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Wozu Unterlegscheiben bei der FSA Carbon Kurbel?

Claw

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Kann mir jemand sagen wozu die Unterlegscheiben bei der FSA Carbonkurbel SL-K sind?
Wenn ich die Pedal damit montiere sieht das komisch aus, weil sie wo weit rausstehen. Ohne passt das Pedal prima und sitzt genau in der Aufnahme:



Sind die für größere Pedalaufnahmen, damit das Pedalaufnahme nicht beschädigt wird oder haben die noch einen anderen Sinn?
 
Zuletzt bearbeitet:
Diese U-Scheiben machen vor allem dann Sinn, wenn man häufig das Pedal montiert/demontiert.
Bei einer U-Scheibe reibt der drehende Part (also Schraube oder in diesem Fall die Pedalachse) auf der U-Scheibe und nicht am starren Teil mit Gewinde (also Kurbel). Das ist Materialschonend. Die U-Scheibe kostet 10 cent, die Kurbel wohl eher 200 €. Und dass dich 1 mm stören, glaub ich nicht.
 
Gerade bei der Carbonkurbel ist es wichtig, durch diese Nylonscheibe Druckspitzen vom Kurbelarm zu nehmen, denn irgendein Punkt berührt immer zuerst den Arm - und so verteilt sich der Druck auf die weiche Scheibe und nicht auf die teure Kurbel.

Also: einbauen

Und wenn der Millimeter dich stört - extra für Dich werden sie den Kurbelarm einen Millimeter dünner geformt haben, als zum Beispiel bei Shimano um das auszugleichen... ;) Die wissen doch, was Du willst/ brauchst...
 
Diese U-Scheiben machen vor allem dann Sinn, wenn man häufig das Pedal montiert/demontiert.
Bei einer U-Scheibe reibt der drehende Part (also Schraube oder in diesem Fall die Pedalachse) auf der U-Scheibe und nicht am starren Teil mit Gewinde (also Kurbel). Das ist Materialschonend.
Das ist einerseits richtig, andererseits auch wieder falsch: Die weitaus größere Druckbelastung der Kurbel ist beim normalen Treten. Und Druck nimmt mit zunehmender Fläche ab. Die Kerbwirkung des äußeren Randes der Pedalachse auf Carbon bzw. Alu ist nicht zu unterschätzen. Und irgendwann kommt die Gewindehülse aus der Kurbel.
Dass das Material beim Einschrauben mit Unterlegscheibe trotzdem geschont wird ist klar.
 
Der Sinn dieser Unterlegscheibe ist durchaus diskutabel. Sie kann helfen oder sogar schaden, je nachdem, wie die einzelnen Teile zueinanderpassen. Mit der Reibung des Pedals beim einschrauben hat es jedenfalls nichts zu tun.

Der Knackpunkt scheint zu sein, dass die Konstruktion nicht so gedacht ist, dass die Achse des Pedals die Kraft des Fahrers über das Gewinde in die Kurbel einleitet. Das wäre zwar naheliegend, da hier die größte Kontaktfläche zwischen Pedal und Kurbel ist, aber das harte und steife Stahl des Pedals würde das weichere und nachgiebigere Alugewinde der Kurbel schnell zerstören. Die Gewinde von Pedal und Kurbel müssen so fest ineinander verschraubt sein, dass es keine relative Bewegung zwischen Pedal und Kurbel beim Treten gibt. Das ist ihre einzige Funktion und daher auch das hohe empfohlene Drehmoment der Hersteller (>20 Nm, falls ich mich recht entsinne).

Die Krafteinleitung in die Kurbel geschieht ausschließlich am äußeren Interface zwischen Kurbelarm und Pedal, genau da, wo diese U-Scheibe dazwischengeschaltet wird. Das ist ein dünner Ring mit wenig Fläche, entsprechend gigantisch sind die Drücke beim fahren. Das Pedal muss so fest eingeschraubt sein, dass die beiden Flächen hier bombenfest aufeinandersitzen. Wenn hier Pedal und Kurbel nicht perfekt eben aufeinander passen, z.B. weil die Kontaktflächen aufgrund schlampiger Fertigungstoleranzen nicht ganz eben sind, dann gibt es eine relative Bewegung zwischen Pedal und Kurbel, d.h. das Pedal macht eine sog. Präzessionsbewegung (Taumelbewegung) im Kurbelgewinde. Das schraubt einerseits das Pedal von selbst fester in die Kurbel, wodurch die Präzessionsbewegung einen selbstlimitierenden Charakter hat, andererseits verschleißt es das Gewinde oder es löst das Alu-Inlay mit dem Gewinde aus dem Carbonarm.

