Mmh, auf jeden Fall solltest du das alles mal ausprobieren. Einen wichtigen Hinweis haben die Vorredner allerdings vergessen: Wenn du eine Einstellung veränderst, solltest du sie wieder zurücknehmen, wenn es nicht funktioniert hat.
Ich schätze auch das Problem ein wenig anders ein: Das Bild sagt mir nämlich, daß die Kette, als es aufgenommen wurde, hinten auf einem großen Ritzel, also weit links lag. Ich denke, daß die Kette in der Stellung des Überwerfers nicht schleift, wenn du das allerkleinste Ritzel, also ganz rechts wählst. Probiere dies als allererstes mal aus.
Ist das Problem jetzt weg? Wenn nein, probiere jetzt den Rat von "laid-back" aus, allerdings hat er sich ein klein wenig vertan, es muß genau umgekehrt gemacht werden, der Zug muß ein wenig weniger stramm eingestellt werden, also die besagte Schraube am Unterrohr
mit dem Uhrzeigersinn drehen.
Wenn das Problem beim Wechsel auf das kleinste Ritzel jedoch weg war, ist damit dein Grundproblem noch nicht beseitigt. Auch kann es passieren, daß das schleifen nach der o.g. Einstellung zwar beim kleinsten Ritzel weg ist, bei der wesentlich stärker nach links zeigenden Kette bei großen Ritzeln immernoch auftaucht.
Damit sind wir beim
wesentlichen Punkt: du nutzt die technischen Voraussetzungen des Überwerfers nicht. Der Überwerfer hat eine Feineinstellung, d.h. er schaltet in einem Schritt nicht um den Abstand zwischen den beiden Kettenblättern, sondern etwa die Hälfte davon. Um es ein bischen verständlicher zu machen, erklär ich es mal ausführlich anhand der Einstellungen meines eigenen, die natürlich so nicht 1:1 auf deinen übertragbar ist:
Er hat 4 Stellungen:
- Die Kette liegt auf dem kleinen Blatt und hinten auf einem großen Ritzel, die Kette läuft einwandfrei. Schalte ich nun aber auf ein sehr kleines Ritzel, schleift die Kette am Überwerfer, weil sie jetzt schräg nach rechts verläuft. Also schalte ich auf ...
- Ich gebe einen kleinen Tick mit dem Überwerfer-Schalthebel, der Überwerfer bewegt sich dadurch soz. um einen "Halbschritt" nach links. Die Kette liegt jetzt immernoch sicher auf dem kleinen Blatt und schleift auch nicht.
- Um jetzt auf das große Blatt zu wechseln, muß ich wiederrum nur einen "Halbschritt" machen. An der Stelle liegt möglicherweise schon ein Teil des Problems: Wenn man sich nämlich angewöhnt hat, immer "kräftig reinzulangen" und dabei immer zwei Halbschritte macht, landet man in Stellung 4! Dies kann bei einer falschen Einstellung (d.h. das ganze ist einen Tick zu weit nach links (meist!) oder rechts verschoben) auch schwierig sein, weil der Schaltzug bereits zu stark oder zu wenig vorgespannt ist. Dann hilft nur das experimentieren mit der Schraube (s.o.).
Stellung 3. ist nur optimal, falls die Kette auf großen Ritzeln liegt. Für Übersetzungen, bei denen die Kette auf dem großen Blatt liegt und auf einem kleinen Ritzel (rechts-rechts), verwendest du
- Dazu nochmal einen Tick mit dem Hebel geben, und damit einen weiteren Halbschritt nach rechts verschieben.
Kurz:
- Für "Links-links" (=kleines Blatt, großes Ritzel) - Stellung 1
- für "links-rechts" (=kleines Blatt, kleines Ritzel) - Stellung 2
- für "rechts-links" (=großes Blatt, ...) - Stellung 3
- für "rechts-rechts" - Stellung 4
Du must also beides rauskriegen: 1. richtig schalten 2. die entsprechende Einstellung vornehmen, damit die Kette auch tatsächlich immer auf dem richtigen Blatt landet und dort auch bleibt. Das erfordert ein bischen Geduld beim "Fummeln" mit der besagten Schraube am Unterrohr.