. Mit langweiliger Lackierung unter 10k Euro bestraft zu werden trifft übrigens viele Hersteller.
Ich halte es auch für eher unwahrscheinlich, dass bei den Herstellern mit einem Portfolio ab 1500-2000€ der Preisbereich über 50000-6000€ der Bereich ist, bei dem sie in der Summe über alle verkaufte Einheiten einer Preisklasse das meiste Geld verdienen. Außerdem sind Lackierungen immer Geschmackssache, und manch einem sind die auch eher egal.
Gerade Normalverdiener, die nicht ganz sicher sind, ob sie pro Jahr überhaupt mehr als 1000-1500km abziehen, kaufen sich IMHO viel eher ein Rennrad oder Gravelbike für maximal 2000-3000€. Und auch viele, die sowieso nicht so viel Geld haben, können selbst im Traum keine 3000-4000€ ausgeben. Ich musste auch ein Jahr sparen, auf Urlaub verzichten, damit ich die 4400€ für mein Orbea zusammenbekommen konnte - an sich war mein Maximum bei 2000€, aber ich hab nochmal alles genau überlegt und mich dann zur Mehrausgabe entschlossen, auch da ich dann "meine" Farbe aussuchen konnte - die Standardlackierungen der günstigeren Modelle fand ICH nicht schön, andere Leute wiederum toll. Wie gesagt: Geschmackssache.
Und schon gar nicht kaufen "normale" Leute alle 2-3 Jahre ein neues Bike - die meisten, die bei/kurz nach Corona ein Rad gekauft haben, werden das sicher eher 8-10 als 2-3 Jahre benutzen. Ich kenne in meinem gesamten Bekanntenkreis niemanden, der wirklich sportlich Fahrrad fährt, und da kauft niemand öfter als alle 10 Jahre mal ein neues Fahrrad. Hauptsache das Ding rollt noch.
Vielleicht kommt bei Canyon noch dazu, dass beim Nachfrageboom relativ viele Leute wegen der geringen Auswahl zu Canyon griffen, weil da was lieferbar war und OBWOHL sie EIGENTLICH den Selbstaufbau scheuen - nun, da die Auswahl wieder groß ist, kaufen nur noch die Leute Canyon, die mit Selfmade-Aufbau wirklich gar kein Problem haben. Canyon baut ja (sicher auch deswegen) das Netz an Service-Points und Händlerzusammenarbeiten immer mehr aus und mutiert so langsam zum zweiten Cube, hab ich jedenfalls das Gefühl.
Aber ich hätte eine Idee:, um die Nachfrage nach Fahrrädern wieder anzuleiern inkl. Schub für die deutsche Wirtschaft: Die Regierung könnte ja eine Abwrackprämie bei Kauf eines Fahrrads aus deutscher Produktion ausloben, und dazu noch deutsche Kopfhörerhersteller und E-Autos sehr stark fördern. Dann wird es häufiger dazu kommen, dass Leute auf ihrem Rad Musik hören und die sowieso nicht so lauten E-Autos überhören => Unfall, neues Rad nötig.
