Es kann helfen, sich wüste Prügel- und Hinrichtungsorgien zumindest mal im Kopf auszumalen. Bei Gelegenheitsstressern, denen man nicht jeden Tag begegnet, bekommt das Ganze so eine absurd-lustige Komponente. Hilft mir manchmal sehr. In echt würde ich das natürlich niemals machen.
Bei hoffnungslos fiesen Nachbarn habe ich tatsächlich schon mehrfach gute Erfahrungen mit wüsten Drohungen gemacht (natürlich ohne Zeugen). Anschließend war jedesmal Ruhe, oftmals jahrelang (in Wirklichkeit bin ich ein ziemlich lieber, geduldiger Mensch - aber das muss ja nicht jeder wissen...). Wohlgemerkt: Immer erst dann, wenn Diskutieren endgültig hoffnungslos ist!
Bei Dauerstress hilft Radfahren tatsächlich - solang man es ALLEIN macht. Gilt wohl generell für Sport.
Sich auf sich selbst zu konzentrieren (und sich selbst zu mögen!!!), ist ebenfalls immer gut.
Merke: DU hast IMMER Recht.
(zumindest als Grundeinstellung)
Notfalls einmal (viel) Zeit ganz allein und in Stille zu verbringen, hilft enorm.
Schaffe alles ab, was generelles Stresspotential birgt:
- Besitztümer, die im normalen leben ungenutzt bleiben (z.B. mehrere Autos/Motorräder/Computer/...)
- Handy (ist wirklich zu absolut überhaupt nichts gut, nervt aber mit ständiger Rappelei und seltsamen Verträgen)
- Uhren, wenn Du mehr als zwei davon in Deinem Umfeld hast
- Fernseher (kommt eh nur Scheiße)
- Playstation, DVD-Player, Videorecorder, Stereoanlage - denn das echte Leben ist um vieles interessanter
- Wohnung oder Haus, wenn zu groß und/oder zu teuer
- Hund (kein Scherz: Hunde nerven, wie kaum etwas sonst auf der Welt!!!)
- sonstige Haustiere; vor allem solche, um die Du Dich kümmerst, obwohl sie gar nicht Deine sind (Naaa? Macht der Sohn den Vogelkäfig auch immer schön sauber??)
- Freundin/Frau, wenn sie nur noch nervt, und keine Hoffnung mehr in Sicht ist
Halte Dein Leben simpel.
Belaste Dich nicht mit Dingen, die Du zum Leben nicht absolut brauchst.
Minimiere Verträge und Kosten.
Bleibe unabhängig.
Horche in Dich hinein, lerne Dich kennen.
Vertraue auf Dich selbst, liebe Dich.
Lerne, leidenschaftlich zu sein. Vor allem auch für Dich selbst.
Tu schöne Dinge - erst für Dich, dann für andere.
Lerne, Gefühle zuzulassen.
Sie machen Dich aus.
Lerne, eine Meinung zu haben.
Stehe zu Deiner Meinung.
Mach sie deutlich.
Immer.
Hast Du ein Ziel im Leben?
Hinterfrage es.
Lass es eine Weile liegen.
Hinterfrage es noch einmal.
Hast Du es immer noch?
Fühlt es sich gut an?
Dann verfolge es.
Mit aller Kraft.
Wer ist Dein Freund? Aus welchem Grund?
Kümmere Dich um Deine echten, wirklichen Freunde. Um die Menschen, die Dich lieben. Verbringe Zeit mit ihnen!
Lerne, zu träumen! Verbringe viel Zeit damit!
Träumen fühlt sich warm, sanft und weich an. Träumen entspannt.
Träumen schafft manchmal auch Wünsche, und Wünsche schaffen Ziele.
Lerne, Zeit zu haben.
Lerne, an der Arbeit ersetzbar zu sein, und organisiere dies. Jeder Mensch muss ab und zu Urlaub machen; jeder Mensch hat auch noch das Recht auf sein eigenes, wirkliches Leben.
Lerne, Deine Umwelt zu verstehen.
Von innen her, vom Gefühl her.
Lerne, ein Gefühl für Deine Welt aufzubauen.
Sie hin - mit offenen Augen, mit offenem Herzen.
Kannst Du fühlen, was Dein Bruder/Deine Schwester/Deine Frau gerade fühlt?
Kannst Du Schnee riechen?
Kannst Du mit geschlossenen Augen spüren, wo ein Baum steht, ganz in Deiner Nähe?
Du kannst es! Vielleicht weißt Du es nur noch nicht.
Du bist gut.
Du bist die Mitte.
Du bist die Ruhe.
Breite Deine Arme aus.
Umarme Deine Welt
und lass die meterhohen Wellen
an Deinem Rücken zerplatzen.
Grüße,
Sven (der für den Kram hier durchaus das nötige Augenzwinkern mitbringt!)