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Blick über den Tellerrand: Technolog. Entwicklungen, top oder flop?

Wie oft hast Du denn Züge gewechselt/wechseln müssen?

Man kann das eine schön- und das andere schlechtreden...



...oder umgekehrt, ganz wie es beliebt.

Uff... Also ich fahre seit ~35 Jahren mit dem Rad längere Touren, seit 22 Jahren Rennrad. Ursprünglich hatte ich mich dazu entschieden, ohne Auto zu leben und hab möglichst alle Wege auf dem Bock erledigt. Mit 35 dann doch noch den Führerschein gemacht, als die Kinder kamen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich einfache Strecke zur Arbeit 35km und bin ganzjährig mdRzA. Keine Ahnung wie viele Jahreskilometer, schon ein paar denke ich. Inzwischen kommen dann die Räder von den Kids, der Frau und dem halben Freundeskreis zur Wartung bei mir an. Und da ich nun auch während der Arbeit viel auf dem Rad sitze (Planung und Projektmanagement von MTB- und Gravelstrecken), kommt da nochmal einiges dazu.

Im MdRzA Thread hatte ich diesen Winter mal nach Tipps gefragt, weil mir beim Streckentest in der Pampa ein Schaltzug im STI gerissen war und nicht mehr raus wollte. Konnte gelöst werden, und da ich so oft Schaltzüge wechsle, dass ich zumindest in der Tasche vom Arbeitsrad immer Ersatz dabei habe, konnte es noch vor Ort gerichtet werden.

Also, in Zahlen kann ich dir nicht sagen, wie oft ich das mache, aber oft genug.
 

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Re: Blick über den Tellerrand: Technolog. Entwicklungen, top oder flop?
Viele der Neuerungen brauch ich nicht, auch wenn sie Vorteile haben mögen.

Scheibenbremsen sind für einige Anwendungen toll, aber beim RR oder Rando nicht unbedingt nötig, solange man keine Wettbewerbe fährt. An meinem MTB, das eigentlich nur zum Anhänger ziehen benutzt wird, sind Magura Felgenbremsen verbaut. Die machen auch was sie sollen und sind wartungsarm.

Bremsschalthebel, ja unbedingt.
Klickpedale auch. Die fahre ich auch an den Klassikern. Hakenpedale fahr ich nicht mehr…

KLICKfix Taschenhalter sind super, wenn's nicht um die Optik geht. Es gibt viele Taschen zu guten Preisen und auch die Möglichkeit Adapterplatten einzeln zu kaufen und an andere Taschen zu schrauben. Super praktisch.

Ketten wachsen erscheint mir eine gute Alternative zu Öl. Mein Radlschrauber ist begeistert davon. Er meinte allerdings, dass der Antrieb vor dem Wachsen penibelst vom Öl befreit werden sollte. Sonst keine vernünftige Schmierung und ne riesen Sauerei.
Ganz neu ist die Entwicklung aber nicht. Mein Großvater fuhr vor WK2 Motorrad und hat mir erzählt, dass damals die Ketten in Paraffin gekocht wurden. Ich hab das dann Ender der 70er auch mit meinen Fahrradketten (meiner Fahrradkette ;)) gemacht. War gut und eine ziemlich saubere Angelegenheit.

Paraffin ist auch bei den modernen Wachsen Hauptbestandteil. Ob die Zusätze viel bringen oder nur mal wieder Marketingauswüchse sind, weiß ich nicht. Besonders umweltverträglich ist Paraffin aber nicht…
Gerade habe ich alle Antriebe gereinigt und geölt. Aber nächste Saison werd ich das mal ausprobieren…
 
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Stimmt… Kette wachsen, auch so ein neumodisches Zeug. Mit unseren WK-Crossern fahren wir nur noch mit gewachster Kette. Hat im Schlamm und Schmodder massiv Vorteile. Den größten Unterschied direkt beim Rennen merkt man aber, wenn es regnet oder der Untergrund schlammig ist und der Kurs auch eine Sandpassage hat! Mit geölter Kette knackt und knirscht der Antrieb nach jeder Sanddurchfahrt ganz fürchterlich, das tut richtig weh… mit gewachster Kette kaum - Unterschied wie Tag und Nacht!

