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Canyon streicht bis zu 320 Stellen: Harter Einschnitt in Koblenz

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Re: Canyon streicht bis zu 320 Stellen: Harter Einschnitt in Koblenz
Ich denke, es liegt eher daran, dass wir ein Überangebot haben. Gab es vor fünf oder vor zehn Jahren wirklich so viele Anbieter sowie so viele Radgattungen, Modelle und Neuerungen?
Bei MTB hat man immer weiter unterschieden. Enduro, Downhill, XC etc. Immer mehr Nischen und jetzt werden nur noch 3 MTB von 100 verkauften Rädern ohne Elektromotor verkauft.
 
Nachdem Canyon nach China und in die USA expandiert ist, in Asien produzieren lässt und zu über 48% einem internationalen Konzern gehört bin ich sicher, dass allein (zu diskutierende) Wirtschaftsfaktoren in Deutschland zur aktuellen Situation des Unternehmens beigetragen haben (nicht!).
 
Ich kenn das aus meiner Zeit bei einem Großkonzern, das wir zur Neueröffnung 150% Mitarbeiter eingestellt haben und nach Normalisierung des Geschäftsbetriebes die Blinden und Faulen aussortiert haben. Wird wohl bei Canyon so ähnlich sein. Der Boom ist vorbei und jetzt wird Alles abgebaut was keine Leistung bringt.
 
OK, die schon genannten Wettbewerbs-Besonderheiten wie hohe CO2-Preise, Mindestlöhne, Energiekosten oder extreme Bürokratie haben also keinen eigenen Einfluss, gut zu wissen. Genauso wenig dann wahrscheinlich, wie eine Staatsquote von um die 50%, die vielen Verbrauchern keinen Spielraum mehr für Sonderausgaben wie Hobbies lässt.

Anzunehmen, dass dies alles "unseren" Unternehmen in einem sowieso schwierigem Marktumfeld Extra-Probleme aufbürdet, ist einfach zu unterkomplex.
Da bei Canyon die Produktion (und damit der überwiegende Anteil) in Asien stattfindet, dürften die von Dir genannten Positionen maximal eine geringe Rolle spielen, da im Bereich Energie, Löhne, Auflagen etc die meisten der davon betroffenen Positionen eh nicht hier stattfinden. Wie unter anderem Canyon das übrigens in Asien tut (tun lässt), hat ja ein schwedischer Journalist vor nicht langer Zeit berichtet. Spoiler... da hat man sich ausweislich des Berichtes überhaupt gar nicht mit Ruhm bekleckert.

https://monde-diplomatique.de/artikel/!6067550

Da Canyon gemäß u.g. Veröffentlichung einen IG Metall Tarifvertrag hat, gehe ich weiterhin davon aus, dass Themen wie "Mindestlohn" etwas ist, was die Firma eher nicht betrifft, da die Tabellen der IG Metall diesen eher deutlich überschreiten.

https://yeswecanyon.de/ig-metall-mitglieder-stimmen-mit-97-fuer-den-tarifvertrag-ab/

"Nachdem das Verhandlungsergebnis nach fast siebenmonatigen Verhandlungen per Handschlag zwischen Canyon und der IG Metall beschlossen wird, gibt es jetzt einen rechtsgültigen Tarifvertrag für alle Beschäftigten und Bereiche der Canyon Bicycles GmbH."
 
Vielleicht geht es nur mir so, aber kann es sein, dass die Radindustrie am Geschmack des Kunden vorbei produziert und mit den Marketingpreisen auch nicht gerade dazu beiträgt, dass man das Geld dafür einfach so raushaut?
Canyon bedient den Markt der geschmacklosen, preisunsensitiven und anspruchslosen Kunden.

Welchen Vorteil bietet denn Canyon als Versender wenn ich das Rad nicht individualiseren kann (Lack, Komponenten) und der Preis dann auch nicht sonderlich konkurrenzfähig ist? Vom Service mal ganz zu schweigen.

Und das ganze bei einem Produkt was jeder nach wenigen Stunden Selbststudium zusammenbauen kann (auf Canyon Niveau).

Sicher steckt dahinter auch eine gewisse Upselling Strategie (schöne Lackierung gibt's nur an den teuren Rädern, willst du den leichten Rahmen musst du zur DA greifen), aber zu den aufgerufenen Preisen von Canyon kann man sich selbst 2x komplett individualisierte Räder mit vergleichbaren Spezifikationen aufbauen ...
 
