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Tubeless, TPU- oder Butyl-Schlauch: Welches System ist besser?

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Re: Tubeless, TPU- oder Butyl-Schlauch: Welches System ist besser?
Hier zwei Versuchsreihen auf einem Rollreibungsprüfstand. Beide Versuchsreihen mit dem gleichen Reifen, links mit Latex (Vittoria), rechts mit TPU (Schwalbe). Die Abrollgeschwindigkeit wurde stets zwischen 18 - 52 km/h variiert. Die Normallast zwischen 338 - 535 N.


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Danke, ist eindeutig denn P ~ Crr 😘

Bei welchem Druck und mit welcher Reifenbreite wurde dies oben denn gemessen?

Schade, dass es kein TL Äquivalent zu geben scheint...oder?

Edith: unnötiges Zitat entfernt
 
Danke, sollte ich mal ausprobieren :p
Danke, ist eindeutig denn P ~ Crr 😘

Bei welchem Druck und mit welcher Reifenbreite wurde dies oben denn gemessen?

Schade, dass es kein TL Äquivalent zu geben scheint...oder?

Edith: unnötiges Zitat entfernt
Die Messreihen habe ich schnell aus meinem Fundus geholt, da einzig der Schlauch verändert wurde. Ich habe sonst fast immer mit Latex getestet, da ich lernte, es ist am schnellsten. Im Beispiel waren es 8 bar auf 20 oder 23 mm (muß ich auf meinem PC nachsehen, hier auf dem Pad habe ich nicht die Originaldaten).

Ich habe nachgesehen, war ein GP4000II in 20mm und 8 bar (der Test ist eine zeitlang her). Der Aerothan ist aus der 1. Generation. Butyl (Conti Supersonic) habe ich auch getestet, war etwas schlechter als TPU:

1777016656856.png


Interessant ist, dass nach meinen Messungen, der Crr weder von der Abrollgeschwindigkeit noch der Normalkraft unabhängig ist, sondern mit beiden Variablen ansteigt. Mit TPU sind beide Anstiege stärker ausgeprägt als mit Latex.

Ich habe natürlich auch einmal einen TL-Reifen mit minimal Milch und den gleichen Reifen mit Latexschlauch verglichen, ich fand keinen signifikanten Unterschied. Darum prüfen wohl andere, bekannte Reifentester immer mit Latexschlauch, die möchten sich die Milchsauerei nicht antun :bier:
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein Aspekt, der mir als schwerem Radler fehlt, ist, wie die Wahrscheinlichkeit, dass ein Loch mit Milch abgedichtet wird, mit dem Luftdruck zusammenhängt. Leichteren Fahrern kann man daher denke ich bei geringeren Reifenbreiten tubeless empfehlen als schwereren Fahrern.
Wobei du als schwererer Fahrer auch wieder anfälliger für Snakebites bist, was imo wieder dazu führt das Tubeless eher zu empfehlen wäre.

Hab als ~83kg Fahrer inzw an allen Rädern TL (von 28mm bis 40 hoch)
 
Wobei du als schwererer Fahrer auch wieder anfälliger für Snakebites bist, was imo wieder dazu führt das Tubeless eher zu empfehlen wäre.

Hab als ~83kg Fahrer inzw an allen Rädern TL (von 28mm bis 40 hoch)
Ich bin aktuell erheblich schwerer als Du, würde bei 28mm kein Tubeless fahren, verwende seit einiger Zeit den SILCA Luftdruckrechner (wobei ich eher noch unter als über den berechneten Wert gehe) und hatte noch nie einen Snakebite.
(Außer einmal vor 11 Jahren am Stadtrad, wo ich so auf die Bordsteinkante geknallt bin, dass die Felge hin war - da hätte mir kein Reifenkonzept geholfen...)
 
Vielen lieben Dank @BergHügi , für deine Mühe und Ergänzungen!
Die Diagramme sind gold wert. Wünsche dir ein schönes Wochenende!

Schnelle unbewiesene These für die positive Korrelation von crr und Geschwindigkeit: Die Trägheit des Schlauchmaterials führt zu einer minimalen zusätzlichen Dehnung im Abrollbereich resp. Bereich der Aufstandsfläche, die nicht nur von der Normalkraft des Rades abhängt, sondern auch umso stärker ausfällt, je höher die punktuellen Beschleunigungen ausfallen. Latex reagiert deutlich elastischer als tpu und butyl, dh es wird im Material weniger Energie in Wärme umgewandelt.