Diese U-Scheibe soll einfach sicherstellen, dass der kritische Kontakt zwischen Pedal und Kurbel perfekt ist, selbst wenn die Flächen nicht eben sind, was sie in der Realität übrigens nicht oft sind. Bei manchen Alukurbeln braucht man sie nicht. Wenn man das Pedal fest genug einschraubt, frisst es sich quasi in das Material der Kurbel. Das klingt nicht gut, ist aber gewünscht, weil dann der Kontakt gut wird. Man kann das sehen: Wenn man ein korrekt eingeschraubtes Pedal entfernt, sieht man u.U. eine kleine Vertiefung in der Kurbel. Wenn die Alulegierung der Kurbel zu hart ist, als dass das Pedal sich bei ca. 20 Nm in die Kurbel fressen könnte, oder wenn das Gewinde eine sehr sensible Inlaykonstruktion in einer Carbonkurbel ist, dann braucht man eine solche Scheibe. Es geht also nicht darum, die Kontaktfläche zu vergrößern, was diese Scheibe kaum kann, sondern ein verformbares Material zwischen unebene Kontaktflächen einzubauen.

Hier ist der Mechanismus, wo so eine Scheibe schaden kann: Der Innendurchmesser muss gerade so groß sein, dass das Gewinde des Pedals durchpasst. Ich hatte schon U-Scheiben in der Hand, da war der Innendurchmesser 2 mm größer als das Gewinde. Dadurch reduziert sich die Kontaktfläche nochmals oder sie wird asymmetrisch und das Pedal, das sich ja in diese U-Scheibe reinfressen soll, wird gerade dadurch in eine Präzessionsbewegung gezwungen. Wenn das der Fall ist und die Kurbel aus Alu ist, würde ich die Scheibe weglassen und das Pedal extrafest anknallen. Wenn die Scheibe innen zu groß ist und die Kurbel aus Carbon ist, würd ich wild fluchen und irgendwie versuchen, eine passende Scheibe aufzuscheuchen. Ich nehme an, das ist die Ursache, aus der sich bei manchen Carbonkurbeln überzufällig häufig das Alugewinde rauslöst - die Kontaktflächen sind uneben, weil der Hersteller billig herstellen will, der User zieht das Pedal nicht fest genug, weil er ohne Drehmomentschlüssel arbeitet, bzw. sein Drehmo garnicht so hohe Drehmomente messen kann und die U-Scheibe ist zu groß.

Wie dem auch sei, das wichtigste ist, ob mit oder ohne Scheibe: Das Pedal gehört mit der Herstellerangabe reingeschraubt, nicht nur handfest.
 
So, sind drin! Ohne sah es besser aus. ;)

Die Unterlegscheibe passen perfekt in die Aufnahme am Kurbelarm und liegen sehr eng am Gewinde des Pedals an. Von daher perfekt. Pedale sind mit 40 nm angezogen.

 
Ich muss gestehen, ich sehe garkeinen Unterschied ;)

Aber 40 Nm ist ganz schön viel, ist das die Vorgabe des Pedal- oder Kurbelherstellers?

Bei meinen Shimanopedalen steht was von 24 Nm, wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt. Ich würd da nicht übertreiben, zuviel Drehmoment kann die Alu-Inlays in der Carbonkurbel verformen und zur Lösung der Klebung führen. Deine Kurbel hat im Prinzip nur eine Sollbruchstelle, genau diese Verbindung zwischen Alu-Gewinde und Carbonarmen. Wenn die hält, wird deine Kurbel ewig leben. Wenn 40 Nm herstellerseitig vorgegeben sind, dann ist das natürlich OK.
 
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