Canyons DNA als Direktversender sind günstige Preise. Im Zuge der ganzen Insolvenzen wurden jedoch so viele Fahrräder günstig abverkauft, dass ich mir 2023 auch bei fahrrad.de ein Bike gekauft hatte. Bei Canyon war das gewünschte Bike nur mit langer Lieferzeit bestellbar und auch viel teurer.

Zur selben Zeit hatte man sich in den sozialen Medien außerdem ständig über den Canyon Service lustig gemacht.
Hatte ein Profi mit Canyon Bike einen Defekt, haben Instagram und Co. immer sofort den "grottenschlechten Canyon Service" verdächtigt.

Wie heißt es so schön: "Neue Besen kehren gut!"

Das wird wohl auch das Motto von CEO Roman Arnold sein, der jetzt mal klar Schiff macht und Canyon wieder zu seiner DNA zurückführt.
 
Nachdem Canyon nach China und in die USA expandiert ist, in Asien produzieren lässt und zu über 48% einem internationalen Konzern gehört bin ich sicher, dass allein (zu diskutierende) Wirtschaftsfaktoren in Deutschland zur aktuellen Situation des Unternehmens beigetragen haben (nicht!).
Ich meine mich daran zu erinnern, dass CANYON rund 1/3 des Gesamtumsatzes über deren deutsche Homepage generiert. Zudem werden wohl alle Räder am Standort in Koblenz montiert.
 
Bei Canyon war das gewünschte Bike nur mit langer Lieferzeit bestellbar und auch viel teurer.
Meiner eigenen Erfahrung nach hat man das inzwischen im Griff. Die letzten beiden Bikes (GRIZL und AEROAD), die ich vor 9 Monaten und vor einer Woche bestellt habe, waren nach Bestellvorgang innerhalb von drei Werktagen geliefert.
Zur selben Zeit hatte man sich in den sozialen Medien außerdem ständig über den Canyon Service lustig gemacht.
Hatte ein Profi mit Canyon Bike einen Defekt, haben Instagram und Co. immer sofort den "grottenschlechten Canyon Service" verdächtigt.
Das kommt doch meist von Personen, die kein CANYON fahren oder in einem Radladen arbeiten. So zumindest meine Wahrnehmung.
 
Canyon bedient den Markt der geschmacklosen, preisunsensitiven und anspruchslosen Kunden.
Canyon Räder sind für sportliche Leute die auf preiswerte und technisch ausgereifte Räder mit einem zumindest mittlerweile zeitlosem Design stehen. Man sollte aber selbst daran schrauben können um nicht Gefahr zu laufen irgendwann bei Problemen der Spielball zwischen Canyon und einem Vertragshändler zu werden.
Cube hat ein wesentlich besseres Verkaufskonzept mit Ihren vielen Stores und E-Bikes für unsportliche Normalos die einfach ein qualitativ gutes und relativ günstiges Bike mit gutem Service haben wollen. Diese Räder sieht man überall in grosser Anzahl
 
Toll :(
Und der hessische Ministerpräsident fordert, dass die Menschen doch bitte mehr und länger arbeiten sollen.
:mad: (Link)

... wenn "die Menschen" auch zahlreiche, hochdotierte Nebenverdienste bei der Konkurrenz abgreifen dürften wie ein Großteil seiner Parlamentarierkollegen, die eigentlich für´s Volk arbeiten sollten und stattdessen auf der Gehaltsliste der Geld-Lobby stehen (s. transparency germany), dann arbeiten wir auch gerne länger ;)
 
... wenn "die Menschen" auch zahlreiche, hochdotierte Nebenverdienste bei der Konkurrenz abgreifen dürften wie ein Großteil seiner Parlamentarierkollegen, die eigentlich für´s Volk arbeiten sollten und stattdessen auf der Gehaltsliste der Geld-Lobby stehen (s. transparency germany), dann arbeiten wir auch gerne länger ;)
Jo, da musst mittlerweile erstmal nen Job finden außer im Altersheim oder Krankenhaus wo man sich momentan kaputt arbeiten und den Steuereintreiber glücklich machen kann.
Um die Brücke z.B. zu Canyon zu schlagen: Die Arbeiter dort müssten für dasselbe Gehalt länger arbeiten, das würde halt bei der Einführung vom Mindestlohn verschwiegen
 
Um die Brücke z.B. zu Canyon zu schlagen: Die Arbeiter dort müssten für dasselbe Gehalt länger arbeiten, das würde halt bei der Einführung vom Mindestlohn verschwiegen
Wie viele der Canyon Mitarbeitenden sind angesichts des IG Metall Tarifvertrages vom Mindestlohn betroffen und müssen jetzt länger arbeiten?
 