Deshalb baue ich auch meine lieblingssteinschleudern aus alten Latexschläuchen 🤓👻, nicht butyl oder gar tpu 😸 (leichte Ironie und unterschiedliche physikalische und experimentelle Randbedingungen dürfen durch Foristen gefunden und behalten werden)
 
Vielen lieben Dank @BergHügi , für deine Mühe und Ergänzungen!
Die Diagramme sind gold wert. Wünsche dir ein schönes Wochenende!

Schnelle unbewiesene These für die positive Korrelation von crr und Geschwindigkeit: Die Trägheit des Schlauchmaterials führt zu einer minimalen zusätzlichen Dehnung im Abrollbereich resp. Bereich der Aufstandsfläche, die nicht nur von der Normalkraft des Rades abhängt, sondern auch umso stärker ausfällt, je höher die punktuellen Beschleunigungen ausfallen. Latex reagiert deutlich elastischer als tpu und butyl, dh es wird im Material weniger Energie in Wärme umgewandelt.

Deshalb baue ich auch meine lieblingssteinschleudern aus alten Latexschläuchen 🤓👻, nicht butyl oder gar tpu 😸 (leichte Ironie und unterschiedliche physikalische und experimentelle Randbedingungen dürfen durch Foristen gefunden und behalten werden)
Ich würde nicht von Beschleunigungen sprechen wollen.

Meine Modelvorstellung ist, dass Reifen wie Schläuche oder auch zähflüssiges Latex = Milch im Abrollbereich statisch (rel. langsam) und / oder dynamisch (die berühmten Vibrationen) verformt werden. Je nach Material bzw. Materialfamilie ist insbesonders das Dämpfungsverhalten, dass für die Wärmeentwicklung sorgt, anders.

TPU-Schläuche sind Thermoplaste. Butyl-Schläuche sind aus synthetischem Kautschuk und Latex war zumindes mal aus Naturkautschuk, beide werden zu den Elastomeren gezählt.

Recht viel besser kenne ich mich hier nicht aus. Ich wollte lediglich andeuten, dass die Schläuche aus grundsätzlich unterschiedlichen Werkstoffen hergestellt werden. Dass sie sich unterschiedlich verhalten ist zu erwarten.
 
Die Verformungen sind ganz klar dynamisch, nicht statisch. Statisch wär eine einmalige Verformung, bspw. die Durchbiegung einer Brücke unter deren Eigengewicht. Das Walken von Reifen inkl. Schlauch ist dynamisch, eine dauernde Abfolgen von Kompression und Entlastung, Reifen und Schlauch reiben dabei aneinander und auch wie gut die Materialien komprimiert werden können ist ausschlaggebend. Daher ist steiferer Tubeless-Reifen nicht unbedingt besser, als ein weicher Reifen mit dünnem Schlauch.

Zuerst fand ich den Test mit 30km/h realistisch, aber der Druck ist zu hoch, es wäre besser gewesen mit realistischeren 5,5 bar zu testen, dann wäre das Walken ausgeprägter und die Ergebnisse im Unterschied vermutlich noch deutlicher.
 
Ich bin verwirrt: wurden TPU und Butyl mit identischen Drücken getestet?

"Dank ihrer enormen Formstabilität können Aerothan Tubes mit deutlich geringeren Luftdrücken gefahren werden als herkömmliche Fahrradschläuche. Für den richtigen Luftdruck kann man sich an den Empfehlungen für Tubeless-Systeme orientieren. Dabei ist zu beachten, dass der eingravierte Minimaldruck auf Schwalbe-Reifen für die Verwendung von Butylschläuchen gilt. Bei der Anwendung von Aerothan Tubes können die Werte unterschritten werden."