Wir sind sehr zufrieden damit; hat sich bei uns bewährt.
 
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Klickventile - kenne ich noch nicht, lese aber nur Gutes darüber. Kann keinen funktionellen Nachteil erkennen, praktisch hält mich nur der Preis ab und die Notwendigkeit, alle Räder umrüsten zu müssen, wenn ich nicht eine extra Pumpe anschafen will nur für Räder mit diesem System.
Eine extra-Pumpe ist nicht notwendig. Normaler SV-Pumpenkopf funktioniert. Ist dann zwar nicht so dicht wie mit Clik Pumpenkopf, aber alleine dass ich nicht mehr an dem SV-Gewinde rumfummeln muss und der Ventileinsatz verbiegt ist für mich ein Game Changer.

Gibts dafür eigentlich auch Mitnehmpumpen?
Ja, gibt es, z.B. von SKS oder wenn es für die Trikottasche sein soll von Lezyne (gibts als High Pressure oder High Volume).
 
Also man kann ein Klickventil auch mit ner normalen Rennpumpe aufpumpen, ohne Adapter? Was klickt dabei eigentlich?
Da bleibt also nur noch der Vorteil, dass man nimmer das Ventil auf- und zuschrauben muss und kein Gewinde verbiegt.
 
Also man kann ein Klickventil auch mit ner normalen Rennpumpe aufpumpen, ohne Adapter?
Aufpumpen schon, aber erstens hast du null Kontrolle wieviel druck da jetzt drin ist und zweitens gehts um ein Eck schwerer.
Was klickt dabei eigentlich?
Der Pumpenkopf ins Ventil.
Da bleibt also nur noch der Vorteil, dass man nimmer das Ventil auf- und zuschrauben muss und kein Gewinde verbiegt.
Das ist einer.
Ein weiterer ist der grössere Luftdurchfluss, noch ein weiterer die dadurch verbesserte Druckkontrolle (Messbarkeit) und zu Letzt eben noch, dass es ein klein wenig schneller geht.
 
Warum hab ich mit einem normalen Ventil und einer normalen Pumpe eine Druckkontrolle und mit Klickventil auf einmal nicht? Die Pumpe ist doch bis auf den Klickadapter gleich. Und der Adapter selber misst doch den Druck nicht.
Also was ist da noch so anders, dass es mit ohne Adapter nur gerade so, aber nicht richtig geht?
 
Warum hab ich mit einem normalen Ventil und einer normalen Pumpe eine Druckkontrolle und mit Klickventil auf einmal nicht?
Weil der Pumpenkopf für Sclaverand zwar auf CV passt aber das CV nicht öffnet. Da muss über den Luftdruck das Ventil geöffnet werden.
Die Pumpe ist doch bis auf den Klickadapter gleich. Und der Adapter selber misst doch den Druck nicht.
Also was ist da noch so anders, dass es mit ohne Adapter nur gerade so, aber nicht richtig geht?
Probiers einfach aus.
Ein Set mit zwei Cv Einsätzen und einem Pumpenkopfadapter kostet grad mal €10,-!
https://www.bike24.at/p1859953.html
 
Es gibt viele, auch nette Neuerungen. Werden uns natürlich als "wer fährt denn noch..., ohne geht nicht mehr" verkauft.
Scheibenbremsen am MTB Gravel finde ich top, STI sowieso. Rest??
Muss ehrlich sagen: Ich kann, will auch nicht permanent eine Haufen Geld verheizen. Kostet ja alles und oft nicht zu knapp. Wollte ich als Aspekt noch mit einbringen.
Ich muss nicht alles haben, auch wenn manches nett ware, wichtig ist, dass man fährt.
Aber das kann natürlich bei jedem anders sein.
Fahre als Ausgleich deshalb gerne mal mitdem Retro Rad, um zu merken, dass auch das geht.
 
