Im Eifer des Gefechtes verkennt hier die HiFi-Gemeinde leider immer wieder und grundsätzlich, dass das eigentlich zwei vollkommen unterschiedliche Diskussionen sind. Die "aber ich hör´s doch"- Fraktion spricht von Erfahrung und versucht anders lautende Einschätzungen zu diskreditieren, vergisst dabei aber gänzlich, dass Höreindrücke bei Lautsprechern erstens mehrheitlich vom Raum und eben nicht den Lautsprechern (allein) bestimmt werden und zudem die Psychoakustik die treibende Kraft hinter diesen Eindrücken ist und die Physik halt leider unumstößlich und auch Fakt ist.
Technisch betrachtet definiert sich ein guter Lautsprecher allerdings gänzlich anders als in der Gemeinde immer wieder postuliert. Die akustische Abbildung hängt von Laufzeiten und Phasenverläufen ab, was wiederum von der Güte der Chassis, also deren Magnetfeld, Membran und Aufhängung, der Frequenzweiche und deren Bauteilen sowie der Position der Chassis bzw. der Schwingspulen auf der Schallwand zueinander abhängt.
Die mechanischen Fertigkeiten und Qualitätsmerkmale eines Chassis sind darüber mit dem Ohr wegen der psychoakustischen Effekte leider nur ganz schwer detektierbar, wobei es hierbei dann auch um das Verzerrungsverhalten jedes einzelnen Chassis geht.
Ein Lautsprecher als Ganzes produziert in Abhängigkeit von der Frequenz gerne auch mal bis zu 30% Verzerrungen; je höher die Güte des Chassis, desto geringer fallen diese Verzerrungen aber aus. Das Ziel wäre hier immer deutlich unter 10% zu bleiben, was aber bei eigentlich fast allen modern gefertigten Chassis eher in die Kategorie Wunschdenken gehört. Bei Chinaware liegen wir hier eher sehr deutlich darüber und idR eher im Bereich > 20 %.
Die technische Sicht macht auch keine Aussage über unterschiedliche Ansprüche sondern über die Wertigkeit und damit den Wert - bekomme ich für den Geldeinsatz eine realistische und vernünftige Leistung.
Der Selbstbau allerdings zeigt schon seit Jahren auf, dass das teuerste am Lautsprecher eigentlich das Gehäuse und dessen (wohnzimmertaugliches) Finish darstellt.
Natürlich kommen aus so einem angeblichen Billigheimer auch Töne raus und die größten Schwächen fallen dem menschlichen Ohr zumindest nicht so negativ auf, als dass es in der Seele oder dem Ohr gleich schmerzt, aber die Pries-/ Leistung stimmt halt ganz einfach nicht und man kauft eine technische Qualität, welche sehr deutlich unter dem liegt, was man mit Selbstbau für gleiches Geld hinbekäme oder auf dem Gebrauchtmarkt für kleines Geld findet. Selbst wenn man die Sicken mancher Chassis heute erneuern und ggf. auch ein paar Bauteile der Weiche ersetzen müsste, ist das eigentlich immer noch der bessere Kauf.
P.S.: Ich habe in der Vergangenheit auch schon Lautsprecher from scratch selbst gebaut - also keine Bauvorschläge nachgebaut.
Hier meine Breitbänder auf dem School of Sound in Berlin - CORAL Beta 10 in Bassreflex
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Oder mein 2-Weg-Horn - JBL 15" im Carlsson-Coupler, Altec 1" Druckkammertreiber an Pioneer/ TAD 300 Hz Horn
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Und diesem unter´s Röckchen g´schaut - die selbstentwickelte Weiche
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