https://www.schwalbe.com/blog/neuig...E3v_0kXrG0nbp5IavFXMZzKaSTFS5MixoCdPwQAvD_BwE
Kann mich nur wiederholen - schwer nachvollziehbar, weshalb selbst im Test hier wohl für TPU unpassende Drücke gewählt werden. Allgemein scheint das Thema Drücke bei TPU etwas zu sein, was in der breiten Masse wenig bekannt ist.
Ich fahr Aerothan TPUs seit der ersten Stunde (an div. Bikes und in div. Laufrädern mit unters. Reifenbreiten von 25 mm bis 45 mm) und kann nur für mich sprechen - 2 Pannen in x Jahren - eine davon war eine Schraube. Ansonsten funktionieren die TPUs (mit Ventilverlängerungen) bei mir tadellos mit ca. tubeless Drücken. (Metallventilschafte sind aber bei den neuen Aerothan TPUs def. ein Fortschritt.)
Sehe im Roadbereich für mich als "Hobbythleth" nur Vorteile ggü. tubeless oder Butyl.
(Fahre meist - zunehmend breiter werdende - hooked Felgen in Verbindung mit tube type Reifen. Teste für mich aber aktuell auch TPU am Gravel - 45 mm auf hookless Zipp XPLR Felgen - Einsatzbereich aber nicht Trail.) Wenn man sich bei der Montage an die Hinweise hält, minimal anzupumpen, hat man meiner Erfahrung nach auch da keine Probleme. Ebenso wenn man einen TPU, der bereits mal in einem breiteren Reifen aufgepumpt war, danach nicht in einem schmaleren Reifen verwendet.
 
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Des weiteren bin ich vom Durchstichtest ziemlich überrascht. Dass der TPU Mantel so viel bessser abschneidet als der aus Butyl hätte ich nicht erwartet.
Das liegt m.E. am ziemlich praxisfremden Test an sich. Getestet wird mit einer 1mm Kugelspitze die man auf den nicht aufgepumpten doppelt gelegten Schlauch drückt. Vom fehlenden Reifen abgesehen, kann ja jeder mal überlegen, wie aussagekräftig dieser Test ist. Wirklich vorzeigbare Ergebnisse würde wohl ein Test in einem Reifen aufgepumpt auf den jeweiligen Systemdruck liefern.
 
Ich möchte für mich alles unvoreingenommen ausprobieren, um eigene Erfahrungen zu machen. Also habe ich am WE beim Pendelrad TPU Schläuche eingezogen. Beide Schläuche hielten keine Luft - will jetzt das nicht auf TPU schieben, denn ich glaube es lag wahrscheinlich an mir bzw. einem Fehler in der Handhabung. Dachte die RideNow Produkte wären zwischenzeitlich gut. Da waren die schnellen, empfindlichen Latexschläuche bis auf die Nachpumperei problemloser.
Damit ist für mich persönlich das TPU-Thema erst mal wieder adacta gelegt. Wollte einfach mal eine Alternative zu Tubeless probieren, die seit Jahren auf Touren und beim Berufspendeln gut funktioniert. Lediglich der Wartungsaufwand bei n+1 ist bei Tubeless nervig.
Egal. Das sind nur meine 20🪙 zur TPU Geschichte - hätte gedacht, dass die etwas leichter zu handhaben sind - oder ich habe mich einfach angestellt. Vielleicht wären auch Schläuche von anderen Herstellern besser gewesen. Werde bei Gelegenheit auch mal wieder die guten alten Butyl Leichtschläuche auf einem Rad ausprobieren, wenn der Tubeless Reifensatz runter ist. Vielleicht ist das für das eine oder andere Rad eine Alternative. Mal sehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Werde bei Gelegenheit auch mal wieder die guten alten Butyl Leichtschläuche auf einem Rad ausprobieren, wenn der Tubeless Reifensatz runter ist. Vielleicht ist das für das eine oder andere Nutzrad eine Alternative. Mal sehen.
Absolut. Butyl's not dead! :daumen:
 
RideNow Produkte wären zwischenzeitlich gut.
Das sind sie, aber auch ich hatte schon direkt aus der Packung einen Fabrikationsfehler. Vorher immer kurz in Wasser tauchen ob alles Dicht ist. Dann halten die Dinger ewig.

Ich bin TPU's selbst am Gravel über Jahre gefahren, nie ein Problem gehabt.

Druck verwende ich 1:1 die Tubeless Rechner, RR wie Gravel, sprich Hooked wie Hookless, ebenfalls Problemlos...
 
Nachdem ich einen 32er Vittoria Corsa nicht von der DXC Felge ohne spezielles Werkzeug bekommen habe, habe ich mich gefragt, was machst Du in so einem Fall bei einer Panne 60 km von zuhause entfernt?

Das hat mir einiges Kopf zerbrechen gekostet - ich habe mich nach der Zerstörung von zwei TPU Schläuchen bei der Montage der 32er Vittoria für tubeless entschieden - vorne hält der Reifen die Luft, nachdem ich mindestens 300 ml Dichtmilch eingefüllt hatte. Wie viel Gramm sind 300 ml Dichtmilch eigentlich?