Wie viele der Canyon Mitarbeitenden sind angesichts des IG Metall Tarifvertrages vom Mindestlohn betroffen und müssen jetzt länger arbeiten?
Nee das ist verdreht, ich wollte damit sagen dass vorm Mindestlohn verteilen ein erwirtschaften kommen muss, und daran krankt es momentan nicht nur bei Canyon sondern unzählig weiteren Firmen in D.
 
Canyon sollte die 25-Stunden-Woche einführen und alle Mitarbeiter behalten. Die gewonnene Freizeit kann dann zum ausgiebigen Test der hauseigenen Produkte genutzt werden.
 
Kommt immer auf die eigne Bubble an. Für mich fährt gefühlt jeder Influencer mit einem ROSE herum.

Nun ja, Canyon ist auf Instagram & Co. inzwischen derart omnipräsent, dass man kaum noch daran vorbeikommt.

Unboxing-Videos, in denen „Paule oder Rebecca von nebenan“ ihr – selbstverständlich weißes – Canyon vor laufender Kamera aus dem Karton ziehen, gibt es mittlerweile in beachtlicher Stückzahl.

Bei ROSE wirkt das ähnlich, wobei die Fan-Base dort gefühlt etwas stärker weiblich geprägt ist.

Canyon wiederum stach in den letzten Jahren vor allem durch ein sehr aggressives, stark quantitatives Marketing hervor – insbesondere auf YouTube und den üblichen Kanälen. Weniger Tiefe, dafür maximale Sichtbarkeit.

Das funktioniert hervorragend in Wachstumsphasen – ist aber eben auch ein Modell, das stark von Reichweite, Plattformen und permanenter Aufmerksamkeit lebt.
 
preiswerte und technisch ausgereifte Räder
Du meinst so technisch ausgereift wie das 2020er Aeroad bei dem nicht nur monatelanges Fahrverbot wegen unklarer Lenkersituation angesagt war (und Wechsel auf third party geht eh nicht) sondern auch ein verschämtes Update der Sattelstützenblamage aufs andere gefolgt ist so dass man heute überhaupt keinen Überblick mehr hat ob das aktuell angebotene nun die vierte Generation Aeroad ist oder die sechste?
 
Wie viele der Canyon Mitarbeitenden sind angesichts des IG Metall Tarifvertrages vom Mindestlohn betroffen und müssen jetzt länger arbeiten?
P.S. Wusste nicht dass die IG Metall dort vor ein paar Monaten erfolgreich nen Vertrag abgeschlossen hat.
Herzlichen Glückwunsch dafür nachträglich an die Gewerkschaft, vermutlich auch im Namen der 320 Leute die jetzt dort gehen dürfen
 
Wie viele der Canyon Mitarbeitenden sind angesichts des IG Metall Tarifvertrages vom Mindestlohn betroffen und müssen jetzt länger arbeiten?

Wenn tatsächlich alle Mitarbeiter in den Tarifvertrag fallen, dann ist das ja ein noch größerer Wettbewerbsnachteil gegenüber Firmen, die dem nicht unterliegen.

Und natürlich sind Gehalt und Arbeitszeiten nur ein Punkt unter vielen - neben den hausgemachten Problemen wie dem geschaffenen Überangebot. Das stand aber in meinem ersten Beitrag schon drin, wurde wohl überlesen.

Wer aber ernsthaft bestreiten will, dass wir international immer weniger wettbewerbsfähig werden, ist vermutlich Beamter oder lebt im Wolkenkuckucksheim - bis die Krise dann auch da aufschlägt.

Gleiches gilt für alle, die ernsthaft bestreiten wollen, dass immer mehr Menschen immer weniger Geld zur Verfügung haben.
 
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