Ich habe erst 2020 mit dem Rennradfahren angefangen, daher fehlen mir sicherlich einige Vorkenntnisse (und Vorurteile). Zusammen mit meiner Frau haben wir einige Räder im Einsatz und folgende Erfahrungen

Tubeless:
1x Probleme mit Schwalbe-Reifen, die aber vermutlich auf Fehler beim Aufziehen zurückzuführen waren.
Wie oben geschrieben: für alle Fahrräder klasse, die regelmäßig bewegt werden. Wir hatten in den 6 Jahren (>> 50.000 km) erst 3 Pannen, In allen Fällen konnten wir weiterfahren.
Im Gegensatz zu vielen anderen Kommentatoren hatte ich bisher erst einmal Sauerei beim Aufziehen, ansonsten ist das total stressfrei - vielleicht mache ich was falsch ;)

Hookless:
Zipp 303s und 303 Firecrest ohne jegliche Probleme mit Conti GP5000 TR und AS (28 und 32 mm)

Clik-Ventile:
für mich ein Gamechanger: kein Gefummel mehr mit schiefen Ventilen, funktioniert mit ClikAufsätzen an SKS-Rennkompressor und Mini-Akku-Pumpen problemlos.

Scheibenbremsen:
Laufradwechsel nervt mich auch ... Haben Felgenbremsen auch immer so gequietscht?
Mit Anleitung ist Entlüften gut machbar (SRAM und Shimano).

Elektronische Schaltungen:
Wenn man sich das erste mal ein Fahrrad komplett selbst aufbaut, ist das schon sehr angenehm (SRAM XPLR).
Ansonsten sehr stressfrei und einfach einzustellen, zumindest bei SRAM. Shimano Ultegra finde ich da etwas komplizierter.

Pressfit:
Zum Selbstzusammenbauen sind verschraubte Lager viel einfacher. Ansonsten hatte ich bisher noch keinerlei Probleme mit PF.
 
Nettes Thema – meine Ausführungen dazu:

Tubeless – Seit ein paar Jahren an zweien meiner Räder (die ich am regelmäßigsten fahre) ohne Totalausfall.
Wie bei vielen anderen „Neuheiten“ muss man erst auf einige Aspekte achten, Erfahrungen sammeln oder Verbesserungen der Hersteller abwarten. Eine Dichtmilch-Schweinerei hatte ich bisher noch nicht – ich denke, dass so etwas eher durch Bedienungsfehler passiert. Mit ein wenig Erfahrung ist ein TL-Setup in recht kurzer Zeit aufgebaut, und die Wartung beschränkt sich darauf, alle paar Monate etwas Milch nachzufüllen. Meine größte Panne war z. B. im Winter auf dem Arbeitsweg im Dunkeln eine dicke Scherbe, die ich übersehen habe. Bin einfach weitergefahren – auf den ersten paar hundert Metern hat es noch gespritzt, dann abgedichtet, und von den ursprünglichen 3,5 Bar waren zuhause noch 2 Bar übrig.

Gewachste Kette – ultimativ, wenn das Rad sauber bleiben soll. Meist reicht ein feuchtes Mikrofasertuch zum Reinigen des ganzen Rades; nichts schmiert mehr, und auch das Tuch ist nach der Waschmaschine wieder sauber. Ich stelle nach und nach alle Klassiker auf Kettenwachs um. Geölt bleibt vorerst nur das Pendelrad, das muss nicht extra sauber sein. Vorgewachste Ketten habe ich noch nicht probiert – werde ich aber auf jeden Fall mal testen, das sollte den Aufwand weiter minimieren.

Scheibenbremsen – prinzipiell das bessere System. Die Felge ist ein tragendes Bauteil des Fahrrads und beim Felgenbremssystem wird sie zum sicherheitsrelevanten Verschleißteil. Bei der Bremsscheibe ist dies nicht der Fall. Zudem ist die Bremsleistung (hydraulisch) auch bei Nässe überlegen und eine Überhitzung der Scheibe kann nicht zu Schlauchplatzern führen. Mittlerweile sind Scheibenbremssysteme sehr wartungsarm.