Hinten ist die Dichtmilch bei der ersten Ausfahrt seitlich aus der Karkasse geströmt - bin nach 4 Kilometer Ausfahrt heim gelaufen, geschoben auf Felge geeiert. Vittoria Corsa 32 samt Dichtmilch in der Tonne entsorgt.

Dann habe ich einen Pirelli 30 mm hinten montiert, mit AMAZON TPU Schlauch. Bei meiner Ausfahrt in Belgien hatte ich das Phänomen, dass die Luft ständig entwichen ist (zuhause unter Wasser kein Loch im TPU gefunden). Nach 3 maligem Wechseln in Belgien habe ich von einer belgischen Radrennfahrerin einen BUTYL Schlauch erhalten.

Dieser Schlauch ist immer noch montiert, ist dicht und hält - vorne den tubeless muss ich vor jeder Ausfahrt aufpumpen. Das System fliegt auch bald in die Tonne. Dann montiere ich 30er Pirelli (wegen der leichten Montage) und einen BUTYL Schlauch.

Ausgehend davon, das Dichtmilch eine ähnliche Dicke wie Wasser hat, dann hat tubeless mit Dichtmilch keinen oder nur geringen Gewichtsvorteil vor Butyl, abhängig von der Menge Dichtmilch, Conti Schlauch bei 130gr? (bei expotential gestiegener Sauerei im Pannenfall).

Tubeless am Rennrad ist für mich keine Option. Ich sehe für mich keinen Vorteil, die Nachteile überwiegen für mich - wenn wären es nur der Komfortgewinn (wegen Reifendruck-Reduzierung) bei fast gleichem Gewicht. Das hilft aber alles nix, wenn ich draußen fern der Heimat die Panne habe (großer Cut im Reifen).

TPU könnte es bei funktionierendem Schlauch sein. Aber am sichersten und am einfachsten zu händeln sind nach meiner Erfahrung immer noch klassische Butyl Schläuche.


Tubeless auf dem MTB funktioniert dagegen zu 100% einwandfrei - fahre alle meine MTB so - da gibt es selten ein Problem.
 
Das hat mir einiges Kopf zerbrechen gekostet - ich habe mich nach der Zerstörung von zwei TPU Schläuchen bei der Montage der 32er Vittoria für tubeless entschieden - vorne hält der Reifen die Luft, nachdem ich mindestens 300 ml Dichtmilch eingefüllt hatte. Wie viel Gramm sind 300 ml Dichtmilch eigentlich?
DREIHUNDERT? 😳😳
Falls du Tubeless nutzen willst, würde ich andere Reifen und dann andere Dichtmilch ausprobieren. Was wirklich ärgerlich ist: man gibt schnell eine Menge Geld aus, bevor man ein funktionierendes Setup hat - das habe ich gerade auch durch. Wenn die Reifen noch neu sind, hättest du sicher etwas dafür bekommen können.
Und vielleicht sind deine Laufräder da auch problematisch; dann würde ich wohl auch keine Experimente mehr machen.
Ausgehend davon, das Dichtmilch eine ähnliche Dicke wie Wasser hat, dann hat tubeless mit Dichtmilch keinen oder nur geringen Gewichtsvorteil vor Butyl, abhängig von der Menge Dichtmilch, Conti Schlauch bei 130gr? (bei expotential gestiegener Sauerei im Pannenfall).
Hier mal ein Extrembeispiel: Tufo Comtura Prima TT 28 mm (viel Lauffläche, wird breiter), 200 Gramm + 30 ml Dichtmilch. Für den Dauereinsatz und mittelguten Straßenbelag + Großstadtmüll zu empfindlich, dann sind es 50 Gramm mehr für die Version mit Pannenschutz. Ich finde das ziemlich leicht, der normale Prima TR kommt bei mir als nächstes drauf.
Das hilft aber alles nix, wenn ich draußen fern der Heimat die Panne habe (großer Cut im Reifen).
Das war auch bisher das, was mich von TL abgehalten hatte. Die Erfahrung mit einem großen Cut habe ich jetzt auch schon, aber eben mit einem sehr dünnen, empfindlichen Reifen. Mit einer (oder mehreren) Pannenschutzlagen ein eher unwahrscheinliches Szenario, ich rechne dann eher wie bei diversen Reifen mit Schlauch damit, dass die Schnitte nur die Lauffläche verunstalten und nicht tiefer gehen.
 
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