlich. Carapaz hatte ohne Zweifel ein grandiosen Tag und auch ein wenig Glück mit den Motorrädern, aber ihn hätte man sicherlich wieder zurückholen können, wenn man es gewollt hätte. Dafür hatten auch genügend Teams mehrere Fahrer in der Gruppe. Grundsätzlich kann das Tempo in der Verfolgergruppe aber dann eigentlich doch auch nicht allzu niedrig gewesen sein, wenn man sich die Zeitabstände nach hinten anschaut.
Pogacar sah auf jeden Fall deutlich dünner als noch bei der Romandie aus. Wenn er es in den Abfahrten und auf den letzten 30 Kilometern noch hätte wissen wollen, dann wäre der Abstand auf Carapaz noch deutlich größer gewesen. So hat man dann gemerkt, dass Pogacar nach dem letzten längeren Anstieg seine Leistung dosiert hat (außer bei den kurzen Anstiegen. Da wollte er es nochmal wissen und scheint auch den Strava-KOM bei der letzten Mauer um 5 Sekunden unterboten zu haben).