Elektrisches Schalten – leicht installiert und ausgereift. Komfortabel in der Anwendung. Der wirkliche Nutzen ist für den Durchschnittsfahrer jedoch nicht so hoch wie bei den ersten drei Punkten.

Pressfit – Nie wieder. Bei meinem ehemaligen Stevens-Rahmen entstanden (wohl wegen fehlender Maßgenauigkeit) nach kurzer Zeit jedes Mal die typischen Knackgeräusche. Das Rausschlagen der Lager aus dem filigranen Carbonrahmen tut meiner Schrauberseele weh. Geschraubt (BSA, T47 etc) ist besser.

Hab noch was…

Schmale Lenker – Nach ausgiebigem Test im Radurlaub festgestellt, dass die alte Regel „Schulterbreite = Lenkerbreite“ für mich aus Bequemlichkeitsgründen weiter gültig ist.
 
Bei der Erstmontage macht tubeless ja auch keine Sauerei. Das kommt ja erst wenn man die Dinger wieder runterzieht.
 
Bin ich eigentlich der einzige, der mit gewachsten Ketten schlechte Erfahrungen gemacht hat ❓
 
Scheibenbremsen – prinzipiell das bessere System. Die Felge ist ein tragendes Bauteil des Fahrrads und beim Felgenbremssystem wird sie zum sicherheitsrelevanten Verschleißteil. Bei der Bremsscheibe ist dies nicht der Fall.
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Würd ich nicht zu 100% zutimmen. Nix schlimmes passiert, aber hat schon etwas geschmerzt…
Zudem war das Rad weniger als eine Woche vorher zur Inspektion…

Kommt halt drauf, wie man auf's Materiel achtet. Ist bei der Felge nicht anders…
 
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Würd ich nicht zu 100% zutimmen. Nix schlimmes passiert, aber hat schon etwas geschmerzt…
Zudem war das Rad weniger als eine Woche vorher zur Inspektion…

Kommt halt drauf, wie man auf's Materiel achtet. Ist bei der Felge nicht anders…
😳

Die Scheibe hat außen einen deutlichen Rand und die Beläge scheinen innen über die Stege gelaufen zu sein. Da passt doch was nicht und das muss über einen längeren Zeitraum so gewesen sein 🤷‍♂️
 
Scheibenbremsen – prinzipiell das bessere System. Die Felge ist ein tragendes Bauteil des Fahrrads und beim Felgenbremssystem wird sie zum sicherheitsrelevanten Verschleißteil. Bei der Bremsscheibe ist dies nicht der Fall.
Wie bitte, die bremsscheibe ist kein sicherheitsrelevantes Verschleißteil?
 
😳

Die Scheibe hat außen einen deutlichen Rand und die Beläge scheinen innen über die Stege gelaufen zu sein. Da passt doch was nicht und das muss über einen längeren Zeitraum so gewesen sein 🤷‍♂️
Wahrscheinlich. Aber so hab ich das Radl bekommen, nachdem angeblich die Bremsen von einem Fachbetrieb in Ordnung gebracht worden sind.
 
• Tubeless-Reifen
• Hookless-Felgen
• Pressfit-Innenlager
• Click-Valve
• digitale Schaltung
• Scheibenbremsen
#1: Ich persönlich habe keinen Bedarf dafür, weder beim RR noch beim MTB
#2: Für mich als Schwergewicht beim RR mit Drücken >5 bar ein NoGo
#3: Ich hatte schon beides und dabei weder Vor- noch Nachteile bemerkt
#4: Ich persönlich habe keinen Bedarf dafür, bin mit dem SV voll und ganz zufrieden
#5: Für mich ein Game Changer, den ich nicht mehr missen möchte
#6: Für mich ein Game Changer, den ich nicht mehr missen möchte
 
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