Woanders wird nicht gefackelt
Das ist verdammt dünnes Eis!
1) Da werden diese Maßnahmen u.a. damit gerechtfertigt, daß man damit "Fahrzeuge für die Front" acquirieren kann. Wenn also individuelles Strafrecht für anderweitige politische Ziele genutzt wird, ist nicht allzu weit weg von den Chinesen, die gerne viel exekutieren, um genügend Spenderorgane für die Parteibonzen zu haben...
2) Wenn jeder Säufer sein Auto verliert, wird der Säufer ja nicht aufhören, zu saufen - er wird vermutlich rational agieren, und das wäre, das verkehrssichere teure Auto zu verkaufen, um sich ein spottbilligen Schrotthaufen mit verschlechterter Sicherheit nicht nur für ihn, sondern auch für Dritte zu erwerben. Suchtkranke erreicht man nicht durch Sanktionen, sondern durch Hilfe.
3) Selbst diese Maßnahmen halten ja süchtige Säufer nicht ab - umgekehrt werden die Quartalstrinker und Genußtrinker schon jetzt auch in Schland immer weniger auffällig, weil sich schlicht gesellschaftlich das Klima gewandelt hat. 2007 konnte man in meiner damaligen Firma noch selbst für meetings am Vormittag "nichtalkoholische und alkoholische Kaltgetränke sowie Warmgetränke" ordern; mittlerweile gibt es schlicht keinerlei Alk zu ordern. Dito bei betrieblichen Feiern - früher gaben sich da viele die Kanne, mittlerweile ist jeder darauf aus, jeglichen Kontrollverlust zu vermeiden - es wird gesellschaftlich getrunken, man ist fröhlich, aber bleibt doch weit weg von einem Promille.
4) Das hier gezeigte Schicksal ist schrecklich - nur: vermutlich werden mehr Menschen als Radfahrer, Fußgänger oder Autofahrer z.B. wegen Handyspielerei am Steuer umgefahren. In einem Nachbarfred wurde der Fall einer jungen Leistungssportlern diskutiert, die auf dem TT-Bike von einer unachtsamen Autofahrerin in den Querschnitt getrümmert wurde. Kein Alkohol, wohl auch keine sonstigen Drogen, vermutlich am Handy gespielt oder anderweitig so abgelenkt, daß sie ungebremst auf den breiten Radstreifen bretterte und die Frau ohne jegliche vorgängige Bremsaktivität getroffen hat...
5) Der Suff am Steuer wird weniger - dafür findet man immer mehr "Positive" beim Drogenscreening. Hier aber fehlen gesetzlich definierte Grenzwerte für nachweisbare Drogenmetaboliten, so daß hier eine Grauzone besteht.
Es ist ein bisschen wie bei den Alkopops, oder jugendlichem Rauchen - der Mißbrauch geht bereits runter, wenn Politiker das Thema für sich entdecken, und irgendwelche "Maßnahmen" exekutieren lassen. Danach feiern sich diese Politiker dann dafür, daß ihre "Maßnahmen" einen kausalen Effekt hatten - was dummerweise typischerweise eben nicht stimm! Korrelation ist nicht gleich Koinzidenz ist nicht gleich Kausalität...