In der Debatte um E-Bikes wird aus meiner Sicht oft so getan, als ginge es um dasselbe - nur eben mit etwas „Komfort". Doch genau das stimmt nicht. Rennradfahren ist Sport. Es bedeutet, die eigene Leistung zum Maßstab zu machen, sich über Training, Ausdauer und Belastung zu definieren. Der Motor hat darin schlicht keinen Platz.
In der Diskussion um Fahrräder mit Motorunterstützung geht es aus meiner Sicht weniger um Technik als um unterschiedliche Verständnisse dessen, was „Radsport" eigentlich bedeutet. Für viele ist das Fahrrad in erster Linie ein Fortbewegungsmittel - mit oder ohne Motor. Für andere ist das Rennrad jedoch bewusst gewähltes Sportgerät, verbunden mit körperlicher Leistung, Training und dem Anspruch, die eigene Kraft als alleinigen Antrieb zu nutzen.
Dass Motorunterstützung für viele Menschen sinnvoll ist - sei es aus gesundheitlichen Gründen, für den Arbeitsweg oder um längere Strecken bewältigen zu können - steht außer Frage. Problematisch wird es aus meiner Sicht erst dann, wenn diese unterschiedlichen Ansätze gleichgesetzt werden. Rennradfahren als sportliche Betätigung unterscheidet sich grundlegend vom motorunterstützten Fahren - nicht wertend, sondern schlicht in seiner Zielsetzung.
Natürlich darf jeder fahren, was er möchte. Aber nur weil man heute alles motorisieren kann und sich dafür Käufer finden, wird daraus noch lange kein Radsport im klassischen Sinn. Technik ersetzt Leistung - und das verändert den Charakter der Sache grundlegend.
Was irritiert, ist weniger das E-Bike an sich, sondern die Selbstverständlichkeit, mit der beides gleichgesetzt wird. Als wäre es nur eine Geschmacksfrage. Ist es nicht. Zwischen „ich fahre Fahrrad" und „ich betreibe Radsport" liegt ein Unterschied - und der heißt Eigenleistung.
Das zu benennen ist keine Abwertung, sondern eine Frage der Ehrlichkeit. Wer mit Motor fährt, fährt Fahrrad. Wer ohne Motor trainiert, betreibt Sport. Beides ist legitim - aber eben nicht dasselbe.