Schlauchreifen erweisen sich im nachhinein als „Schlaureifen", kommt es während einer Abfahrt plötzlich zu einem totalen Druckverlust — etwa, weil man über einen Flaschenboden gefahren war und dies zu einem Reifenplatzer führte.
Mir ist es bereits mehrmals so zugestoßen, daß mir abwärts, bei höherer Geschwindigkeit und dazu in Schräglage, der
Reifen am Vorderrad geplatzt war, ohne, daß dies zu einem Kontrollverlust über das Rad führte, wo sich ein Draht- oder gar Faltreifen mit großer Wahrscheinlichkeit zuerst von der Felge gelöst und hiernach das Vorderrad schlagartig blockiert hätte.
Dies ist für mich, neben den Vorzügen von Schlauchreifen, auch mit sehr geringem Druck sicher auf der
Felgen zu verbleiben und es so dem Fahrer zu ermöglichen, auf Regenfahrten von der so erzielbaren, größeren Auflagefläche und Bodenhaftung zu profitieren, ein weiteres entscheidendes Sicherheitsargument für die Verwendung von Schlauchreifen.
Desweiteren bin ich mir sehr sicher, Schlauchreifen am Straßenrand problemlos und schnell (ohne Eile in etwa 15 Minuten, sicher auch schneller möglich) wechseln zu können; dagegen habe ich zu Hause einmal für einen
Continental Drahtreifen, trotz Reifenhebern und korrekter Vorgehensweise, zwei Stunden gebraucht; auf der Strecke hätte ich gewiß aufgegeben und wäre mit dem Bus heimgefahren.
Drahtreifen assoziiere ich mit Gebrauchsrädern, Einfachrädern, Sporträdern, Damenrädern, Kinderrädern, Trekking-Rädern der Marke „Sch(n)auff” (diese sieht man meist in Mehrzweckabteilen der Bahn, wo sie von ausgelaugten, aber dennoch ordnungsliebenden Hans-Günther oder Heinz-Jürgen nach der Radtour des Kleingärtnervereines, in Sicherungsgurten fein säuberlich verstaut, heimgeführt werden); Schlauchreifen dagegen verbinde ich mit Rennrädern.
Vielleicht aber bin ich in dieser Hinsicht zu anspruchsvoll und traditionalistisch, gehört für mich doch beispielsweise auch die überwiegende Unterlenkerfahrt an Stelle einer Dauer-Komfortfahrt in Oberlenkerhaltung zur Erscheinung eines Rennradfahrers zwingend dazu, womit sich die meisten Hobbyisten für ein in meinen Augen Rennradsport-typisches Auftreten disqualifizieren. Ebenso verhält es sich mit der höchstzulässigen Durchmesser des größten Ritzels, Größe und Anzahl der Kettenblätter sowie der maximal zulässigen Leibesfülle. Wobei natürlich jeder auch sorgenfrei so fahren kann, wie es ihm bequem ist und danach, was sein Rücken zuläßt und letztlich muß ich ja auch nicht für ihn anhalten, wenn er um einen
Schlauch winkt, den ich ja sowieso nicht für ihn dabei habe.
Mal etwas Anderes: Was ist eigentlich mit dem Benutzer „Sixx” geschehen, der diese Diskussion 2005 startete? Im “Last Minute” -Bereich ist noch sein für 2016 geplantes ToH zu finden — weiß jemand von Euch, ob der Betreffende eigentlich noch lebt? Gespenstisch...